Vorrichtung zum Verabreichen von rollfähigen Leckkörpern an Vieh, insbesondere an Rinder.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vor- richtung zum Verabreichen von rollfähigen Leekkörpern, z. B. aus Salz, sonstigen Nähr- stoffen, chemischen, medizinischen Beifutterstoffen (Futterkalk) und dergleichen, an Vieh insbesondere an Rinder, die gekennzeichnet ist durch einen muldenförmig ausgenommenen, innenseitig zumindest teilweise mit vorstehenden Rändern versehenen Lagerkörper, zum Zwecke, nur ein Ablecken des eingelegten Leckkörpers mit der Zunge bis zum völligen Aufbrauch zu gestatten, wobei die vorstehenden Ränder dazu bestimmt sind, den Leekkörper gegen Herausfallen zu sichern.
Die Lagerkörpermulde ist bei rinnenförmiger Ausbildung im besonderen für die Einlage stangenförmiger bzw. zylindriseher Leckkörper geeignet. Für kurze stangenförmige Leckkorper und ebenso für eine fallweise erforderliehe Einlage von ovalen oder kugeligen Leekkörpern kann die Lagerkörpermulde auch kugel sehalen-oder ovalförmig bzw. napfförmig ausgebildet sein. Die Verabreichungsvorrichtung für diese Leekkörper ist vorteilhafterweise am viehstandseitigen Futterbarrenrand eingesetzt.
Bei vorhandenem Fressgitter wird die erfindungsgemässe Vorrichtung (viehstandseitig gesehen) vorteilhaft vor diesem angebracht, so dass sie auch bei versperrten Fressschlitzen dem Tier zugänglich ist.
Die bisher übliche Verabreichung von Nährstoffen bzw. Beifutterstoffen erfolgt ge wöhnlieh im Wege einer Mischfütterung, das heisst die Stoffe werden im Futtertrog dem gewöhnlichen Futter meist in zerkleinerter oder pulverisierter Form beigemengt. Dadurch geht der dem Vieh gewohnte, natürliche Geschmack des Futters verloren, anderseits ist durch diese Art der Fütterung eine restlose Auswertung der verhältnismässig sehr kost spieligen Beifutterstoffe nieht gewährleistet.
Salz wird in zerkleinerter Form im Futtertrog oder in Form von Leckkörpem verabreicht. Für die letzte Verabreichungsart stehen versehiedene Leekkörperformen mit dazugehöriger Lagerungsvorriehtung in Anwendung, die aber in keiner Weise befriedigen können. Die bekannten rollfähigen (zy lindrischen) Leekkörperformen erfordern me tallische Einspann-oder Festhaltevorriehtun- gen, die bei längerem Gebrauch rosten, bald sehadhaft werden und häufig Verletzungen von Zunge und Maul der Tiere nach sieh ziehen.
Weiter ist, und namentlich bei solehen Vorriehtungen ohne metallische Festhaltevor- richtungen, ein restloser Verbrauch der Leckkörper nicht möglieh. Am häufigsten wird das Salz in Form von konischen Scheibenkörpern oder konisch abgeschrägten Bechteckkörpern in an der Stallwand befestigten konischen Blechringen oder Blechschienen auswechselbar eingespannt. Diese Salzverabreichung hat den Nachteil, dass durch die mittige Leekabnützung mit der Zeit ein Zerbröekeln der verbleiben den Leckkörperränder erfolgen muss, die der Verfütterung zum Grossteil verlorengehen.
Das einfache Einlegen von Rolleckkörpern in den Futterbarren erweist sich als unzweckmässig, da die Rollkörper einerseits nicht orts- fest lagern können und anderseits neben der ständigen Auswurfgefahr ein Erfassen bzw.
Zerbeissen der Körper nicht verhindert werden kann.
Die erfindungsgemässe Leckvorrichtung behindert in keiner Weise die Anbringung eines Fressgitters am Futterbarren. Es ist auch möglich, die Vorrichtung bei bestehenden Fressanlagen mit Fressgitter nachträglich ohne jede Behinderung der Tiere vor diesem am viehstandseitigen Rand des Futterbarrens anzubringen. Dadurch sind die Leckkörper bei versperrtem Fressgitter dem Tiere jederzeit zugänglich. Durch Anordnung mehrerer Leckmulden nebeneinander können mehrere Beifutterstoffe getrennt gleichzeitig verabreicht werden.
Die vorstehenden Ränder der Leckmulde verhindern ein Auswerfen der Leckkörper bis zu ihrem völligen Verbrauch, gleichzeitig aber auch ein Erfassen des Leck- körpers mit den Zähnen und damit eine Aufnahme grösserer und kleinerer Bruchstücke, die dem Tiere schädlich wären.
In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung beispielsweise dargestellt, und zwar zeigen Fig. 1 einen stangenförmigen Leckkörper mit kreisförmigem Querschnitt, Fig. 2-6 bevorzugte Querschnittsformen für Leckmulden und Fig. 7 eine Fressanlage mit Fressgitter und eingebauten Leckmulden.
Mit 1 ist ein stangenförmiger, zylindrischer Leckkörper bezeichnet, der zweckmässig gegossen oder in der Strangpresse hergestellt ist. Er ist vorteilhaft durch Brechrillen la un terteilt. Die Vorrichtung für die Verabreichung dieser stangenförmigen Leekkörper 1 besteht aus einer in einem Lagerkörper 2 vorgesehenen Mulde, deren Bänder nach innen vorstehen. Der Krümmungsradius der Leek- rinnenbasis 3a ist grösser als der Krümmungs- radius der einzulegenden Leekstange. Mit 3b und 3c sind die nach innen vorstehenden, wulstartigen Ränder der Mulde 3 bezeichnet, welche ein Auswerfen der Leekstangen naturbedingt ausschliessen.
Die Innenseite der Leek- mulde im Bereich der Uberlappungen ist aufgerauht oder mit Rillen versehen, um eine unbedingte Zuriiekweisung der beim Leckvorgang lageveränderten Leekkörper in ihre Ruhelage zu gewährleisten. Die Mulden-bzw.
Rinnenöffnung (gebildet durch die Ränder 3b und 3c) ist so bemessen, dass das Tier mit seiner Zunge die Innenflächen belecken kann.
Sie ist in zweekmässig schräger Lage frontal zum Tier angeordnet. Die Öffnung der Leek- mulde 3 (Rinne) und die Berührungserzeugende 3a für die Leckstange 1 in normaler Ruhelage nehmen eine solehe Lage zueinander ein, dass bei jeder Berührung oder Ableckung der eingelegten Leekstange dureh die Tierzunge ein Drehmoment auf diesen Leekkörper ausgeübt wird.
Er wird je nach der Richtung der Leekbewegung eine Bewegung gegen einen der überlappten Ränder 3b oder 3c, die zweckmässig rund unterhöhlt sind, ausführen und bei jeder Unterbrechung der Leekbewegung in seine Ursprungslage in der Beriihrungs- erzeugenden 3a zuriiekrollen. Die Richtung der Leckbewegung der Zunge kann durch ent sprechende Formgestaltung der Mulde (Rinne) bzw. der Muldenoffnung vorbestimmt werden und dadurch die Bewegung der Leekstange nur gegen einen Anschlagrand gerichtet werden. GFemäss Fig. 3 wird die Leekstange beim Abdecken nur gegen den Bordrand 3c anschlagen.
Nach Fig. 4 ist eine Leckmulde vorgesehen, die eine Leckbewegung mehr oder weniger senkrecht gegen die Leekstangenmit telachse erzwingt, weil der Vorderrand 3c sehr tief liegt. Ein Auswerfen der Leekkörper wird dadurch vermieden, dass die Leckrinne an n ihren Stirnseiten 3d einander zugekehrt halbringförmige Überbriickungsflanschen 3e aufweist. Hiebei ist erforderlich, dass die Länge der Leckstange 1 so bemessen ist, dass sie von der Innenseite der Stirnwand 3d bis zum Innenrand des nächsten Uberbrückungsflansches 3e reicht. Eine derart bemessene Leckstange lässt sich leicht in die Leckmulde einlegen.
Ein Auswerfen wird trotz des tiefliegenden Randes 3c dadurch verhindert, dass bei jeder Ableckung die Stange immer mit einem Ende, und zwar gegen das die Leekbewegung gerichtet ist, unter einen Lfiberbrückungs- flansch 3e zu liegen kommt. Nach Fig. 5 ist die Leckrinncn¯ffnung zur Lage der Leckstange und damit der tiefsten Leckstangen- erzeugenden schräg gekreuzt angeordnet. Das Tier wird instinktmässig an der Stelle, wo ihm die grösste LeckflÏche geboten ist, die Zunge ansetzen und seine Leckbewegung in der Richtung der Muldenöffnung ausführen.
Dadurch ist ebenfalls die Richtung der Leckbewegung und damit die Richtung der Drehbewegung bzw. Rollbewegung vorbestimmt.
Diese schräge Lage der Muldenöffnung ergibt aber auch gleichzeitig einen wirksamen Schutz gegen ein Auswerfen der Leekstange. In Fig. 6 ist eine Ausführungsform der Leekmulde dargestellt, wie sie für nahe am Boden gelagerte Leckstangen zweckmϯig ist. Fig. 7 zeigt die Leckvorrichtung in Verbindung mit einer Fressanlage mit Fressgitter dargestellt. Am Futterbarren 4 ist viehstandseitig das Fressgitter 5 angeordnet. Vor dem Fressgitter sind im Bereich der Fresssehlitze 5a je zwei in einem Lagerkörper 2 vorgesehene Leckmulden 3 angebracht. Der Lagerkörper 2, welcher vorteilhafterweise aus Steingut hergestellt ist, ist im Futterbarren 4 eingesetzt. Die Leckmulden können aber auch mit dem Futterbarren aus einem Stüek hergestellt sein.
Zwischen den Leckmulden 3 jedes Viehstandes ist im Barren eine Freifläche 4a für die Anhänge- vorrichtungen 6 und für die Anbringung der Fressgitter 5 und Tränken 7 vorgesehen.
Die vorgeschlagenen Leckvorrichtungen lassen sich auch unabhängig vom Futterbarren in eigenen aufstellbaren Lagerkörpern aus Beton, Steingut, Holz und dergleichen selbständig verwenden. Für Weidevieh und Wild ist es vorteilhaft, die Lagerkörper dachge- schützt aufzustellen, und zwar zweckmϯig mehrere LeekmuRden in einem gemeinsamen Lagerkörper vereint. Namentlich für die Auslegung von Präparaten zur Bekämpfung von Seuchen beim Schalenwild sind diese Leckmulden besonders geeignet. Die Präparate können in Stangenform oder in sonstiger Rollkörperform hergestellt werden und nur durch Ablecken fast bis zum vollständigen Aufbrauch vom Tier aufgenommen werden.
Beispielsweise für arsenhaltige-Präparate ist es wichtig, dass dem Tier ein Abschaben oder Ausbrechen von grösseren Mengen der Fressmasse mittels der Zähne unmöglich ist.
Durch entsprechende Aussparungen im Futtertrogrand und/oder durch entsprechende Offnungen an den Stirnwänden der Leckrin- nen kann ein seitliches Einführen der Leckstangen erfolgen. Die Íffnungen können verschliessbar sein oder so versetzt in den Stirnwänden liegen, dass Anschlagränder längs der Muldenfläche stehenbleiben. Ebenso ist es möglich, die Leckmulden vor allem dann, wenn es sich nicht um stangenförmige Leck- körper handelt, sondern um kegelstumpfartige, eiförmige, kugelige Körper, schalen-bzw. napff¯rmig auszubilden, ähnlieh dem Quersehnittsprofil nach Fig. 5, wobei der Rand teilweise oder ganz nach innen vorsteht.
Diese Napfform ist in der Schnittdarstellung gemäss Fig. 6 strichliert angedeutet.