Selbsttätige Teigteil- und Wirkmaschine für kleine Bäckereibetriebe. Es handelt. sich beim Gegenstand der Er findung um eine selbsttätige Teigteil- und irkmasehine, wie sie bei den Grossbäckereien, wenn auch in anderer Form, allgemein üblich ist. L m die kleinen Bäckereibetriebe gegen über den Grossbäckereien wettbewerbsfähig zu halten, besteht ein dringendes Bedürfnis, auch für solche Betriebe eine Hilfsmaschine ähnlicher Art zu bauen, jedoch ist. dies bisher noch nicht. in zufriedenstellender Weise ge lungen.
Dies liegt. offenbar daran, dass an eine solche Teigteil- und Wirkmaschine für kleine Bäckereibetriebe ganz besondere An forderungen zu stellen sind, die bei Grossbäk- kereien weniger in Betracht kommen, woraus es sich erklärt, dass die bisher in erster Linie mit Rücksicht. auf die Bedürfnisse der Gross bäckereien gebauten Hilfsmaschinen dieser Art für den neuen Zweck nicht, brauchbar sind.
In erster Linie muss von einer derartigen Maschine verlangt werden, dass sie selbsttätig arbeitet., ohne Beeinträchtigung ihrer Lei stungsfähigkeit wenig Platz beansprucht, be quem und einfach in der Bedienung ist, ins- besondere derart, dass sie auch von ungelern ten Männern und Frauen ohne weiteres be dient werden kann, und dass sie schliesslich den Teig nicht angreift und demgemäss nach Aussehen und Volumen ein Gebäck liefert, das der handgemachten -VVare in keiner Weise nachsteht.
Diese Bedingungen lassen sieh bei einer die erfindungsgemässen Merkmale aufweisen den Maschine leicht erfüllen, bei welcher ein die Antriebsmittel aufnehmendes Sockel- gehäiise ein als Arbeitstisch dienendes end loses Förderband und hinter diesem eine auf wärts verlaufende hohle Stütze trägt, die in einen das Förderband überhängenden Ma schinenkopf ausläuft, der oberhalb des För derbandes die Teig-Zuführ- und -Teilvorrich tung trägt..
Insbesondere wird durch die erfindungs gemässe Bauweise möglich gemacht, die Ma schine während des Arbeitens durch nur einen Bedienungsmann zu bedienen, der vor der Längsseite des Förderbandes steht und in des sen Reichweite sieh dann auch die Zuführ- vorriehtung befindet.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungs gegenstandes ist in der beiliegenden Zeich nung zum Teil dargestellt.. Es zeigt: Fig. 1 einen Längsschnitt nach der Linie C-D in der Draufsicht der Fig. \?, Fig. 2 eine Draufsicht mit Schnitt gemäss Linie A-B der Fig. 1, Fig. 3 eine Ansicht von vorn, Fig. 4 eine Ansicht von der Seite, Fig. 5 bis 8 den Antrieb der Speisewalzen und die Steuerung des Arbeitskolbens in grö sserem Massstab,
Fig.9 bis 11 den Antrieb der Wirkvor richtung. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Antriebsmittel in einem Sockel gehäuse 1 gelagert; sie bestehen in der Haupt sache aus dem Antriebsmotor 2 und den Vorgelegen 3 und 4.
Über dem Sockelgehäuse 1 erhebt sich ein- seitig eine hohle Stütze 1', deren Hohlraum mit dem Hohlraum des Sockelgehäuses in Verbindung steht und in dem die Steuerung für die Arbeitsteile untergebracht ist.
Vor dieser Stütze ist über dem Sockel gehäuse der durch ein endloses Förderband gebildete Arbeitstisch angeordnet, über wel chen besagte Stütze in einen überhängenden Gehäusekopf 1" ausläuft, der die Teigteilvor- richtung aufnimmt.
Am Vorgelege 4 ist ein Kurbelzapfen 5 vorgesehen, der die Schubstange 6 mit einem Winkelhebel 7, der um den Zapfen 8 dre hen kann, derart verbindet, dass besagter Hebel eine Schwingbewegung ausführt, die er durch einen Lenker 9 auf die Stange 10 des Kolbens 11 überträgt.
Zwischen Kolben stange 10 und Kolben 11 ist ein toter Gang x (siehe Fig. 5) eingeschaltet. Zwei neben- einanderliegende Teilkammern 12, welche um 13 schwenkbar sind, dienen zur Aufnahme der mit Hilfe dieses Kolbens aus dem Barüber liegenden, von der hohlen Stütze getragenen Einfülltrichter 14 mit zwei Walzen 15 und einem Schieber 16 abgeteilten Teigstücke.
Auf der Welle des Vorgeleges 4 sitzt fer ner ein Kettenrad 17, das eine Kette 18 mit einem weiteren Kettenrad 19 verbindet. Letz teres sitzt lose auf einer Welle 20; seine dre hende Bewegung wird auf das mit der Welle verbundene Schaltrad 22 mittels einer unter Federdruck stehenden Schaltklinke 21 über tragen, wobei die Feder das Bestreben hat, die Schaltklinke mit dem Schaltrad 22 in Eingriff zu halten,
die Finke jedoch wäh rend eines Teils des Umlaufes des sie tragen den Kettenrades 19 durch die Leitkurve 21a ausser Eingriff mit dem Schaltrad gebracht wird.
Auf der bereits genannten, bei 23 (Fug. 4) gelagerten Welle 20 sitzen zwei Kegelräder 24, die mit den Kegelrädern 25 in Eingriff stehen, welche auf Zapfen 26 der in den La gern 27 drehbar gelagerten Walzen 15 (Fug. 5) liegen.
Die von den schwenkbaren Teilkammern 12 ausgestossenen Teigstücke fallen durch Trichter 28 auf das endlose Förderbaud 29; sie werden durch den im obern Teil der Trich ter ausgespannten Stahldraht 28a abgestreift.
Zum Ausstossen der Teigstücke enthalten die Teilkammern 12 einen nicht dargestellten Kolben, der sich nach hinten zu abschliesst und bei jedem Verschwenken selbsttätig vor gestossen wird.
Während der Teig aus der Zuführvorricli- tung in Richtung gegen die Drehachse 13 zur Teilvorrichtung gestossen wird, bewegt sich das Band 29 so, da.ss die vorher geteilten, dem Bande von oben zugeführten Teigstücke 31 seitlich, in Fig. 1 bis 3 von links nach rechts befördert werden.
Diese Richtiu@.gsänderiuzg ergibt eine zweckmässige Ausnutzung des Raumes zwi schen dem Standplatz G (Fug. 2) des Ar beiters und der Stütze 1'.
Die Wirkvorrichtung und deren Antrieb ist aus den Fig. 9 bis 11 ersichtlich, wovon die Fig. 9 eine Ansicht in Richtung des Pfeils P in Fig. 10 ist und Fig.10 einem Schnitt gemäss A -B von Fig.11 entspricht. Sie besitzt eine vom Maschinentrieb aus in nicht gezeichneter Weise angetriebene senk rechte Welle 32 (Fug. 10 und 11) mit Kurbel scheibe 33 und Kurbel 34.
Die Kurbel 34 greift in ein in einem waagrechten freitragen den Schwingbalken 35 (Fug. 10) vorgesehenes Lager ein und ist mit diesem verkeilt. Der Sehwingbalken 35 ist mittels Lageraugen 37u.
und senkrechten Lagerbolzen 37 an Gabelköp fen 36a kreuzgelenkig angelenkt. Diese sind ihrerseits in einer zu den Lagerbolzen 37 senkrechten Ebene schwenkbar, wobei be sagte Bolzen mittels waagrechter Lagerzap fen 36 mit Lenkern 38 verbunden sind, deren andere Enden durch waagrechte Drehzapfen 39a an entsprechenden Gabelköpfen 39 an gelenkt sind, die mittels senkrechter Lager bolzen 40 ebenfalls kreuzgelenkig an Sehwin- gen 41 gelagert sind.
Diese sind mittels der Welle 42 an einer mit dem Soekelgehäuse 1 fest verbundenen Konsole 43 gelagert.
Am derart parallelgeführten Schwingbal ken 35 sind die Trichter 28 sowie die Wirk näpfe 30 befestigt, welche somit oberhalb des Förderbandes 29 und in bezug auf dieses eine kreisende Bewegung ausführen.
Da die Förderwalzen 15 den von ihnen abwärtsgeschobenen Teig infolge ihrer Dreh bewegung gegen die senkrechten Trichter wände 14' (Fig. 6) unmittelbar über dein Abteilkolben 11 andrücken, kann es zweck mässig sein, das Vorderende des Kolbens mit Abstreifern 11' auszurüsten.
An der Maschine befinden sich ferner ein Handrad 44, das den Schieber 16 höher oder tiefer und damit die Rücktrittsmöglichkeit. für den Teig zum Trichter einzustellen er laubt, die das Teiggewiclit in der Teilkammer 12 bedingt, Druckknopfschalter 45 zum In- gangsetzen und Abstellen des elektrischen Ma schinenantriebes, ein Wirktisch 46 und schwenkbare Auflagestützen 47 zur Aufnahme eines Gärbrettes 48.
Die Arbeitsweise ist folgende: Der Teig wird in den Trichter 14 gelegt. Durch die beiden umlaufenden Walzen 1.5 wird der Teig zwangsweise nach unten ge drückt. In der Teilkammer befindet sieh der Kolben 11, der den vom Trichter 14 her züi- geführten Teig in die Teilkammer 12 schiebt. Hat er hierbei seine vorderste Stellung (links in Fig. 1) erreicht, so werden die Teilkam mern 12 um 90 mittels eines nicht gezeich neten Getriebes um die Achse 13 nach unten geschwenkt., und die abgeteilten Teigstücke fallen nach dem Ausstossen in die Trichter 28.
Das Anbringen eines Stahldrahtes 28a oberhalb dieser durch ihre kreisende Bewe gung die Teigstücke abstreifenden Trichter beschleunigt das Abstreifen und verhindert ein Ankleben der Teigstücke.
Einen besonderen Vorteil erbringen die Walzen 15 dadurch, dass sie sich - wie wei ter unten näher ausgeführt ist. - nicht dauernd drehen, sondern nur dann, wenn der hin- und hergehende Kolben 11 das zweite und das letzte Drittel seines Weges zu der Teilkammer hin und von dieser weg ausführt, ausgenommen in der Nähe des Totpunktes (vgl. Fig. 8). Wenn sich der Kolben 11 in seiner (linken) Totpunktstellung befindet, wie Fig. 1 und 5 zeigen, drehen sich die Walzen 15 nicht, und zwar so lange nicht, wie die Schaltklinke 21 am Anschlag 21a vor beistreift.
Die Walzen 15 schaffen also den Teig nur dann nach unten, wenn dieser vom Kolben zu den Teilkammern 12 geschafft wer den kann oder dieser beim Rückhub den Raum vor den Teilkammern 12 freigibt. Da durch wird der Teig sehr geschont. Würden die Walzen 15 dauernd laufen, dann würde der Teig auch nach unten gedrückt, wenn sieh der Kolben ganz im linken Totpunkt der Fig.1 befindet. Der Teig würde dann un nötig gestaut, wodurch er leiden würde.
Dadurch, dass die Kolbenstange 10 gegen über dem Kolben 11 einen toten Gang (Fig. 5) zurücklegt, wird in die Bewegung des Kolbens 11, und zwar jeweils vor der Vor- und Rückwärtsbewegung, ein Stillstand eingeschaltet. Dieser Stillstand ist erforder lich, wenn sich der Kolben 11 in seiner vor dersten Stellung befindet. und die Teilkam mern 12 gefüllt sind, damit während des Stillstandes des Kolbens 11 das Schwenken der gefüllten Teilkammern 12 nach unten erfolgen kann.
Würde der Kolben 11 in seiner vordersten Stellung nicht verharren, bis das Herabschwenken erfolgt ist, dann be- stände die Gefahr, dass der zurückgehende Kolben Teig aus den Teilkammern mitnirn.int oder entweichen lässt. Dadurch würden dann ungenaue Gewichte entstehen.
Der Kolben 11 schiebt. mehr Teig vor sich her, als zum Füllen der Teilkammern erfor derlich ist. Der überschüssige Teig wird von dem Kolben im vordersten Teil seines Füll hubes an dem Schieber 16 vorbei wieder in den Trichter zurückgedrängt. Weicher Teig entweieht leichter als fester Teig.
Um nwi das Entweichen des überschüssigen Teiges regeln zu können, so wie es die Teigbeschaf- fenheit erfordert, und um ein genaues Ge wicht in den Teilkammern 12 zu erhalten, ist der Schieber 16 vorgesehen. Je nachdem man den Schieber 16 tiefer stellt,
wird der zwi- schen dem Schieber 16 und dem Kolben 11 sowie den Abstreifern 11' zum Trichter 14 zurückführende Durchtrittskanal durch Ver stellen des Schiebers mehr oder weniger ver engt und der Teigübertritt mehr oder weniger erschwert. Bei stärkerer Verengung des Durchtrittskanals wird der Teig mit grösserem Druck in die Teilkammern gedrückt.
Die Teilkammern werden in bestimmtem gleieh- bleibendem Mass gefüllt, und das Teiggewiclit wird genau. Bei festerem und zäherem Teig ist der Schieber 16 höher, bei weicherem Teig tiefer einzustellen. Dadurch wird auch eine schonende Behandlung des Teiges erzielt.
Der Vorschub des Wirkbandes 29 erfolgt mittels eines nichtgezeichneten Getriebes aus setzend, während des Wirkvorganges steht das Band 29, und es beginnt seine Bewegung, wenn ein Wirkvorgang erledigt ist und die Wirknäpfe 30 durch Hochschieben der Welle 32 mittels eines nichtgezeichneten Antriebes mit den Trichtern 28 angehoben werden.
Die Wirkvorrichtung wird wie bereits be schrieben betätigt. Durch die in bezug auf den Schwingbalken 35 einseitige Anordnung der den Schwingbalken 35 führenden und den Wirkantrieb übertragenden, seitlich der Stütze l' liegenden Teile 36 bis 41 (Fug. 10 und 11) an Stelle der übliehen beidseitigen Führung, der Wirkvorrichtung wird viel Platz gewon nen, weil die Vorderseite vor den Wirk näpfen 30 ganz frei von Antriebsorganen ist; auf diese Weise wird auch die Bedienung der Maschine erleichtert.
Durch die einseitige Anordnung der hoh len Stütze 1' und durch Verwendung nur einer Wirkvorrichtung an Stelle - wie üblich mehrerer wird ermöglicht, dass das Barunter liegende Wirkband 29 frei liegt; auch dadurch wird viel Platz gewonnen und das Absetzen der gewirkten Teigstücke erleichtert.
Die Anordnung eines kleinen Wirktisches 46 ermöglicht, dass die rundgewirkten Teig stücke vor dem Absetzen auf das Gärbrett 48 bequem langgestossen werden können. Auch die Anordnung der Gärbrettauflage 47 an der Vorderseite der Maschine erleichtert das Be dienen derselben ganz bedeutend.
Die Maschine ist so gebaut, dass der die Maschine bedienende Arbeiter seinen Stand ort an der Stelle G hat (vgl. Fig.2). Von diesem Standort aus kann er, ohne einen Schritt zu machen, den Teig in den Trich ter der Maschine legen, das Teiggewicht mit tels Handrad 44 einstellen, durch Druck knopfschalter 45 die Maschine in Bewegung und stillsetzen, das Arbeiten der Maschine überwachen, die rundgewirkten Teigstücke ab setzen -und, wenn nötig, noch langstossen.
Diese Anordnung erleichtert ausserordent lich die Bedienung; sie ist übersichtlich und bringt daher ganz bedeutende technische und wirtschaftliche Vorteile.
Die Zeichnung zeigt nur ein Ausführungs- beispiel, jedoch kann die Maschine, die in der Zeichnung zweireihig dargestellt ist, auch ebensogut ein- und mehr als zweireihig ge baut werden.