Fruchtpresse. Die Erfindung bezweckt, eine Frucht presse, insbesondere zur Verarbeitung von Obst, Trauben und Beeren, zu schaffen, die das zugeführte Pressgut in einem ununterbro chenen Arbeitsgang verpresst und dadurch eine Einsparung an Arbeitskräften ermög licht.
Am gebräuchlichsten sind zwei Arten von Fruchtpressen, und zwar die Korbpres sen und die Packpressen.
Bei den Korbpressen wird das Pressgut in einen runden Korb, der aus Hartholz besteht, eingefüllt. Zwischen den Stäben ist ein klei ner Zwischenraum von 2,3 bis: 5 mm, durch welchen der Saft abfliessen kann. Bei diesen Korbpressen bildet das eingefüllte Pressgut eine ziemlich dicke Schicht, und,der Saft kann besonders aus der Mitte dieser Schicht sehr schlecht abfliessen. Die Folge davon ist, dass auch bei Anwendung starken Druckes und bei grossem Zeitaufwand keine befriedigende Ausbeute erzielt werden kann.
Bei den Packpressen wird das Pressgut in dünne Schichten von etwa 5 cm zwischen Fil tertüchern und Holzeinlagen eingefüllt. Die Presseinlagen sind so gebaut, dass der Saft- abfluss auch aus der l1itte des Stapels un gehindert vor sich gehen kann. Es werden bei einer solchen Presse 20 bis 30 solcher Schich ten übereinandergelegt und auf einmal aus gepresst.
Wenngleich bei Packpressen die Ausbeute eine fast vollständige ist, wird es (,1s Nachteil empfunden, dass das Einfüllen des Pressgutes in die Presstücher und die Herstellung bzw. das Entfernen des Stapels viel Zeit beansprucht. Ausserdem ist das stän dige Reinigen der Presseinlagen und Press- tücher sowie der schnelle Verschleiss dersel ben ein Nachteil.
Um das Arbeiten mit Packpressen zu be schleunigen, hat man auch vorgeschlagen, in der Bewegungsbahn einer ringförmigen Dreh scheibe eine kleinere oder grössere Anzahl von Packpressen kreissektorartig zur oder rings um die Mittelachse der Drehscheibe ortsfest anzuordnen.
Dies bedängte aller dings, dass die Drehscheibe für die Dauer des Pressvo:rganges jedes-mal stillgesetzt und gleichzeitig die Zufuhr des Pressgutes unter brochen werden musste, während welcher Zeit auch ausserhalb des Bereiches der Pres sen nach Entfernung der Pressrückstände das in Tücher geschlagene Pressgut auf be- stimmte Stellen der Drehscheibe gebracht wurde.
Um dies zu ermöglichen, besass einer seits die allenfalls in Form eines geschlossenen Troges ausgestattete Drehscheibe zwecks Auf nahme des Pressgutes eine doppelte Anzahl von Pressbetten, als Pressen vorgesehen sind, anderseits mussten die einzelnen Pressen zwi schen sich einen beträchtlichen Abstand be sitzen, wobei die Drehscheibe nach jedem Pressvorgang eine der Teilung der Pressbet- ten entsprechende Teildrehung vollführte.
Da, wie bereits. erwähnt, der eigentliche Pressvorgang, das Füllen der Pressbetten reit Pressgut und das Einschlagen desselben in Tücher, sowie die Entnahme der Pressrück- stände während des.
Stillstandes der Dreh scheibe vorgenommen werden musste, brachte selbstverständlich auch dieser intermittie- rende Betrieb grosse Zeitverluste mit sich.
Es gibt auch ausser diesen. Korb- und Packpressen eine sogenannte kontinuierliche Presse, bei welcher das Pressgut durch eine umlaufende Schnecke in einen Zylinder hin- eingepresst wird. Der Zylinder hat einen sieb artigen Mantel, aus welchem der Saft aus treten kann. Das ausgepresste Pressgut wird dann vorn durch eine- kleine Öffnung hin ausgedrückt.
Diese Pressen haben sich jedoch ,in keiner Weise bewährt, da sie keinen kla ren Saft liefern und besonders bei Verarbei- tung von Äpfeln-und Birnen in keiner Weise befriedigen.
Den Gegenstand der Erfindung bildet nun eine Fruchtpresse, welche den Mängeln der voraufgezählten Fruchtpressen unter Ver einigung deren Vorteile dadurch aus dem Wege geht, .dass längs einer in sich ,geschlos senen Pressrinne für das Pr.essgut, ummittel= bar nebeneinanderlie.gend, eine Anzahl von Presskolben angeordnet sind, die samt der Rinne in dauernden Umlauf setzbar sind und während jedes Umlaufes:
aufeinanderfolgend auf dass Pressgut zur Einwirkung gelangen. Da weiter das Pressgut der Pressrinne im endlosen Strom selbsttätig zugeführt wird und auch die Entnahme des Tresters fort laufend erfolgt,
wird das Pressgut ohne be sondere Mitwirkung menschlicher Arbeitb- kräfte in einem kontinuierlich fortschreiten den Arbeitsgang bei ständigem Abfliessen des Saftes verarbeitet. Da keine Presseinla- gen und Presstücher erforderlich sind, lässt sich der Pressvorgang in hygienischer Hin sicht vollkommener durchführen.
Auf der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des ErfindungsgegenStan- des zur Darstellung gebracht, und zwar zeigt Fig. 1 die Fruchtpresse in Draufsicht und Fig. 2 im aufrechten Längsschnitt. Die Fig. 3 veranschaulicht schematisch den Verlauf des Pressvorganges,
Die Fruchtpresse besitzt eine nach einer Kreislinie oder einem Vieleck verlaufende Pressrinne 1 von etwa 3 m Durchmesser und ungefähr '50 cm Breite, die der gleichmässi gen Aufnahme- des Pressgutee in einer Schichthöhe von etwa 5 cm dient, Mit dieser Rinne 1 arbeitet nun eine Vielzahl von Press- stempeln 2, und zwar derart zusammen,
dass Stempel _ an Stempel zu liegen kommt und derart das Pressgut lückenlos erfasst wird. Um dies zu erreichen, sind längs des Innen randes der Pressrinne 1 ummittelbar aneinan- derschliessend Vertikalpressen (in Fig. 1 nur fünf dargestellt) mit ihren ausladenden Stän dern 5 vorgesehen,
die je in oberhalb der Pressrinne 1 befindlichen Vertikalzylindern 4 die durch ein geeignetes Treibmittel, z. B. 01, betätigten Kolben 3 der Pressstempel 2 aufnehmen. An Stelle, einzelner Ständer 5 könnten die Zylinder 4 auch in einem ein heitlichen, kreisförmig gestalteten Ständer block untergebracht sein.
Diese Ständer 5 stehen mit der Pressrinne 1 in starrer Verbin dung und können sich gemeinsam mit ihr um eine aufrechte Mittelsäule 12 im greise drehen, zu welchem Behuf4 unterhalb der Ständer 5 bzw. Pressrinne 1 Räder 6 in einem der Übersichtlichkeit halber , nicht veran schaulichten Trag- und Fahrgestell gelagert sind. -Letzteres wird beispielsweise durch einen ortsfest angeordneten Motor, der auf einen konzentrisch zur Mittelsäule 12 gele genen Zahnkranz des.
Fahr- und Traggestel les wirkt, in Bewegung gesetzt. Die Versor gung der umlaufenden: Zylinder 4 mit dem T'reibmi-Hel kann beispielsweise von der Mit telsäule 12 aus erfolgen, indem auf der un- mittelbar als Treibmittelbehälter ausgebilde ten Mittelsäule 12 ein Verteilerring 13 dreh bar sitzt,
der einerseits mit dem Treibmittel- behälter in der Mittelsäule 12, anderseits über Rohrleitungsstücke 8 mit den einzelnen Zylindern 4 in Verbindung steht.
Die sich aus der Drehung des Verteilerringes 13 um die Mittelsäule 12 ergebende Relativbewegung zwischen diesen beiden Teilen kann in ein facher Weise zur Steuerung der Kolben 3 ausgenützt werden, wenn. im. Mantel der Mit- telsäule 12 entsprechend bemessene Schlitze für die Zuführung des Treibmittels zu den einzelnen Zylindern 4 bzw.
zum Abfluss des Treibmittels aus ihnen derart angeordnet werden, dass die Kolben 3 der Pressstempel 2 bei der Drehung der Pressanlage im Pfeil sinn sich vor Erreichen einer Zuführungs rinne 9 für das Pressgut heben, hinter der selben jedoch wieder abgesenkt werden.
Das Pressgut fliesst daher der Frucht presse im ununterbrochenen Strome mit Hilfe der geeigneten Einfüllrinne 9 zu, die an der jenigen Stelle der Fruchtpresse ortsfest an gebracht ist, an welcher die Kolben 3 der bei ihrer Drehung vorbeiwandernden Verti kalpressen vollständig angehoben .sind. Da mit beim Einfüllen selbsttätig eine gleich mässige Ausbreitung des - Pressgutes stattfin det, ist das. vordere Stirnende der Einfüll- rinne 9 schräg abgeschnitten. Selbstverständ lich könnte die Einfüllrinne 9 auch durch ein endloses Förderband ersetzt sein.
Für den Abfluss des, ausgequetschten Fruchtsaftes stnlit eine unterhalb der Pressrinne 1 befind liche, ebenfalls ortsfeste Auffangrinne 10 zur Verfügung, wobei gleichmässig verteilte Öffnungen 11 im Boden der P'ress.rinne 1 das Abfliessen des Saftes in die Auffangrinne 10 ermöglichen. Durch eine weitere, knapp vor der Zuführungsrinne 9 vorgesehene Abführ- rinne (nicht dargestellt) wird der Trester selbsttätig aus der Pressrinne 1 entfernt.
Die Wirkungsweise der Fruchtpresse ist folgende: Das laufende Nachfüllen der auszupres senden Früchte wird durch die Einfüllrinne 9, und zwar dort bewerkstelligt, wo die mit der Pressrinne 1 an der Einfüllrinne 9 im Gregenuhrzeigersinn sich vorbeibewegenden Kolben 3 bzw. Pressstempel 2 sich in ihrer Höchstlage befinden (Stellung a) und daher für die Einfüllrinne 9 kein Hindernis dar stellen.
Jeder Kolben 3 beginnt, sobald er die Einfüllrinne 9 passiert hat, ,sich unmit telbar hinter derselben abzusenken, um etwa in der Stellung b auf die Fruchtschicht zur Einwirkung zu gelangen. Mit anfänglicher Verstärkung dauert .sodann der Kolben- druck bis zur Stellung c an, uni dort erst infolge des sich wieder zurückziehenden Kolbens 3 aufzuhören.
Etwa im Bereiche d hat sich der Kolben 3 so weit von der Press- rinne 1 entfernt, dass die Abfuhr der Press- rückstände aus der P'ressrinne 1 an dieser Stelle laufend erfolgen kann,.
Da sich der nur für einen Kolben 3 bzw. Pressstempel 2 durchbesprochene Pressvorgang für die an dern Kolben 3 bzw. Pressstempel 2 in voll kommen übereinstimmender Weise abspielt, werden im Bereiche b bis. c eine Anzahl von Pressstempeln 2 gleichzeitig und gleichmässig auf das Pressgut wirksam sein, wodurch ein seitliches Ausweichen des Saftes verhindert und somit ein praktisch restloses Auspressen der Früchte ermöglicht wird.