Durchschreibegerät <B>zur</B> Durchschreibebuchführung <B>auf losen Blättern.</B> Die Erfindung betrifft ein Durchschreibe gerät für Durchschreibebuchführung auf losen Blättern, deren Aufgabe es in bekannter Weise ist, durch eine einmalige Niederschrift des Textes und Geldbetrages gleichzeitig im Tagebuch, auf dem Personenkonto (Saldo konto) und auf beiden Soll- und Habenkonten des Hauptbuehes zu buchen, das heisst eine vollständige Verbuehung eines jeden Ge schäftsfalles durch eine einmalige Aufzeich nung durchzuführen.
Bei bekannten Durchschreibebuchführun- gen wird entweder durch eine Niederschrift gleichzeitig nur auf einem Konto, dem Soll- oder Habenkonto, und im Tagebuch gebucht, das heisst jeder Buchungsfall wird in die Ein tragung auf dem Soll- oder Habenkonto zer legt, oder es werden gleichzeitig beide Konten beschrieben, was jedoch in der Praxis mit verschiedenen Mängeln verbunden ist, die die Buchung langwierig und mühsam machen und ausserdem oft auch Fehler verursachen. Z. B.
sind bei einem Teil der Konten, gewöhnlich bei den sogenannten Sachkonten, die Bezeich nungen Soll und Haben in den Spalten um gekehrt angebracht, so dass man gleichzeitig in der Soll- und in der entsprechenden Raben spalte buchen kann, wobei nur das Personen- und Sachkonto beschrieben wird, auf zwei Sachkonten jedoch ein Buchungsfall gleich zeitig nicht verbucht werden kann. Oder man muss nach Eintragung des Textes eines der Konten ausspannen und mit der Hand so ein schieben, dass sich die Sollspalte des einen Kontos mit der Rabenspalte des andern deckt, oder das zweite Konto wird überhaupt nicht befestigt, so dass die Gefahr besteht, dass die ses Konto verschoben und dadurch die Ein tragung unrichtig und unleserlich wird. Oder man muss die Reihenfolge der Konten beach ten, z.
B. muss das Habenkonto immer oben und das Sollkonto unterhalb liegen, wobei je doch die Kontenblätter fortwährend ausge- wechselt werden müssen. Diese Verfahren sind nicht nur langwierig, sondern sie erfordern auch die stete Aufmerksamkeit hinsichtlich der mechanischen Durchführung der Bu chungsarbeit, wodurch Zeit verloren geht und die geistigen Kräfte des Buchhalters erhöht in .Anspruch genommen werden.
Schliesslich ermöglicht zwar eine bekannte Schaltbuch führungseinrichtung (DRP. 646073) die auto matische Anordnung des Soll- und Raben kontos in der Weise, dass nach Eintragung des Textes durch eine Schalteinrichtung die Sollspalte des Debitorenkontos auf die Raben spalte des Kreditorenkontos geschaltet wird, das heisst, dass sich die Soll- und Rabenspalte decken, aber diese Anlage hat kein einheit liches, systematisch geführtes Tagebuch, wel ches einen sehr wichtigen Kontrollbestandteil der Buchhaltung darstellt und in manchen Ländern von den entsprechenden Ämtern ver langt wird, da es alle Buchungsfälle in chro nologischer Reihenfolge enthält.
Das Tage buch ermöglicht auch die einfache Neuerstel lung eines verlorengegangenen oder beschä digten Kontos und schliesst eine nachträgliche Verbuchung aus, wodurch bei Erfüllung aller andern Bedingungen eine einwandfreie Be- weislraft der Buchführung auf losen Blättern verbürgt wird.
Ausserdem erfordert die oben angeführte bekannte Schaltbuchführung, dass vor der Eintragung des Betrages eines der beiden Konten nach link oder rechts gescho ben wird, je nach dem, in welche Spalte die Eintragung vorgenommen werden soll. Falls der Buchhalter das Schalten vergisst und den Betrag verbucht, erscheint die Eintragung auf beiden Konten in denselben Spalten und der Fehler zeigt sich dann erst bei Erstelliuig der Rohbilanz. Um den Fehler zu finden, mass man alle Konten überprüfen.
Es gibt hierbei keine Vorrichtung, die solche Fehler vermeiden würde oder durch welche dieselben festzustellen wären. Ausserdem kommt es bei Durchschreibebuchführungen vor, dass der Buchende das Kopierpapier einzulegen ver gisst oder nur ein einfaches anstatt eines - doppelten, oder ein einseitiges Kohlenpapier benützt, oder dieses ünriehtig einschiebt, so dass es die zu beschreibende Zeile nicht deckt. Dann erscheint die Buchung nur auf einem Konto. Das Suchen eines solchen Fehlers ist noch mühsamer.
Im Gegensatz zu den oben angeführten bekannten Einrichtungen ermöglicht der Ge genstand der Erfindung, bei geeigneter Aus- büdung Nachteile der beschriebenen Art zu vermeiden.
Die Zeichnung stellt schematisch ein Aus- führungsbeispiel des .Erfindungsgegenstandes dar. Es zeigen: Fig.1 den Grundruss des Gerätes,
Fig. 2 den Schnitt -nach der Linie II II der Fig.1. Fig. 3 die Ansicht gegen die Rückseite der verschiebbaren Grundplatte und Fig.4 die Seitenansicht des Gerätes. Bei dem dargestellten Gerät ist im Gestell 1 mit sehrägen Seitenwänden 2 eine Griuid- platte 3 verschiebbar gelagert.
Diese Grund- platte kann sich gegenüber dem Gestell 1 im Bereiche s (Fig.1) verschieben, der der dop pelten Breite der Betragsspalte (Soll- bzw. Habenspalte) entspricht. In der Grundplatte 3 ist die Klemmschiene 4 für das unterste Kontoblatt (Tagebuch) gelagert. Die Klemm- schiene 4 ist in der Grim.dplatte 3 längsver- schiebbar, so dass das Tagebuchkonto auf der Grundplatte zeilengemäss leicht in die ge wünschte Stellung eingestellt werden kann.
In einem .Ausschnitt der Griuidplatte 3 und der linken Seitenwand des Gestelles 1 ist ein Schieber 5 gelagert, der gegenüber der Grundplatte in dem der einfachen Breite der Betragsspalte entsprechenden Bereich s/2 ver schiebbar ist. Dieser Schieber 5 trägt die Klemmschiene 6 für das zweite Kontoblatt, z. B. das Schuldnerkonto des Hauptbuches.
Die Klemmschiene 6 ist mittels des Knopfes 7 betätigbar. An der Rückseite der Grund platte 3 ist eine Blattfeder 8 befestigt, deren freies Ende über das innere Ende des Schie bers 5 ragt und dasselbe gegen die Grund platte 3 andrückt, so dass bei der Verschie bung der Grundplatte 3 nach rechts der Schie ber von der Grundplatte mitgenommen wird. Der Schieber 5 kann dagegen umabhängig von der Grundplatte nach links verschoben wer den.
Am linken Rand des Gestelles 1 ist eine konsolartige Platte 9 befestigt, die mit einem Ausschnitt 10 für die Bewegung des Knopfes 7 versehen ist und die Klemmschienen 11 und 12 für das dritte Kontoblatt, z. B. Gläu bigerkonto des Hauptbuches, und das vierte Kontoblatt, z. B. Kundeneinzelkonto des Saldokontos, trägt. Diese zwei letztgenannten Kontoblätter bleiben daher mit dem Gestell 1 fest verbunden und sind ortsfest.
Unter den Betragsspalten Soll und Haben dieser zwei ortsfesten, obern Kontoblätter ist die Grundplatte 3 durch ein Fenster durch brochen, in welchem ein Sinkbrett 13 angeord net ist. Dieses Sinkbrett besteht beim darge stellten Beispiel aus einer Leiste, die mittels der Scharniere 14 (Fug. 3:) an die Grundplatte 3 derart angelenkt ist, dass sie nach unten ausschwenken kann.
An der Rückseite des Schiebers 5 ist eine Zugstange 15 befestigt, die an ihrem andern Ende eine unter den Füh rungen 17 verschiebbare Stützplatte 16 trägt. Die Deckplatte des Gestelles 1 besitzt Aus schnitte 18 und 19 zur Ermöglichung der Bewegung der Zugstange 15 beim Verschieben des Schiebers 5. An der linken Kante des Ausschnittes 19 ist eine Blattfeder 20 be festigt, deren freies Ende bis zur Rückseite der Grundplatte 3 abgebogen ist.
Mit dem beschriebenen Gerät wird wie folgt gearbeitet: In der Klemmschiene 4 wird z. B. das Tagebuchblatt eingespannt, das für die Beträge nur eine einzige, sogenannte Kon- trollspalte aufweist. In der Klemmschiene 6 wird z. B. das Erlöskonto, unter der Klemm schiene 11 z. B. das Kundenkonto und unter der Klemmschiene 12 das Kundeneinzelkonto derart eingespannt, dass die gewünschten Zei len dieser Kontoblätter in Deckung kommen.
Die Grundplatte 3 wird in die Mittelstellung eingestellt, in welcher sie mit ihrer linken Kante gegen einen aaslösbaren Anschlag 21 (Fig. 1) anliegt.. Der Schieber 5 befindet. sich gegenüber der Grundplatte in seiner äusser sten rechten Stellung. Bei dieser Einstellung decken sieh genau die Soll- und Habenspalten der drei obern Kontoblätter und unterhalb der Sollspalte derselben befindet sich die ein zige Spalte des Tagebuches.
Nun kann in die betreffende Zeile der ganze Text des einzu tragenden Postens eingetragen werden. Wollte man jedoch in Fortsetzung des Textes auch den Betrag eintragen, z. B. in die Sollspalte des obersten Kontoblattes, würde zwar der Betrag auch auf dem zweiten Kontoblatt in der Sollspalte und auf dem Tagebuchblatt (untersten Blatt) in der einzigen Spalte rich tig erscheinen, auf dem dritten Kontoblatt würde er jedoch unrichtigerweise ebenfalls in die Sollspalte gelangen, während er auf die sem Blatt richtigerweise in der Habenspalte erscheinen soll.
Dieser Fehler kann jedoch nicht vorkommen, da bei der Mittelstellung der Grundplatte 3 und der äussersten Rechts , stellung des Schiebers 5 das Sinkbrett 13' frei ist (da es weder durch die Stützplatte 16 noch durch die in Fig.1 ersichtlichen Vor sprünge 22 der Deckplatte des Gestelles 1 un terstützt ist), durch eigenes Gewicht nach unten ausgeschwenkt ist und kein Schreiben in die Betragsspalten Soll und Haben zulässt.
Erst nach dem Verschieben des Schiebers 5 nach links um die Strecke s12, das ist um die Breite der Betragsspalte, bei der erwähnten Mittelstellung der Grundplatte, gelangt auch die Stützplatte 16 unter das Sinkbrett 13, wie in Fig. 2 dargestellt, und hebt dieses Sink brett in die Flucht mit der Schreibfläche der Grundplatte 3, so dass nunmehr auch der Be trag in die betreffende Spalte, im gewählten Beispiel in die Sollspalte des obersten Konto blattes eingetragen werden kann.
Bei der er wähnten Verschiebung des Schiebers 5 nach links wurde auch das Erlöskonto (drittes Kontoblatt von oben) um die Breite der Be tragsspalte nach links verschoben, so dass unter der Voraussetzung, dass sich die Sollspalte an allen drei obern Kontoblättern links und die Habenspalte rechts befindet, das Erlösblatt mit. seiner Habenspalte unter die Sollspalte der beiden obern Kontoblätter gelangt.
Der in die Sollspalte der beiden obern Kontoblät ter eingetragene Betrag erscheint also nun richtig in der Gabenspalte des von oben drit ten Kontoblattes (Erlösblattes). Gleichzei tig wird dieser Betrag in die einzige Spalte des untersten Kontoblattes (Tagebuch) durch geschrieben.
Soll der Betrag in die Habenspalte der obern zwei Kontoblätter eingetragen werden, mass zuerst die Grundplatte aus der Mittel stellung nach rechts in die auf der Zeichnung dargestellte Stellung verschoben werden, da mit die einzige Spalte des Tagebueh.es unter die Habenspalte der beiden obern Blätter ge langt.
Bei der Verschiebung der Grundplatte nach rechts wird der Schieber 5 mitgenommen, wodurch das dritte Kontoblatt (Erlöskonto) mit seiner Sollspalte selbsttätig unter die Habenspalte der beiden obern Kontoblätter gelangt. Bei dieser Verschiebung läuft das Sinkbrett 13 auf die Vorsprünge 22 der Ge- stelldeckplatte auf und wird dadurch in die Flucht mit der Schreibfläche der Grundplatte 3 gehoben, so dass in die Betragsspalten der Kontoblätter geschrieben werden kann.
Soll auf das unterste Kontoblatt (Tage buch) ebenfalls in zwei Spalten, Haben und Soll, geschrieben werden, wird der lösbare Anschlag 21 ausgeschaltet, so dass durch die Verschiebung der Grundplatte 3 aus der Mit- telstellimg nach links oder rechts itm die der Breite der Betragsspalte entsprechende Strecke die betreffende Haben- bzw. Sollspalte des Tagebuches in die richtige Stellung gegen über den Betragsspalten der ortsfesten obern zwei Kontoblätter eingestellt werden kann.
Das Sinkbrett 13 wird in der äussersten Links- stellung der Grundplatte durch die starke Feder 20 unterstützt. Die Klemmvorrichtungen für die einzelnen Kontoblätter wurden hier nicht näher be schrieben, da sie beliebig ausgeführt werden können. Auch die übrigen Bestandteile des Gerätes können anders ausgebildet werden, als hier beschrieben und dargestellt. So kann z.
B. die 7VZitnahmefeder 8 durch eine Zahn stange und eine abgefederte Schaltklinke er setzt sein. Das Sinkbrett und seine Betäti gung können ebenfalls verschiedenartig aus geführt sein; das Sinkbrett kann z. B. aus zwei Teilen bestehen, die an die gegenüberliegen den Kanten des entsprechenden Ausschnittes der Grundplatte aasgelenkt sind usw. Auch kann es durch ein Schieberlineal ersetzt sein, das ähnlich wie das Sinkbrett arbeitet, oder aber von oben her die Betragsspalten des oben liegenden Kontoblattes verdeckt.
Das Schie- berlineal deckt die Betragsspalte des obersten Kontoblattes, wenn die Kontoblätter in der Grundstellung sind und erst durch Verschie ben des Schiebers oder der Grundplatte in die richtige Stellung (Endstellung rechts oder links um die Breite der Betragsspalte) wird auch das Schieberlineal so verschoben, dass es diejenige Betragsspalte freigibt, in welche ein getragen werden soll.
(Die Bewegung des Schieberlineals ist der des untern Konto blattes entgegengesetzt und erfolgt ebenfalls iun. die Breite einer Betragsspalte.) Dadurch wird derselbe Zweck erreicht, dass nämlich in die Betragsspalten nicht eingetragen werden kann, wenn die Raster in der Grundstellung sind, wo sich alle Spalten decken; darüber hinaus ist aber eine Spalte des obersten Kon toblattes frei, nämlich diejenige, in welche eingetragen werden soll.
Das beschriebene Durchschreibegerät er- möglicht eine Buchungsart, die folgende Vor teile hat 1: Sie ist relativ schnell - vier Buchungen auf einmal; 2. vollständig - in allen Büchern: Tagebuch, Saldokonto, Hauptbuch auf beiden Konten;
3. einfach-die Verschiebung des Tagebuches und eines Kontos in eine solche Lage, dass sich die erforderlichen Spalten der gleich zeitig benützten drei oder vier Kontenblät= ter decken, wird durch eine -einzige Hebel- schaltung nach links oder rechts erzielt; 4. automatisch sich selbst kontrollierend - es ist unmöglich, den Geldbetrag einzutragen, ohne vorher den Schieber nach links oder rechts zu schalten;
ä. bequem - die Einrichtung hat viererlei selbständige Klemmvorrichtungen, so dass man jedes Konto einzeln ausspannen kann, z. B. nur das Personenkonto bei Eintragung einer ganzen Reihe ausgestellter Rechnun gen. Das Tagebuch wird nur einmal bei Ingebrauchnahme eines neuen Blattes ein gespannt, und man kann es nicht nur par allel zur Zeilenrichtung bewegen, sondern auch senkrecht dazu.
Die beschriebene Einrichtung ermöglicht in Betrieben mit grösserer Anzahl der Bu chungsposten, dass ein einziger Buchhalter die ganze Buchhaltung besorgen kann, wobei seine Arbeit durch das Tagebuch leicht kon trollierbar ist. In grossen Betrieben können gleichzeitig mehrere Buchhalter buchen, jeder hat sein eigenes Tagebuch, welches sein Arbeit nachweist. Sind mehrere Buchhalter vorhan den, ist es möglich, noch eine weitere Verein- fachung der Arbeit durchzuführen, indem der jenige Buchhalter, welcher z.
B. nur Kunden- Buchungen zu buchen hat, das Kundenhaupt- konto (Kimden-Sammelkonto) nicht benötigt, weil sein Tagebuch nur diejenigen Eintra gungen aufnimmt, welche auf dem Kunden- Sammelkonto erscheinen. In dem Falle kann man mit einem Zweispalten-Tagebuch arbeiten (die erste Spalte Bezeichnung Haben, zweite Soll).
Nach Auslösen eines auslösbaren An schlaäes kann das Tagebuch in beiden Rich- tungen bewegt werden, links und rechts, -und die Buchung wird auf dem Personenkonto (Saldokonto), auf einem Hauptbuchkonto (Gegenkonto zum Personenkonto, z. B. Kassa konto) und im zweispaltigen Tagebuch durch geführt. Auf das zweite Konto des Haupt buches (Kunden-Konto) wird nur die Summe der in den Haben- und Sollspalten des Tage buches befindlichen Beträgen periodisch, z. B. täglich wöchentlich, monatlich, eingetra- gen.