CH254321A - Verfahren und Einrichtung zur Formung von plastischen Materialien. - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Formung von plastischen Materialien.Info
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Description
Verfahren und Einrichtung zur Formung von plastischen Materialien.
Vorliegende Erfindung betrifft die Formung von plastischen Materialien.
Beim Formen von plastischen Materialien n:lch den gebräuchlichen Verfahren, bei wel chen Hochdruck verwendet wird, wirkt der Druck auf das Material in einer Druckkammer. Zu formende Materialien, welche durch Wärme plastisch werden, werden der : Kam- mer in körnigem Zustand zugeführt, in der gleichen Kammer allmählich erhitzt und dann durch eine Düse in eine konische Bohrung getrieben, welche nach den Formeingüssen und Hohlräumen der Form führt.
Um tm eine gleichmässige Erhitzung des Ma- terials in der Druckkammer zu erzielen, ist, gewöhnlich ein Verdrängerkörper in dieselbe cingesetzt, welcher verursacht, dass das Material in dünner Schicht längs den erhitzten Wänden der Kammer bewegt wird.
Der Widerstand, welchen Verdrängerkörper und Düse dem Durchgang des Materials im noch nicht ganz plastischen Zustand entgegensetzen, ist aber sehr hoch und vermindert die Geschwindigkeit des Formverfahrens, so dass das Material in der Form sich zu verfestigen anfängt, bevor letztere ganz gefüllt ist, was ebenfalls den Druck, welcher nötig ist, um das Material in seine endgültige Form zu bringen, erhöht. Der hohe Pressdruck hat das Bestreben, die geschlossene Form zu öffnen und erfordert die Verwendung von schweren Forniklammern oder andern Schliessvorrichtungen sowie einer massiv gebauten Formeinrichtung und verursacht dadurch verhältnismässig hohe Betriebskosten.
Zweck vorliegender Erfindung ist, zu vermeiden, dass der Formungsdruck auf das Formmaterial, bevor es sich in der Form befindet, angewendet wird.
Gemäss dem Verfahren nach vorliegender Erfindung werden zum Erzeugen des zum Einbringen des Materials in den Formhohlraum erforderlichen Druckes andere Mittel verwendet als nachher, um das Material im Formhohlmum unter Druck zu setzen.
Die ebenfalls Gegenstand der Erfindung bildende Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens umfasst Mittel zur Zufuhr des Forrnmaterials unter Druck durch Kanäle in die Form, Mittel, um die Form gegen den Zufuhrkanal abzuschliessen, und Mittel, um das Material in der Form zu pressen.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird nachstehend an Hand von in der beiliegenden Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen von Einrichtungen zur Formung von pla tischen Materialien beschrieben. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 im Schnitt eine Einrichtung mit drei Druckstufen zur Formung von thermoplastischem Material.
Fig. 2 zeigt ein Detail von Fig. 1 im Schnitt.
Fig. 3 zeigt im Schnitt eine andere Ein- richtung mit drei Druckstufen.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ist ein Fülltrichter 1 vorgesehen, aus welchem das körnige Material unter Schwerewir frung der Heizkammer Ä zugeführt wird.
Mit 2 sind elektrische Heizelemente bezeichnet, 3 ist ein Thermostat, welcher die Temperatur des Heizzylinders regelt, und 4 eine Förderschnecke, welche von einem Motor 5 angetrieben wird. Die Antriebswelle 6 der Förderschneeske 4 ist axial verschiebbar, um mittels einer Nocke 7 einen Ausschalter 8 zu betätigen. Das Material wird durch die Förderschnecke von der Heizkammer A, in welcher es plastisch wird, in einen Druckzylin- der B, in welchem weiter Wärme angewandt werden kann, und durch den Kanal C in die Form gefördert.
Sobald der Gegendruck des Materials gegen die Pressung der Schnecke ein gewisses Mass überschreitet, so wird die Zufuhrvorrichtung ausgeschaltet, indem die
Schnecke axial entgegen dem Druck der Fe der 9 verschoben wird, - wobei der Ausschal- ter 8 für den Stromkreis des Motors 5 betätigt wird, Der Motor könnte aber auch durch andere Mittel ausgeschaltet werden -Zum Beispiel durch ein Überlastungsrelais.
Bereits durch diese erste Druckstufe wird Material in die Formhohlräume eingebracht.
Die zweite Druckstufe, durch welche die Form mit plastisch gemachtem Material gefüllt wird, weist einen Stössel 10 auf, der mit einem doppeltwirkenden, hydraulisch betätigten Kolben 11 verbunden ist, welch letzterer in einem Zylinder 12 sich bewegt. Beim Vorwärtsbewegen des Stössels 10 wird die Durcbtrittsöffnung von der I(amnzer A nach dem Raum B abgeschlossen, so dass der ganze Druck dem Stössel 10 zum Füllen des Materials in die Form, und zwar ein höherer Druck als in der vorangehenden Stufe, zur Verfügung steht.
Ein kleiner hydraulischer Kolben 13 ist in einer axialen Bohrung des Kolbens 11 vorgesehen und mit einem Stössel 14 verbunden, der durch eine axiale.BohrUng des Stössels 10 hindurchgeht. Das Verhältnis der Fläche des Kolbens 11 zur Fläche des Stössels 10 ist kleiner als das Verhältnis der Fläche des Kol- bens 13- zur Fläche des Stössels 14, so dass der durch letzteren ausgeübte spezifische Druck grösser ist als derjenige, welcher durch den grösseren Stössel 10 ausgeübt wird, wenn beide Kolben unter dem gleichen hydrauli schen Druck stehen.
Beide B : olben werden zweckmässig durch Drucköl betätigt, das abwechselnd durch die Leitungen 15 und 16 zu- bzw. abgeführt wird; die zugehörige Pumpe und die Steuermittel sind in der Zeichnung nicht dargestellt.
Sobald Drucköl durch die Leitung 15 zuge führt wird und durch die Leitung 16 entwei chen kann, beginnt der : Kolben 11 seine Vor- wärtsbewegung, welche so lange andauert bis Gleichgewicht zwischen dem Oldruck auf die Kolbenfläche und dem Widerstand des Materials in der : Kammer B sich einstellt.
Dabei wird der Formhohlraum mit Material gefüllt. Der Kolben 13 bleibt zunächst relativ zum Kolben 11 still. Nun wird der Öldruck so gesteigert, dass er die Federbelastung des in einem eingeschraubten Zapfen 18 vorgesehenen Rückschlagventils 19 überwindet.
Dadurch gelangt das Drucköl auf die linke Seite des Kolbens 13 und treibt letzteren vor warts. Das durch den Stössel 14 verdrängte Material drückt den Stössel 10 etwas zurück. bis der Stössel 14 in die Bohrung C, welche die Kammer B mit dem Formhohlraum 20 verbindet, eintritt. Nun wirkt der ganze Druck des Stössels 14 auf das Material in der Form und verursacht, dass alle Formhohlräume vollkommen ausgefüllt und Verluste durch Schwinden während des Härtens ersetzt werden.
Der Hauptteil der Masse, das heisst mehr als 50% (vorzugsWeise über-65%), wird in den Hohlraum der Form durch den Druck der ersten Stufe eingefüllt.
Während des ganzen Verfahrens müssen die beiden Formhälften 21 und 22 zusam mengekiemmt werden, um zu verhindern, dass sie durch den Druck des plastischen Materials auseinandergetrieben werden,
Sobald das Material in der Form sich erhärtet hat, welcher Prozess durch Wasserkühlung der Form beschleunigt werden kann, wird die Schliessvorrichtung geöffnet und die Form geöffnet. Beim Öffnen der Form wird das im zylindrischen Raum C verbleibende erhärtete Material durch den Stössel 14 ausgetrieben, und der fertig geformte Körper wird aus der Formplatte 21 mittels der Aus rlossbolzen 23, der Ausstossplatte 24 und der festen Anschläge 25 ausgetrieben.
Nun werden die Stössel 10 und 14 durch Umsebahnug uns der ölzufuhr auf Röhre 16 und des Ölablasses auf Rohr 15 zurückgezogen.
Ein zweites Ventil 17 ist im gleichen Zapfen 18 vorgesehen, um Öl l entweichen zu lassen uild die Rückbewegung des Kolbens 13 zu gestatten.
Ein Beispiel einer geeigneten Schliessvor- richtung für die Form ist schematisch in Fig. 1 und 2 gezeigt und weist eine Anzahl von Passbolzen 26 mit Sehlitzen 27 auf, mit welchen Schliessstangen 28, die mit Schrägflächen versehen sind, zusammenwirken; diese Stangen werden durch einen nicht gezeigten Mechanismus längsverstellt.
Die Materialmenge für eine Formung ist acht durch den Inhalt des Zylinders B beschränkt, weil die Förderschnecke das Material durch den Zylinder B hindurch in die Form fördern kann, solange der Durchflusswiderstand gering ist. Erst wenn letzterer infolge der zunehmenden Füllung der Form ansteigt, wird die Zufuhr vom Stössel 10 der zweiten Stufe übernommen.
Bei der in Fig. 3 gezeigten Ausführungsform bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche Teile wie in Fig. 1. Bei dieser Ausführungsform sind die Stössel 10 und 14 der zweiten und dritten Druckstufe voneinander unabhängig; der Stössel 14 startet immer vom gleichen Punkt aus, unabhängig von der End- stellung des Stössels 10, und schliesst den Raum B bald nach seinem Bewegungsbeginn.
Die Zufuhrvorrichtung 4 ist ähnlich einer Zahnradpumpe, mit einem gewissen Spiel zwischen den Zähnen, um die Reibung des plastiselien Materials klein zu halten, ans- gebildet. Diese Vorrichtung kann beispiels oTeise durch einen nicht gezeigten Motor mit Übersetzungsgetriebe angetrieben sein, wobei ein Maximalaussehalter vorgesehen sein kann, welcher den Motor bei Überlast ausschaltet.
Mittels einer zusätzlichen Heizvorrichtung 2a wird das Plastischmachen des Materials in dem zur zweiten Druckstufe gehörigen Raum B vervollständigt.
Bei beiden vorbeschriebenen Ausführungsformen der Formeinrichtung können elektrisch oder von Hand betätigte Ventile vorgesehen sein, um den Hohlraum der einen Druckstufe gegen den vorhergehenden abzuschliessen, bevor Druck auf das im abge sehiossenen Raum vorhandene Material einwirken gelassen wird.
Der Raum C, aus welchem das Material in die Form gepresst wird, ist direkt mit den Einläufen der Form verbunden, ohne Zwi- schenschaltung einer Düse oder eines konischen Eingusskanals. Dieser Raum bildet tatsächlich einen Teil des Formhohlraumes, und das in ihm nach Anwendung des endgültigen Druckes verbliebene Material erhärtet mit dem geformten Artikel und wird mit letzterem nach Beendigung der Formungsoperation ausgestossen.
Um diesen erhärteten Rückstand, der mehr oder weniger Abfall ist, auf ein Minimum zu reduzieren, wird der Raum für die letzte Druckstufe so klein als möglich gemacht. Die Schwierigkeit im Feststellen die ses erwünschten Minimalirhaltes des Raumes der letzten Druckstufe besteht darin, dass es unvermeidliche Änderungen in der Zufuhr und dem Füllen der Form gibt infolge von Unterschieden in der Dichte des Materials, Ungenauigkeiten in der Regulierung der Zufuhr usw., welche in der Praxis bewirken, dass die Endstellungen der Presskolben bei einer Reihenfolge von Druckstössen nicht die gleichen sind.
Um diese Schwierigkeit zu überwinden, können zwei verschiedene Verfahren angewendet werden. Beim ersten Verfahren, das in Fig. 3 dargestellt ist, wird die letzte Druckstufe mittels eines Stössels i4 von unveränderlicher Ausgangsstellung durchge führt,' so dass der für die letzte Druckstufe vorgesehene Raum immer der gleiche ist, während der Raum der vorangehenden Stufe, welcher von Druckstoss zu Druckstoss sich ändern kann, von dem der folgenden Stufe unmittelbar nach Beginn der Bewegung des Stössels 14 abgeschlossen wird.
Beim zweiten Verfahren, dargestellt in Fig. 1, wird ein gewisses Zeitintervall zwischen dem Beginn der Tätigkeit des Stössels 14 der letzten Druckstufe und dem Abschlie ssen der vorangehenden Stufe vorgesehen. während welchem der Raum der vorangehenden Stufe gegen den der letzten Stufe noch nicht abgeschlossen und einer gewissen Ausdehnung fähig ist, so dass vom Stössel 14 verdrängtes Material in den Raum B eintreten kann, ohne dass der Druck über die für diese vorangehende Stufe bestimmte Druckgrenze erhöht wird.
Die Ausführung der Erfindung ist natürlich nicht auf die vorbeschriebenen konstruktiven Ausführungsformen der Formeinrich tung beschränkt; während das Verfahren auch nicht beschränkt ist auf die Formung von thermoplastischen Materialien, sondern es kann auch mit Vorteil auf ohne vorherige Erwärmung erhärtende Materialien ange- wandt werden.
PATENTANsPRUOH 1:
Verfahren zur : Formung von plastischen Materialien, dadurch gekennzeichnet, dass zum Erzeugen des zum Einbringen des Materials in den Formhohlraum erforderlichen Druckes andere Mittel verwendet werden als nachher, um das Material im Formhohlraum unter Druck zu setzen.
Claims (1)
- UNTERANSPRUCHE : 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass zum Füllen der Form zuerst ein kleinerer, dann ein höherer Druck auf das Material ausgeübt wird.2. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Material in der ersten Druckstufe plastisch gemacht wird.3. Verfahren nach Patentunspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Druckstufe in den Formhohlraum mehr als 65% der für das Füllen der Form nötigen Materialmenge eingefüllt wird.PATENTANSPRUCH II: Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, gekennzeichnet durch Mittel, um das zu verformende Material unter Druck durch Kanäle in die Form einzuführen, durch Mittel, um die Form gegen den Zufuhrkanal abzuschliessen, und durch Mittel, um das Material im Formhohlraum unter Druck zu setzen.UNTERANSPRÜGRE: 4. Einrichtung nach Patentanspruch II, gekennzeichnet durch Mittel, um das Material in einen Druckzylinder zu pressen, und durch mittels Druck gesteuerte Organe, um diese Fördermittel abzustellen, wenn der sich entgegenstellende Druck einen vorbestimmten Betrag erreicht hat.5. Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kolben vorgesehen ist, um die Form gegen den Zufuhrkanal abzuschliessen und um das Material im Formhohlraum zu pressen.6. Einrichtung nach Patentanspruch II, gekennzeichnet durch einen Vorratsbehälter für das Material und eine mechanische För deryorrichtung, welche Material aus dem Vorratsbehälter entnimmt und durch Kanäle in den Formhohlraum schafft, ferner durch eine auf den Druck des Materials ansprechende Abstelleinrichtung für die Fördervorrichtung.7. Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel vorgesehen sind um das Material vor dem Einbringen in die Form durch Wärme plastisch zu machen.8. Einrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 5, dadurch gekennzeich- net, dass der Kolben zum Erzeugen des Druk lies in der Form in einem Kolben gelagert ist, um das Material in die Form hineinzupressen.9. Einrichtung nach Patentanspruch II iiiid Unteransprüchen 5 und 8, dadurch ge kennzeichnet, dass die gleiche Druckflüssig- keils quelle vorgesehen ist, um die beiden Kolben zu betätigen und dass das Verhältnis der I(olbenfläche, auf welche die Druckflüs sigkeit wirkt, zur Fläche der auf das Material wirkenden Stössel verschieden ist.10. Einrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Stössel für die letzte Druckstufe in einem mit dem Formhohlraum unmittelbar verbundenen Kanal arbeitet und dass der Hub dieses Stössels so bemessen ist, dass durch eine weitere Vorwärtsbewegung des Stössels nach Beendigung des Formverfahrens im Kanal verbliebenes Material völlig ausgestossen werden kann.
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