Blechblasinstrument mit drei Ventilen. Bei der bis heute üblichen Bauart der Blechblasinstrumente mit drei Ventilen ergibt sich aus folgenden Gründen ein Intona- tionsfehler bei der Verwendung der Ventile 1 + 3 und 1 -f- 2 -1- 3: Ein Blechblasinstru ment weist - entsprechend seiner Grund- stimmung - eine bestimmte Rohrlänge auf.
Mit Hilfe der in diesem Rohr schwingenden Luftsäule können der Grundton des Instru mentes und - in Abständen von einer Quinte, Oktave, Dezime, Duodezime, Quartdezime und Doppeloktave (bei tieferen Stimmungen noch höher) - die sogenannten Obertöne erzeugt. werden. Mit Hilfe der Ventile, welche durch ein Ilebelsystem betätigt werden können, wer den Rohrverlängerungen - Ventilbogen ge nannt - ein- und ausgeschaltet, welche die Gesamtlänge des Instrumentes verlängern, das Instrument also tiefer stimmen. Auf jeder mit Hilfe der Ventilbogen erhaltenen Grund stimmung kann nun die oben erwähnte Ton skala erzeugt werden.
Normalerweise werden Blechblasinstru mente mit drei Ventilen ausgerüstet, wovon das erste Ventil (das dem Mundstück am nächsten angebrachte) das Instrument um einen Ganzton, das zweite Ventil um einen Halbton und das dritte Ventil um anderthalb Töne vertieft. Jedem dieser Ventile ist ein Ventilbogen zugeordnet, wobei jeder einzelne dieser Ventilbogen in seiner Länge auf die Normallänge des Instrumentes (Rohrlänge ohne Ventilbogen) Bezug nimmt und deshalb - einzeln angewendet - rein klingt.
Werden nun die Ventilbogen kombiniert eingeschaltet, so ergeben sieh (insbesondere bei der Verwendung der Ventile 1 -j- 3 und 1<B>+21</B> + 3, da dann das Instrument am stärk sten von seiner Normalstimmung aus vertieft ist) Fehler in der Rohrlänge, und zwar aus folgendem Grunde: Durch das Niederdrücken des Gestänges des ersten Ventils wird der erste Ventilbogen eingeschaltet und damit die Normalrohrlänge des Instrumentes um die Länge des ersten Ventilbogens vergrössert.
Es ergibt sich also die Gesamtlänge L ; Vb1 (vgl. Fig.1). Wird nun der Bogen Vb2 noch zu Vb2 zugeschaltet (vgl. Fig. 2), so ergibt das Instrument einen unreinen, das heisst zu hoben Ton, da der neu hinzugefügte Bogen nicht - wie es in diesem Falle sein sollte - auf die Länge L -i-- Vb1 bezogen ist, sondern nur auf die Normallänge L des Instrumentes. Der Bogen Vb2 ist also bei Kombination mit V1 zu kurz.
Dasselbe gilt für die Kombinationen V1 -I,- j'3 und V1 + V2 -;- V3. Die Unreinheit des Tones ist bei der Kombination V1 -E- V 2 weniger spür bar als bei den Kombinationen V1 -j- V3 oder V 1+ V2 -f- V3. Bei dem den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildenden Blechblas instrument ist dieser Nachteil vermieden.
Die Erfindung betrifft ein Blechblas instrument mit drei Ventilen und besteht darin, dass an einem der Ventilbogen ein des sen Luftweg verlängerndes, mittels einer der drei Drücker steuerbares Zusatzrohr ange bracht ist, das beim gleichzeitigen Betätigen sowohl des ersten und dritten Ventils als aueh aller drei Ventile eingeschaltet wird Lid da mit die Länge des Luftweges des Instrumen tes vergrössert, zum Zwecke, bei der Anwen dung der genannten Ventilkombinationen einen reineren Ton des Instrumentes zu er reichen.
_ Die beiliegende Zeichnung zeigt ein Aus- führungsbeispiel des Erfindungsgegenstan des. Dabei zeigt Fig.3 einen schematischen Längsschnitt und Fig.4 einen Grundriss.
Am Hauptrohr 1 des gezeichneten Blech blasinstrumentes sind die drei Ventilbogen Vb1, Vb2 und Vb3 angebracht, die durch die drei Ventile V1, V2 und V3 steuerbar sind. Jeder dieser Bogen ist in seiner Länge auf die Normallänge des Instriunentes bezogen. Zum Betätigen der Ventile dienen Bekannter weise die Drücker Dl, D2 und D3 sowie ein Hebelgestänge.
Am Ventilbogen Vbl ist ein Zusatzrohr Zr angebaut, welches mit dem Zu satzventil Zv, das nach bekanntem Prinzip arbeitet, ein- und ausgeschaltet werden kann vermittels einer Übertragung durch Hebel, die vom dritten Ventil V3 aus erfolgt (vgl. Fig. 4).
Beim Niederdrücken des Hebelgestänges des dritten Ventils öffnet sich ausser dem dritten Ventil selbst auch das Zusatzventil Zv, so dass die bei der gleichzeitigen Betätigung des ersten Ventils V1 in den Ventilbogen Vbl einströmende Luft auch Eintritt in das Zu satzrohr Zr erhält. Damit wird die Gesamt rohrlänge um das Stück ergänzt, welches bei der Kombination der Ventile 1+ 3 und 1 -f- 2 + 3 fehlt, bedingt durch den Bezug aller Ventilbogenlängen auf die einfache Nor mallänge des Instrumentes.
Bei der Betäti gung nur des ersten Ventils ist durch das Zusatzventil Zv das Zusatzrohr Zr ausge- schaltet, so dass also nur die normale Länge des Ventilbogens Vbl eingeschaltet ist. Bei Betätigung nur des dritten Ventils öffnet sich wohl auch das Zusatzventil Zv und schal tet das Zusatzrohr Zr ein; da jedoch in die sem Moment das Ventil V1 nicht betätigt.
wird, kann die Luft nicht in den Ventilbogen Vbl eindringen, und das Zusatzrohr Zr kommt nicht zur Auswirkung, da es nach dem Ventil V1 eingebaut ist.
Auf diese Weise ist der Zweck erfüllt, eine Zusatzverlängerung zu erhalten, die nicht wirkt bei der Verwendung der Ventil bogen einzeln und sich auswirkt bei der kom binierten Anwendung der Ventile 1 -i- 3 und l+2+3.
Die mit dieser Ventilbogenkombination er zeugten Töne klingen nun nicht mehr - wie bisher - zu hoch, sondern erklingen in nor maler Tonhöhe. Wohl kann das Zusatzrohr Zr nur auf eine Länge (nämlich L -f- Vbl oder I. + Vbl -[- Vb2) bezogen werden; die nach der Einschaltung des Zusatzbogens sich bei einer Kombination noch ergebende Differenz ist jedoch so gering, dass sie praktisch in kei ner Weise bemerkt wird.