CH259416A - Verfahren zur Herstellung von permanent versteiften Wäschestücken. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von permanent versteiften Wäschestücken.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von permanent versteiften Wäschestücken. Die übliche Herstellung von permanent versteiften Wäschestücken besteht darin, dass man zwischen den aus gewöhnlichem, das heisst nicht klebefähigem Textilmaterial beste lenden Aussenschichten des Wäschestückes eine Einlageschicht anordnet, die klebefähiges Material enthält. Als besonders geeignet hat sich für diesen Zweck eine Einlageschicht, die Zelluloseacetat enthält, erwiesen. Aber auch andere klebefähige Zelhilosederivate oder son stige Stoffe, die durch Einwirkung von ge eigneten Lösungsmitteln und/oder Wärme klebefähig werden, können Anwendung finden.
Die Herstellung der permanent versteiften Wächestücke erfolgt gewönhlieh so, da.ss die fertig zugeschnittenen und zusammengenähten Wäschestücke, z. B. ein Kragen, der Einwir kung eines geeigneten Lösungsmittels unter worfen werden. Hierdurch wird das in der Einlageschicht enthaltene klebefähige Mate rial, z. B. Zelluloseacetat, klebrig, und die eigentliche Verklebung des mehrschichtigen Materials erfolgt daran anschliessend unter Wärme- und Druckeinwirkung, wobei dann das erwähnte Lösungsmittel wieder verdampft.
Durch die Verklebung des mehrschichtigen Materials tritt eine gegenseitige Fixierung der Lage der einzelnen Schichten ein, was die so genannte permanente Versteifung des Wäsche stückes herbeiführt.
Wenn eine Einlageschicht Anwendung findet, bei der nur ein Teil der Schuss- und/oder Kettenfäden aus klebefähigem Ma terial, z. B. Zelluloseacetat, besteht, so kann man erreichen, dass die erwähnte Verklebung des mehrschichtigen Materials nur an einzel nen diskreten Punkten eintritt, wodurch er reicht wird, dass die Porosität des Wäsche stückes durch die permanente Versteifung nicht wesentlich herabgemindert wird.
Bei den in der Praxis am meisten ange wandten Verfahren zur Herstellung perma nent versteifter Wäschestücke werden solche Lösungsmittel für das klebefähige Material der Einlageschicht verwandt, die schon in der Kälte wirken, z. B. im Falle einer zellulose- acetathaltigen Einlageschicht A.eeton. Ein der artiges schon in der Kälte wirkendes Lösungs mittel ist im folgenden als aktives Lösungs mittel bezeichnet.
Wenn ein derartiges ak tives Lösungsmittel zur Anwendung gelangt, muss die Verklebung des mehrschichtigen Ma terials durch Wärme- und Druckwirkung möglichst unmittelbar anschliessend an die Befeuchtung des mehrschichtigen Materials mit dem aktiven Lösungsmittel erfolgen, da einerseits die aktiven Lösungsmittel leicht flüchtig sind und anderseits bei längerer Ein wirkung des aktiven Lösungsmittels Verluste an klebefähigem Material zu befürchten sind.
Es ist auch schon vorgeschlagen worden, für die permanente Versteifung von Wäsche stücken solche Lösungsmittel für das klebe fähige Material anzuwenden, die erst in der Wärme wirken. Derartige, im folgenden als latente Lösungsmittel bezeichnete Lösungs mittel haben eine viel geringere Affinität zit den klebefähigen Materialien als die aktiven Lösungsmittel, und dies macht, insbesondere wenn die latenten Lösungsmittel in Form von Lösungen, die Verdünnungsmittel enthalten, Anwendung finden, eine längere Einwirkungs dauer des latenten Lösungsmittels auf das mehrschichtige Material notwendig.
Während also die Anwendung aktiver Lösungsmittel ein schnelles Arbeiten, das heisst die Vornahme der Wärme- und Druckeinwirkung auf das angefeuchtete Material unmittelbar im An schluss an die Anfeuchtung notwendig macht, hat die Anwendung latenter Lösungsmittel eine Verzögerung des Arbeitsganges durch die notwendige verlängerte Einwirkungsdauer des latenten Lösungsmittels auf das mehr- sehichtige Material zur Folge.
Schliesslich finden sich auch schon Anga ben, dass man für die permanente Versteifung von Wäschestücken Lösungsmittelgemische an wenden kann, die sowohl aktive als auch la tente Lösungsmittel enthalten.
Bei der Wahl der Zusammensetzung derartiger Lösungs- mittelgemische hat man aber bisher nicht d arauf geachtet, dass es vorteilhaft ist, das Mengenverhältnis zwischen den aktiven Lö sungsmitteln einerseits und den latenten Lösungsmitteln anderseits so zu bemessen, dass die erwähnten Nachteile, die mit der einen und der andern Gruppe von Lösungsmitteln verbunden sind, in -Wegfall kommen.
Durch das erfindungsgemässe Verfahren wird nun erreicht, dass das erzielte Ergebnis der permanenten Versteifung im Gegensatz zu den vorbekannten Verfahren in weiten Grenzen unabhängig davon wird, ob die end gültige Verklebung durch Wärme- und Druck- wirkung kurz nach der Befeuchtung oder erst erheblich später erfolgt.
Während bei der An wendung eines aktiven Lösungsmittels allein nur dann gute Ergebnisse erzielt werden, wenn die Verklebung durch Wärme- und Druck einwirkung unmittelbar im Anschluss an die Befeuchtung mit dem aktiven Lösungsmittel erfolgt, weil bei längerer Einwirkungsdauer des aktiven Lösungsmittels Verluste an dem klebefähigen Material eintreten beziehungs weise während einer Pause zwischen Befeuch ten und Pressen das Lösungsmittel verdampft, und während bei der Anwendung eines laten ten Lösungsmittels eine länger dauernde Ein wirkung des latenten Lösungsmittels notwen dig ist,
damit ausreichende Mengen des laten ten Lösungsmittels von dem klebefähigen Material aufgenommen werden, ergibt sich bei der Anwendung des erfindungsgemässen Ver fahrens, dass innerhalb weiter Grenzen gleich gute Resultate erzielt werden, unabhängig von , der Einwirkungsdauer des Lösungsmittels und der Wartezeit zwischen Befeuchten und Pressen.
Bei dem erfindungsgemässen Verfahren findet zur Überführung des klebefähigen Ma terials in der Einlageschicht in den klebefähi gen Zustand ein Lösungsmittelgemisch An wendung, das ein aktives Lösungsmittel und ein latentes Lösungsmittel enthält, wobei die Menge des aktiven Lösungsmittels nicht grösser als 10 % ist. Ausserdem kann das Lösungs- mittelgemisch noch ein Verdünnungsmittel enthalten.
Bei richtiger Wahl der Art und der Menge der einzelnen Komponenten lässt sich, wie schon ausgeführt, erreichen, dass in nerhalb weiter Grenzen das bei der permanen ten Versteifung erzielte Ergebnis unabhängig von der Einwirkungsdauer des Lösungsmittel gemisches auf das zu verklebende mehrschich tige Material und der Wartezeit zwischen Be feuchten und Pressen des letzteren wird.
Im Falle der Anwendung von Zellulose acetat als klebefähiges Material haben sieh folgende aktive Lösungsmittel als besonders> geeignet erwiesen: Aceton und Methylacetat.
Als geeignete latente Lösungsmittel für Zelluloseacetat seien die folgenden genannt Triacetin, Benzylalkohol, Tetrahydrofurfuryl- a.lkohol.
Als Verdünnungsmittel kommen in erster Linie Methylalkohol und Äthylalkohol in Be tracht. Die erfindungsgemässen Mischungen können aber auch gewisse Mengen Wasser enthalten, ohne dass hierdurch ungünstigere Ergebnisse erzielt werden.
Folgende Mischungsverhältnisse haben sieh bei Anwendung der im vorstehenden ange gebenen aktiven Lösungsmittel, latenten Lö sungsmittel und Verdünnungsmittel als gün stige Resultate liefernd erwiesen:
EMI0003.0003
aktive <SEP> Lösungsmittel <SEP> 7i/.,-10
<tb> latente <SEP> Lösungsmittel <SEP> 12i/."-20
<tb> Verdünnungsmittel <SEP> 70-80 Diese Mischung kann wasserfrei sein oder bis zu 15@ Wasser enthalten. Der Gehalt an dem als hauptsächliches Verdünnungsmittel angewandten Methyl- oder Äthylalkohol kann zwischen 60 und 70% liegen.
Ein verhältnismässig hoher Wassergehalt wirkt sieh insofern ungünstig aus, als die Trocknung des mehrschichtigen Materials bei der Wärme- und Druckeinwirkung verzögert. wird; daher wird man meistens nicht den maximal zulässigen Wassergehalt von 15 anwenden. Ferner hat sieh gezeigt, dass es vorteilhaft, ist, den Gesamtgehalt, an Verdün nungsmitteln riieht bis zu der maximal zu lässigen (grenze von 80% zu steigern, sondern nur etwa 75%' Verdünnungsmittel anzu wenden.
Im obigen Beispiel ist bei dem aktiven Lösungsmittel die genaue Einhaltung der an gegebenen (Trenze von 71; " bis 10 % ngtwendig. Bei der Wahl grösserer Konzentration an ak tiven Lösungsmitteln besteht die Gefahr, dass sieh eine zii lange Einwirkungsdauer des Lö sungsmittels ungünstig auf das erzielte Er gebnis auswirkt, während die Wall. zu gerin gerer Konzentration an aktiven Lösungsmitteln eine Verlängerung der Einwirkungsdauer des Lösungsmittelgemisehes notwendig macht.
Bei Einhaltung der vorstehend angegebenen Werte ist innerhalb weiter Grenzen das erzielte Er gebnis von der Einwirkungsdauer des Lösungs- mittelgemisehes unabhängig. Zum Beispiel wurden praktisch gleich gute Ergebnisse er zielt, wenn die Einwirkungsdauer nur eine Minute betrug oder wenn sie 60 Minuten war.
Die erfindungsgemässe Anwendung eines Lösungsmittelgemisclies, das aktive Lösungs mittel einerseits und latente Lösungsmittel anderseits enthält, macht eine erhebliche Ver- einfachung des Arbeitsganges möglich. Wäh rend bei der Anwendung von aktiven Lösungs mitteln allein gewöhnlich eine sogenannte Feuehtpresse notwendig ist, auf der das Wäschestück eine genau bemessene kurze Zeit der Einwirkung des Lösungsmittels ausgesetzt ist, worauf es dann unmittelbar in die soge nannte Warmpresse gelangt, und während bei der Anwendung latenter Lösungsmittel eine lange Einwirkungsdauer des Lösungsmittels erforderlich ist und verzögernd auf den Be trieb wirkt, kann bei der Ausführung des er findungsgemässen Verfahrens wie folgt ge arbeitet werden:
In einem beliebigen Behälter wird ein Bündel der permanent zu versteifenden Wäsehestüeke, z. B. Kragen, in das zur An wendung gelangende Lösungsmittelgemisch eingelegt. Nachdem sieh die Wäschestücke mit dem Lösungsmittelgemiseh vollgesaut haben, werden sie von dem überschüssigen Lösun gs- mittelgemisch befreit, z. B. durch Zentrifugie ren oder Mangeln. Ein Verlust an klebefähigem Material aus der Einlageschicht der Wäsche stücke tritt infol--e des verhältnismässig gerin gen Gehaltes an aktiven Lösungsmitteln hierbei nicht ein.
Die auf diese Weise in grossen oder kleinen Bündeln oder auch einzeln befeuchte ten Wäsehestüeke können demgemäss in belie biger Reihenfolge und einem den Verhältnis sen im Betrieb angepassten Arbeitstempo aus dem Behälter genommen, einzeln oder bündel weise siitfeueht.et und schliesslich gepresst werden. Dabei können die Befeuchtungszeiten lind die Wartezeiten zwischen den drei er wähnten Arbeitsgängen: Befeuchten, Ent feuchten, Pressen, der Betriebslage en.tspre- ehend variiert. werden, ohne dass die Qualität des Endproduktes durch diese Variationen beeinflusst würde.
In der Warmpresse wird hierbei unter den üblichen Bedingungen ge arbeitet, z. B. bei einer Temperatur von 150 C und unter Anwendung eines Pressdruekes von 1? bis 2 Atmosphären.
Ausser den im vorstehenden ausdrücklich erwähnten aktiven Lösungsmitteln und laten ten Lösungsmitteln können auch noch andere hierfür geeignete Stoffe sowohl als aktive Lösungsmittel als auch als latente Lösungs mittel Anwendung finden. Als latente Lösungs mittel seien z. B. Dimethylglykolphtalat, Di- methylphtalat, Dibutyltartrat und andere s ähnliche Verbindungen genannt.
Bei der An wendung anderer klebefähiger Materialien als Zelluloseacetat kommen ausserdem noch andere geeignete aktive Lösungsmittel und la tente Lösungsmittel in Betracht.
Claims (1)
- PATEi\TTANSPRUC'H Verfahren zur Herstellung permanent ver steifter Wäschestücke unter Anwendung zweier aus gewöhnlichem, nicht klebefähigem Textilmaterial bestehenden Aussenschichten und einer klebefähiges Material enthaltenden Einlageschicht, die durch Einwirkung von Lösungsmitteln und Wärme und Druck mit einander verklebt werden, dadurch gekenn zeichnet, dass das mehrschichtige Material in einem Lösungsmittelgemisch angefeuchtet wird, das ein schon in der Kälte wirkendes (sogen. aktives) Lösungsmittel und ein erst in der Wärme wirkendes (sogen.latentes) Lösungsmittel enthält, wobei die Menge des aktiven Lösungsmittels nicht grösser als 10 % ist. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Lösungsmittel- ggemisch ausser dem aktiven Lösungsmittel und dem latenten Lösungsmittel ein Verdün nungsmittel enthält. 2. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass eine Zelluloseace- tat enthaltende Einlageschicht Anwendung findet. 3.Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zelluloseacetat enthaltende Einlage schicht Anwendung findet. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als aktives Lösungsmittel Aceton Anwen dung findet. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 3, dadurch gekenn- zeichnet, däss als aktives Lösungsmittel Aceton Anwendung findet. 6.Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als aktives Lösungsmittel Methylacetat Anwendung findet. 7. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 3, dadurch Bekenn- net, dass als aktives Lösungsmittel Methyl- acetat Anwendung findet. B. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 2, da-durch gekennzeichnet., dass als latentes Lösungsmittel Triacetin An wendung findet. 9.Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 3, dadurch gekenn zeichnet, dass als latentes Lösungsmittel Tri- acetin Anwendung findet. 10. Verfahren nach- Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als latentes Lösungsmittel Benzylalkohol Anwendung findet. 1.1. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 3, dadurch gekenn zeichnet, dass als latentes Lösungsmittel Ben- zylalkohol Anwendung findet. 12.Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als latentes Lösungsmittel Tetrahydro- furfurylalkohol Anwendung findet. 13. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 3, dadurch gekenn zeichnet, dass als latentes Lösungsmittel Tetra- hydrofurfurylalkohol Anwendung findet. 14. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 3, dadurch gekenn zeichnet, dass als Verdünnungsmittel Methyl- alkohol Anwendung findet. 15.Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 3, dadurch gekenn zeichnet, dass als Verdünnungsmittel Äthyl- alkohol Anwendung findet. 16. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 3, dadurch gekenn zeichnet, dass das Lösungsmittelgemisch 71/2 bis 10 7o aktives Lösungsmittel, 121/c bis 20 %' la tentes Lösungsmittel und 60 bis 70 % Verdün- rtungsmittel enthält.1'7. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1., 3 und 16, dadurch ge kennzeichnet., dass ein wasserfreies Lösun;s- mittelgemiscli verwendet wird.18. -Verfahren na.eh Patentansprueli und Unteransprüchen 1, 3 -und 1.6, dadurch ge- kennzeielinet, dass ein wasserhaltiges Lösungs- mittelgenüseli. verwendet wird, das höchstens 15 % Wasser enthält. 19.Verfahren nach Patentanspruch, da c',ureh gekennzeichnet, dass das zu versteifende Wäschestück zuerst in einem Behälter der Einwirkung des Lösungsmittelgemisehes aus- --S wird, worauf das überschüssige Lö- sun g-smittel entfernt wird und schliesslich die Verklebung des mehrschichtigen Materials durch Wärme- und Druckeinwirkung erfolgt.
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