Verfahren zur Herstellung elektro-akustischer Apparate, die zwei Körper aufweisen, zwischen denen ein bestimmter Luftspalt vorhanden sein muss und von denen der eine durch Reibungskräfte in seinem Lagerteil gehalten wird. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung elektroakustischer Apparate, die zwei Körper aufweisen, zwischen denen ein bestimmter Luftspalt vorhanden sein muss und von denen der eine durch Reibungskräfte in seinem Lagerteil gehalten wird. Es kann sich z.
B. um den Abstand zwischen der Membran und den Magnetpolen eines Tele phons oder den Luftspalt zwischen der festen und beweglichen Elektrode eines Kohle mikrophons handeln, der genau innezuhalten ist, unabhängig von Massabweichungen der hierauf einwirkenden Teile.
Anwendbar ist die Erfindung mit gleichem Vorteil sowohl für fest in einer Kapsel eingebaute Teile, wie auch für lose geschichtete Teile, die erst nach der Benutzung des Verfahrens in eine Kapsel oder ein anderes Gehäuse eingesetzt werden, doch ist immer erforderlich, dass der eine dieser beiden Körper, deren Abstand zu- einander zu wahren ist, durch Reibungs kräfte an seinem Lagerteil befestigt ist.
Solche Halterungen finden bereits Anwen- clung für die festen Elektroden von Kohle mikrophonen und sind auch schon für die Polkerne von magnetischen Mikrophonen bezw. Telephonen vorgeschlagen worden.
Kohlemikrophone sind gewöhnlich mit einer festen Elektrode am Boden der Griess kammer und mit einer gegenüberstehenden Gegenelektrode, der beweglichen Elektrode, versehen, die durch die Membran selbst oder einen daran befestigten Körper :gebildet wird. Zwischen beiden Elektroden ist ein geringer Luftspalt erforderlich. Der Abstand der bei den Elektroden kann z. B. 0,8 mm betragen, für andere Verwendungszwecke 1 mm oder mehr. Der jeweils gewünschte Abstand muss jedoch genau innegehalten werden, um den Wirkungsgrad der Mikrophone sicherzu6tel- len und insbesondere um in der Massenferti gung ein gleichmässiges Fabrikat zu erzeugen.
Die Einhaltung der Abstandsgenauigkeit wird durch die Toleranzen der verschiedene_i Mikrophonteile erschwert. Um die in der Massenfertigung auftretenden Massabwei chungen, z. B. in der Tiefe des Mikrophon gehäuses oder in der Dicke der festen Elek trode, sowie in den Dicken der zwischenzu legenden Isolationsplättchen, auszugleichen, wird die feste Elektrode in eine Fassung ein gesetzt, die sie nur durch Reibung hält, so dass eine Einstellung dieser Elektrode zur beweglichen Gegenelektrode möglich ist.
Die Einregulierung des Luftabstandes erfordert aber einen verhältnismässig grossen Zeitauf wand sowie erhebliche Einstelleinrichtungen und führt erst dann zu befriedigenden Ergeb nissen, wenn das Bedienungspersonal die Einrichtungen gewissenhaft handhabt.
Die gleichen Schwierigkeiten treten bei der Massenfabrikation von magnetischen Mikrophonen oder Telephonen auf, bei denen der Luftspalt zwischen der Membran und der auf sie einwirkenden Pole eines oder mehrerer Magnete genau innegehalten wer den muss. Auch hier wird durch geringe Dickenabweichungen der übereinanderge- schichteten Teile, wie Magnete, Polplatten und Zwischenlagen, die Einhaltung der Ab standsgenauigkeit der Pole zur Membran in gleichem Masse erschwert und erfordert daher ebenfalls für die Einregulierung des Luft spaltes einen zu grossen Aufwand von Zeit und Kosten.
Die Erfindung erstrebt, diesen Missstand zu beseitigen, und erreicht dies dadurch, da.ss der durch Reibungskräfte in seinem Lager teil zu haltende Körper vermittels eines an einem Druckstempel vorhandenen, vorsprin genden Mittelteils in den genannten Lager teil hineingedrückt wird, wobei die Ein drückbewegung des Druckstempels durch einen zur Lagerung des andern Körpers die nenden Teil des Apparates (z. B.
Kapselrand oder Magnet) begrenzt und dadurch die Stel lung des eindrückbaren Körpers zum andern festgelegt wird. Dieses Verfahren ist sehr einfach und ergibt stets gleiche Luftspalte, wobei alle <B>A</B> b weiehuno#en L, in der Län-,
enbemessung C des durch Reibung gehaltenen Körpers sowie in der Höhe der für die Membran dienenden Auflage oder in der Dieke der am Boden der Kapsel befindliehen Teile ausgeglichen wer den. Bestimmend für die Eindrücktiefe des durch Reibung gehaltenen Körpers ist hier bei stets nur die Auflagefläehe für den an dern Körper, z. B. für die Membran, so dass der gleiche Abstand immer gewahrt wird.
An zwei auf der Zeichnung dargestellten Gegenständen ist das Verfahren beispiels weise näher beschrieben.
In der Fig. 1 der Zeichnung ist das Werk zeug nach beendetem Eindrückvorgang an einer hierfür benutzten Vorrichtung für das Eindrücken der beweglichen Elektrode in ihre Fassung in vergrössertem Massstab darge stellt, bei Anwendung des Verfahrens für Kohlemikrophone.
Fig. 9 veranschaulicht in gleicher Dar stellung ebenfalls vergrössert die aus der Vor richtung herausgenommene Mikrophonkapsel mit der aufgelegten Membran .
Fig. 3 und 4 stellen das Werkzeug in. seiner Anwendung bei einem magnetischen Mikrophon dar, dessen lose Teile erst nach dem Eindrückv organg in eine Kapsel einge setzt werden.
In der Fig. 1 der Zeichnung stellt S den Druckstempel in Seitenansicht dar. H bildet die Haltevorrichtung zur Aufnahme und Lagerung der Mikrophonkapsel K während des Eindrückvorganges der Elektrode E in ihre Fassung F durch den Stempel S. Letz terer ist mit einem zentral angeordneten An satz A versehen, dessen Länge gleich der Summe aus der Länge der beweglichen Elek trode I3 an der Membran M und der Breite des gewünschten Luftspaltes zwischen der beweglichen und der festen Elektrode ist. Der Druckstempel kann von Hand bedient oder selbsttätig in die eine oder andere Stel lung gebracht werden.
Zum Zwecke des Ein- drückens der Elektrode E in ihre schalen förmige Fassung F wird der bisher abge- hoben,- Stempel S in der Pfeilrichtung auf die Kapsel K zu bewegt. Bei diesem Vor gang gelangt zunächst der Ansatz A des Stempels in Berührung mit dem Elektroden- körper E und presst ihn in seine Fassung F hinein. Die Anpressbewegung des Stempels ist beendet, wenn seine untere Fläche den Kapselrand G berührt, der als Auflage für die Membran M dient.
Der Elektrodenkörper nimmt jetzt eine Lage .in ,seiner Fassung F ein, die den gewünschten Abstand zu der festen Elektrode B des Mikrophons zwangs weise ergibt, da die Begrenzungsfläche für die Bewegung des Stempels S, wie die Fig. 2 veranschaulicht, die Auflage G der die be wegliche Elektrode B tragenden Membran M bildet, so dass lediglieh an dieser Elektrode B etwa auftretende Toleranzen auf die Luft spaltbemessung einwirken können, während Fertigungsungenauigkeiten an der Kapsel bezw. an der festen Elektrode oder an an dern Teilen des Mikrophons hierauf keinen Einfluss mehr haben.
In den Fig. 3 und 4 ist die Anwendung des Verfahrens an Teilen eines magnetischen Mikrophons in einer Vorrichtung dargestellt. Die darin lose eingelegten Teile des Mikro phons bestehen hier aus einem ringförmigen Magnet C mit seiner anliegenden Polplatte D und dem daran zu befestigenden Polstück P, Der Druckstempel S wirkt hier mit seinem Ansatz A auf das Polstück Pein und drückt dieses in die Polplatte ein. Die Höhe des Stem pelansatzes A entspricht der Bemessung des zu erzielenden Luftspaltes L an der einen Seite der Membran M des Magnetsystems der Fig. 5.
Dickenungenauigkeiten der Polstü2ke sowie der Polplatten und der anliegenden Magnete werden hier ebenfalls wie bei der Anwendung des Verfahrens für Kohlemikro phone durch die sich hieraus ergebende Lage der Auflagefläche G für die Membran M aus- o;eglichen, da diese Fläche die Eindrückbe- wegung des Stempels S begrenzt und damit auch die Eindrücktiefe des Polstückes P in der Polplatte D bestimmt.
Das dargestellte Doppelmagnetsystem der Fig. 5 besteht aus fünf übereinanderge- schichteten losen Teilen, deren Anzahl aber auch bei Anwendung von Zwischenlagen eine grössere sein kann. Eine feste Verbin dung erhalten diese Teile hier erst durch den Einbau in ihre Kapsel, während die Lager und Befestigungsteile für den durch Reibung zu haltenden Körper gemäss dem Ausfüh rungsbeispiel der Fig. 2 bereits beim Ein- drückvorgang in fester Verbindung mit der Kapsel stehen.
Das Verfahren stellt somit eine äusserst einfache und wirtschaftliche Lösung dar für alle derartigen, in grossen Stückzahlen zu fertigenden elektroakusti schen Apparate mit einem genau innezuhal- tenden Luftspalt.