<B>Verfahren und</B> Vorrichtung <B>zur Wärmebehandlung von</B> Lackschichten. Die Wärmebehandlung von Lackschichten kommt beispielsweise beim Trocknen, gegebe nenfalls beim Ausglühen von lackierten Ge genständen in Frage, bei welchen die Lack schicht zum guten Aussehen der Gegenstände beiträgt und z. B. bei lackierten Drähten auch dann, wenn die Lackschicht einen weiteren technischen Effekt herbeiführt und z. B. die Isolation bildet. Dadurch wachsen auch die Anforderungen an die Gleichmässigkeit der Lackschicht, an die Glätte ihrer Oberfläche und an ihre Adhäsion am lackierten Gegen stand.
Bei der V@Tärmebehandluiig von Lack schichten verlangt inan oftmals nicht nur ein vollkommenes Trocknen des Lackes, das heisst eine restlose Beseitigung von Lacklösemitteln, sondern auch eine weitere Änderung der Lack struktur, die z. B. durch Ausglühen des Lackes entsteht. Dabei treten wesentliche Temperatur unterschiede auf, da das Trocknen bei wesent lich niedrigeren Temperaturen als das eigent liche Ausglühen durchgeführt wird. Das ganze Wärmebehandlungsverfahren soll aber konti nuierlich sein, da nur auf diese Weise das Be arbeiten z. B. von lackierten Drähten in einer Länge von mehreren Kilometern möglich sein wird. Das Erzielen von möglichst kurzen Be arbeitungszeiten bildet eine der wesentlichsten Anforderungen.
Es sind Methoden bekannt, bei welchen der frisch lackierte Draht der Wirkung von Wärmestrahlen ausgesetzt wird, wobei mit Vorteil nicht nur die Lackschicht in ihrer ganzen Dicke, sondern auch die Oberfläche des Gegenstandes unterhalb der Lackschicht angewärmt wurde. Die dadurch geschaffenen Bedingungen für die gleichmässige und rasche Verdampfung von Lacklösemitteln sind sehr günstig; es entstehen keine Risse, und die Lackschicht hält fest an der Oberfläche des Gegenstandes. Für den Fall, dass höhere Tem peraturen, wie sie z. B. beim Ausglühen des Lackes verwendet werden, nötig sind, genügt das Anwärmen durch Wärmestrahlung nicht mehr. Bei steigender Temperatur beginnt der angewärmte Gegenstand selbst Wärme auszu strahlen, wodurch die Verluste sehr rasch steigen.
Fig. 1 stellt ein Diagramm der Abhängig keit der Temperatur t von der Zeit T dar. Das Anwärmen durch Wärmestrahlung er folgt auf der strichlierten Kurve z. Am An fang steigt die Temperatur sehr rasch an, aber dann, unter dem Einfluss der oberwähnten Verluste, verkleinert sich der Temperatur anstieg mehr und mehr, die Temperatur steigt sehr langsam weiter an, ja es wäre sogar mög lich, dass die erwünschte Temperatur t1 durch Anwendung der Strahlungswärme allein nicht erreichbar ist.
Beim Anwärmen desselben Gegenstandes durch Wärmeleitung in einem Ofen steigt die Temperatur nach der Kurve k'. Deren Stei gung ist anfänglich kleiner wie bei der Kurve z, aber es ist mit Wärmeleitung möglich, eine hohe Temperatur zu erreichen.
Das erfindungsgemässe Verfahren besteht nun in einer Kombination beider Erwärmungs arten, bei der in einem kontinuierlichen Ar beitsgang die den lackierten Gegenstand be deckende Lackschicht zuerst der Wirkung der Strahlungswärme ausgesetzt wird, wodurch die Lackschicht in ihrer ganzen Dicke erwärmt wird und dass dann ein weiteres Erwärmen durch Wärmeleitung durchgeführt wird.
Der Grundgedanke der Erfindung beruht nicht auf einer reinen Kombination von zwei an sich bekannten Anwärmearten, sondern darin, dass diese Anwärmearten zielbewusst derart miteinander gekoppelt werden, dass bei vollem Ausnützen ihrer Vorteile gleichzeitig ihre Nachteile beseitigt werden.
Im folgenden wird ein Ausführungsbei spiel des erfindungsgemässen Verfahrens be schrieben. In kontinuierlichem Arbeitsgang wird die Erwärmung durch Bestrahlung nach der Kurve z (Fug. 1) bis zum Punkt 31 durch geführt, die Lackschicht wird dadurch in ihrer ganzen Dicke angewärmt und das Löse mittel verdampft rasch, ohne dass in der Lack schicht irgendwelche Risse entstehen.
Unmittel bar nachher wird der Gegenstand durch Wärmeleitung erwärmt; der Temperaturan stieg -verläuft hier beispielsweise nach der der Kurve<I>k'</I> parallelen Kurve<I>k,</I> die im Punkt DZ mit der Kurve z die Tangente gemein hat. Die Lackschicht erträgt auf der Kurve k schon wesentlich höhere Temperaturen, da kein Löse mittel mehr verdampft. Die Temperatur steigt rasch nach der strichpunktierten Linie k bis auf die gewünschte Höhe t1, -Lind der Lack kann sich strukturell ändern. Beim Punkte N beginnt z.
B. das Abkühlen, welches nach der abfallenden Kurve b verläuft. Die Neigung der Kurve b, das heisst die Geschwindigkeit des Abkühlens kann frei gewählt werden. Mit Rücksicht darauf, dass die strukturellen Ände rungen der Lackschicht schon beendet sind, kann man eine ziemlich hohe Geschwindigkeit des Abkühlens zulassen.
Nach dem beschriebenen Verfahren ist es zweckmässig, am Anfang Erwärmung durch Strahlung zu verwenden, da dieselbe in die Tiefe der Lackschicht eindringt. Es wäre z. B. ungünstig, mit der Wärmeleitung zu beginnen, da dadurch nur die Oberfläche der Lackschicht. angetrocknet und dieselbe zum Erstarren ge bracht würde, wodurch die innern Teile der Lackschicht, die noch Lösemittel enthalten, eingeschlossen werden. Durch das nachträg liche Verdampfen des Lösemittels entständen dann Risse. Deshalb beginnt das Verfahren mit dem Anwärmen mittels Strahlungswärme, und erst nachher folgt das Anwärmen durch Wärmeleitung.
Das Lösemittel ist dann schon verdampft, und es wird nun die gleichmässige Lackschicht, @ ohne dass Beschädigungen ent stehen, angewärmt; die Temperaturhöhe ist dabei nur durch physikalische Eigenschaften des Lackes und durch technische Möglich keiten begrenzt.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird mit einer Vorrichtung durchgeführt, welche da durch gekennzeichnet ist, dass in der Bewe gungsrichtung der lackierten Gegenstände vor dem Ofen zur Erwärmung durch Wärme leitung die Quelle der Wärmestrahlung be festigt ist, wobei die Zeitdauer und Intensität der Einwirkung der beiden Heizarten einstell bar und regulierbar ist.
Fig. 2 stellt schematisch beispielsweise eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfah rens nach der Erfindung dar, -Lind zwar eine Vorrichtung zum Bearbeiten von lackierten Emaildrähten. Die Spulen C, und C2 sollen sich mit solcher Wickelgeschwindigkeit dre hen, dass die Erwärmung der Drähte gerade so erfolgt, wie in Fig. 1 angedeutet ist. Deshalb veranschaulicht die zusammengesetzte Kurve z + k der Fig. 1 den Verlauf des Anwärmens eines Punktes D des Drahtes, welcher in Pfeilrichtung die ganze Einrichtung mit un veränderlicher Geschwindigkeit durchläuft.
Der blanke Draht wickelt sich von der Spule Cl ab, geht durch eine bekannte Lackier einrichtung A hindurch und kommt nach sei nem Durchgang durch den Abstreicher B, der ihn von überflüssigem Lack befreit, unter die Quelle L der Wärmestrahlung. Diese Quelle, z. B. Glühlampen mit Reflektoren, befindet sich vor dem Ofen P, durch dessen mit Heiz körpern S angewärmten Kanal der Draht D hindurchgeht. Im Ofen wird das Ausglühen des Lackes durchgeführt, und nach dem Ab kühlen wird dann der fertige Draht auf die Spule C, aufgewickelt. Eine solche Einrich tung ermöglicht ein leichtes Einstellen der einzelnen Heizzeiten und der Temperaturen.
Die Geschwindigkeit des Drahtvorschubes ist in grossem Umfang regelbar; die Strecke, die der Draht durchläuft, kann man durch An bringen geeigneter Führungen erheblich ver längern. An derartigen Einrichtungen kann man auch ohne Schwierigkeiten passende Mit tel zum Messen und Regulieren der Tempera tur vorsehen.
Das beschriebene Verfahren und die er läuterte Vorrichtung sind nicht nur für Drähte anwendbar, sondern auch für irgend welche Gegenstände. Bei einer grösseren An zahl derselben kann man sie an einem Trans portband anbringen, das unterhalb der Strah lungsquelle und durch den Ofen läuft.