CH249965A - Verfahren zur Herstellung von Kunstkohlenkörpern. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Kunstkohlenkörpern.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Kunstkohlenkörpern. Körper aus Kunstkohle stellt man für ver schiedene industrielle Zwecke her, z. B. als Elektroden- für Lichtbogenöfen, als Anoden für die elektrolytische Aluminiumerzeugung, als Formkohlen für Sohlen elektrometallurgi scher Ofen und dergleichen. Die- Herstellung dieser Körper besteht im wesentlichen darin, dass man einen hauptsächlich aus Kohlen stoff bestehenden Rohstoff (z.
B. zerkleiner ten Koks) mit einem Bindemittel (z. B. Steinkohlenteer) vermischt und gegebenen falls nach Pressung bei hoher Temperatur backt. Die Rohstoffe werden gut durchge mischt und dabei meistens auch geknetet. 3e nach der Zusammensetzung ist die Mischung bei Zimmertemperatur krümelig oder zäh flüssig.
Im allgemeinen wird sie im warmen Zustande etwa zwischen 60 und 200 durch Pressen, Stampfen oder Giessen in die ge wünschte Gestalt gebracht. Hierauf erfolgt das Brennen, das mehrere Stunden oder Tage beansprucht und bei welchem Temperaturen bis beispielsweise 1200 erreicht werden. Während dieser Behandlung verkokt das Bindemittel und der amorphe Kohlenstoff kann sich, wenn genügend hohe Temperatu ren angewandt werden, nach und nach in Grafit verwandeln, wobei sich der Aschen gehalt vermindert.
Wenn die Formgebung durch Giessen, erfolgt, kann es: zweckmässig sein, die Mischung vor dem Brennen mecha nischen Schwingungen einer Frequenz von mehreren tausend/min. nach dem Schweizei Patent Nr. 221732 zu unterwerfen. Nach einem bekannten Verfahren werden die Formstücke durch Pressen erzeugt, aua der Form herausgenommen und in noch hei ssem Zustande m einen Brennofen gebracht.
Bei diesem Verfahren ist es zweckmässig, die warmen Formkörper vor dem Einbringen in den Brennofen oberflächig zu verkoken, indem man sie auf glühende Eisenplatten legt, wo bei ssie in Papier eingeschlagen werden, um eine unmittelbare Berührung mit dem glü henden Metall zu verhindern.
Nach einem andern Verfahren schüttet man zerkleinerte, noch baekfähig.e, d. h. noch gar nicht oder nur unvollkommen verkokte Mineralkohle in einen Behälter, in welchem sie bis zur vollständigen Verkokung erhitzt wird.
Nach einem weiteren Verfahren werden die Kohlenkörper in einer Form unter Druck und bei dunkler Rotglut gebildet, worauf man sie aus der Form auspackt und einer weiteren Erhitzung so lange unterwirft, bis praktisch sämtlicher Kohlenstoff in Grafit umgewandelt ist. Ein solches Verfahren eignet sich vor allem für die Herstellung von Kunstkohlen von verhältnismässig kleinen Ausmassen.
Vielfach verwendet man für das Brennen der geformten Kohlenkörper gasbeheizte Ringöfen. Man kann aber auch elektrische Widerstandsöfen benützen, die wie die gas beheizten ein Füllpulver enthalten, in welches die fertig geformten Kunstkolhlenkörper ein gebettet werden; im Füllpulver können metal- lische Leiter angeordnet sein, die als Heiz- leiter dienen.
Die vorliegende Erfindung bezieht - sich nun auf ein Verfahren zur Herstellung von Kunstkohlenkörpern, das gegenüber den be kannten Verfahren wesentliche Vereinfachun gen aufweist und daher wirtschaftlicher ist. Erfindungsgemäss wird die hauptsächlich aus Kohlenstoff, z. B. zerkleinertem Koks, und einem Bindemittel, z. B.
Steinkohlenteer, be stehende Kunstkohlenmischung, zweckmässig im warmen und breiigen Zustand, in den Brennofen so eingebracht, dass sie dort die gewünschte Form der herzustellenden Kunst- kohlenkörper erhält;
hierauf werden die von Füllpulver umgebenen Kunstkohlenkörper ohne Lageveränderung fertig gebrannt, gege benenfalls bis zur praktisch völligen Grafi- tierung. In elektrischen Widerstandsbrenn- öfen, in, welchen die Wärme im Innern der Kohlenmasse oder des Füllpulvers oder in beiden erzeugt wird, richtet man es am zweckmässigsten so,ein,
dass die entstehenden gunstkohlenkörper eine Reihe ohne Zwi schenräume bilden.
Wenn die noch ungebrannten Kunst kohlenkörper im Ofen eine genügende Höhe einnehmen, was z. B. bei grossen Elektroden der Fall ist, kann man beim elektrischen Brennen mit Wärmeerzeugung im Innern beobachten, dass die untern Lagen der Be schickung wesentlich wärmer sind als die obern, weil die obern. weniger zusammenge- presst sind und daher dem Stromdurchgang einen grösseren Widerstand entgegensetzen als die untern Lagen,
und weil die Wärmever luste oben grösser sind, wenn man nicht einen besonders gut gegen Wärmedurchgang iso- lierten Deckel aufsetzt. Infolgedessen tritt ein fortschreitendes Backen von unten nach oben ein, und es findet ein Setzen der Masse während des Backvorganges stakt, was sich in einer grösseren Dichte des, gebrannten Kör pers sehr günstig auswirkt. Bei geringer Höhe der Kunstkohlenkörper tritt diese Erschei nung nicht ein,
weil die Wärmeunterschiede in lotrechter Richtung zu klein sind. Bei gas beheizten Öfen wird die Wärme nicht im Innern, der Kunstkohlenmasse oder des Füll pulvers erzeugt, sondern von aussen zugeführt, so dass das günstige Setzen nicht vor sich gehen kann;
das Backen schreitet vielmehr allseitig von aussen nach innen fort, und es entstehen je nach den Umständen Innenlunker oder zu einem Bersten der Körper führende Innendrücke.
Nach einer besonders zweck mässigen Ausführungsart der Erfindung wird daher das Brennen in einem elektrischen Widerstandsofen durchgeführt und die Höhe der KunGtkohlenkörper im Ofen so gewählt., dass derartige Temperaturunterschiede zwi schen dem untei@i und dem obern Teil der Körper entstehen, dass das Backen von unten nach oben fortschreitet.
Man kann das Füllpulver so- zurichten, dass es die notwendigen Räume zur Aufnahme der Kunstkohlenmas se aufweist; in diesem Falle spielt es die Ralle des Sandes beim Giessen von Metallen in Sandformen.
Eine sehr praktische und vorteilhafte Ar- beitsweise besteht darin, dass man auf die Ofensohle, die mit einer Schicht von Füll pulver bedeckt ist, Blechformen ohne Boden, also nur mit Seitenwänden versehen, stellt und die entstehenden Zwischenräume zwi- hcsen den Blechformen und der Ofenwan dung mit Füllpulver beschickt.
Hierauf giesst man die Kunstkohlenmass e in die Blechfor men, zieht diese nach oben heraus und be deckt das Ganze noch mit einer Schicht Füll pulver. Die Blechformen stehen sofort zum Wiedergebrauch bereit.
Zur Verhinderung eines Zusammenbackens der Kunstkohlenkör- p,er an den Flächen, mit denen sie sich gegen- seitig berühren, sowie mit dem Füllpulver kann man, die Blechformen vor der Be schickung mit der Kunstkohlenmasse mit Pa pier bedecken. Beim Herausziehen der Blech formen bleibt das Papier zurück. und bildet eine Trennschicht, die beim nachherigen Brennen verkohlt,
ein Zusammenkleben der Kunstkohlenkörper verhindert und ausserdem an der Oberfläche derselben eine harte Schicht zurücklässt, welche bewirkt, dass sich das Füllpulver von -dien gebrannten Kohlenkör pern sehr leicht lösen lä.sst. Die Blechformen bestehen zweckmässigerweise aus Eisenblech, können selbstverständlich auch aus anderem Metall bestehen. Man kann sie nach dem Ein füllen der Kunstkohlenmasse im Ofen belas sen, wenn man keinen Wert auf ihre Rück gewinnung legt.
Eiserne Formen werden selbstverständlich bei den hohen Temperatu ren stark verändert; sie werden aufgekohlt und erhalten dadurch einen niedrigeren Schmelzpunkt. Je nach der erreichten Brenn temperatur schmelzen dann die Formen und kommen für ein zweites Brennen nicht mehr in Frage. Bleche aus Aluminium würden schon bei bedeutend niedrigerer Temperatur wegschmelzen.
Am zweckmässigsten ist es, die Kunst- kahlenmasse, die schon für das Mischen und Kneten z. B. .auf 140-200 erhitzt wird, unter möglichst geringem ZVärmeverlust zum Brennofen zu bringen und in die Farm zu giessen. Dadurch wird Wärmeenergie gespart und die Brenndauer verkürzt.
Unter Umständen kann es zweckmässig sein, die warme, gut durchgemischte Kunst kohlenmasse zunächst in Brikettformen zu giessen und die erstarrten Briketts gegebenen falls nach erneuter Aufheizung erfindungs gemäss in den Ofen einzubringen, etwa wie man !es bei Sö@derbergelektroden tut. Diese Briketts werden vor dem Backen im Ofen wieder breiig, und dann nimmt die Kunst kohlenmasse die Form der herzustellenden Körper an. In diesem Falle können z. B. an Stelle von Blechformen Formen aus dünnem Holz oder aus Pappe verwendet werden.
Man kann das Brennen z. B. in gasbe heizten Ringöfen durchführen. Besser eignen sich aber, wie bereits erwähnt, elektrische Widerstandsöfen; dabei wird der Widerstand durch die zu backende Kohle gebildet. Da die frischeingefüllte Kunstkohlenmasse den elektrischen Strom anfänglich nur schlecht leitet, kann zu Beginn desi Brennens die Wärme in besonderen Heizleitern erzeugt werden.
Hierbei benützt man zweckmässiger weise das Füllpulver ganz oder teilweise als Heizleiter. In diesem Falle spielt das Füll pulver eine dreifache Rolle; es@ hält die Kunst- kahlen in der gewünschten Form, es nimmt die austretenden flüchtigen Bestandteile der backenden Kohle auf oder lässt sie entweichen und leitet den elektrischen Strom. Es besteht für diesen Zweck vorteilhafterweise aus Koks. Als Füllpulver kommen sonst in Be tracht z. B. Mischungen von Koksgriess und Bauxitpulver, Grafit, Anthrazit, Tonerde.
Nach dem Brennen ist das Füllpulver mei stens zusammengebacken und muss gebrochen werden. Dae Loslösen von der Kunstkohle geht mit Leichtigkeit vor sich.
Die Kunstkohlenmasse kann vor oder nach dem Giessen in bekannter Weise Schwingungen hoher Frequenz unterworfen werden.
Das erfindungsgem@ss@e Verfahren emp fiehlt sich besonders bei der Herstellung von mehreren Elektroden gleichzeitig in einem und demselben Ofen. Man kann selbstver ständlich aber auch Kunstkohlenkörper ein zeln herstellen. Das Verfahren eignet sich ganz besonders für die Herstellung von gro ssen Elektroden, die beliebige Farmen haben können. Selbst Rillen oder Zapfenlöcher las sen sich z. B. durch Einlegen von Ilolzstük- ken, deren verkohlte Überreste nach dem Brennen entfernt werden können, herstellen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Kunst kohlenkörpern, dadurch gekennzeichnet, dass die hauptsächlich aus Kohlenstoff und einem Bindemittel bestehende Kunstkohlenmischung in den Brennofen so eingebracht wird, dass1 sie dort die gewünschte Form der herzustellen den Kunstkohlenkörper erhält, und dass die von Füllpulver umgebenen Kuns:tkohlenkör- per ohne Lageveränderung fertig gebrannt werden.UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Kunstko:hlen- mischung hauptsächlich zerkleinerten Koks enthält. 2. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass, das Bindemittel der Kunstkohlenmischung Steinkohlenteer ist. 3. Verfahren nach -Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Kunstkohlen mischung im warmen und breiigen Zustand in den Brennofen eingebracht wird. 4.Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 3; dadurch gekennzeichnet, dass die schon warme $uustko:hlenmasse von den Misch- und Knetmaschinen unter gerin gem Wärmeverlust in den Brennofen einge bracht wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man die Kunst- kohlenmisichung in Blechformen ohne Boden, die auf die mit einer Schicht von Füllpulver bedeckten Ofensohle gestellt sind, einbringt, wobei die freien Räume zwischen der Aussen wandung der Blechformen und der Ofenwan dung mit Füllpulver gefüllt sind,hierauf die Blechformen herauszieht und das Ganze noch mit einer Schicht Füllpulver bedeckt. 6. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Einbringen der Kunstkohlen- mischung die Blechformen mit Papier be deckt werden.7. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, d'ass: die Kunstkohlen masse zunächst in Brikettformen gegossen wird, dass die so erhaltenen Briketts in den Ofen eingebracht und dort vor dem Backen erneut breiig werden und dass die Kunst kohlenmasse dann die Form der herzustellen den Körper annimmt. B.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Brennen in einem elektrischen Widerstandsofen mit Wärmeerzeugung im Innern der Kunstkohlen- masse durchgeführt und die Höhe der Kunst köhlenkörper im Ofen so gewählt wird, dass derartige Temperaturunterschiede zwischen dem untern und dem obern Teil der Körper entstehen, dass das Backen von unten nach oben fortschreitet. 9.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Kunstkohleu- körper bis zur Grafitierung gebrannt werdeai. 10. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Füllpulver einen kohlenhaltigen Stoff enthält.
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