CH260573A - Verfahren zur Herstellung eines Pyridinderivates. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Pyridinderivates.

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CH260573A
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F Hoffmann- Aktiengesellschaft
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Hoffmann La Roche
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  Verfahren zur Herstellung eines     Pyridinderivates.       Das bisher unbekannte     2,3,4-Triamino-          pyridin    ist von Interesse als Zwischen  produkt für den Aufbau von     Purinanaloga,     in denen der     Pyrimidinring    durch einen       Pyridinkern    ersetzt ist.

   Wie Versuche ergeben  haben, ist     2,3,4-Triamino-pyridin    aus     Pyridin-          2,3,4-tricarbonsäure    oder aus     2,4-Dimethyl-3-          carbäthoxy-pyridin    oder aus     Nitrocollidin     oder aus     2,3,4-Triehlor-ehinolin    oder aus     2,4-          Dioxy-chinolin    nicht oder nur in völlig un  genügender Ausbeute zugänglich.  



  Es wurde nun gefunden, dass man     2,3,4-          Triamino-pyridin    dadurch erhalten kann, dass  man erfindungsgemäss     2,4-Dioxy-pyridin    ni-         triert,    auf das erhaltene     2,4-Dioxy-3-nitro-          py        ridin        Phosplioroxychlorid    einwirken lässt,  die gebildete     2,4-Dichlor-Verbindung    mit Am  moniak zum     2,4-Diamino-3-nitro-pyridin    um  setzt und dieses reduziert.

   Dabei empfiehlt  es sich, die     Aminierung    des     2,4-Dichlor-3-          nitro-pyridins    durch Behandlung dieser Ver  bindung mit alkoholischer     Ammoniaklösung     zu bewirken und die Reduktion der     Diamino-          verbindung    durch Einwirkung einer     wässrigen     Lösung von     Natriumsulfid    herbeizuführen.  



  Das Verfahren wird durch folgende     For-          mehi        illustriert     
EMI0001.0037     
    Als Ausgangsmaterial dient     2,4-Dioxy-          pyridin,    welches nach     Errera    (Berichte der  Deutschen Chemischen Gesellschaft, 31, 1898,  S. 1682) und den     Hertog        (Rec.        trav.        chim.,     65, 1946, S.

   129) durch Kondensation von  Aceton -     dicarbonsäure    -     diäthylester,        Ortho-          ameisensäureester    und Ammoniak in Gegen-    wart von     Essigsäureanhydrid    unter milden  Bedingungen und nachfolgender     Verseifung     und     Decarboxylierung    erhältlich ist.  



  Das bisher unbekannte     2,3,4-Triamino-          pyridin    ist eine in Form seiner Salze wohl  charakterisierte Verbindung. Es bildet ein       Pikrat,    welches in orangeroten Nadeln kristal-           lisiert        und    bei 253  C     schmilzt.    Das     Dihydro-          chlorid    des     2,3,4-Triamino-py        ridins    besteht  aus farblosen Prismen vom     Schmelzpunkt     259  C. Die neue Verbindung soll als Zwi  schenprodukt für die     Herstellung    physio  logisch wirksamer Stoffe verwendet werden.

         Beispiel   <I>1:</I>  Zu 4,5     Gewichtsteilen        2,4-Dioxypyridin     werden 25 Raumteile wässriger Salpetersäure  (d - 1,4) gegeben; das Gemisch     wird    im  Wasserbad erwärmt, wobei das Ausgangs  material in     Lösung    geht. Nach etwa 5 Minuten  beginnt die Ausscheidung dunkelgelber Na  deln, welche nach dem Abkühlen     abfiltriert,     mit wenig kaltem Wasser gewaschen und aus       ',,Hasser    umkristallisiert werden. Man erhält       2,4-Dioxy-3-nitro-pyridin    vom     Schmelzpunkt     267 C.  



  1,6     Gewichtsteile    der genannten Nitro  verbindung werden mit 16 Raumteilen     Phos-          phoroxychlorid    auf dem Wasserbad erwärmt.  Es tritt Schäumen und     Salzsäureentwicldun(r     auf, wobei das Ausgangsmaterial etwa binnen  einer     Stunde        in    Lösung geht.

   Das überschüs  sige     Phosphoroxychlorid    wird im Vakuum       abdestilliert.        Beim        Schütteln    des Rückstandes  mit Eis scheidet sich ein     bräunlicher    Nieder  schlag ab, der     unverzüglich        abfiltriert        und    in  Alkohol     aufgenommen    wird. Die     alkoholische     Lösung wird zweimal mit Tierkohle geschüt  telt     und    filtriert, anschliessend im Vakuum  auf ein kleines     Voluunen    eingeengt     und    kühl  gestellt.

   Dabei scheidet sich das     2,4-Dichlor-3-          nitro-pyridin    in farblosen     Nadeln    vom       Schmelzpunkt    61,5 bis 62  ab.  



  0,2 Gewichtsteile der     Dichlorverbinding     werden     mit    5 Raumteilen     alkoholischen    Am  moniaks (bei 0  C     gesättigt)    in einem Druck  gefäss während 11     Stunden    auf 1009 C er  hitzt. Nach dem Abkühlen besteht das  Reaktionsgemisch aus einer intensiv orange  gelben     Lösung,        in    welcher sich rautenförmige       Kristalle    befinden. Es wird     eingedampft,    der       kristallinische    Rückstand in wenig Wasser  aufgenommen und mit konzentriertem Am  moniak versetzt.

   Aus der abgekühlten Lösung    scheidet sich     2,4-Diamino-3-nitro-pyridin    in  Form gelber Nadeln aus, welche bei 212  C  schmelzen.  



  Zu einer auf dem Wasserbad erwärmten  Lösung von 3,5 Gewichtsteilen     Natriumsulfid     in 26,4 Gewichtsteilen Wasser werden 0,0387  Gewichtsteile     2,4-Diamino-3-nitro-pyridin    zu  gesetzt. Dieses geht allmählich in Lösung, wo  bei die Farbe von gelb nach tiefrot umschlägt.  Es wird weiter erwärmt, bis die Lösung  hellgelb geworden ist und das Volumen des  Reaktionsgemisches etwa 10 Raumteile be  trägt. Hierauf wird mit konzentriertem Am  moniak .stark alkalisch gemacht, noch kurze  Zeit gekocht und dann filtriert.

   Der Am  moniak wird durch weiteres Erwärmen auf  dein siedenden     )ATasserbad    vertrieben, worauf,  zwecks     Zerlegung    des     -Xatriums111fids,    4-n  Salzsäure zugesetzt     wird.        Ni        aeh    erneutem Auf  kochen und     Abfiltrieren    des Schwefels wird  zu der warmen Lösung eine warme, bei 20  C  gesättigte Lösung von     Pikrinsäure    zugesetzt.  Beim Abkühlen scheidet sich das     Pikrat    des       2,3,4-Triamino-pyridins    in orangeroten Na  deln vom Schmelzpunkt 253  C aus.  



  Zur     Ge @innung    der freien Base wird das       Pikrat    vorerst zweckmässig wie folgt in das       2,3,4-Triamino-pyridin-dihydrochlorid    überge  führt: 0,291 Gewichtsteile des     Pikrates    wer  den     in    30 Raumteilen einer     Alkohol-Aceton-          Mischung    1 :4 suspendiert. Die Suspension       wird    zum Sieden erhitzt und 1 Raumteil wäss  riger     Salzsäure    (36     ,JD)    zugefügt.

   Es scheidet  sich sofort ein gelbweisser,     kristallinischer     Niederschlag ab, der nach Abkühlen im Eis  sehrank     abfiltriert    und mit der gleichen  Mischung     Äthanol    - Aceton -     Salzsäure    ge  waschen wird. Nach     Umkristallisieren    durch  Lösen in<B>957,</B> Alkohol und Ausfällen mit  trockenem     Aceton-Salzsäuregemisch    wird das       Dihydrochlorid    des     2,3,4-Triamino-pyridins    in  Form von farblosen Prismen vom Schmelz  punkt 259  C erhalten.

   Durch Versetzen der       wässrigen    Lösung des     Dihydrochlorids    mit Na  tronlauge     wird    die freie Base erhalten. Sie     ist     sehr leicht     oxydierbar    und daher schwer in  reinem Zustand     gewiniubar.              Beispiel        ?:

       9 Gewichtsteile des nach Beispiel 1 erhal  tenen     2,4-Dioxy-3-nitro-pyridins    werden mit       5-1-    Raumteilen frisch destilliertem     Phosphor-          oxyehlorid        31/i    Stunden am siedenden     -Was-          serbad    erhitzt, wobei eine     rotbraune    Lösung  entsteht. Nunmehr wird das überschüssige       Phosphoroxychlorid    möglichst rasch im Va  kuum entfernt, der braune Rückstand mit  Eis gekühlt und 300 Raumteile Eiswasser zu  gefügt.

   Der nach Neutralisation mit Am  moniak (d = 0,9) ausgeschiedene körnige  Niederschlag wird     abgesaugt    und mit Wasser  dampf destilliert; aus dem Destillat kristal  lisiert das     2,4-Dichlor-3-nitro-pyridin    in sehr  reinem Zustande aus.     Aus    dem Filtrat des  körnigen     Niederschlages    lässt sich in gleicher  Weise noch eine zweite Fraktion isolieren.  Die Gesamtausbeute beträgt 8     Gewiehtsteile     farblose Nadeln vom Schmelzpunkt 62  C  (72     J    d.     Th.).     



  Die     Weiterverarbeitung    der     Dichlor-          verbindung    erfolgt gemäss Beispiel 1.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCU: Verfahren zur Herstellung eines Pyridin- deriv ates, dadurch gekennzeichnet, dass man 2,4-Dioxy-pyridin nitriert, auf das erhaltene 2,4-Dioxy-3-nitro-pyridin Phosphoroxyehlorid einwirken lässt, die gebildete 2,4-Dichlor-Ver- bindung mit Ammoniak zum 2,4-Diamino-3- nitro-pyridin umsetzt und dieses reduziert.
    Das neue 2,3,4-Triamino-py ridin ist sehr leicht oxydierbar; es bildet beständige Salze. Das Pikrat kristallisiert in orangeroten Na deln, die bei 253" C schmelzen. Das Dihy dro- chlorid bildet farblose Prismen vom Schmelz punkt 259 C.
    UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das 2,4-Dichlor-3- nit.ro-py ridin mit alkoholischer Ammoniak lösung umsetzt und auf die erhaltene Ver bindung eine wässrige Lösung von Natrium sulfid einwirken lässt.
CH260573D 1947-08-19 1947-08-19 Verfahren zur Herstellung eines Pyridinderivates. CH260573A (de)

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