Apparat zum Selbsttränken von Kälbern sowie zum Tränkeeingeben bei Gro¯vieh.
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Apparat zum Selbsttränken von Kälbern sowie zum Tränkeeingeben bei Grossvieh, und bezweckt die Vermeidung von bis jetzt stets aufgekommenen Schwierigkeiten beim Trän- ken von Kälbern sowie beim Tränkeeingeben bei Grossvieh.
Bei dem Apparat gemäss der Erfindung ist es nicht mehr wie bisher nötig, das Tier festzuhalten und ihm mittels einer Flasche oder Ïhnlichem einzusch tten, was nicht nur längere Zeit beansprucht, sondern meist auch eine Tränkeverschwendung zur Folge hat, da sich das Tier bei diesem Verfahren stets zu bewegen sucht und dabei einen Teil der Tränke verschüttet.
Die beiliegende Zeichnung zeigt ein Aus führungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes. Fig. 1 zeigt den Seitenriss im Schnitt. und Fig. 2 stellt die Vorderansicht dar.
Fig. 3 zeigt die Zusatzvorrichtung zum Tränkeeinschütten bei Grossvieh.
In der Zeichnung bedeutet A ein Brett, das an der Stallwand befestigt werden oder einen Teil derselben bilden kann. B ist eine Aufhängevorrichtung für den Behälter C, D der mittels Dichtung E und Verschluss F luftdicht abschliessende Deckel, der mit einem R ckschlagventil G versehen ist ; der trich terförmig ausgeführte Boden des Behälters C verjüngt sich in die Ableitung H, welche mittels Absperrvorrichtung J geschlossen werden kann und mit einer Schlauchtülle K versehen ist, an der der flexible Verbindungsschlauch L aufgesteckt ist.
Das andere Schlauchende mit fest montierter Tülle M verbindet den Behälter C mit dem in einer Bohrung des Brettes A eingelassenen, han delsüblichen Sauger N, dessen Mundstück gegen das Stallinnere gerichtet und auf einer f r das Ealb angenehmen Trinkhöhe angeordnet ist. Zur Vermeidung des Zerstörens des Saugers N durch seitliches Zerren des Tiers ist um das Mundstück ein Schutzrohr O so angebracht, dal3 das Tier nur von vorn zum Mundstück zukommt.
Wird nun beispielsweise die Vorrichtung an der vordern Stallwand. angebracht, so kann das Kalb vom sogenannten Futtergang aus getränkt werden, indem der Sauger N in die Bohrung gesteckt wird, der gefüllte Behalter C daneben aufgehängt und beide mittels des Schlauches L verbunden werden. Sobald das Kalb zum Sauger N kommt, wird die Absperrvorrichtung J geöffnet, und das Ealb saugt bezw. trinkt von selbst und bedarf keinerlei Wartung mehr, so dass z. B. der Melker ohne Zeitverlust das Kalb trÏnken kann, indem er, wenn er den Behälter C gefüllt und die Vorrichtung J geöffnet hat, seiner Tätigkeit wieder nachgehen kann.
Durch die Anordnung des Saugers N und des Behälters C auf gleicher Höhe braucht das Kalb ein Minimum an Saugkraft, die nur zur Überwindung der Spannkraft des R ckschlagventils G benötigt wird. Durch dieses Rückschlagventil G bleibt auch bei fast leerem Behälter C der Schlauch bis zum
Sauger N stets voll, da Luft wohl in den Behälter C einströmen und die abgesogene Flüssigkeit ersetzen, nicht aber entweichen kann. Durch die Anordnung bedingt, kann aber auch bei vollem BehÏlter C die Tränke nicht frei zum Sauger auslaufen, da die minime Niveaudifferenz zwischen Sauger und Flüssigkeitshöchststand bei vollem Be hälter durch die Feder-oder Schwerkraft des Rückschlagventils G ausgeglichen wird.
Mit der Zusatzeinrichtung nach Fig. 3 beiliegender Zeichnung kann die oben beschriebene Vorrichtung ebenfalls zum Trankund Medikamenteingeben bei Grossvieh verwendet werden. Fig. 3 zeigt ein Querholz, das in der Mitte mit einer Bohrung R, in die der Sauger N genau passt, versehen ist ; dieses wird dem Tier quer in das Maul gesteckt, wo- bei die beiden Zapfen S ein seitliches Verschieben verhindern. Mittels der beiden Seilenden T wird die Vorrichtung am Kopf festgebunden ; dann wird hinter dem Querholz P ein weiteres Seil um das Maul des Tieres gebunden, mit welchem der Kopf hochgebunden wird.
Nun wird der Behälter C beispiels- weise an der Stalldecke hochgehängt und der am Ende des Schlauches L befestigte Sanger N in die Bohrung R gesteckt. Sobald nun das Absperrorgan J geöffnet wird, fliesst die Flüssigkeit durch die Schwerkraft zwangsläufig in den Rachen des hochgebundenen Kopfes, so da¯ das Tier zum Schlucken gezwungen wird und Trankverluste weitest- gehend vermieden werden.
Da dabei keinerlei Gewalt angewendet zu werden braucht, bleibt auch sonst wider spenstiges Vieh bei dieser Prozedur ruhig, entgegen den derzeit üblichen Einschüttungsverfahren, bei welchen nebst Unfallgefahr durch Schlagen und BeiBen des Tieres oft der Grosst-eil des Trankes versch ttet wird.
Der Fortschritt des beschriebenen Apparates besteht darin, dass einerseits eine bedeutende Zeitersparnis beim Eälbertränken ermöglicht und durch die gleichmϯige Zuführung der Tränke dem Kalb das Trinken erleichtert wird, was zur Vermeidung von Magenstorungen und dadurch zum besseren Gedeihen des galbes führt, und anderseits beim Tränkeeinschütten bei Grossvieh das Tier ruhig bleiben muss, somit Unfallgefahr durch Schlagen und Beissen des Tieres auf ein Minmum reduziert und praktisch keine Flüssigkeit mehr verschüttet wird.