CH244545A - Verfahren zum Schmelzen von Glas in elektrischen Öfen. - Google Patents
Verfahren zum Schmelzen von Glas in elektrischen Öfen.Info
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Description
Verfahren zum Schmelzen von Glas in elektrischen Öfen. Glas wird für gewöhnlich in ,gasbeheizten Wannen- oder Topföfen geschmolzen, aber das elektrische Glasschmelzen tritt mehr und mehr in den Vordergrund. Bis jetzt hat man einfach die Erfahrungen von den gasgeheiz ten Glasschmelzöfen auf die neuen elektri schen Schmelzöfen übertragen, indem die selben Rohmaterialien verwendet wurden ohne Rücksicht darauf, dass die beiden Schmelz prozesse prinzipiell verschieden sind. Bei der Gasheizung wird die Hitze im Raum über der Glasmasse entwickelt, um in dieselbe durch Strahlung und Leitung einzudringen, und zwar mit .der Strahlung als leitender Faktor.
Beim elektrischen Schmelzen wird die Wärme in der Glasmasse selbst entwik- kelt, indem diese als Wärmeübertrabggungs- element wirkt. Schmelzen mit elektrischer Oberwärme kann selbstredend angewendet werden,, ist jedoch nur von sekundärer Be deutung.
Dadurch, dass man beim Übergang zum elektrischen Glasschmelzen den prinzipiellen Unterschied der beiden Schmelzprozesse nicht berücksichtigt hat, sind als Ausgangsmateria lien auch dieselben Rohstoffe verwendet wor den. Man ist z. B. immer der Meinung ge wesen, dass nur gasreiche Rohstoffe zur Er zielung eines schönen Glases geeignet seien. Diese Auffassung ist auch bei einem gas geheizten Ofen richtig, indem gasarme Roh stoffe z. B. unter Zusatz einer grösseren Menge Scherben eine matte und inhomogene Glas masse ergeben.
Im Gegenteil hierzu wind er findungsgemäss eine Beschickung aus nicht gasentwickelnden Rohstoffen verwendet, die z. B. aus reinen glasbildenden Oxyden oder Zusammensetzungen derselben, wie z. B. Ca0, Mg0, Na20, Si0" Al203, Na, Si03, CaSi03 besteht.
Während die Gasabspaltung bei einem gas geheizten Ofen einem bestimmten Zweck dient, ist sie beim elektrischen Schmelzen direkt nachteilig.
Bei einem gasgeheizten Ofen ist die Tem peratur des Glasbades am höchsten an der Oberfläche, um ziemlich stark nach dem Bo den zu abzunehmen, während in einem elek- trischen Ofen die höchste Temperatur in der Glasmasse selbst herrscht und nur ganz schwach gegen Boden und Oberfläche ab nimmt.
Wenn ein gasgeheizter Ofen beschickt ist, wird die Beschickung, weil die höchste Tem peratur an der Oberfläche herrscht; haupt sächlich von oben schmelzen, und das gebil dete Glas nach unten längs den Seiten der Charge tropfen. Weil die Temperatur des Glasbades gegen den Boden des Bades sinkt, ist die Glasmasse unten im Ofen ziemlich steif und unbeweglich.
Um .dies schmelzende Glas mit dem übri gen Glas zu mischen, muss umgerührt wer den, und hierzu dient eben das abgespaltene Gas. Das Gas steigt nämlich in die Höhe durch die Charge, die wegen ihres niedrigeren spezifischen Gewichtes auf dem Bad schwimmt, bringt neue Beschickung zum Schmelzen und sorgt gleichzeitig für die .#LZi- schung .des neugeschmalzenen Glases mit dem alten Glas im Ofen.
Wenn die Beschickung keine gashaltigen Bestandteile enthielte, würde sie ruhig liegen und hauptsächlich nur von der Oberfläche her schmelzen. Das gebildete Glas würde sich unvollständig mit dem übrigen mischen und leicht blasig und inhomogen werden.
<B>In</B> einem elektrischen Ofen dagegen herrscht, wie schon erwähnt, die höchste Tem peratur unten in der Glasmasse, etwas unter halb der Oberfläche, und die eingeführte Be schickung schmilzt deshalb hauptsächlich von der Unterseite her. Die thermischen Strömun gen in der Glasmasse waschen das neuge schmolzene Glas weg und neue Reaktions flächen werden freigelegt. Dieser Prozess geht um so schneller vonstatten, je weniger Gas die Rohstoffe enthalten. Mit einer gasarmen Beschickung erhält das neugebildete Glas schneller ein höheres spezifisches Gewicht und sinkt deswegen rascher nach unten.
Die Abspaltung von Gas ist aus diesem Grunde beim elektrischen Schmelzen direkt unvorteil haft. Die in der Glasmasse entstehenden ther mischen Strömungen genügen nämlich zur Homogenisierung des Glases.
Ein weiterer Vorteil bei der Anwendung gasarmer Rohstoffe liegt darin, dass die Staubplage ganz beträchtlich reduziert wird.
Beim elektrischen Schmelzen geschieht, wie erwähnt, die Wärmeabsorption von der Unterseite des Beschickungshaufens, während die Oberseite durch längere Zeit verhältnis mässig kalt verbleibt. Wird eine gasreiche Beschickung benutzt, steigen die abgeschie denen Gase nach oben durch den Haufen und blasen viel von den feinkörnigen Rohstoffen in die Höhe, was sehr unangenehm ist. Die ser Nachteil wird bei gasarmen Rohstoffen vermieden.
Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Er findung liegt darin, dass auch die Klärung der Gasmasse leicht vor sich geht. Das Glas wird schneller von aufgelösten Gasen befreit, und .der Zusatz gasreicher Klärungsmittel ist überflüssig. Hierdurch vermeidet man "Läuse" im Glas, die sonst ein Nachteil des elektrischen Glasschmelzens sind.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH; Verfahren zum Schmelzen von Glas in elektrischen Ofen, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschickung aus nicht gasentwdekeln- den Rohstoffen besteht.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| CH244545T | 1944-08-28 |
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| CH244545A true CH244545A (de) | 1946-09-30 |
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|---|---|---|---|
| CH244545D CH244545A (de) | 1944-08-28 | 1944-08-28 | Verfahren zum Schmelzen von Glas in elektrischen Öfen. |
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| CH (1) | CH244545A (de) |
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1944
- 1944-08-28 CH CH244545D patent/CH244545A/de unknown
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