CH258290A - Verfahren zur Verbesserung der Verarbeitungsfähigkeit von eiweissreichen Leguminosen-Samen, insbesondere von Sojabohnen. - Google Patents
Verfahren zur Verbesserung der Verarbeitungsfähigkeit von eiweissreichen Leguminosen-Samen, insbesondere von Sojabohnen.Info
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Description
Verfahren zur Verbesserung der Verarbeitungsfähigkeit von eiweiireichen Leguminosen-Samen, insbesondere von Sojabohnen. Bekanntlich ist man in neuerer Zeit viel faeh auch dazu übergegangen, Leguminosen durch eine Verarbeitung zu Mehl, Röstmehl oderFlockeneiner nahrungsmitteltechnischen Aufschliessung zu unterwerfen; bei der Soja kommt zu diesen Verarbeitungsweisen noch die in Ostasien seit Jahrhunderten übliche Vermilchimg.
Die Erfindung betrifft :ein Verfahren, das jeder der genannten Verarbeitungen voran geschaltet werden kann und welches einer seits die Verarbeitbarkeit der Leguminosen und anderseits den Geschmack bzw. die Ver- daulichkeit der damaus hergestellten Produkte erheblich verbessert. Nach der Erfindung werden :die keimfähigen Samen z.
B. von Bohnen, Soja, Lupinen bei normaler Tempe- tur einem Quellprozess in einer wässerigen alkalischen Lösung unterworfen, deren PH-Wert über 10 liegt. Es hat sich gezeigt, dass hierbei ein fermentativer Eiweissabbau stattfindet, bei dem sich ganz besonders leicht verdauliche Eiweissabbauprodukte bil den. Dabei nimmt :der pH-Wert der Lösung fortschreitend ab und nähert sich allmählich dem Neutralwert.
Nach Beendigung dieses Quellvorganges können die Samen von anhaftenden Lauge eesten befreit werden. Sie können anschlie ssend in üblicher Weise weiter aufgearbeitet. werden. Für die Herstellung von Mehlen werden sie zweckmässig zunächst vorsichtig wieder bis zur Mahlfähigkeit getrocknet.
Für die Herstellung von Flocken kann das sorgsam gewaschene und zweckmässig ge schälte Quellgut unmittelbar auf die Trocken walze aufgetragen werden, deren Temperatur man hierbei jedoch vorzugsweise nicht über <B>100</B> bis 120 C wählt.
Als .Quellflüssigkeit kann z. B. schwache Natron- oder Kalilauge vom p$=10-13 oder auch eine etwa 1%ige Soda- bzw. Pott- a -chelösung dienen. Die Benützung einer Pottaeohel'ösung bringt geschmacklich die günistigsten Ergebnisse.
In der erfindungsgemässen Weise behan delte Sojabohnen eignen sich besonders zur Herstellung von Sojamilch. Für diesen Zweck pflegte man bisher die Soja zunächst in Neu tralwasser anzuquellen, dann mit reichlich Wasserzugabe nass zu vermahlen und schliess liich für die hierbei im kreislaufartig immer wiederholten Vemmahlungsvo@rgang entste hende Emulsion durch Aufkochen zu stabi- fisieren und von den als:
Pulpe zurück- bleibenden festen Bestandteilen abzuseihen. Dieses Verfahren ist ziemlich mühselig, da es nur durch zahlreich wiederholte und zur Vermeidung unerwünschter Oxydations erscheinungen unter steter Wasserbedeckung durchgeführte Mahlvorgänge gelingt, einen lohnenden Anteil der Tro-ckens.ubstanz in die milchartige Emulsion zu überführen.
Behandelt man Sojabohnen z. B. mit der 21/zfaohen Menge einer Lauge vom pH-)Vert 12-13, so sinkt dieser pH-Wert der Lösung binnen 6 bis 8 Stunden auf etwa. 7.
Bei der versuchsweisen Vermilchung so behandelter Sojabohnen gingen etwa 38 bis 40<B>%</B> der Trockenmasse in, die Emulsion über, wäh rend sich bei dem gleichen (verhältnismässig geringen) Vermahlungsgra,d aus einer mit Neutralwasser angequollenen Vergleichsprobe nur 18 bis 9-0/'Ö der Trockenmasse in der Milch wiederfanden.
Die verschiedenen Leguminosenarten bzw. -sorten verhalten sich bei der erfindungsge- mässen Behandlung nicht gleich. Es empfiehlt sieh, die Bedingungen (Menge und Alkalitäts- grad des Quellwassers, Quellzeit) so zu wählen, dass das, Quellwasser am Ende der Quellzeit praktisch neutral (p$=7,5-7) ist.
Das erfindungsgemässe Vendahren führt gleichzeitig zu einer Herabminderung des typischen Leguminosengeschmackes und zu einer weitgehenden Entbitterung. Es zeigte sich z.
B., dass die bei der Vermilchung von erfindungsgemäss behandelten Sojabohnen übrigbleibende Pulpe praktisch neutralen Geslchmack besitzt und infolgedessen eben sogut zu süssen (Marzipanersatz) wie zu salzigen Kostformen weiterverarbeitet werden kann.
Beispiele: 1. Es werden 100 kg Süsslupinen in 300 Liter n/10 NaOH-Lösung 24 Stunden angequollen, dann geschält und sorgsam ge waschen. Wenn man die so behandelten Lu pinen in feuchtem Zustande auf einen mit Dampf von 2,5 atü Druck beheizten Walzen- trocknem gibt, so entsteht eine von der Rest bitterkeit der Süsslupine praktisch befreite,
leicht verdauliche und küchentechnisch -viel seitig verarbeitungsfähige Flocke.
2. Es werden 100 kg Soja. mit 250 Litern einer 1 %igen Pottaschel'ösung zum Quellen angesetzt. Nach 8 bis 12 Stunden haben sie etwa 120 Liter Quellwasser aufgenommen und die riestliche Lösung zeigt einen PH- Wert von etwa B. 'Die Soja wird dann aus dem überschüssigen Quellwasser herausge hoben, geschält und durch Abbrausen von den letzten Resten anhaftender Lauge befreit.
Die so behandelten Sojabohnen lassen sich in eine sehr eiweissreiche Milch von guter Ver- daulichkeit und nicht bitterem Geschmack sowie in eine fast weisse, neutral schmeckende Pulpe überführen.
3. Es werden 100 kg Gartenbohnen in 250 Litern einerl1 %igen Sodalösung 24 Stun den angequollen, dann herausgehoben, bei 60 C im. Luftstrom bis. auf einen Feuchtig keitsgehalt von etwa<B>30%</B> entwässert sowie anschliessend auf der Darre bei etwa 40 C mahltrocken gemacht.
Aus solchen Bohnen hergestelltes Bohnenmehl ergibt besonders wohlschmeckende Suppen und ist wesentlich leichter verdaulich als normales Bohnenmehl.
Es ist zwar bekannt, Bohnen oder Erbsen beim Kochen Soda zuzusetzen. Hierbei tritt jedoch an die Stelle des fermentativen Ei weissabbaues eine Hydrolyse, bei der wich tige Eiweissabbauprodukte (Cystin, hZethio- ninr) zerstört werden. Bei dem erfindungs gemässen Verfahren, dass eine Zerstörung de:" Fermente verme#.det, bleiben diese wichtigen Eiweissbausteine erhalten.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Verbeeserung der. Verar beitungsfähigkeit von eiweissreichen Legu- minosensamen, insbesondere von Sojabohnen. dadurch gekennzeichnet, da.ss die keimfähigen Samen zwecks Quellung und Abbau des Ei weisses bei, normaler Temperatur in einer wässerigen alkalischen Lösung gequollen werden, deren pH-Wert über 10 liegt. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, da,ss so. gearbeitet wird.dass der pH-Wert der Lösung am Ende der Quel'lzeit einen Wert von 7,5-7 besUzt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, da.ss das Anquellen in einer Lösung von Kaliumkarbonat vorgenom men wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch zur Herstellung eines Ausgangsproduktes für die Gewinnung von Sojamilch, dadurch gekenn zeichnet, dass die alkalisch angequollenen Sojabohnen nach Abgiessen .des Quel'lwasaers mit frischem Wasser gewaschen werden.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH258290T | 1946-10-17 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH258290A true CH258290A (de) | 1948-11-30 |
Family
ID=4472556
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH258290D CH258290A (de) | 1946-10-17 | 1946-10-17 | Verfahren zur Verbesserung der Verarbeitungsfähigkeit von eiweissreichen Leguminosen-Samen, insbesondere von Sojabohnen. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH258290A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0449396A1 (de) * | 1990-02-26 | 1991-10-02 | Eckhard Bremer | Verfahren zur Herstellung einer proteinhaltigen Lupinenmilch, Verfahren zu deren Weiterverarbeitung sowie ein danach herstellbares tofuähnliches Lebensmittel |
-
1946
- 1946-10-17 CH CH258290D patent/CH258290A/de unknown
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0449396A1 (de) * | 1990-02-26 | 1991-10-02 | Eckhard Bremer | Verfahren zur Herstellung einer proteinhaltigen Lupinenmilch, Verfahren zu deren Weiterverarbeitung sowie ein danach herstellbares tofuähnliches Lebensmittel |
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