Verfahren zur Herstellung von Bauelementen aus einzelnen rohrförmigen, beiderends offenen Elementen und nach dem Verfahren hergestelltes Bauelement. Es sind Bauelemente bekannt, die aus ein zelnen nebeneinanderliegenden rohrförmigen, beiderends offenen Elementen bestehen. Bei diesen Bauelementen handelt es sich um solche, bei denen fertige, aus Beton, gebrann tem Ton oder andern Materialien hergestellte Einzelelemente nebeneinandergelegt werden, um alsdann unter Verwendung eines plasti schen, z. B. durch Trocknen erhärtenden Bindemittels miteinander verbunden zu wer den.
Solche Bauelemente lassen sich bei Ver wendung von Beton als Bindemittel nicht für alle Zwecke gleich gut gebrauchen, insbeson dere nicht zur Wärme- oder Kälteisolierung oder als schallabsorbierende Bauteile, da Ze ment bekanntlich ein schlechtes Isoliermittel darstellt. Auch in statischer Hinsicht ist die Verwendungsmöglichkeit solcher Bauelemente eingeschränkt.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Bauelementen aus einzelnen rohrförmigen, beiderends offenen Elementen und ein nach diesem Verfahren hergestelltes Bauelement.
Das erfindungsgemässe Verfahren unter scheidet sich von den erwähnten bekannten Verfahren dadurch, dass die miteinander zu verbindenden, aus Ton hergestellten Elemente an den Berührungsflächen mit einem erhär tenden Bindemittel bestrichen werden, worauf das Brennen der Elemente im Ofen und gleichzeitig die Herstellung der Verbindung zwischen den Berührungsflächen der Ele mente durch das Bindemittel erfolgt.
Das nach dem erfindungsgemässen Ver fahren hergestellte Bauelement ist dadurch gekennzeichnet, dass es wenigstens eine Reihe aus nebeneinanderliegenden, beiderends of fenen und miteinander verbundenen Elemen ten aufweist.
Auf der Zeichnung sind einige Ausfüh rungsbeispiele von nach dem Verfahren gemäss der vorliegenden Erfindung hergestellten Bau elementen schaubildlich dargestellt, und zwar zeigen Fig. 1 bis 3 je ein einschichtiges Bau element und Fig. 4 bis 7 je ein mehrschichtiges Bau element.
Zur Herstellung eines Bauelementes nach Fig. 1 werden eine Anzahl rohrförmige, bei- derends offene Elemente 1 aus Ton herge stellt, die einen sechseckförmigen Querschnitt besitzen, aber auch einen Querschnitt in der Form eines beliebigen andern gleichseitigen Vielecks mit gerader Seitenzahl besitzen kön nen.
Solche Elemente 1 werden nach dem Trocknen in einer Trocknungsanlage und Zu schneiden auf die gewünschte Länge in der erforderlichen Anzahl nebeneinander in einer Reihe liegend angeordnet, so, dass je zwei benachbarte Elemente einander längs je einer Seitenfläche berühren. Vorgängig werden die Berührungsflächen der Elemente mit einem schmelzbaren, silikathaltigen Bindemittel be strichen, dessen Schmelzpunkt niedriger ist als derjenige des Tones.
An Stelle des silikat- haltigen Bindemittels könnte auch ein anderes Bindemittel zur Anwendung kommen, das während des Brennens des Tones im Ofen erhärtet und eine sichere Verbindung zwischen den Elementen an ihren Berührungsstellen herbeiführt.
Das so vorbereitete Element wird alsdann in einen Ofen eingeschoben, in welchem der Ton gebrannt und das Binde mittel geschmolzen wird. Da es sich um ver hältnismässig dünnwandige Elemente handelt und diese durchgängig offen sind, dauert der Brennvorgang nicht lange, so dass der Brenn stoffaufwand niedrig ausfällt. Zufolge des niedrigeren Schmelzpunktes des Bindemittels wird beim Brennen des Tones eine zu starke Erhitzung des Tones und damit eine Defor mierung der einzelnen Elemente vermieden, was dann unvermeidlich der Fall sein würde,
wenn. ein Bindemittel gewählt würde, dessen Schmelzpunkt über demjenigen des Tones lie gen würde und letzterer bis zum Erweichen erhitzt werden müsste.
Ein nach diesem Verfahren hergestelltes Bauelement lässt sich zur Herstellung von Bauteilen verwenden, wobei die Verbindung zweier hintereinanderliegender Bauelemente zweckmässig mittels passender, ebenfalls durch gehend offener Hohlkörper erfolgt, die sich zum Teil in die Hohlräume 2 der einzelnen rohrförmigen Teile 1 am einen Ende des.
einen Bauelementes einführen lassen, so, dass die rohrförmigen Teile des anstossenden Bauele= mentes sich über die vorstehenden Teile der genannten Hohlkörper schieben lassen. Die als Hohlkörper ausgebildeten Verbindungs elemente weisen zweckmässig dieselbe Quer schnittform wie die rohrförmigen Elemente des Bauelementes auf und können,-ebenfalls aus Ton oder aus einem andern bekannten plastischen, durch Trocknen oder Brennen erhärtenden Baumaterial hergestellt sein.
Solche Verbindungselemente lassen sich bei spielsweise beim Verlegen der Bauelemente auf der Baustelle in die rohrförmigen Teile einschieben. Die Ausführungsform nach Fig. 2 zeigt ein Bauelement, das ebenfalls nach dem be schriebenen Verfahren hergestellt ist und aus miteinander verbundenen, als Hohlprofilkör- per ausgebildeten Elementen 3 aufgebaut ist. Die einzelnen Elemente 3 weisen je zwei senkrecht stehende parallele Wände 4 auf, die unter sich durch aus zwei zueinander ge neigten Teilen bestehende Wände verbunden sind.
Dieses Bauelement gemäss Fig.2 lässt sich im Gegensatze zur Ausführungsform nach Fig.1 belasten und als tragendes Bau element verwenden. Die parallelliegenden Wände 4 können, wenn es die zu erwartende Belastung erfordert, auch stärker ausgeführt sein als die übrigen Wände.
Das in Fig. 3 gezeigte Bauelement unter scheidet sich von demjenigen nach Fig. 2 lediglich durch die Form der einzelnen als Hohlkörper ausgebildeten Elemente 5, aus denen es zusammengesetzt ist. Dieses Bau element besitzt eine ebene, vollständig glatte Fläche 6, welche beispielsweise unbehandelt sein kann, aber auch, wie dargestellt, mit einem einbrennbaren Überzug oder mit einer Glasurmasse überzogen werden kann, die gleichzeitig mit dem Ton gebrannt wird.
Ein solches Bauelement lässt sich zur Herstellung von Bauteilen gebrauchen, bei welchen die Fläche 6 die Sichtfläche darstellt, die dann keine weitere Nachbearbeitung oder Nach behandlung mehr erfordert. Es lassen sich aber auch mehrschichtige Bauelemente herstellen. Eine erste derartige Ausführungsform zeigt Fig. 4.
Dieses Bauele ment ist dadurch entstanden, indem man aus Ton hergestellte; als Hohlprofilkörper ausge bildete Einzelelemente 1 Reihen bildet und jeweils zwischen zwei Reihen aus übereinan- dergeschichteten, horizontalliegenden Elemen ten 1 eine Reihe gleicher Elemente 1 an ordnet, die jedoch senkrecht stehen.
Auch hier werden die miteinander in Berührung treten den Flächen der Einzelelemente vorgängig der Zusammenstellung der einzelnen Reihen und Schichten mit einem silikathaltigen Bindemittel bestrichen, und der zusammen- gestellte Körper wird alsdann im Brennofen weiterbehandelt.
Das Bauelement nach Fig.4 weist somit sowohl horizontale als auch vertikale durch gehende Hohlräume auf, zu welchen noch wei tere durchgehende vertikale und horizontale, sich kreuzende Kanäle 7 hinzukommen, die sich ausserhalb der einzelnen Elemente zwi schen deren geneigten Aussenflächen befin den. Diese sich kreuzenden Kanäle 7 bewir ken eine Erhöhung der Isolierfähigkeit des Bauelementes, indem die quer durch das letz tere hindurchgehenden Materialbrücken, die die Wärmeübertragung begünstigen, auf ein Mindestmass reduziert werden.
Bei der Verwendung derartiger Bauele mente zu tragfähigen Bauteilen lassen sich beispielsweise einzelne oder alle Hohlräume der vertikal stehenden Elemente 1 mit einem plastischen, z. B. durch Trocknen erhärtenden Material, beispielsweise Beton, ausfüllen, so dass sich durch sämtliche übereinander geschichteten Bauelemente erstreckende, säu lenartige Kerne aus dem mit einem Binde mittel versetzten Füllhiaterial bilden. Die Verwendung solcher Bauelemente erleichtert das Betonieren, indem diese Arbeit ohne Schalung oder weitere Behelfsmittel durch geführt werden kann.
Es hat sich gezeigt, dass auch solche Bauelemente, bei denen ein zelne Elemente nachträglich mit einem Füll material ausgefüllt worden sind, das an sich als schlechtes Isoliermittel anzusprechen ist, ihre Isolierwirkung dennoch nicht verlieren, indem immer noch mit Luft angefüllte Zwi schenschichten vorhanden sind und diese letz teren sich unmittelbar hinter den beiden Au ssenflächen der Bauelemente befinden.
Die einzelnen Elemente 1 des Bauelemen tes können, wie Fig. 5 zeigt, auch gleich gerichtet in nebeneinanderliegenden horizon talen Reihen und übereinandergeschichteten Lagen angeordnet sein, so dass das Bauele ment ausschliesslich in derselben Richtung laufende Luftkanäle 2 und 7 besitzt, während die Kanäle 7 kreuzende Kanäle fehlen. Ein derartiges Bauelement lässt sich sowohl als reines Isoliermittel gebrauchen, wenn es mit horizontalliegenden Elementen verlegt wird, als auch zur Erstellung von tragfähigen Bau teilen, wenn die Verlegung so erfolgt, dass die Luftkanäle eine vertikale Lage erhalten; denn im letzteren Falle lassen sich einzelne der durchgehenden Luftkanäle mit Beton aus füllen.
Die Zahl und die Lage dieser auszu füllenden Kanäle innerhalb der Bauelemente richtet sich jeweils nach den Anforderungen durch die Belastung.
Aus den Einzelelementen der Bauelemente gemäss Fig. 2 und 3 lassen sich auch mehr schichtige Bauelemente bilden, wie die Fig. 6 und 7 zeigen. Beim Ausführungsbeispiel nach Fig.6 handelt es sich um ein Bauelement, hergestellt aus nebeneinanderliegenden und übereinandergeschichteten Einzelelementen 3, die unter sich durch auf die Berührungsflä chen aufgetragene Bindemittel zusammen gehalten sind. Ausser den, durchgehenden Hohlräumen innerhalb der einzelnen Ele mente sind noch weitere in derselben Rich tung verlaufende Kanäle 7 vorhanden.
Das Bauelement besitzt zwei glatte Aussenflächen 8, die gegebenenfalls mit einer Glasurmasse oder einem andern brennbaren Material über zogen sein können.
Das Bauelement nach Fig. 7, aus Elemen ten gemäss Fig.2 und 3 zusammengestellt, weist in Übereinstimmung mit der Ausfüh rungsform nach Fig.4 sich kreuzende, zwi schen den Einzelelementen befindliche Ka näle 7 auf. Die äussern Schichten des Bau elementes haben glatte Aussenflächen 6, die gegebenenfalls, wie dargestellt, mit einem Überzugsmaterial versehen sein können.
Die beschriebenen Bauelemente lassen sich insbesondere in der Form von einschichtigen Körpern als Bedachungsmaterialien zur Her stellung von Decken oder Verkleidungen oder zum Aufbau von nichttragenden Zwi schenwänden gebrauchen und ausbilden, wo bei bei einzelnen Ausführungen (Fig.2 und 3) auch eine gewisse Beanspruchung auftre ten kann. Mehrschichtige Bauelemente hin gegen lassen sieh an Stelle der gebräuchlichen Baumaterialien zur Herstellung von tragen den und andern Bauteilen gebrauchen.
hie Bauelemente, einschichtige wie mehr schichtige, weisen verhältnismässig zu ihrem Volumen ein geringes Gewicht auf und be nötigen dementsprechend zu ihrer Herstel lung auch nur eine entsprechend geringe Menge von Rohmaterialien.