Verfahren zur Herstellung eines Azofarbstoffes. Es, ist bekannt, dass man wertvolle Farb stoffe in Substanz oder Färbungen auf Zellu- losefa:
sern erzeugen kann, wenn man alka lische Lösungen solcher Arylide der 2,3- Oxynaphthoesäure, deren Aryl.idrest sich vom 2-Naphthylamin ableitet, mit diazotier- ten aromatischen Aminen, die keine löslich machenden Gruppen besitzen, kuppelt (siehe die DRP. Nr. 256999, 293897 und 402623).
Es ist ebenfalls bekannt, dass man in gleicher Weise wertvolle Farbstoffe und Fär bungen erhält, wenn man an Stelle des ss-1 aphthylamids der 2,3-Oxynaphthoesäure so'_che Arylide dieser Säure verwendet, deren Arylidrest sich von einem eine iMr ethoxy- gruppe enthaltenden ss-Naphthylamin ablei tet (DRP. Nr.
470537, Arylid des- 2,3-Me- thoxynaphthyla.mins, und DRP. Nr. 582966, .@rylide des 9,6-Hethoxynaphthylamins).
Es wurde nun gefunden, da_ss man zu sehr ,wertvollen Farbstoffen gelangen kann, wenn man diazotierte aromatische Amine, wie sie zur Herstellung von Eisfarben gebräuchlich sind, in Substanz oder auf einem Substrat mit solchen 2,3 - Oxynaphthoesäureuryliden kuppelt, die als Arylidrest den Rest -eines ?-Na.phthylamins enthalten, das -weiterhin durch eine Alkoxygiuppe und ein Halogen atom substituiert ist.
Solche halogen- und gleichzeitig alkoxysubstituierte 2-Naphthyl- amine und ihre 2,3-Oxynaphthoesäurearylide sind bisher nicht bekannt geworden.
Als für die Herstellung von Eisfarben geeignete Diazoverbindungen können belie- bige, von löslichmachenden Gruppen freie diazotierte Amine einschliesslich tetrazotier- ter Diamine verwendet werden.
Als Arylide der 2,3-Oxynaphthoesäure kommen beispiels weise solche in Betracht, die sich von 2- Amino-5-halogen-6-alkoxynaphthalinen oder von 3-Amino-l-halogen-2@alkoxynaphthalinen ableiten, wobei als, Halogen beispielsweise Chlor und als. Alkoxygruppen beispielsweise Methoxy- und Athoxygruppen in Betracht kommen.
Die gemäss diesem Verfahren erhaltenen Farbstoffe besitzen gegenüber vergleichbaren bekannten Farbstoffen, die sich von andern 2-Naphthylamiden der 2,3-Oxynaphthoesäure ableiten, verschiedene Vorteile. Durch Varia tion der Diazokomponente kann ein bemer kenswert grosser Bereich von Farbtönen über deckt werden, wobei hervorzuheben ist, dass auch wertvolle Brauntöne mit einfachen Di- azokomponenten erhältlich sind.
Ferner ist bei der Herstellung der Farbstoffe auf der Faser die starke Affinität der verwendeten Arylide sehr vorteilhaft.
Die zur Herstellung der neuen Arylide benötigten Ilalogenalkoxy-ss-naphthylamine können nach verschiedenen Methoden und auf verschiedenen Wegen dargestellt werden.
Beispielsweise können solche erhalten werden durch Nitrieren von halogenierten Alkoxy- naphthalinen, Abtrennen der nicht gewünsch ten Isomeren von den gewünschten und Re duktion der Nitrobg-ruppe, oder durch Halo genieren alkoxylierter Acyl-ss-naphthylamine oder endlich durch Hofmannschen Abbau von halogenierten Alkoxynaphtha-lin-f-car- bonsäuren.
Die Herstellung der neuen Arylide selbst erfolgt nach bekannten üblichen Verfahren. Gegenstand des vorliegenden Patentes ist ein Verfahren zur Herstellung eines Azofarb- stoffes= durch Vereinigen von diazotiertem 4-Chlor-2-amino-l-methylbenzol mit 2-(2',3'- Oxynaphthoyl - amino)
- 5-chlor - 6 -methoxy- naphthalin.
Der neue Farbstoff stellt ein dunkelrotes Pulver dar, das in Wasser und 01 unlöslich ist. Im graphischen Druck gibt er auf Papier rotbraune Töne von sehr guter Echtheit.
Beispiel: Man diazotiert in bekannter Weise 141,5 Teile 4-Chlor-2-amino\1-methylbenzol in salz saurer Lösung und lässt die filtrierte, mit Natriumacetat abgestumpfte Diazolösung in eine Suspension von 377,5 Teilen 2-(2',3' Oxynaphthoyl) - amino =, 5 -chlor - 6 -,methoxy- naphthalin einlaufen,
die man bereitet hat durch Lösung von 377,5 Teilen des genann ten Arylides der 2,3-Oxynaphthoesäure in 200 Teilen 30%iger Natronlauge, 1200 Tei len warmem Wasser, 1200 Teilen Alkohol, Verdünnen mit kaltem Wasser auf 10 Liter und Ansäuern mit Essigsäure. Es tritt unter Rotfärbung Kupplung und Bildung des un löslichen Farbstoffes ein.
Nach beendeter Kupplung wird der Farbstoff abfiltriert, gut gewaschen und getrocknet.
Das 2-(2',3'-Oxynaphthoylamino)-5-ahlor- 6-methoxynaphtha.lin kann wie folgt herge stellt werden: 192,5 Teile 1-Chlor-2-methoxynaphthalin werden in 250 Teilen Chlorbenzol unter Er wärmen gelöst.
Bei etwa 40 bis 60 :lässt man langsam 200 Teile 65 % ige Salpetersäure zu tropfen und sorg durch äussere Kühlung, dass die Temperatur nicht wesentlich höher steigt. Wenn alles erkaltet ist, gibt man etwa 500 Teile Wasser hinzu,
filtriert den kristal- lisiert abgeschiedenen Anteil der Nitrierung ab und wäscht ihn mit Wasser neutral. Dann extrahiert man ihn noch mit der zehnfachen Menge seines Gewichtes an Äthylalkohol sie dend heiss und filtriert das Ungelöste wieder ab. Diese ungelöste Verbindung stellt das 6 - Nitro -1- chlor-2-methoxynaphthalin dar.
(Gelbe Nädelchen vom Smp. 181 bis 18ä .) Zur Reduktion trägt man diese Nitroverbin dung in eine Reduktionsbrühe ein, die man bereitet hat durch Verrühren der gleichen Menge Eisenpulver in der zehnfachen Menge Alkohol und einem Zehntel Salzsäure und eine Viertelstunde langes Kochen unter Rüh ren und Rückf lusskühlung. Das Eintragen des Nitrokörpers erfolgt langsam innert etwa 2 bis 3 Stunden,
und hernach wird noch etwa 12 bis 16 Stunden unter Rühren und Rückflusskühlung gekocht. Hierauf gibt man eine solche Menge Natriumcarbonat zu, die zwei Dritteln der Salzsäuremenge entspricht, und filtriert nach 10 Minuten bei Siedehitze. Beim Eindampfen der alkoholischen Lösung kristallisiert das 5-Chlor-6-methoxy-2-amino- naphthalin in violettgrauen bis weissen Nä- delchen und Prismen vom Smp. 118 bis 1190.
Die Kondensation dieses neuen Chlor- methoxynaphthylaminss mit 2,3-Oxynap4tho:e- säure erfolgt nach üblichen und bekannten Verfahren. Das 2-(2',3'-Oxynaphthoy'amino)- 5 - chlor - 6 - methoxynaphthalin bildet fast weisse, schwach gelblichgraue, körnige Kri stalle vom Smp. 274 bis 276 .