Vorrichtung zum Behandeln magnetisierbarer Gegenstände.
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf Gine Vorrichtung zum Behandeln magnetisierbarer Gegenstände, z. B. Blechta. feln aus Eisen oder Stahl, und kann vorzugsweise Anwendung finden zum elektrolytischen Über- ziehen oder zum Abbeizen auf elektrolyti schein oder nicht elektrolytischem Wege soleher Gegenstände.
Die Vorrichtung weist eine endlose Schie nenbahn für eine Mehrzahl von wie Glieder einer endlosen Kette aneinander angelenkten Laufwagen auf, ferner eine an einer Stelle der Schienenbahn angeordnete, Mittel zum Beladen der einzelnen Laufwagen mit je einem der zu behandelnden Gegenstände aufweisende Ladestation sowie eine an einer andern Stelle der Schienenbahn vorgesehene, mit Mitteln zum Abladen der behandelten Gegenstände versehene Abladestation.
Es sind im weiteren Mittel zur Behandlung der Gegenstände in eincm Abschnitt zwischen Lade- und Abladestation sowie Mittel zum Festhalten auf magnetischem Wege eines jeden der erwähnten Gegenstände auf dem ihn tragenden Laufwagen während seines Durchlaufens durch den in Rede stehenden Behandlungsabschnitt vorgesehen.
In der beiliegenden Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform. einer Vorrichtung gemäss der Erfindung, verwendbar zum elektrolytischen Niederschlagen von Zinn auf Stahlbleehtafeln, dargestellt, und twar zeigt;
Fig. 1 eine Gesamtansicht der Vorrichtung im Aufriss,
Fig. 2 eine gleichartige Ansicht in grösserem Massstab eines Teils der Schienenbahn und der Laufwagen sowie einen Schnitt durch das Behandlungsbad,
Fig. 3 einen Querschnitt nach der Linie 3-3 in Fig. 2,
Fig. 4 in grösserem Massstab einen Querschnitt nach der Linie 44 in Fig. 1 bei weggelassenem Behandlungsbad,
Fig. 5 einen Aufriss eines Teils der Schie nenbahn und der Laufwagen mit einem Laufwagen im Querschnitt,
Fig. 6 einen Schnitt nach der Linie 6-6 in Fig. 5 und
Fig.
7 eine Draufsicht auf einen Laufwagen.
Unter Bezugnahme auf Fig. 1 weist die Vorrichtung eine endlose Schienenbahn 10 auf welche in einer Vertikalebene liegt und um welche herum in Richtung des Pfeils 11 eine Mehrzahl von Laufwagen 12 getrieben werden, welche aneinander angelenkt sind, um eine endlose Gliederkette zu bilden. Wenn die Laufwagen am untern Trumm der Laufbahn 10 durchlaufen, taucht deren äussere Fläche in ein Bad 13, welches einen Elektrolyten enthält und in welchem in der Fig. 1 nicht dargestellte Anoden für den Galvanisierungsstrom liegen.
Im Betriebe der Vorrichtung sind selbsttätig eine zu überziehende Blechtafel auf die äussere Oberfläche jedes Laufwagens gelegt, wenn der letztere an einer
Ladestation 14 vorbeiläuft, und diese Tafel wird magnetisch auf ihrem Laufwagen in später beschriebener Weise festgehalten, bis die Blechtafel ihren elektrolytisch niedergeschlagenen Überzug beim Durchlaufen durch das Bad 13 erhalten und eine Entladestation
15 am obern Trumm der Schienenbahn 10 erreicht hat, wo die-überzogenen Blechtafeln von den Laufwagen entfernt werden.
Jeder Laufwagen besitzt im wesentlichen die Form eines rechteckigen Kastens, dessen untere vier Ecken Träger 16 aufweisen für Räder 17, welche in entsprechend geformten Kanälen 18 laufen, die in lotrechten parallelen Seitengliedern 19 und 20 der endlosen Schienenbahn 10 gebildet sind.
Jeder Laufwagen 12 ist an seiner äussern Oberfläche mit einer rechteckigen Auflageplatte versehen, welche in dem besonders dargestellten Ausführungsbeispiel zweiteilig ausgeführt ist (siehe insbesondere Fig. 5 und 6).
Die ein- oder zweiteilige Auflageplatte 21 ist in jedem Falle von einem Streifen aus Gummi 22 umrahmt, welcher sich über die vier äussern Ränder der Platte erstreckt, und beim dargestellten Beispiel ist die Auflageplatte 21 durch einen weiteren Gummistreifen 22A in zwei rechteckige Hälften geteilt. Die Gummistreifen 22 und 22A bestehen aus einem Stück unter sich und mit weiteren Gummiüberzügen 22B und 22C, welche sich über die Seiten bezw. den Boden des kastenartigen Laufwagens 12 erstrecken. Ein Zweck des Gummis ist, einen flüssigkeitsdichten Abschluss längs der Kanten der Auflagefläche zu bilden und den Elektrolyten zu verhindern, ins Innere des Laufwagens zu gelangen oder das Material, aus welchem derselbe hergestellt ist, chemisch anzugreifen. Zu diesem Zweck ist der Gummi vorzugsweise mit der Auflagefläche bündig.
In jedem Laufwagen sind acht Elektromagnete befestigt, deren Pole 23A, 23B, 23C, 23D, 23E, 23F, 23G, 23H mit der innern Oberfläche der Auflageplatte 21 in Kontakt stehen, so dass, wenn die Elektro magnetwicklun$en 24A, 24B, 24C, 24D, 24E, 24F, 24S, 24H stromdurchflossen sind, eine rechteckige Metalltafel, welche auf die Auf lageplatte 21 gelegt wird, in festem : Kontakt mit derselben gehalten ist, wobei die vier Ränder der Tafel auf dem Gummi 22 aufliegen, der im wesentlichen mit der Auflageplatte bündig ist, so dass er mit der Auflageplatte einen im wesentlichen flüssigkeitsdichten Abschluss ergibt und die elektrolytische Flüssigkeit gehindert wird, an die Rückseite der Tafel zu gelangen, wenn sie durch den Elektrolyten hindurchgeführt wird.
Die äussern Pole 23 der acht Elektromagnete liegen in zwei Linien, von denen jede senkrecht zur Vertikalebene der Schie nenbahn 10 steht. Die innern Pole der l\ ! Ma- gnete in jeder Linie sind über die Gehäuse der Magnete miteinander gekuppelt, um die im Innern der Laufwagen befindlichen Teile der magnetischen Kreise zu vervollständigen.
Der Stromein- und -ausgang von den Wicklungen 24 der Elektromagnete erfolgt mittels eines Paares von Klemmen 25 und 26, welche im Boden des Laufwagengehäuses befestigt sind und mit Stromabnehmern 27 bezw. 28 in Verbindung stehen. Die Stromabnehmer 27 und 28 werden federnd gegen Stromführungsschienen 29 und 30 angepresst, über welche der Laufwagen 12 hinwegläuft. Die Schienen 29 und 30 werden nachstehend als Magnetstromführungsschienen bezeichnet, da sie den Strom den Wicklungen der Elektromagnete zuführen.
Wenn ein Laufwagen 12, welcher sich längs des obern Trumms der Schienenbahn 10 bewegt, an n der Ladestation 14 (Fig. 1) ankommt, wird eine mit einem Überzug zu versehende Blechplatte auf dessen Oberfläche aufgelegt. Dies erfolgt durch einen angetriebenen, selbsttätig arbeitenden niIchanismus, z. B. einer Mehrzahl von Sang- näpfen 31, die an einem Rahmen 32 befestigt sind, welcher über Gleitführungen zwischen der Gelenkkette und einem Stapel von Blechtafeln, die zu iiberziehen sind, hin und her läuft.
Sobald eine Blechtafel auf den Laufwagen aufgeladen worden ist, gelangen die Stromabnehmer 27 und 28, die im Boden des Laufwagens angeordnet sind, mit den Ma gnetstromführungsschienen 29 bezw. 30 in Kontakt, so dass die acht Elektromagnete erregt werden und die zu überziehende Blechtafel sicher auf dem Laufwagen festgehalten wird, während derselbe durch die als Be handlungsabschuitt zu bezeichnende Zone, d. h. in vorliegendem Falle die elektrolytische Zelle, durchläuft und aus derselben auftaucht, um zur Entladestation zu gelangen.
Gerade bevor der entsprechende Laufwagen in der Entladestation 15 anlangt, verlassen die Stromabnehmer 27 und 28 die Magnet stromführungsschienen 29 und 30 und die überzogene Platte wird durch den Entlade mechanismus 31, der in seiner Arbeitsweise gleichartig dem Belademechanismus ist, ent fernt.
Im Boden jedes Laufwagenkastens ist eine Klemme 34 angebracht, welche mit einem Stromabnehmer 35 verbunden ist, der auf einer dritten Stromschiene 36 gleitet, welche den Strom der Auflageplatte zuführt.
Die Klemme 34 ist mit der Auflageplatte 21 verbunden und dadurch mit jeder Blechtafel, die sich auf derselben befindet, so dass, sobald ein Laufwagen in das Bad eintritt, die Tafel als Kathode in der elektrolytischen Zelle dient und vom Plattierungsstrom durchflossen wird, bis der Laufwagen und die Blechtafel aus dem Bad heraustreten oder bis zum Ablauf einer andern vorausbestimmten Zeit, die für das besondere Verfahren notwendig ist. Die Stromschiene 36 erstreckt sich über denselben Teil der Schienenbahn wie die Schienen 29 und 30.
Wie in den Fig. 2 und 3 dargestellt, sind im Plattiernngsbad 13 eine Mehrzahl U-förmiger Anoden 37 angeordnet, über welche hinweg die Laufwagen 12 lau- fen, so dass die zu überziehende Blechtafel, die an der äussern Oberfläche der Laufwagen angeordnet ist, wenn sie sich im Bad befindet, quer zur Oberfläche der Anoden 37 wandert. Die Laufwagen sind vom Bad in an sich bekannter Weise isoliert, z. B, durch eine Schicht 22D aus Isolationsmaterial, wie in Fig. 3 dargestellt.
Der Mechanismus zum Antrieb der Lauf wagen längs der Laufschienen ist ; in den Fig. 1 und 4 dargestellt. Die allgemeine Anordnung des Antriebsmechanismus in bezug auf die gesamte Laufschiene ist bei 38 in Fig. 1 gezeichnet. Der Antriebsmechanismus, welcher in Fig. 4 in grösserem Massstab dargestellt ist, weist einen Elektromotor 5;9 auf, welcher über Zahnräder 40 und 41 und Ket- tenräder 42 und 43 (Fig. 1) eine Kette 44 antreibt, welche eine Mehrzahl von Fingern 45 trägt, welche mit Stangen 46 in Eingriff stehen, die koaxial zur Achse der Räder jedes Laufwagens sind. Ein gleicher Mechanismus ist für die Räder auf der andern Seite der Laufwagen vorgesehen.
Wie in Fig. 3 dargestellt, ist ein Rebe- mechanismus 47 und 48 vorgesehen zum Heben und Senken der ganzen Laufbahn 10 und der von derselben getragenen Laufwagen zum Zwecke der Einstellung der Auflageplatten in ihrem Abstand von den Anoden im Bad oder zum vollständigen je Herausheben der Laufwagen aus dem Bad.
Der Antrieb für die Laufwagen ist vorzugsweise mit dem Belade- und dem Entlademechanismus synchronisiert in der Weise, dass die Blechtafeln jedem entsprechenden Laufwagen so zugeführt werden, dass jede Tafel genau auf einer Auflageplatte angeordnet ist, derart, dass alle vier Ränder der rechteckigen Tafel auf dem Gummi 22, welcher die Auflageplatte 21 umgibt, aufliegen. Nach der Darstellung ist nur eine Tafel auf jedem Laufwagen angeordnet.
Wenn gewünscht, kann aber auch jeder Laufwagen mit mehr als einer Auflageplatte versehen werden, auf deren jeder eine zu überziehende Tafel angebracht ist.
In Fig. 7 sind Schienen 49 dargestellt, welche in elektrischem Kontakt mit der Plat tenstromklemme 34 stehen und welche be- stimmt sind, den Plattierungsstrom so gleichmässig als möglich über die Auflagefläche 21 zu verteilen.
Es ist zu beachten, dass die äussere Oberfläche jedes Laufwagens möglichst eben bezw. frei von Vorsprüngen ist und die Auflageplatte mit dem Material, das sie umgibt, möglichst bündig liegt. Diese Aus- bildung gestattet, die Ta.feln in genügende Anhaftung mit ihrer Auflageplatte zu bringen mit Hilfe einer federbelasteten Walze 50 (Fig. 2 und 3), unter welcher die Tafeln, unmittelbar r nach dem Aufbringen auf den Laufwagen, durchlaufen. Bei der beschriebenen bevorzugten Ausführungsform der Vorrichtung wurde angegeben, dass jede Auf lagerplatte aus magnetisierbarem und elektrisch leitendem Material besteht, währenddem von dem jede Auflageplatte umgebenden Material angegeben wurde, dass es aus Gummi bestehe.
Wenn gewünscht, können aber auch andere Materialien verwendet werden.
Wenn die Vorrichtung für ein elektrolytisches Verfahren zu verwenden ist, muss jede Auflageplatte elektrisch leitend sein, aber nicht notwendigerweise magnetisierbar, da das magnetische Festhalten einer zu plattierenden Tafel auf der Auflageplatte durch ein nicht magnetisierbares Material hindurch erzielbar ist. Beispielsweise können die Auflageplatten aus Kupfer bestehen, das schwer magnetisierbar ist, dagegen elektrisch leitend, welch letztere Eigenschaft sie besitzen müssen, um den Plattierungsstrom auf die zu behandelnden Tafeln zu übertragen. Wenn dagegen die Vorrichtung für ein Verfahren zu verwenden ist, das keinen Stromdurchgang durch die zu behandelnden Tafeln erfordert, so brauchen die Auflageplatten weder elektrisch leitend noch magnetisierbar zu sein.
Was für die Erfindung jedoch wesentlich ist, ist eine Form magnetischer Mittel zum Haltern der zu behandelnden Tafeln auf den Laufwagen, während dieselben den Behandlungsabs ohnitt durchlaufen.
Ebenso braucht das Material, das jede Auflageplatte umgibt, nicht aus Gummi zu bestehen, muss aber bestimmte Eigenschaften besitzen, die für die richtige Funktion nach der Erfindung erforderlich sind. Diese Eigensehaften sind die chemische Widerstandsfähigkeit gegen das besondere Mittel, das zur Behandlung verwendet wird, und die Fähigkeit einer Abdichtung, um das zur Behandlung verwendete Mittel nicht auf die Rückseite der behandelten Tafeln gelangen zu lassen. Ausserdem, wenn die Vorrichtung zur Durchführung einer elektrolytischen Behandlung der Tafeln zu verwenden ist, muss der Gummi oder ein anderes Umgebungsmaterial elektrisch nicht leitend sein.
Es ist klar, dass andere Gegenstände als Blechtafeln auf die Laufwagen aufgebracht werden können, vorausgesetzt, dass diese Gegenstände magnetisierbar sind. Ausserdem brauchen die Laufwagen nicht mit Rädern versehen zu sein, wenn sie nur als Träger für die zu -behandelnden Gegenstände dienen und aneinandergelenkt sind, um eine bewegliche Gliederkette zu bilden.