CH251112A - Verfahren zur Durchführung von Pilzgärungen. - Google Patents
Verfahren zur Durchführung von Pilzgärungen.Info
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Description
Verfahren zur Durchführung von Pilzgärungen. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Durchführung von submersen Pilzgärungen mit ruhendem Mycel.
Bei den bisher bekannten Möglichkeiten. bestimmte biochemische Umsetzungen durch Reinkulturen von Schimmelpilzen zu bewerk stelligen, wird grundsätzlich nach zwei Ver fahren gearbeitet.
Entweder wird der Pilz in einer ruhen den Kultur als Decke - Oberflächenmycel .- zur Entwicklung gebracht, oder die Pilz fäden werden in einer bewegten Kultur in fein verteilter Form und untergetaucht als submerses Mycel - kultiviert.
Die Oberflächengärung (Bernhauer, Gä rungschemisches Praktikum, 2. Auflage, Ber lin 1939) stellt in technischem und halbtech nischem. Massstabe grosse Anforderungen an Arbeitszeit, geht sehr langsam vor sich und kann nur in vielen Einzelkulturen oder in komplizierten Apparaturen ("Sterilinkuba- tor") einwandfrei aseptisch gehandhabt wer den.
Der Vorteil dieser Vergärungsform be steht darin, dass sich das Pilzmycel als kom pakte Masse ausbildet und deshalb ohne wei tere Vorkehrungen (Filtration etc.) das Ge- ivinnen einer klaren Garlösung gestattet.
Die Durchführung der bisher bekannten submersen Gärungen (Bernhauer, Gärungs- chemisches Praktikum, 2. Auflage, Berlin 1939) erfolgt in Schüttelkolben, grösseren oder kleineren Belüftungsgefässen oder in rotierenden Gärtrommeln. Neben dem Vorteil c'es sehr raschen Gärverlaufes und der Mög lichkeit, in grossen Reaktionsvolumina zu ar beiten, besteht der Nachteil. in der Notwen digkeit, nach erfolgter Umsetzung .das fein verteilte Pilzmycel von der vergorenen Lö sung durch Filtrieren, Dekantieren oder Zen trifugieren zu trennen.
Die genannten Mani pulationen machen eine Wiederverwendung des Pilzmycels infolge grosser Infektionsge fahr beinahe unmöglich.
Der Wunsch, die Vorteile der Oberflächen gärung (kompaktes Mycel; klare Gärlösung; wiederholte Verwendung des Mycels ohne Infektionsgefahr) mit den Vorteilen der sub- mersen Gärungsform (rascher Verlauf;
Arbei ten in grossen Reaktionsvolumina) zu verbin den, führte zur Entwicklung einer neuarti gen, nachstehend beschriebenen Vergärungs- form. Sie kann mit Vorteil für alle bioche mischen Umsetzungen durch Schimmelpilze Verwendung finden, die nicht ausschliesslich an das Vorhandensein eines fein verteilten Pilzmycels gebunden sind.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Durchführung von submersen Pilzgärungen, welches dadurch ge kennzeichnet ist, dass man die Gärung mit tels eines an einem in die Lösung des zu ver gärenden Stoffes versenkten Träger haften den Pilzmycels. durchführt, Als Träger kommen Körper in Frage, die spezifisch schwerer als die Gärlösung sind, die Gärlösung nicht in unerwünschter Weise beeinflussen und durch rauhe Oberfläche das Anhaften des Pilzmycels ermöglichen.
Vor zugsweise werden rauhe Schamotte- oder Kalksteine (Jurakalk, Marmor, etc.) verwen det. Kalksteine eignen sich ganz besonders zur Durchführung von Säuregärungen, da sie in der Lage sind, die entstehende Säure in Form ihres Calciumsalzes zu binden und da durch ein zu tiefes Absinken der Reaktion der Lösung in den sauren Bereich zu ver hindern.
Nach dem erfindungsgemässen Verfahren gelingt es leicht, die vergorene Lösung, unter Belassung des Mycels im Reaktionsgefäss, ohne Filtration etc. klar abfliessen zu lassen, da sich der Pilz in einer kompakten Masse auf der Trägersubstanz entwickelt.
Ausser dem kann das Gärgefäss erneut mit steriler Lösung beschickt werden, wodurch eine mehrfache Verwendung des gleichen Mycels und damit eine beträchtliche Zeitersparnis ermöglicht wird.
In den folgenden Beispielen wird gezeigt, wie das erfindungsgemässe Verfahren auf einige bereits bekannte Gärungen angewendet werden kann.
<I>Beispiel 1:</I> Ein sterilisierter, Kalksteine 6 enthalten der Emailkessel 1 (Fig. 1) wird mit 100 Li tern einer sterilisierten Nährlösung (10 Glukose -[- übliche Mineralsalze)
versetzt und mit 200 cm' einer dichten Aufschwemmung von Sporen des Schimmelpilzes Rhizopus japonicus in physiologischer Kochsalzlösung beimpft. Die erhaltene Gärlösung 2 wird auf eine Temperatur von 30 C gehalten und durch eine Keramik-Kerze 3 mit 10 Liter/ Minute keimfreier, durch die Leitung 4 ein tretender und bei 5 austretender Luft be lüftet.
Nach 36-48 Stunden sind alle Kalk steine 6 mit einem dichten submersen Mycel überwachsen und nach weiteren 48 Stunden ist in der Gärlösung keine Glucose mehr nachweisbar. Zur Entnahme von Proben ist. ein Rohr 7 angebracht, und durch die Lei tung 8 kann der Kessel völlig entleert wer den. Die vollständig klare Gärlösung wird unter aseptischen Bedingungen abfliessen ge lassen und auf 1/4 des Volumens einge dampft.
Dabei hiistallisiert Caleiumfumarat aus, das zu 4,2 kg freier Fumarsäure ver arbeitet -wird. Die Ausbeute beträgt somit <B>60%</B> der Theorie.
Die Operation kann unter Verwendung der gleichen Pilzsubstanz und neuer, steriler Nährlösung beliebig oft wiederholt werden. <I>Beispiel 2:</I> Unter den in Beispiel 1 beschriebenen Bedingungen werden unter Verwendung eines Stammes von Rhizopus nigricans aus 900 g Glucose 715 g des Calciumsalzes der d-Milch- säure gewonnen. Ausbeute: 75 % der Theorie.
Beispiel <I>3:</I> Unter gleichen Versuchsbedingungen, wie in den Beispielen 1 und 2 beschrieben, wer den unter Verwendung der in Fig. 2 darge stellten 2-Liter-Belüftungsflasche durch einen Stamm von Aspergillus niger aus 50 g Glu cose 32 g Calciumgluconat gebildet. Aus beute:<B>65%</B> der Theorie.
Wie Fig. 2 zeigt, kann man eine durch einen Wattepfropfen 10 verschlossene Be lüftungsflasche 9 verwenden, welche eine Gärlösung 11 und mit einem Pilzmycel 13 bedeckte Kalksteine 12 enthält. Die Flasche 9 ist mit einer Röhre 14 versehen, die durch eine geeignete Offnung der Flasche zu einer Filterkugel 15 führt. Die Röhre 14 ist einer seits mit der Belüftungsleitung 16, anderseits mit der zu Probeentnahmen und zur Ent leerung dienenden Röhre 17 verbunden.
Beispiel In einen sterilisierten, mit. einem Watte pfropfen 19 verschlossenen Belüftungszylin der 18 (Fig. <B>3</B>) werden 500 cm' einer sterilen Lösung (3 % Rohrzucker, 2 % Pepton, 3 Hefewasser + Mineralsalze) gebracht und mit 10 cm3 einer Aufschwemmung der Spo ren von Eremothecium Ashbyii beimpft.
Die erhaltene Gärlösung 20 wird durch eine Glas filterplatte 22 mit ca.. 0,5 Liter/Minüte steri- ler, durch die Röhre 21 eingeführter Luft be lüftet und bei Dunkelheit bei einer Tempe ratur von 30 C gehalten. Nach 2 X 24 Stun den hat sich auf den Schamottesteinen 23 ein einheitliches Pilzmycel entwickelt.
In der Nährlösung bilden sich mit Fortschreiten der Gärdauer' steigende Mengen von Lactoflavin; so können nach weiteren 3 X 24 Stunden 120 y Lactoflavin pro cm' Nährlösung be stimmt werden. Die Entleerung des Zylinder inhalts erfolgt durch das Rohr 24. Das ent wickelte Pilzmycel kann erneut verwendet werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Durchführung von sub- msrsen Pilzgärungen, dadurch gekennzeich net, dass man die Gärung mittels eines an einem in die Lösung des zu vergärenden Stoffes versenkten Träger haftenden Pilz- mycels durchführt. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Trägersubstanz ein Körper mit rauher Oberfläche verwendet wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH251112T | 1946-06-05 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH251112A true CH251112A (de) | 1947-10-15 |
Family
ID=4468613
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH251112D CH251112A (de) | 1946-06-05 | 1946-06-05 | Verfahren zur Durchführung von Pilzgärungen. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH251112A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0035125A3 (en) * | 1980-02-15 | 1981-12-30 | Hoechst Aktiengesellschaft | Solid mass of a fermentation broth of salinomycine and process for its obtention |
-
1946
- 1946-06-05 CH CH251112D patent/CH251112A/de unknown
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0035125A3 (en) * | 1980-02-15 | 1981-12-30 | Hoechst Aktiengesellschaft | Solid mass of a fermentation broth of salinomycine and process for its obtention |
| US4395491A (en) | 1980-02-15 | 1983-07-26 | Hoechst Aktiengesellschaft | Method for isolating solid matter from a salinomycin culture broth |
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