Prüfeinlage zur Kontrolle der Form der innern und äussern Trittfläche von Schuhwerk. Bei der Erzeugung von hygienischem Schuhwerk geht man derzeit so vor, dass man zuerst einen Abdruck der Fusssohle in einer zuerst plastischen und dann erstarrenden Masse, z. B. Gips (Pariser Bandage), anfer tigt und nach diesem dann die innere Tritt fläche des hygienischen Schuhwerks bezw. plastisch geformte Schuhleisten, nach denen die innere Trittfläche der Schuhe ausgearbei tet werden kann, herstellt. Oder man legt ein Blatt eines dünnen Stoffes, z. B. Papier oder Zellstoff, das mit einem geeigneten chemi schen Präparat, z. B.
Lackmuss, getränkt ist, in einen versuchsweise ausgearbeiteten Schuh ein und die Person, für welche der Schuh be stimmt ist, stellt sich auf die in dem Schuh liegende Versuchseinlage. Bei keinem dieser Verfahren nimmt der Fuss während der An fertigung des Abdruckes die Stellung wie bei normalem Gang ein, so dass diese Abdrücke praktisch wertlos sind. Auch ist zu bedenken, dass jemand, der unrichtiges oder schadhaftes Schuhwerk (z.
B. mit abgetretenen Absätzen) trägt, oder einen kranken Fuss hat (Hühner augen und dergleichen), sich beim Gehen durch verschiedenartiges Krümmen des Fusses und Verlegen des Körpergewichtes von der Ferse auf den vordern Teil der Sohle in ganz unregelmässiger Weise hilft, was auf keinen Fall durch einen Abdruck des ruhenden oder versuchsweise nur einigemale auftretenden Fusses festgestellt werden kann.
Soweit man bisher ebene Blatteinlagen in Schuhen zu diesen Versuchszwecken benützte, kam man schon deswegen zu keinem richti gen Ergebnis, weil eine solche ebene Einlage sich im Schuh verkrümmt und teilweise ver schiebt, so dass die abschattierte Färbung der Einlage gleichfalls nicht der wirklichen Be anspruchung des Fusses im Schuh entsprach.
Zweck der Erfindung ist es, diese Mängel zu beseitigen, was man durch Verwendung einer Prüfeinlage erzielt, die genau nach der Form der zu kontrollierenden innern Tritt fläche des Schuhes bezw. der orthopädischen Einlage hergestellt ist. Di.e betreffende Per son kann mit dieser Prüfeinlage im Schuh längere Zeit ganz normal. herumgehen.
NaclL den entsprechend schattierten Druckflecken wird dann die innere oder auch die äussere Trittfläche des Schuhs angepasst, und der die Schuhe Tragende benützt eine neue -entspre chende Prüfeinlage zur Kontrolle der Rich tigkeit dieser Anpassungen.
Die Prüfeinlage gemäss der Erfindung wird zweckmässigerweise aus einer oder meh reren Schichten von Papierblättern, Zellstoff und dergleichen hergestellt, und ihre Form kann nach einem Schuhleisten, nach dem schon vorher die innere Trittfläche hergestellt wurde, oder der angepassten Innenfläche an gefertigt werden.
Tn der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel der Erfindung schematisch darge stellt. Fig. 1 ist eine Ansicht auf die Prüf einlage von oben und teilweise von der Seite, Fig. 2' ist ein Längsschnitt durch ein Schuh werk mit einer Prüfeinlage gemäss der Er- findung. Fig. 3 ist ein analoger Schnitt durch das Schuhwerk mit der Einlage und einem durchgetretenen Teil der Fusswölbung. Fig. 4 ist eine Ansicht von unten auf die Sohle mit den in einem engen Schuh zusammengepress ten Zehen.
Fig. 5 und 6 sind zwei weitere Ansichten von unten auf die Fusssohle in einem Schuh mit aussen und innen nach Fig. 7 bezw. 8 albgetretenem Absatz.
Die Prüfeinlage nach Fig. 1 besteht aus einem an sich bekannten und mit einem ge eigneten chemischen Präparat getränkten Blatt von Papiermasse, Zellstoff oder der gleichen. In der dargestellten Ausführung be steht diese Einlage aus zwei übereinander gelegten und zusammengeklebten oder in an derer Weise verbundenen Schichten 1 und 2, wobei die Prüfeinlage vollkommen mit der innern, plastisch geformten Trittfläche des Schuhes übereinstimmt;
sie kann aber in Tei len des Umfanges 1' nach oben gebogen sein, damit auch eventuell ein Abdruck einer Schwiele an der kleinen Zehe oder des Knö chels der grossen Zehe oder des Fersenteils gemacht werden kann. Bei solchen Fussleiden verlegt der das Schuhwerk Tragende das Körpergewicht in ganz unregelmässiger Weise auf die Sohlenfläche, so dass die äussere Tritt fläche des Schuhes (unter Abtreten des Ab satzes) nicht einmal dieser unregelmässigen Art des Auftretens entspricht.
Wenn aber der Fuss im Schuh deformiert wird, zum Beispiel durch teilweises Verdrücken einer der Zehen unter die andern oder durch Senkung der Fusswölbung, so wird sich eine derartige Unregelmässigkeit auf den dargestellten Ein lage durch unregelmässig abschattierte Flecke kenntlich machen; nach denen kann die innere Trittfläche des Schuhes entweder durch Ab nehmen oder Zugeben von Material (z. B. durch Einkleben passend zugeschnittener Ma terialstücke oder durch Einsetzen von Ein lagen üblicher Art) angepasst werden.
Fig. 2 stellt einen Längsschnitt des Sehu- hes einerseits mit pplastisch geformter innerer Trittfläche 3 und einer entsprechenden Prüf einlage 4 dar und anderseits mit einer ge wöhnlichen innern Trittfläche 5 und der entsprechenden Prüfeinlage 6.
In beiden Fällen ist zu sehen, dass die Prüfeinlage stets genau an der innern Trittfläche des Schuhes anliegt, Fig. 3 veranschaulicht ein Beispiel des Durchtretens der plastisch geformten innern Auftrittsfläche 3 mit der Prüfeinlage 4 im Wölbungsteil in die Stellung 3', 4'; es ist dabei klar, dass sich die Prüfeinlage infolge der Verkürzung des Bogens gefaltet hat und damit auch den Grad des Durchdrückens der Wölbung anzeigt, was ein Beleg dafür ist, dass der Schuh schon im Grundaufbau den Anforderungen nicht entspricht, welche der Fuss und die äussere Auftrittsfläche an ihn stellen.
In solchen Fällen muss erst der Grundaufbau entsprechend hergestellt und erst dann auf Grund einer weiteren Prüfein lage die innere Auftrittsfläche geregelt werden.
Fig. 4 ist ein Beispiel für eine unrichtig unterstützte Fusssohle in engem Schuh; die Zehen sind derart zusammen.gepresst, dass eine davon an der Stelle x teils durch die Nach barzehen überdeckt und teilweise verkrümmt ist, ausserdem ist die Fusssohle an der Stelle y, nämlich im Gebiet der Köpfchen der Mit- telfussknochen, zu stark, belastet. Diese beiden Stellen prägen sich dann auf dem abschat tierten Bild der Prüfeinlage aus.
Ein anderes Beispiel zeigen die Fig. 5 und 7, wo infolge des an der Stelle xx (Fig. 7) nach aussen abgetretenen Absatzes die Fusssohle an der Stelle xx der kleinen Zehe, die,ausserdem noch seitlich gedrückt ist, übermässig angestrengt ist.
Die Fig. 6 und 8 stellen eine unregel mässige Belastung der Fusssohle bei einem nach innen abgetretenen Absatz an der Stelle xxx (Fig. 8) dar; dem entsprechen dann drei Stellen xxx der Fusssohle, die gleichfalls durch Schattenflecke der Prüfeinlage sicht bar werden.
Wenn der Absatz beispielsweise bei xx (Fig. 7) abgetreten ist, so verlegt die betreffende Person das Körpergewicht von den schmerzhaften Stellen in der Querrich tung nach xxx (Fig. 6).
Aus der Beschreibung ist klar, dass durch die Prüfeinlage gemäss der Erfindung die Mängel der bisherigen Methoden und der an gewandten Mittel nicht allein beseitigt wer den, sondern dass man dadurch auch zahl reiche Vorteile erlangt, die in den folgenden Punkten zusammengefasstsind: a) Man kann nicht nur die innere Tritt fläche des Schuhes selbst, sondern auch die Trittfläche verschiedener orthopädischer Ein lagen beim Gehen kontrollieren und darnach diese Flächen bis zur vollkommenen Anpas sung an den Fuss herrichten; b) man kann auch die äussere Trittfläche des Schuhes kontrollieren, insbesondere die Stellung des Fusses und die Höhe des Ab satzes, um so möglichst dem Bau des Fusses zu entsprechen;
c) es ist auch eine allgemeine Kontrolle von neuen, gebrauchten und abgenützten Schuhen und so auch die Feststellung, ob s i e im Laufe der längeren Benützung noch dem Fusse entsprechen, ermöglicht; d) es lässt sich die Artdes Gehens und die Verschiebung der Fussbelastung beim Gehen kontrollieren; e) bei vernachlässigten Senkfüssen wird eine allmähliche Beseitigung des Leidens und eine Entlastung der schmerzenden Fussstellen ermöglicht; f) es können langjährige Fussleiden auf gedeckt werden, die schon seit der Kindheit oder seit der Geburt bestehen, wie gezerrte Sehnen, g- und 0-Füsse, Spitzfüsse, sowie Füsse mit verschiedenen Fussleiden, welche infolge falschen Auftretens in von andern Personen getragenem Schuhwerk gelitten haben (z.
B. infolge Tragens von schiefge tretenem Schuhwerk von Geschwistern); g) es lässt sich leicht eine grössere Zahl von Prüfeinlagen mit Kontrollabdrücken für kürzere oder längere Zeit hintereinander bis zur volletändigen Beseitigung des Fehlers be nützen.
Die untere Schicht 2 der Prüfeinlage wird aus ganz dünnem, aber steifem Material, das sich nicht faltet, nicht verschiebt und nicht verdrückt, angefertigt, wogegen die obere Schicht 1 nach Fig. 1 zweckmässig aus einem Blatt von verformbarem Material hergestellt wird, das die Bildung vollkommener Ab drücke aller übermässig auf die Fusssohle wirkenden Drücke erlaubt. Die ganze Einlage ist aber verhältnismässig dünn, etwa 1 bis 2 mm.
Die Prüfeinlage kann auch beiderseits einer mittleren Versteifungsschicht mit im prägnierten Schichten versehen werden, um die Kontrolle der Stellen des Auftretens auf fallender und vollkommener zu manchen.