Apparat zur Behandlung photographischer Filmstreifen. Die Erfindung bezieht sich auf einen Apparat zur Behandlung photographischer Filmstreifen, wie Kinofilme, Mikrofilme und dergleichen.
Die Erfindung betrifft einen .Apparat zur Behandlung mhotographischer Film streifen mit mindestens einem ein Behand lungsbad enthaltenden Gefäss und mit Mit- leln, um den Filmstreifen im Abstand von den Gefässwänden durch dass Gefäss zu führen.
Gemäss der Erfindung weisen die genann ten Mittel ein einen C-förmigen Querschnitt besitzendes Führungsglied auf, dessen Rän der die Ränder des. Films im Gefäss über deren ganze Länge führen, wobei, der Steg des Führungsgliedes zusammen mit dem Film einen Kanal für die Behandlungsflüs sigkeit bildet, während die im Gefäss frei befindliche Behandlungsflüssigkeit die. an dere Seite des Films bespült.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfin dungsgegenstandes isst in den Figuren der beiliegenden Zeichnung dargestellt.
Fig. 1 ist -ein Längsschnitt des Appa rates.
Fig. \? ist ein Grundriss desselben mit abgenommenem Deckel.
Fig. 3 ist ein Detail-Querschnitt der Filmführung und des Films.
Fig. 4 ist .ein Deta;iI-Querschnitt entlang der Linie 4-4 in Fig. 1. Fig. 5 ist eine Detailansicht einer An ordnung von Antriebsrollen für v#echsel4.ei- tige Antriebsrichtung.
In den Fig. 1 und 2 bedeutet 10 ein Ge häuse, in welchem sich ein herausnehmbarer Rahmen 11 befindet. Das Gehäuse ist mit einem passenden Deckel 12 versehen, sowie mit einer Bodenplatte 13, welche beide weg- nehmba-r sind und die, wenn sie aufgesetzt sind, mit dem Gehäuse 10 einen lichtdichten Raum bilden.
Die Bodenplatte 13 wird durch Klemm bolzen 14 mit Flügelmuttern. 15, die auf am Gehäuse befestigten Gabelstücken 16 auf liegen, am Gehäuse 10 webgnehmbar fest gehalten. Vertiefungen 17 in der Boden platte 13 dienen dazu, rechtwinklige Ba,d- gefässe 18, 19 und 20 aufzunehmen.
Das Gehäuse 10 ist mit Füssen 55 ver sehen, um es an einem Tisch oder einer andern Tragfläche zu halten, damit die Ge fässe 18, 19 und 20 herausgenommen wer den können, wie es später noch beschrieben wird. Vier sich nach oben erstreckende Stan gen 56, welche am Boden 13 befestigt sind, sind verschiebbar in quergeschlitzten Füh rungen 57 angeordnet, die im Gehäuse 10 befestigt sind. An den obern Enden dieser Stangen 56 sind Anschlagflanschen 58 angeordnet.
Wenn es gewünscht wird, einen oder alle Flüssigkeitsbehälter herauszunehmen, dann werden die FlügeImuttern 15 gelöst und vom Gabelstück 16 weggedreht, worauf die Bo denplatte 13 so weit abgesenkt wird, bis die Anschlagflanschen 58 auf den Führungen 57 aufliegen, wodurch die Platte so weit unter dem Gehäuse 10 hängen bleibt, - dass ein freier Zugang zu den Gefässen 18, 19 und 20 entsteht, um diese wegzunehmen und zu ersetzen,
ohne die später beschriebenen in- nern Teile des Apparates zu verletzen. Reib ringe 59 an den (Stangen 56, die in den Führungen 57 gehalten werden, sind vorge sehen, um die Abwärtsbewegung der Boden- platte und der Gefässe im Falle einer un3org- fältigen Behandlung zu verlang amen.
Wenn die Gefässe ersetzt worden sind und in ihrer Tichtügen Lage in den Vertie fungen 17 ruhen, dann wird die Bodenplatte wieder gehoben und am Gehäuse 10 in der gezeigten Stellung festgeklemmt.
Eine Seitenöffnung 21 im Gehäuse 10 (Fig. 2) gestattet den Zugang ins Innere zwecks Kontrolle oder zur Einstellung der Teile.
Ein Filmführungsglied 22 ist mittelst Querbalken 23 'am Rahmen 11 befestigt. Die Führung 22 ist mit abwärts gerichteten Schleifen 24, 25 und 26 versehen, die, sich in die Gefässe 18, 19 und 20 hinein erstrek- ken, wenn diese sich in Arbeitsstellung befinden, wie es in Fig. 1 gezeigt ist.
Das Führungsglied 22 führt den. Filmstreifen im Abstand von -den Gefässwänden durch die Gefässe 18, 19, 20.
Die Führung 22 kann aus. irgendwel chem passendem Material hergestellt sein, z. B. aus plastischer Zellulose, welche gegen- über den Behandlungsmitteln widerstando- fähig ist. Aus Fig. 3 ersieht man, dass der Querschnitt des Führungsgliedes,
22 C-för- mig ist und dass es einen abgesetzten mittle ren Steg 27 aufweist. Die Ränder des Glie des 22 bilden schmale und im wesentlichen flache Leitschienen für die Ränder des Films 29, die über ihre ganze Länge geführt werden, wobei einwärtsgerichtete Lippen 30 die Ränder des Films überdecken.
Der Film wird vorzugsweise mit der Emulsions- schicht 31 gegen die Schienen 28 gerichtet in die Führung 22 eingeführt. Die Schienen sind so schmal, dass die ganze Emuls.ions- schicht den Kanal 27a überdeckt, der durch den abgesetzten Steg 27 erzeugt wird, wel cher Kanal durch den Steg und den Film zusammen gebildet wird und eine Schicht Behandlungsflüssigkeit enthält,
die durch die Bewegung- des Films .vorwärts bewegt wird. Die Lippen 30 sind zum Halten der äussersten Kanten in im wesentlichen linien- förmiger Berührung bestimmt.
Das Eintrittsende 32 der Führung 22 dringt aufwärts durch den Schlitz 33 im Deakel 12 (Fig. 1) und es pa.sst in das Film magazin 34, dass später noch beschrieben wird.
Eine nachgiebige Antriebsrolle 35 be rührt den Film 29,auf beiden Seiten der Füh- rungsschleife 24 nahe an deren Oberseite. Unter Federdruck stehende Pressrollen 36 und 37 erstrecken sich durch Öffnungen 38 und 39 im Führungssteg 27, welche den Film 29 in gutem Kontakt mit der An triebsrolle 35 halten;
die zweite Rolle 37 und die Antriebsrolle dienen gleichzeitig als Quetschrollen und zwar auf eine Art und Weise, wie sie noch beschrieben wird. Glei che Antriebsrollen 35a und 35b .sowie Pressrollen 36a, 37a und 36b sind für die Führungsschleifen 25 und 26 vorgesehen.
Auf der linken Seite, am Grund und auf der rechten Seite des,Steges 27 der Schleife 24 sind Löcher 24a, 24b und 24e vorhanden, welche einen freien Ein-und Au.sfluss von Flüssigkeit in die und aus der Kammer 27a gestatten. Gleiche Löcher sind im Steg der Schleife 25 angeordnet.
Die Antriebsrollen 35, 35a und 35b sind auf Querwellen 40, 40a und 40b befestigt, auf denen auch die Schneckenräder 41, 41a und 41b sitzen. Diese Schneckenräder wer den durch Schnecken 42, 42a und 42b, wel che auf der Längswelle 43 sitzen, mit glei cher Geschwindigkeit angetrieben. Die Welle 43 ist über ein Reduktionsgetriebe 44 mit einem Motor 45 verbunden.
Das Gefäss 20, welches das Wasserbad enthält, ist derart eingerichtet, dass das Was- ser auf dem Niveau 47 gehalten wird, Die.- (@., Niveau wird mittels eines Überlaufroh- i-e#; 48 aufrechterhalten, das mittels einer Leiting 49 oder dgl. mit einem Ablaufrohr verbunden ist.
Eine Pumpe 50, die durch einen zweiten Motor 50a (Fig. 2) angetrieben wird, schleudert über dem Niveau 47 mit- t(44 Düsen. 51 Wasserstrahlen gegen beide Seiten des Films 29. Ein Saugrohr 52 führt vom Unterteil .des Gefässes. 20 zur Pumpe 50. Der Steg 27 der Führungsschleife ist, wie in Fig. 1 gezeigt, ausgeschnitten, um dem Wasser freien Zutritt zur Rückseite des Films zu ermöglichen.
Ein Wa@ss@ereinla,uf <B>53,</B> der durch ein Ventil 54 (Fig. 1 und 4) regulierbar ist, kann mit einer Wasserlei- tun(-" verbunden werden, so dass Frischwa,s- ser in jeder gewünschten Menge. zugeführt -erden kann.
Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist folgende: Das Gefäss 18 wird bis zur, richtigen Höhe mit einer bekannten Entwicklungs- und Fixierlösung 18a gefüllt. Das Gefäss 19 tvird auf Bleiehe Weise mit einer Härtungs- lösung 19a gefüllt. In das Gefäss 20 wird @Va,s:er eingefüllt und die Pumpe 50 in Be trieb gesetzt, um das Wasser in Zirkulation ziz versetzen.
Der Motor 45 wird gleichfalls hmfen belassen, um die Rollen 35, 35a und 3.5b über das vorhin beschriebene Getriebe in langsame Rotation zu versetzen.
Der unentwick elte Film 29 befindet sich auf einer Rolle 60 im Magazin 34, wobei glas Ende des Films aus dem gegen Licht a!-,geschirmten Schlitz 61 herausragt. Das lIaga,zin 34 ist vom Deckel 12 abnehmbar uzid bildet eilen Teil des Photoapparates.
Die Bedienungsperson führt zuerst ein genil#ezifl langes Stück Film in die Ein- tritt:.;öffnung 32 der Führung 22 ein, um das Ende des Films in Eingriff mit der erten federnden Förderralle 35 und der Pi-Arolle 36 zu bringen, worauf die Bedie- nnn@.; .@per#on das Magazin 34 auf den Deckel lichtdicht aufsetzt, wie es in Fig. 1 gezeigt ist.
Nachdem das führende Ende des Films zwischen der langsam rotierenden nachgie bigen Ralle 35 und der Pressrolle 36 aufge nommen worden ist, wird es von diesen nach unten durch den untern Bogen gestossen und dann der ersten Führungsschlaufe 24 entlang aufwärts, wobei es der Kurve der letzteren, ohne zu knicken, folgt dank, der Führung in den Seitenschienen 28 und der winkelförmigen Lippen 30 ,sowie der Kurve selbst, welche ein seitliches Knittern verhindert.
Wenn das führende Ende des Films der rechten Seite der Schlaufe 24 entlang h.och- steigt wird es wieder durch die Antriebs rolle 35 erfa.sst. Der Film wird dann durch die erste obere Kurve<I>22a</I> der Führung 22 gestossen zu der zweiten federnden Förder- rolle 35a. Dann wird der Film auf dieselbe Weise durch die zweite Schlaufe 25 und dritte Schlaufe 26 getrieben, wobei ihn die Rollen 35a und<I>35b</I> zusammen mit ihren Pressrollen erfassen.
Nach dem Durchlaufen der Schlaufe 26 wird der Film aus einem Ansatz 22b der Führung 22 ausgestossen, von wo er zu einem geeigneten Trockner 62 geleitet werden kann. Da der Trockner 62 selbst keinen Teil der Erfindung darstellt und da .solche Tro.ek- ner allgemein bekannt sind, so ist ,seine nähere Beschreibung hierin überflüssig.
Während seines Durchganges durch die Schlaufe 24 ist der Film 29 der im Gefäss 18 befindlichen Behandlungsflüssigkeit aus gesetzt. Diese Flüssigkeit ist, wie früher erwähnt, ,ein kombinierter Fixier-Entwickler, so dass der Film entwickelt und fixiert daraus herauskommt. Die Förderrolle 35 und die Pressrolle 37 \wirken dann a,ls Quetseher und senden den grössten Teil der anhaftenden Flüssigkeit ins Gefäss 18 zurück.
Auf gleiche Weise wird der Film 29 beim Durchlaufen der zweiten Schlaufe 25 ,von der Härteflüssigkeit 19a im Gefäss 19 behandelt, während der Film in der dritten Schlaufe 26 mittels des Wassers im Gefäss 20 gewaschen wird, wobei. das Waschen durch die Einspritzung mittels Düsen 51 noch beschleunigt und verbessert wird.
Aus dem Vorangegangenen geht hervor, dass der Film fortlaufend durch die -aufein- anderfolgenden Bänder getrieben wird. Die Vorwärtsbewegung wird durch den ersten Eingriff de trockenen Films. mit der Rolle 35 erzeugt, während die Eingriffe mit den nachfolgenden Rollen eine Gleichmässigkeit der Bewegung erzeugen und den leichten Reibungswiderstand zwischen der Führung und dem Film überwinden helfen.
Die Schmierwirkung der verschiedenen Flüssig keiten an den Filmrändern und der Führung helfen ebenfalls, die Reibung auf :einen Mi nimalwert herunterzusetzen.
Bei der bevorzugten Ausführungsform, wie sie in den Fig. 1 und 2 gezeigt ist, ist die Umfangsgeschwindigkeit aller nachgie bigen Antriebsrollen dieselbe.
Bei den übli chen Filmarten ergibt die Tatsache, dass die Antriebsrollen-Eingriffe aussen bei der ersten Rolle zwischen der weichen nachgie bigen Antriebsrolle und der feuchten geschmierten emulsionsfreien Seite des Films stattfinden, die Möglichkeit eines genügenden Schlupfes zwischen Film und Rolle, so dass automatisch jede Ausdehnung oder Zusammenziehung des Films im Bade kompensiert werden kann, weshalb in den Schlaufen kein Loswerden oder Spannen stattfinden kann.
An keiner Stelle steht der Film während seiner Bearbeitung unter bemerkenswerter Spannung, wie sie im Ge- -,en3atz -dazu bei Du@rchziehverfahren auf treten, sowie in Girlanden-Apparaten , welche Gewichtsrollen und dgl. verwenden.
Den mit diesem Gebiet Vertrauten dürfte es augenfällig sein, dass die Vorrichtung selbsteinfädelnd ist und keine Vorspann- streifen aus Kinofilm benötigt. Auf diese Weise wird das mühsame Voreinfädeln von Vorspa-nnstreifen und deren Befestigung am Film vor dessen Behandlung vermieden,
sowie Idas nachherige Wegnehmen und das unerwünschte Halten abgenommener Vor- spanustreifen im Apparat, die für den nach folgenden Film zu dienen haben, wodurch viel Arbeit, Zeit und blühe gespart werden kann.
Bei seinem Durchgang durch das Fixier- Entwicklungsbad 18a erzeugt der Film mit tels seiner Emulsionsseite eine Flüssigkeits strömung durch den flachen Kanal 27a, wobei diese Strömung in Richtung der Filmbewegung, jedoch etwas langsamer stattfindet.
Die gleichmässige Wirkung der Flüssigkeit in einer langsam zirkulierenden Schicht entlang der Emulsionsseite des Films ergibt im entwickelten und fixierten Film Resultate, welche in Qualität und Gleichmässigkeit besser sind als die in einem ruhenden Bad erreichten oder in einem mit tels Luftblasen oder Wirbler oder derglei chen bewegten Bad.
Bei. früheren Filmentwicklungsverfah- men, welche getrennte Entwickler und Fixie- rer verwenden, ist eine sehr genaue Kon trolle von Zeit und Temperatur erforderlich, um eine Unter- oder Überentwicklung zu vermeiden, und diese beiden Faktoren wer den ausserdem noch durch das fortlaufende Schwächerwerden der Lösungen bceinflusst.
Beim erläuterten fortlaufenden Verfah ren, bei welchem das Entwickeln und Fixie ren auf ausgeglichene Weise in demselben Bad vorgenommen wird, verhindert die automatische Hemmwirkung das Fixiermit tels eine Überentwicklung. Die Geschwin digkeit des Films 29 wird so festgesetzt, dass eine vollständige und saubere Behand lung erfolgt, bis die Lösung ihren schwäch sten zulässigen Zustand erreicht hat. Die Geschwindigkeit kann auch weiter erniedrigt werden, wenn dies andere Faktoren als das Entwickeln und Fixieren erforderlich ma chen.
Die. Verwendung eines kombinierten Ent- wicklungs- und Fixierbades macht auch eine genaue Temip:eraturkontrolle unnötig, da diese Kombination, wenn sie richtig ver wendet wird, über einen grossen Temperatur bereich ohne grosse Abweichungen wirksam ist.
Die vorangegangene Beschreibung macht es klar, dass mittels der daxgestellten Appa- ratur eine fortlaufende Behandlung von Filmstreifen, wie, IHa.logensilber-Kinofilm oder. Mikrofilm, möglich ist, und zwar auf eine einfache Weise und mit einem Mini- inurn an Aufmerksamkeit und an Kenntnis sen der Bedienungsperson, so dass auch von verhältnismässig ungeübten Personen ausge- zeiclinete Resultate erreicht werden können.
In gewissen Fällen, wenn es erwünscht ist, spezielle Filme zu behandeln, welche ,"ta.rk schrumpfen oder sich ausdehnen, solia,ld sie von den verschiedenen Flüssig- keiten dwrchnässt werden, so dass der Schlupf zum Ausgleich zu gross wird, kann die Vor richtung mit einzeln angetriebenen Antriebs rollen 63 und 64 an der Aus- und Eintritts- seite der Führungsschlaufen an Stelle der Rollen 35, 35a und 35b versehen werden,
wie es schematisch in Fig. 5 gezeigt ist. Die nachfolgenden Antriebsrollen der Vorrich- hing können mit L:mfa.ngsgeschwindigkeiten angetrieben werden, die grösser oder kleiner sind, je nach der Zu- oder Abnahme der Filmlänge, bzw. je nach der Verlängerung oder Verkürzung des Filmstückes zwischen ihnen.
Die Geschwindigkeitsunterschiede kön nen, dabei entweder durch Veränderung des Übersetzungsverhältnisses oder durch ver- sehiedene Rollendurchmesser erzielt werden.
Obgleich ein Apparat mit drei Behand- lungAädern dargestellt wurde, wobei das erste vorzugsweise Fixier-Entwickler ent hält, so ist es doch verständlich, dass die glei- elie Konstruktion auch für Apparate zur Behandlung des Films in nur einem Bad oder irr einer grösseren Anzahl Bäder dienen kann.