Sehloss mit Klinke. Die Erfindung bezieht sich auf ein Schloss mit Klinke, die durch eine drehbar gelagerte Nockenscheibe mit einer Ausnehmung für den Schliesseingriff mit einem Bolzen ge bildet ist, wobei die einander gegenüber liegenden Begrenzungsteile der Ausnehmung einerseits als Verschlussbacken und anderseits als Schliessorgan dienen, welches Schliess organ bei der Schliessbewegung auf den Bol zen auftrifft und die Nockenscheibe dreht,
um den Bolzen in die Ausnehmung einzu führen und den Verschlussbacken in eine Zurückhaltelage hinter den Bolzen zu brin gen, in welcher Zurückhaltelage die Nocken scheibe durch ein von Hand lösbares Sperr glied gesperrt werden kann.
Gemäss der vorliegenden Erfindung sind durch Schlüssel betätigbare Verschlussmittel für das Sichern der Nockenscheibe in der Bolzenzurückhaltelage vorgesehen, um Sicher heit gegen 'Öffnen der Klinke durch unbe- rechtiLyte Personen zu haben. Das von Hand lösbare Sperrglied kann einen Teil der durch Schlüssel betätigbaren Verschlussmittel sein, oder die Verschluss mittel können ganz unabhängig vom Sperr glied sein.
Auf der beiliegenden Zeichnung sind mehrere Ausführungsbeispiele des Erfin dungsgegenstandes dargestellt.
Fig. 1 ist ein waagrechter Schnitt eines Schlosses mit Klinke.
Fig. 2 ist ein Aufriss eines Teils des Schlosses nach der Fig. 1.
Fig. 3 ist ein der Fig. 1 entsprechender Schnitt einer abgeänderten Ausführungs form.
Fig. 4 ist ein Aufriss eines Teils des Schlosses nach der Fig. 3.
Fig. 5 ist eine der Fig. 4 entsprechende Ansicht einer abgeänderten Ausführungs form des betreffenden Teils.
Fig. 6 ist ein waagrechter Schnitt eines Schlosses mit Klinke für die Schublade eines Kastens oder dergleichen. Fig. 7 und 8 sind Schnitte nach der Linie VII-VII der Fig. 6 und zeigen die Teile in zwei verschiedenen Stellungen, und Fig. 9 ist ein der Fig. 6 entsprechender Schnitt eines Teils einer abgeänderten Aus führungsform.
In den Fig. 1 und 2 besitzt ein Türflügel 10 eine Aussparung für ein Gehäuse 12, in welchem auf einer senkrechten Achse 14 eine Nockenscheibe 16 drehbar angeordnet ist, die durch einen Schlitz in der Stirnwand 18 des Gehäuses vorsteht. Der vorstehende Teil der Nockenscheibe besitzt eine Aussparung 20, welche in einen Bolzen 22 einer Einfall platte 24 eingreift, die ihrerseits am Tür pfosten 26 befestigt ist. Der Teil der Nocken scheibe innerhalb des Gehäuses weist eine Schulter 28 auf, die mit einem Sperrglied 30 zusammenwirkt. Dieses Sperrglied besteht aus einem Stück mit einer Nabe 32, deren abgesetztes Ende 34 in einer Lagerbohrung im Gehäuse 12 rotiert.
Die Nabe weist in der Mitte einen Schlitz 36 von rechteckiger Quer- schnittsform auf, in welchen eine Betäti gungsschiene 38 passt, die am Zylinder 40 eines Stiftzuhaltungsschlösses 42 befestigt ist, das seinerseits an dem Türflügel ange bracht ist.
Das Sperrglied 30 wird normalerweise durch eine Feder 44 in seiner untersten Lage gehalten, in welcher es zwischen die Schulter 28 und die benachbarte Seite des Gehäuses 12 eingreift. Wenn der richtige Schlüssel in das Schloss 42 eingesetzt und der Zylinder 40 gedreht wird, wird das Sperrglied 30 ent gegen der Wirkung der Feder 44 in die in Fig. 2 in strichpunktierten Linien angedeu tete Lage angehoben. Der Türflügel kann nun in der in Fig. 1 angedeuteten Pfeilrich tung geöffnet werden, indem sich die Nockenscheibe 16 frei drehen kann.
Wenn die Türe geschlossen wird, trifft die mit 46 angegebene Begrenzungsfläche der Ausneh- mung 20 auf den Bolzen 22, was bewirkt, dass die Nockenscheibe 16 in die in vollen Linien angegebene Lage zurückdreht, in welcher die der Fläche 46 gegenüberlie gende Begrenzungsfläche 48 der Ausneh- mung 20 sich in Wirkungslage hinter dem Bolzen 22 befindet. Das Sperrglied 30 kann nun seine ursprüngliche in Fig. 2 in vollen Linien gezeigte Lage wieder einneh men und die Türe ist dann wieder geschlos sen.
Vorteilhaft sind die Schulter 28 und die mit ihr zusammenwirkende Oberfläche des Sperrgliedes 30 gegenüber der Senkrechten leicht geneigt, so dass das Sperrglied eine Keilwirkung auf die Nockenscheibe ausübt, um die Fläche 48 gegen den Bolzen 22 zu drücken, so dass ein Knarren der Türe ver hindert ist.
In den Fig. 3 und 4 ist das Sperrglied 31 so angeordnet, dass es in waagrechter Rich tung in Eingriff mit der Schulter 28 der Nockenscheibe 16 geschoben werden kann, wobei die Schulter 28 in einem spitzen Win kel zur benachbarten Seitenwand des Sperr gliedes so verläuft, dass auf letzteres eine Keilwirkung zu dem bereits in bezug auf Fig. 1 beschriebenen Zweck ausgeübt wird. Eine Schraubendruckfeder 50 ist zwischen das rechte Ende des Sperrgliedes 31 und die hintere Stirnwand des Gehäuses 12 einge setzt, um das Sperrglied in Sperrlage zu drücken.
Es ist zu beachten, dass in diesem Fall das Gehäuse auf der einen Seite des Türflügels angebracht, statt in einer Ver tiefung desselben angeordnet, oder darin ver zapft ist, wie es in Fig. 1 angegeben ist.
Das rechte Ende des Sperrgliedes 31 ist mit zwei seitlichen Vorsprüngen 52, 54 ver sehen. Der Zylinder 40 des Stiftzuhaltungs- schlosses 42 ist mit einer Verlängerung 56 versehen, welche einen kurzen Hebelarm 58 trägt, der mit der linken Seite des Vor sprunges 52 zusammenwirkt. Durch ent, sprechendes Drehen des Zylinders 40 mittels des in ihn eingesetzten Schlüssels wird der Arm 58 entgegen dem Uhrzeigersinn in Fig. 4 gedreht und das Sperrglied 31 nach rechts (in die in Fig. 4 gestrichelt ange deutete Lage) bewegt, wodurch es ausser Ein griff mit der Schulter 28 kommt.
Die Nockenscheibe 16 kann dann frei auf ihrer Achse 14 in Richtung des Pfeils in Fig. 3 schwingen und darnach steht die Begren zungsfläche 46 der Ausnehmung 20 der Nockenscheibe vor, wie vorstehend beschrie ben, so dass sie beim Schliessen der Türe auf den Bolzen 22 trifft, wodurch die Nocken seheibe 16 in die gezeigte Lage zurückge schwungen wird.
Inzwischen hat sich beim Loslassen des Schlüssels das linke Ende des Sperrgliedes 31 auf der gebogenen Fläche 60 der Nockenscheibe abgestützt, und wenn die Nockenscheibe in ihrer Eingriffslage zurück kehrt, fährt das vordere Ende des Sperrglie des über die Fläche 60 hinweg und greift wieder hinter die Schulter 28.
Die Fig. 3 und 4 zeigen auch einen Knopf oder Handgriff 62 mit einer Spindel 64, an welcher ein kurzer Arm 66 befestigt ist, der mit der linken Seite des Vorsprunges 64 zu sammenwirkt. Die Türe kann an der dem Schloss 42 bezw. der Schlüsseleinsetzseite entgegengesetzten Seite mittels des Hand griffes 62 unabhängig vom Sehloss 42 geöff net werden, indem das durch entsprechendes Drehen des Knopfes 62 bewirkte Schwingen des Armes 66 das Sperrglied nach rechts ausser Eingriff mit der Schulter 28 bewegt.
Nach Fig. 5 ist das Sperrglied 31 mit einem aufstehenden Vorsprung 68 versehen, welcher ermöglicht, dass das Sperrglied so gehalten wird, dass es durch den Knopf nicht betätigt werden kann. Wie ersichtlich ist, wird der Arm 58, wenn der in den Zylinder 40 eingebrachte Schlüssel in der zur norma len Richtung für das Öffnen des Schlosses entgegengesetzten Richtung gedreht wird, in eine Lage gehoben, in der er auf die rechte Seite des Vorsprunges 68 einwirkt. Somit kann der am Knopf 62 angebrachte Arm 66 das Sperrglied nicht aus der Nockenscheibe herausziehen.
Gewünschtenfalls können zwei Arme 66 vorhanden sein, wobei sich der zweite auf wärts erstreckt und mit zwei Vorsprüngen wie 54. zusammenwirkt, so dass das Sperrglied durch Drehen des Knopfes in irgendeiner Richtung betätigt werden kann.
Das in den Fig. 6-8 dargestellte Schloss ist für die Schublade eines Kastens geeignet. Das Gehäuse 12 ist auf der Innenseite des Kastens, z. B. auf der rechten Seite, befestigt und der Bolzen 22 ist an der Schublade auf deren rechter Seite - vertikal ange bracht. Die Nockenscheibe 16 ist im wesent lichen wie diejenige, welche in bezug auf die früheren Figuren beschrieben wurde. Die Schulter 28 wirkt mit dem Ende 70 eines Stiftzuhaltungszylinders 72 zusammen, der mittels eines in denselben durch ein Loch in der Seitenwand des Kastens eingesetzten Schlüssels gedreht werden kann. Der Teil 70 ist halbzylinderförmig, wie in Fig. 7 und 8 gezeigt ist.
Normalerweise ist er im Eingriff mit der Schulter 28 und verhindert die Be wegung der Nockenscheibe, wie in Fig. 7 ge zeigt ist. Wenn der Zylinder mittels des Schlüssels um 180 gedreht wird, befindet sich der Teil 70 nicht mehr in Eingriff mit der Schulter 28, wie in Fig. 8 angegeben ist, mit dem Ergebnis, dass sich die Nocken scheibe 16 frei drehen kann.
Wenn die Schublade in Offenlage geschoben wird (in Fig. 6) abwärts, wird der Bolzen 22 die Nockenscheibe 16 in der früher beschriebenen Weise drehen, und wenn die Schublade ge schlossen wird, kehrt die Nockenscheibe in ihre ursprüngliche eingeklinkte Lage zurück.
Das in Fig. 9 gezeigte Schloss unterschei det sich von demjenigen, welches in Fig. 6-8 gezeigt ist, nur dadurch, dass der Zylinder 72 mit seiner Achse vertikal (statt horizontal) angeordnet ist, wobei der Schlüssel durch ein Loch in der Oberseite des Kastens eingesetzt wird.