Einrichtung zum Abfüllen von Tinte aus einem Vorratsbehälter in einen Füllhalter mittels einer Pumpvorrichtung. Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Abfüllen von Tinte aus einem Vorratsbehälter in einen Füllhalter mittels einer Pumpvorrichtung, wo es darauf ankommt, den Füllhalter selbsttätig nur bis zu einer maximalen Spiegelhöhe zu füllen. Zweck der Erfindung ist, eine Vorrichtung dieser Art zu schaffen, die die maximale Spielhöhe im Füllhalter genau und unab hängig von der noch im Vorratsbehälter be findlichen Tintenmenge einzuhalten erlaubt, ein flottes Arbeiten ermöglicht und ein Nachtropfen nach Einstellung des Pumpens mit Sicherheit ausschliesst.
Es soll auch der Nachteil der bekannten, mit einer Pumpen vorrichtung arbeitenden Abfüllgeräte ver mieden werden, der darin besteht, dass es bei einem Einpumpen der Tintenteilmenge in den Füllhalter unter Überdruck und einem Ent fernen des Überschusses durch ein luftdicht angesetztes Rohr dann zu einer Überschrei tung der zulässigen Spiegelhöhe im Füll- haltern unter Umständen sogar zu einem Überlaufen der Tinte kommt, wenn das Ab saugrohr nicht mehr ganz dicht auf den Füll halter passt.
Bei der Einrichtung gemäss der Erfin dung ist der mit der Teilmenge zu füllende Füllhalter an die Saugseite der Pumpvor richtung derart luftdicht anschliessbar, dass die Öffnung des Saugrohres der Pumpvor- richtung in den Füllhalter ragt und durch ihre Höhenlage die maximale Einfüllhöhe im Füllhalter bestimmt, und beim Pumpen strömt Tinte ausschliesslich unter dem Ein fluss des im Füllhalter erzeugten Unter druckes aus dem Vorratsbehälter durch ein Steigrohr in den Füllhalter ein.
In der Zeichnung sind Ausführungs- beispiele des Erffndlungsgegenstandes dar gestellt.
Fig. 1 dient der grundsätzlichen Erläu terung der Wirkungsweise. Fig. 2 zeigt eine praktische Ausführung der Einrichtung in schematischer Darstel lungsweise, und Fig. 3 zeigt eine andere Ausführung mit allen Einzelheiten.
Die Wirkungsweise, an Hand der Fig. 1 erläutert, ist folgende: Aus dem Vorrats behälter 1 führt eine Steigleitung 5, 7 in den zu füllenden, schematisch angedeuteten Füllhalter 15. Dieser ist durch eine Saug leitung 8 mit der Saugseite der Pumpvor richtung 22 verbunden, die bei 8 ansaugt und durch das Rohr 6 fördert. Die Leitungen 7, 8 sind in den Behälter luftdicht eingepresst, z. B. durch ein elastisches Dichtungsstück 14, gegen das der Füllhalter 15 dicht angepresst werden kann. Hingegen ragen die Rohre 5 und 6 frei in die Flasche hinein, das heisst es steht der Innenraum des Behälters 1 unter Atmosphärendruck.
Tritt nun die Pumpe 22 in Tätigkeit, so wird im Füllhalter 15 Un terdruck erzeugt; der äussere Luftdruck, der auf die Tinte im Vorratsbehälter wirkt, treibt diese durch das Rohr 5 und 7 in den Füllhalter 15. Erreicht dort das Abfüll niveau das Saugrohr 8, so wird nicht mehr Luft, sondern Tinte aus dem Füllhalter durch das Rohr 6 abgesaugt, die Tinte kann demnach im Füllhalter 15 nicht weiter steigen, indem die Höhenlage der Öffnung des Saugrohres die maximale Einfüllhöhe bestimmt.
Entfernt man den Füllhalter 15 bei noch veiter laufender Pumpe, so kann es trotzdem nicht zu einem Tintenaustritt in Form eines Nachtropfens aus dem Rohr 7 kommen, da ja dort die Saugwirkung weggefallen ist. Be dingung ist allerdings, dass die Öffnung von 7 höher liegt als der Spiegel im Vorrats behälter, andernfalls die Tinte, dem Heber prinzip folgend, ausfliessen würde. Wird die Pumpe abgestellt, bevor noch der Behälter entfernt ist, so gleicht sich der Unterdruck in 15 auf dem Wege über 6, 22, 8 dem äussern Luftdruck rasch an. Für die in den Rohren 5, 7 einerseits und 8, 22, 6 anderseits verblie bene Tinte wirkt dann als treibende Kraft lediglich der statische Druckunterschied zwi- sehen den Austrittsöffnungen.
Damit nun auch hier kein Nachfördern eintritt, liegen die Mündungen der Rohre 7, 8 höher als der höchste Flüssigkeitsspiegel im Vorratsbehäl ter 1; die Austrittsöffnung vom Rohr 6 liegt tiefer als die Rohrmündung B. Rohr 5 ragt tief in den Behälter hinein, was wegen der Möglichkeit der Ausschöpfung des letzten Tintenrestes wichtig ist.
An sich würde ein Nachfördern von Tinte bei vorzeitig abgestellter Pumpe nicht scha den; es ist aber erwünscht, durch vorzeitiges Unterbrechen des Pumpens, wie übrigens auch durch vorzeitige Entfernung des Füll halters, die Möglichkeit zu schaffen, den Füllhalter auch nur teilweise zu füllen.
Der Umstand, dass die Förderung sofort aufhört, wenn man auch bei laufender Pumpe den Füllhalter entfernt, ist für Massenabfül lungen von besonderem Wert, weil man in diesem Falle die Antriebsvorrichtung der Pumpe nicht abzustellen braucht. Wird ein neuer Füllhalter bei 14 angesetzt, so be ginnt augenblicklich die Förderung.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 sind nun die Einzelteile der Pumpe samt Zu- und Ableitungen zu einer Einheit zusammen gefasst und in die Vorratsflasche eingesetzt. An Stelle des gezeichneten stopfenartigen Einsetzens der Vorrichtung in den Flaschen hals kann man auch einen aufschraubbaren Verschluss ausführen.
Die Pumpe besteht aus dem Zylinder 2, dem Kolben 3 und dem Ventilkörper 4; letz terer ist mit der Kolbenstange 9 fest verbun den. die durch die Feder 11 hochgehalten wird. Der Kolben 3 ist auf dem Ventilkörper 4 um das Ventilspiel axial verschiebbar; das Ventilspiel wird durch einen Anschlag 13 begrenzt. Diese Art der Ventilausbildung braucht zur richtigen Wirkung keine Druclz:- differenzen, arbeitet also wesentlich rascher und verlässlicher als Saug- oder Druck ventile, die erst bei hinreichend gross gewor- denen in Tätigkeit tre ten und überdies leicht Haften bleiben.
Aus dem Zylinderraum oberhalb des Kolbens 3 führt die Saugleitung 8 heraus. Unmittelbar daneben liegt das Füllrohr 7, dessen unterer Teil (Steigleitung 5) in den Zylinder 2 eingebaut ist, was eine besonders einfache Bauweise der Pumpe bedingt. Den luftdichten Abschluss der Rohre 7, 8 gegen den zu füllenden Füllhalter 15 besorgt der Dichtungspfropfen 14. Der Flaschenraum 1 ist durch das Luftloch 12 ständig mit der Aussenluft verbunden.
Die Arbeitsweise ist folgende: Beim Nie derdrücken der Kolbenstange 9 mittels des Knopfes 10 wird zunächst durch das Ventil 4 das Loch 6 abgeschlossen, sodann gehen Kolben 3 und Ventilkörper 4 gemeinsam weiter. Im Raum oberhalb des Kolbens, daher auch im Füllhalter, wird Unterdruck erzeugt und Tinte durch 5 in den Füllhalter gefördert.
Beim Aufwärtsgang der Kalbenstange wird der Kolben 3 vom Zylinder 2 so lange zurückgehalten, bis er vom Anschlag 13 zwangsläufig mitgenommen wird. Der Ver bindungskanal 6 ist jetzt offen, so dass die beim Abwärtsgang des Kolbens angesaugte Luft in den Flaschenraum eintreten kann. Bei den folgenden Pumpenhüben wieder holen sich diese Vorgänge so lange, bis die Tinte im Füllhalter die Mündung des Rohres 8 erreicht; dann wird nicht mehr Luft, sondern Tinte angesaugt, das heisst der Flüssigkeits spiegel kann nicht mehr weiter steigen.
Wird das Luftloch 12 während des Pum pens von Hand aus geschlossen, so wirkt die beschriebene Vorrichtung wie eine echte, unter Druck fördernde Abfüllpumpe; sie nimmt zwar auch deren Nachteile an, doch ist diese Umwandlungsmöglichkeit deshalb von Interesse, weil die Vorrichtung dann auch zum Füllen von Füllhaltern verwendet wer den kann, die nicht dicht auf den Stopfen 14 passen. Auf diese Weise kann einer Vorrats flasche Tinte zur gelegentlichen Füllung von Füllfedern mit Kolben- oder Schlauchfüller entnommen werden. Der im Napf verblei bende Tintenrest kann mit dem Füllstutzen durch Betätigung der Pumpe in die Vorrats flasche restlos zurückgesaugt werden.
Die Ausführungsform nach Fig. 3 stimmt grundsätzlich mit den im vorhergehenden beschriebenen Ausführungen überein. Wesens gleiche Teile sind mit den gleichen Bezugs zeichen wie vorher bezeichnet.
Der Zylinder 2 bildet mit dem Steigrohr 5 und der Schraubkappe 20 ein Bakelitform stück, das oben einen Ansatz zur Aufnahme der Rohre 7 und 8 trägt, die konstruktiv zu einem Stück 16 vereinigt sind. Das den Kol ben in seine Ausgangsstellung zurückbrin gende Rückzugorgan ist hier nicht eine Feder, sondern ein elastischer Schlauch 11, der die Kolbenstange umgibt und auch den Zylinderraum nach aussen verlässlich abdich tet.
Die Befestigung der Schlauchenden im Schraubkopf 20 und im Ventilstück 4 ist durch selbsttätig sperrende konische Pfrop fen 18, 19 bewirkt. Der Gummiring 17 ist hier nicht aus Gründen der Abdichtung vor gesehen, sondern bezweckt ein weiches Auf setzen der Kappe unter Vermeidung über mässiger Beanspruchungen des Gewindes;
er gestattet ferner innerhalb gewisser Grenzen ein lagerichtiges Festziehen der Vorrichtung bei kantiger Ausführung der Vorratsflasche und verhindert schliesslich ein Benetzen des Flaschengewindes mit Tinte, für den Fall, dass mit der Flasche unsachgemäss umgegan gen worden sein sollte.
Der Anschlag 13 zur Begrenzung des Ventilhubes ist als Kappe ausgebildet, um den Zutritt der Tinte zur Kolbenstange zu verhindern. Das Saugrohr 8 und das Steigrohr 7 sind zu einem gemein samen, an den Füllhalter 15 luftdicht an schliessbaren Füllstutzen mit schwach koni scher Aussenfläche und Dichtungsüberzug 14 zusammengefasst.
Die beschriebene Ausführung ist, mit einer kleinen Überwurfskappe für den Ein füllstutzen und einem Pfropfen für das Luft loch 12 ausgerüstet, auch in gefülltem Zu stande versandfähig.