Tabelliervorrichtung mit Einrichtung zum Abfühlen und Auswerten der Angaben von gelochten Karten. Gegenstand der Erfindung ist eine Ta- belliervorrichtung mit Einrichtung zum Ab fühlen und Auswerten der Angaben von ge lochten Karten. Sie eignet sich insbesondere für solche Karten, bei denen das Vorhanden sein bzw. das Fehlen von Merkmalen durch positive bzw. negative Kennzeichenlochungen dargestellt wird.
Eine gelochte Karte, unter welcher Be zeichnung auch ähnliche flache Gegenstände zu verstehen sind, deren Auswertung mittels der den Erfindungsgegenstand bildenden Vor richtung erfolgen soll, ist im Schweizer Pa tent Nr.255839 beschrieben und dargestellt. Es ist daraus ersichtlich, dass das Kartenfeld in zwölf Horizontalreihen und sechzehn Ver tikalreihen unterteilt ist und dass die Horizon talreihen in drei Horizontalstreifen zu je vier Reihen unterteilt sind. Für jedes Kennzeichen sind zwei Markierungsstellen vorgesehen, von denen die eine für die negative und die andere für die positive Kennzeichnung bestimmt ist. Jede Horizontalreihe kann somit mit sechzehn negativen oder positiven Kennzeichen ver sehen werden, die aus mittels Stempel erzeug ten Lochungen bestehen.
Die den Gegenstand der Erfindung bil dende Tabelliervorrichtung ist dadurch ge kennzeichnet, dass diese eine Abfühlvorrich- tung von derartiger Ausbildung und Anord nung aufweist., dass die Angabestellen der Kar ten einzeln und in der Reihenfolge ihres De zimalwertes mit ihr zusammenwirken.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbei spiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 eine Seitenansicht der Vorrichtung, Fig. 2 eine schaubildliche Darstellung eines Teils der Vorrichtung in grösserem Mass stabe, Fig. 3 ein Schaltbild und Fig. 4 eine schaubildliche Darstellung der Vorrichtung ohne den elektrischen Teil.
Mit 1 ist ein Halter bezeichnet., in welchem die auszuwertenden Registrierkarten überein anderliegend aufgestapelt sind und dessen Bo den in bekannter Weise derart ausgebildet ist, dass eine Karte nach der andern erfasst und dem Stapel entnommen werden kann. Die dem Stapel entnommene Karte 2 wird über Wal zen 3 geleitet. Diese Walzen 3 können mittels eines Elektromotors 4 und mit diesem in Wir kungsverbindung stehender Hilfswalzen 5 in Umdrehung versetzt werden. Nach dem Durch gang der Karten 8 zwischen den Walzen er folgt das Ablegen derselben in einem weiteren Halter 6.
An der einen Walze 3 liegen entsprechend den vier Reihen eines der drei Horizontal felder der Lochkarte vier Schleifkontakte 7; g, 9, 10 (Fig. 2 und 3) als Abfühlorgane an, die mit ihrem einen Ende an einem gemein samen Träger 11 festgemacht sind.
Dieser Trä ger 11 ist auf einer parallel zur Walze 3 lie genden Stange 12 verschiebbar. Die Schleif kontakte 7 bis 10 bilden die Abfühlvorrich- tung, die als Ganzes auf der Stange 12 längs der Walze 3 verschoben werden kann,- damit ein Abfühlen der drei Horizontalfelder 2a, 2b, 2c der gelochten Karten 2 möglich ist, welche je vier Reihen mit Lochungen aufweisen.
An Stelle einer verschiebbaren Abfühlvorrichtung können auf der Stange 12 drei nebeneinander liegende Abfühlvorrichtungen (11, 7 bis 10) vorgesehen sein, die das gleichzeitige Abfühlen aller drei Horizontalfelder 2a, 2b, 2c einer Karte 2 ermöglichen. Jedes der horizontalen Kartenfelder 2a., 2b und 2c einer Lochkarte ist einem Stellenwert zugeordnet, so dass das Kartenfeld 2a den Einer-, das Kartenfeld 2b den Zehner- und das Kartenfeld 2c den Hun derterstellenwert enthält.
Die Horizontalkar tenfelder 2a, 2b und 2c werden in der Folge der Vertikalreihen v nacheinander abgefühlt und dadurch deren Werte nach dem Dezimal- system aufgenommen und in die Additions maschine übertragen.
Der Schleifkontakt 7 ist mit einem Relais 13 verbunden, das einen Anker 13a besitzt, mittels welchem es beim Anziehen des Ankers fünf Arbeitskontakte a schliesst und fünf Ruhekontakte r öffnet. Dieses Relais 13 ent spricht in seiner Funktion der Wertziffer 1 . Der Schleifkontakt 8 steht. in Verbindung mit einem Relais 14, das mittels seines Ankers 14a sechs Arbeitskontakte a schliesst und vier Ruhekontakte r öffnet und der Funktion der Wertziffer 2 entspricht.
Der Schleifkon takt 9 ist mit einem Relais 15 in Verbindung gebracht, das mittels seines Ankers 15a vier Arbeitskontakte a und sechs Ruhekontakte r betätigt und die Funktion der Wertziffer 4 zu übernehmen hat, während der Schleif kontakt 10 mit einem Relais 16 verbunden ist, das der Wertziffer 8 entspricht und mittels seines Ankers 16a zwei Arbeitskontakte a schliesst sowie acht Ruhekontakte r öffnet, wenn es unter Strom gesetzt wird.
Vorhanden ist ferner noch eine Kontaktfeder 17, an die ein Relais 18 angeschlossen ist, das mittels seines Ankers 18a einen Arbeitskontakt a schliesst und der Wertziffer 0 entspricht. Auf der Achse der Walze 3 ist eine auswech selbare Nockenscheibe 19 aufgesetzt, deren Nocken einen Arbeitskontakt K,. betätigen. Eine weitere, sich mit derselben Walzenwelle 3 drehende Nockenscheibe 20 betätigt einen Arbeitskontakt KZ eines Elektromagneten 32.
welcher den Antriebsmechanismus der Ad ditionsmaschine betätigt. Die Nockenscheibe 19 weist so viele Nocken auf, als die Karte Verti- kalreihen v besitzt. Sollen aber bei einer Karte nur bestimmte gelochte Vertikalreihen v zur Auswertung kommen, dann wird die Nockenscheibe 19 durch eine solche ersetzt, welche nur so viele Nocken aufweist, als Ver tikalreihen v ausgewertet werden sollen.
Wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, weist die Einrich tung noch einen zur Aus- und Einschaltung des Stromkreises bestimmten Hauptschalter 21 auf, ferner zehn Elektromagnete 22 bis 31, von denen je einer mit einer Taste einer zehn- teiligen Additionsmaschine 33 für die Wert ziffern 0 bis 9 bekannter Ausführung in Wir- kungsverbindung gebracht ist.
Fig. 4 zeigt die Anordnung von drei neben einanderliegenden Additionsmasehinen 33 auf einem Tisch 34, in welchem die Relais und Elektromagnete untergebracht sind und an welchem der Halter 1 so angeordnet ist, dass in diesen zur Auswertung bestimmte Karten leicht eingelegt werden können. Die Loehkar- ten setzen sich in diesem Fall aus drei in Fig. 2 dargestellten Lochkarten mit drei Hori zontalfeldern 2a, 2b und 2c zusammen. Die Resultate der drei Additionsmaschinen sind auf einem Papierblatt 35 ablesbar.
Die Tabelliervorrichtung arbeitet in folgen der Weise Unter der Annahme, dass auf dem Hori zontalstreifen 2a der Karte 2 die erste Ver tikalreihe v entsprechend der Wertziffer 7 als Einerstellenwert, die zweite Vertikalreihe v entsprechend der Wertziffer 5 als Zehnerstellenwert und die dritte Vertikalreihe v entsprechend der Wertziffer 6 als Hun derterstellenwert gelocht sind und die Lochun gen der weiteren Vertikalreihen v unberück sichtigt bleiben sollen, ergeben sich die nach stehenden Funktionen nach erfolgter Vorbe reitung der Vorrichtung, welche insbesondere darin besteht,
dass auf die Walzenachse 3 eine Nockenscheibe 19 mit drei Nocken aufgesetzt und die Einstellung der Abfühlorgane 7 bis 10 gegenüber dem Horizontalfeld 2a der Loch karte zur Eintragung des Einerstellenwertes in die Additionsmaschine durchgeführt. wird.
Nach dem Einschalten des Hauptschalters 21 dreht sich die Antriebswelle des Motors 4, der die Walze 3 und die Hilfswalzen 5 in Uni drehung versetzt. Wenn die erste Vertikal reihe v der Karte unter die Schleifkontakte 7 bis 10 kommt, so machen die Schleifkontakte 7, 8 und 9 durch die Lochungen der Karte Kontakt mit der Walze 3, die ihrerseits über den ersten Nocken der Noekenseheibe 19, den Kontakt K und den Schleifkontakt 17 an den Pluspol angelegt ist.
Es werden daher über diese Schleifkontakte 7, 8, 9 die Stromkreise über die Relais 13, 14 und 15 zum Minuspol geschlossen, wobei die erregten Relais 13, 14, 15 die ihnen zugeordneten Arbeits- und Ruhe kontakte a und r derart bewegen, dass nur der Stromkreis über den Elektromagneten 28 geschlossen wird, der die Taste der Wert ziffer 7 der Additionsmaschine betätigt. Da durch wurde in die Additionsmaschine der Einerstellenwert 7 eingebracht. Nach dem Durchgang des Nockens unter dem Kontakt K1 werden die Relais 13, 14, 1.5 wieder strom los, weil die Verbindung zum Pluspol unter brochen ist.
Jetzt findet entweder eine Längs verschiebung der Fühlorgane 7, 8, 9, 10 aus der dem Einerstellenwert eritspreehenden Stellung gegenüber dem Horizontalfeld 2a in die dem Zehnerstellenwert entsprechende Stel lung gegenüber dem Horizontalfeld 2b der Lochkarte statt, oder es tritt bei vorhandenen drei Fühlergruppen 7 bis 10 jeweils die mitt lere in Funktion.
Wenn die Schleifkontakte 7, 8, 9, 10 den Bereich der zweiten Vertikal reihe der Karte ini Horizontalfeld 2b über streichen, wird gleichzeitig der Kontakt K1 neuei-dinrs durch den zweiten Nocken der Noekenseheibe 19 geschlossen, und es werden die Relais 13 und 15 durch die auf die Lochun- nen treffenden Schleifkontakte 7 und 9 ein geschaltet. Diese Relais 13 und 15 schalten den Elektromagneten 26 der Taste der 'Wert- ziffer 5 der Additionsmaschine mit Hilfe der Arbeits- und Ruhekontakte<I> a </I> und<I> r </I> ein.
Auf diese Weise wurde der Zehnerstellen wert in die Additionsmaschine eingebracht. Hierauf werden diese Fühlorgane 7 bis 10 vom Horizontalfeld 2b zu dem mit 2c bezeichneten Feld und damit auf den Hunderterstellenwert verschoben, so dass sie die Lochungen der drit ten Vertikalreihe z- der Lochkarte über streichen. Der dritte Nocken der Nocken scheibe 19 schaltet nun über die dritte Verti kalreihe v des Kartenfeldes 2c mit Hilfe der Kartenlochungen und der Schleifkontakte 8, 9 die Relais 14 und 15 ein, die über ihre Kon takte<I> a </I> und<I> r </I> den Elektromagneten 27 der Taste der Wertziffer 6 der Additions maschine erregen. Durch diese elektromagneti sche Tastenbetätigung wurde der Hunderter stellenwert in die Additionsmaschine einge bracht.
Da weitere Nocken auf der Nocken scheibe 1.9 nicht vorhanden sind, kann die Karte 2 weiter unter den Schleifkontakten 7 bis 10 durchgleiten, ohne dass weitere Relais eiregungen stattfinden können, da der Kon takt K1 die Walze 3 elektrisch vom Pluspol der Stromquelle getrennt hält. Es wurden da her die drei Werte 7, 5, 6 in der Reihenfolge ihres Stellenwertes, also nach dem Dezimal system, in die Additionsmaschine durch Tastenbetätigung eingebracht..
Nachdem die letzte Vertikalreihe v der Karte 2 unter den Schleifkontakten 7 bis 10 durchgegangen ist, schliesst der Nocken der Nockenscheibe 20 den Kontakt K., und damit den Stromkreis über den Elektromagneten 32, der seinerseits den AntriebsinechanismiLS der Additionsmaschine betätigt und dadurch die Registrierung des Betrages 756 bewirkt.
Parallel zii den Relais 13 bis 16 liegt noch das Relais 18 entsprechend der Wertziffer 0 , (las jedesmal erregt wird, wenn eines der übri gen Relais in den Stromkreis eingeschaltet wird. Uni aber die Taste der Additionsmaschine mit der Wertziffer 0 zu betätigen, ist es notwendig, dass der Stromschluss allein über (las Relais 18 erfolgt, was bei einer entspre chenden Lochung der Karte 2 auch der Fall. ist. Die Elektromagnete 22 bis 32 können auch durch andere, die gleiche Wirkung ausübende Mittel, beispielsweise Solenoide, ersetzt sein.
Die Zahl der die Elektromagnete oder Sole noide einschaltenden Relais könnte auch klei ner oder grösser sein als beim dargestellten Ausführungsbeispiel. Es kann auch die Ad ditionsmaschine durch eine andere bekannte Registriervorrichtung ersetzt sein, welche die Aufzeichnung bestimmter Vorgänge ermög licht, die sich aus den Lochungen der Karte ergeben, wobei naturgemäss an Stelle der dar gestellten Karten auch andere flache, mit Lochungen versehene Gegenstände auf gleiche Weise ausgewertet werden können.
Die Auswertung der gelochten Karten oder dergleichen erfolgt völlig zwanglätüig mittels der durch die Fühlorgane 7 bis 10 gesteuerten Relais und der über diese unter Strom ge setzten BetätigLungsorgane (Elektromagnete oder Solenoide), so dass Fehler in der Wieder gabe, Aufzeichnung, Addition usw. praktisch nicht eintreten können.