Verfahren und Streckwerk zum Verziehen von Textilfasern. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Verziehen von Textil fasern und auf ein Streckwerk zur Durch führung des Verfahrens. Die Textilfasern werden in Gestalt eines Vorgarns verzogen, das bereits einen gleichförmigen Verdrehungs grad hat, und das Verfahren eignet sich be sonders für den sogenannten Hochverzug , das heisst Verzug in einer einzigen Stufe um einen höheren als den üblichen Grad. Die Er findung wird nachstehend besonders an Hand von Beispielen für den Verzug von Kamm- garnfasern beschrieben, ist jedoch nicht hierauf beschränkt; z.
B. kann sie auch für andere Naturfasern, wie solche aus Baum- woll- und für Stapelfasern, angewendet wer den, die aus synthetischen Fäden erzeugt sind.
Nach dem Verfahren gemäss der Erfin dung wird ein Vorgarn von gleichförmigem Drall und auch sonst gleichförmiger Be schaffenheit von Zuführwalzen, Streckwalzen zugeführt und an einer Stelle näher der Klemmstelle der Streckwalzen als der der Zuführwalzen vorwärtsgestossen, wobei über eine Wegstrecke, welche sich von der Vor stossstelle gegen die Klemmstelle der Streck walzen erstreckt, jegliche Drehung des Vor garnes verhindert wird.
Infolge des Vorwärtsstossens des Vor garnes wird es zwischen der Vorstossstelle und den Zuführwalzen einem zusätzlichen Zug ausgesetzt; jedoch ist unter Vorwärts stossen hier nicht zu verstehen, dass das Vor- garn etwa so erfasst würde, dass ein Vorwärts gleiten irgendeiner von den Streckwalzen ge haltenen Fasern verhindert würde, und eine starke Streckung an der Stossstelle stattfin d en würde.
Das erfindungsgemässe Streckwerk zur Durchführung des erfindungsgemässen Ver fahrens zeichnet sich aus durch Zuführwalzen und Streckwalzen und durch Mittel, um das Vorgarn an einer Stelle näher der Klemm stelle der Streckwalzen als der der Zuführ walzen vorzustossen, welche Vorstossmittel be wegliche Flächen aufweisen, um die Fasern zwischen sich zu pressen, ferner durch Füh rungsmittel, welche zwischen der Vorstoss stelle und der Klemmstelle der Streckwalzen i angeordnet sind, um auf der Wegstrecke eine Drehung des Vorgarns zu verhindern.
Die Führungsmittel haben vorzugsweise die Form einer Führungsleiste, die das Vor garn umfasst und auf der Wegstrecke dureb Reibung beeinflusst, um seine Drehung zu verhindern.
Wegen des begrenzten Raumes, der bei hohem Vermtg verfügbar ist, werden z#veek- niässil>. Walzen von kleinem Durchmesser zur Bildung der beweglichen. Oberflächen verwen- clet, welche bei den nachstehenden Ausfüh rungsbeispielen als Zwischenwalzen be zeichnet werden. Bei Verwendung von Streck walzen von 4" Durchmesser (eine übliche Grösse), brauchen die Zwischenwalzen z. B.
nur so klein wie 1/1" im Durchmesser ztt sein, und es ist vorteilhaft, wenn so kleine Durch messer benutzt werden, sich nicht auf den Antrieb der obern Zwischenwalzen durch das Vorgarn selbst oder durch eine angetriebene unter Walze zu verlassen, sondern einen zwangläufigen Antrieb für beide Walzen vor zusehen. Die Walzen können auch geriffelt sein.
Um zu gewährleisten, dass die Zwischen walzen das Vorgarn mindestens mit der glei chen Geschwindigkeit vorwärtsstossen wie die, mit welcher es durch die Zuführwalzen zugeführt wird, werden die Zwischenwalzen vorteilhaft mit einer Umfangsgeschwindigkeit angetrieben, welche etwas höher ist als die Umfangsgeschwindigkeit der Zuführwalzen, z. B. 10% schneller, wobei zweckmässig der ausgeübte Walzendruck genügend schwach gehalten wird, um die erforderliche geringe Schlüpfung zwischen den Walzen und dem Vorgarn zu gestatten.
Ausführungsbeispiele des erfindungsge mässen Verfahrens und des Streckwerkes zur Durchführung desselben werden nachfolgend an Hand der beiliegenden schematischen Zeichnung erläutert.
Fig. 1 ist ein Fasernlängendiagramm für eine gegebene typische Probe von Kammgarn faser.
Fig. 2 ist ein Verzugsdiagramm für die gegebene Probe bei einem normalen Verzug. Fig. 3 ist ein Diagramm, welches die Ver- drehungskurve für die gegebene Probe beim gleichen Verzug wie in Fig. 2 darstellt.
Fig. 4 ist ein der Fig. 3 gleiches Diagramm, das die Verdrehungskurve für die gegebene Probe bei viel höherem Verzug veranschau licht.
Fig. 5 ist ein Satz von drei Diagrammen, welche die Wirkeng der Verdrehungsvertei- hung bei Benutzung eines Paares von Trag walzen in drei verschiedenen Lagen zeigt, wenn der Verzug in gleichem Masse erfolgt.
Fig. 6 ist ein Satz von drei Diagrammen, welche die Wirkung der Verdrehungsvertei lung bei Erhöhung des Verzugs ohne Ände rung der Trägerwalzenlage darstellen. Fig. 7 ist ein Satz von drei Diagrammen, welche die Wirkung der Verdrehungsvertei lung bei Erhöhung des Verzugs darstellen, wenn ein Verfahrensbeispiel gemäss der Er findung benützt wird.
Fig. 8 ist ein senkrechter Schnitt eines Teils einer Spinnmaschine mit einem Ausfüh rungsbeispiel eines erfindungsgemässen Streck werkes.
Fig. 9 ist ein Grundriss eines Teils der in Fig. 8 gezeigten Maschine in grösserem Mass stab.
Fig. 10 ist ein schematischer Aufriss, wel cher einen Teil des Antriebgetriebes der in Fig. 8 gezeigten Maschine veranschaulicht.
Fig. 11 ist ein schematischer Grundriss zu Fig. 10, und Fig. 12 ist ein senkrechter Schnitt eines Details der Fig. 8 und 9 nach der Linie 12-12 in Fig. 9.
Bei Kammgarn lag bisher der Verzugs bereich gewöhnlich zwischen ä und 12, im all gemeinen bei 6, mit dem Resultat, dass nach dem Kämmen die Vorgarne nacheinan der durch viele Streckwerke hindurchgehen müssen, bis sie (in der Form von Vorgarnen) eine genügende Feinheit und Gleichförmig keit für den Endspinnvorgang erreichen, wel- eher wiederum eine Vermxgsstufe von bereits erwähntem begrenztem Bereich umfasst.
Frühere Vorschläge für höheren Verzug als üblich sahen ein Streckwerk vor, bei wel- ehem ein Paar kleiner Tragwalzen und Vor- ga.rnführungen von verschiedenen Formen nahe der Klemmstelle der Streckwalzen an geordnet waren.
Es ist bei Streckwerken bekannt, an Stelle von Tragwalzen allein Streekriemchen zu verwenden. Solche Streekriemehen werden hinten von Walzen, welche als Tragwalzen arbeiten, angetrieben und erstrecken sich nach vorn von diesen Walzen gegen die Klemmstelle der Streckwalzen, wobei das Vor garn zwischen und in Berührung mit letz terem liegt. Es ist aueh bekannt, zwischen den vordern Enden der Riemchen und der Klemmstelle der Streckwalze einen Trichter oder ein rohrförmiges, konvergentes Organ zu verwenden, zum Zwecke, das Vorgarn dichter zu gestalten.
Obschon eine gewisse Erkenntnis vorhan den war, dass eine gewisse Form von Beein flussung nahe der Klemmstelle der Strecken walzen notwendig ist, ist jedoch das Wesen der Beeinflussung nicht mit Genauigkeit de finiert worden, und soweit es dem Erfinder bekannt ist, sind Verzüge über 50 in einer einzigen Streckung nieht erreicht worden oder wenigstens rieht wirtschaftlieh durch geführt worden, noeh weniger sind wirklich holhe Verzüge, das heisst Verzüge von 100, 200 oder mehr (in einer Streekung) erreieht worden, trotz den Vorteilen, die durch so hohe Verzüge durch Herabsetzung der An zahl Verzugstufen und somit der Anzahl der verwendeten Streckwerke erzielt werden.
Es wurde nun gefunden, dass, wenn bereits gleichförmig verdrehtes Vorgarn von Zuführ walzen zu Streckwalzen, ohne von Tragwalzen zwangsweise beeinflusst zu werden, hindureh geht, sieh die anfänglielhe Verdrehung nicht mehr gleichförmig längs des Vorgarns ver teilt, indem dort ein grösserer Verdrehungs grad auftritt, wo die Querscbnittsfläche des Vorgarns bei Annäherung an die Streek- walzen abnimmt.
Der Erfinder hat nun gefunden, dass durch Beeinflussung der Verdreh ung der Zu sammenhang des dem Verzug ausgesetzten Vorgarns trotz grösseren Verzügen bewahrt werden kann, und dass sehr viel höhere V er- züge als die normalen erreicht werden können.
Durch Verhinderung der Drehung des V orgarns auf einer Wegstrecke, wird der Drall daran gehindert, gegen die Streck walzen über die Stelle zulaufen. an welcher das Vorgarn gegen Drehung gehalten wird, mit dem Resultat, dass eine entsprechende Verdreheng in dem Teil des Vorgarns, das dem Verzug besonders ausgesetzt ist, auf rechterhalten wird und dass im wesentlichen alle Fasern im Vorgarn dureh Verdrehung gehalten werden und das Vorgarn zusammen hängend bleibt.
Für ein zufriedenstellendes Arbeiten bei irgendeinem gegebenen Verzug muss der Ver- drehungsgrad in dem Teil des Vorgarns in der Nähe der Zuführwalzen genügend sein, um den Zusammenhang des Garns zu wahren (ein Verzug findet, über im wegentliehen die o ante Länge des Vorgarns zwischen den Zu führ- und Streckwalzen statt). Der Ver drehungsgrad soll in der Nähe der Streek- walzen rieht so gross sein, da er hier eine Be wegung der Fasern stark hindert, welche durch die Streckwalzen aus dem Vorgarn ge zogen werden.
Durch Verwendung des darge stellten Streckwerkes können günstige Ver drehungsbedingungen für irgendeinen gege benen Verzug durch Veränderung der Lage des Trägers 43 erhalten werden, wodurch die Lage der Wegstreeke, auf der die Drehung des Vorgarns verhindert wird, und die Lage der Vorstossmittel gegenüber der Klemm stelle der Streckwalzen geändert werden. Wenn der Verzug erhöht wird, müssen die Vorstossmittel näher an die Klemmstelle ge- riüekt werden. Auf diese Weise wird der Zusammenhang des Vorgarns über einen sehr grossen Ver- zugsbereieh gewahrt, und es wurde gefunden, dass Garne von guter Handelsqualität mit sehr hohen Verzügen, z. B.
Verzügen von bis zu 100, l50, 200 oder mehr, gesponnen wer den können. Ausserdem können Garne bei ver schiedenen Verzügen über einen grossen Be reich aus dem gleielhen Vorgarn gesponnen wercden. Zum Beispiel Garne von 10er-, 30er-, 48er- und 60er-Kammgarnnummner können aus einem 36.6-Dram-Vorgarn gesponnen werden, das heisst einem Vorgarn, das ein Gewicht von 1,76 Gramm pro Meter Länge hat, voll 64er-Qualität mit Verzüigen von 20, 60, 96 bzw. 120.
Die Grösse der ursprüngliehenVerdrehung des Vorgarns scheint nicht wiehtig zu sein. Wenn somit ein 1,76-Gramm-Vorgarn, wie in z orstehendem Beispiel, benutzt. wird, ist eine Vorgarnverdrebnnv, von 0,5 bis I. Umdrehung auf<B>2,53</B> ein als befriedigend gefunden worden.
Die Dia-ramme nach Fig. 3-i uliter- seheiden sieh im -Massstab hinsiehtlieh der Or- clinateii in gewissem. 1@Tasse, Bei den meisten Materialien sind beträcht liche Unterschiede in den Faserlängen fest gestellt worden, und die Vorbehandlung des Materials ist stark auf gleichförmige Vertei lung der verschiedenen Fasern über die Ma teriallänge gerichtet, zuerst über den Kamm zug und dann über das Band.
Sogar in dem Fall von Stapelfasern von gleichförmiger Länge, die aus Kunstfäden geschnitten sind, erzeugt das Brechen während der ersten Be handlungen beträchtliche Unterschiede in der Faserlänge. Es wird nun ein Vorgarn von gleichförmigem Drall und auch sonst gleich förmiger Beschaffenheit erzeugt.
Es ist wohl bekannt, dass eine Probe von Wollkammzug einer Zerlegung nach Faser längen auf einer Maschine unterworfen wer den kann, welche die Fasern der Probe in Bündel trennt, die verschiedene Längen bereiche haben, und die Fasern können so nach Prozentsätzen innerhalb einer Anzahl von Längenbereichen klassifiziert werden. In gleicher Weise kann eine Zerlegung von zwei oder mehr Proben kombiniert werden, welche eine Mischung von zwei oder mehr Qualitäten ergeben sollen.
Wenn eine solche Zerlegung stattfindet, so können die Längenbereiche auf einer Grundlinie angeordnet werden, deren Länge gleich der längsten Faser ist, um ein Fasern längendiagramm der Probe oder Mischung zu bilden. Fig. 1 zeigt ein solches Diagramm, das aus einer Mischung von 64er- und 70er-Woll- kammzug im Verhältnis von 3 zu 1 erhalten wurde, wobei die maximale Faserlänge in der Grössenordnung von 15 cm ist.
Ein Verzugsdiagramm wird erhalten durch Messung der Querschnitte jedes Bün dels, während es sich beim Verziehen den Streckwalzen nähert, und durch Auftragen der Summe der aus den verschiedenen Bün deln erhaltenen Querschnitte über der Streck weite als Abszisse. Ein Verzugsdiagramm der vorstehenden Mischung bei einem Verzug von 6,5 ist in Fig. 2 gezeigt.
Unter Streckweite soll allgemein der Ab stand zwischen den Zuführ- und Streck- walzen verstanden werden, welcher gewöhn lich angenähert der Länge der längsten Fa sern des zu streckenden Vorgarns ist. Unter ; Streckweite soll also hier auch die Länge der längsten Fasern des Vorgarns verstanden werden.
Es wurde nun gefunden, dass, wenn ein vorgedrehtes Bündel, dessen Querschnitte! verändert wurden, zwischen einem Paar Klemmstellen frei aufgehängt wird, der Grad der Verdrehung t an irgendeiner Quer schnittsfläche r durch die Gleichung fest gelegt ist
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wo T = mittlerer Verdrehungsgrad des gan zen Bündels und R = Querschnittsfläche des Bündels ist, dort wo der Verdrehungsgrad = T ist, also beim Einlauf des gleichförmig gedrehten Vorgarns.
Durch Benutzung der längs der Streckweite veränderten Querschnittsflächen r, die aus dem Verzugsdiagramm erhalten werden, kann ein Faktor des vorstehenden Ausdruckes, nämlich als Ordinate eines Koordinaten systems
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aufgetragen werden, dessen Abszisse die Streckweite ist, was eine Kurve ergibt, die ein Mass für die Verdrehung darstellt. Ob schon dies nicht ein direktes Mass des Ver- drehungsgrades ergibt, kann es als Ver drehungsdiagramm angesehen werden.
Die Versuche, welche die Bildung des vorstehen den Ausdruckes zur Folge hatten, ergaben auch für die verwendete Probe von Kamm garnfasern einen ungefähren Wert für x von 0,735, und diese Zahl ist zur Auswertung der nachfolgenden Spinnversuche in befriedigen der Weise benutzt worden.
Ein Verdrehungs diagramm, welches aus dem in Fig. 2 gezeig ten Verzugsdiagramm erhalten wird und einen Wert von x von 0,735 benutzt., ist durch die strichpunktierte Kurve X in Fig.3 <B>ge-</B> zeigt, in welcher die Klemmstellen durch Zu führ- und Streckwalzen 21 bzw. 22 angege ben sind. Die Verdrehung, welche sieh in dem Ma terial während des Verzuges zwischen den Zuführ- und Streckwalzen vorfindet, stanrmt einzig von der ursprünglichen Verdrehung des durch die Zuführvalzen zugeführten Vor garns,
und obschon die Verdrelhungen von selbst in stärkerem Mass gegen die Streck walzen zulaufen als gegen die Zuführwalzen, ist die ursprüngliche Verdrehung im Vorgarn die einzige Ursaclhe der Verdrehungen bei den Streckwalzen. Die Kurve X stellt die Ver drehungsverteilung in der Verzugszone, das heisst über den Abstand zwischen den Klenmm- stellen der Zuführ- und Streckwalzen 21 und 22, bei einem Vorgarn dar, dessen Quer- schlnittsfläclhe entsprechend demn in Fig.
2 ge zeigten Verzugsdiagramm sieh verändert, wie sie sich einstellen würde, wenn das Vorgarn frei zwischen den Klemmstellen der Zuführ- und Streckwalzen aufgehängt werden könnte und wenn sieh die Verdrehungen des Vor garns über diese Länge vor dem Beginn einer Verzugswirkung verteilen könnten.
Wenn für den Angenblick angenommen wird, dlass diese Bedingungen praktisch durchgeführt werden könnten, und nun noch die Verzugswirkung berücksichtigt wird, er gibt sich, dass eine momentan durch die Streckwalzen hindurchgehende Längeneinheit einen höheren Verdrehungsgrad hat als eine Längeneinheit, die momentan durch die Zu führwalzen nach vorn hindurchgestossen wor den ist, mit demn Ergebnis, dass die gesamte Verdrehung in der Verzug szone von vorn nach hinten abnimmt. Dieser Vorgang geht dauernd weiter. Der Verdrehungsgrad in demn Teil des Vorgarns, der sieh gerade in der Klemmstelle der Streckwalzen befindlet, stellt sieh gleich ein wie der Verdiehungsgrad des Vorgarns in der Klemmstelle der Zuführ walzen.
Dies ist die normale Bedingung wäh rend des Verzugsvorganges. Die Querschnitts- abnahmne des demn Verzug unterworfenen Teils des Vorgarns bleibt entsprechend dem in Fig. 2 gezeigten Verzugsdiagramm konstant und die Verdrehungsverteilung bleibt propor tional der Kurve X in Fig. 3. Der V er- drehungsgrad in dem Teil des Materials, der sieh gerade hei der Klemmstelle der Streck walzen befindet, kann nicht höher sein als der ursprüngliche Verdrehungsgrad des Vor garns.
Weil die Verdrehungsgrade in den Klemnmstellen der Zuführ- und Streckwalzen während des Verzugsvorganges bleich sind, kann eine zweite Kurve Y aus der Kurve X erzeugt werden, indem die End-Ordinate der Kurve X als proportional zu der ursprüng lichen Verdrehung BC des unverzogenen Vor garns angenommen wird und die verbleiben den Ordinaten der Kurve Y aus der Kurve X durch Herabsetzung im bleichen Verhältnis erhalten werden. Die Kurve Y zeigt die Ver teilung der Verdrehung zwischen den Zuführ- und Streckwalzen während dieses Verzugs vorganges, wobei die gesamte Verdrehung in dem dem Verzug ausgesetzten Teil des Vor garns durch die schraffierte Fläche unterhalb der Kurve Y in Fig. 3 dargestellt ist.
Die durch die Kurve Y in Fig. 3 angege benen Verdrehungsverhältnisse setzen voraus, dass das Verziehen zwischen den Zuführ- und Streckwalzen ohne die Hilfe von Tragwalzen stattfindet, so dass das Vorgarn zwischen den Klemmstellen sich frei um seine eigene Achse drehen kann und die Verdrehung sich selbst gemäss dem vorstehenden Gesetz in der ange gebenen Weise verteilt. Die Verdrehung ge mäss Kurve Y in Fig. 3 ergibt sich somit in dem Vorgarn zwischen den Klemmstellen der Zuführ- und Streckwalzen.
Aus einer Betrachtung der Kurve Y ist ersichtlich, dass der Verdrehungsgrad von der Klemmstelle der Streckwalzen gegen die Klemmstelle der Zuführwalzen progressiv ab nimmt, wobei das Mass der Abnahme in dem Teil des Vor-arns nahe der Klemmstelle der Streckwalzen @am. grössten ist.
Folglich besteht ein sprunghafter Abfall des Verdrehungs- grades des Vorgarns, wenn es durch die Zu führwalzen hindurehgeht. Bei normalen Ver- zügen ist eine solche Abnahme des Ver- drehungsgrades nicht genügend, um den Zu- sammenhang des zu verziehenden Materials zu zerstören, und der Verzug kann daher in gewissem Ausmass ohne Zuhilfenahme von Tragwalzen bei den durch die Kurve Y in Fig.
3 dargestellten Verdrehungsverhältnis sen, das heisst mit einem Verzug von 6,5 ohne Störung durchgeführt werden; die Vermin derung des Verdrehungsgrades des Vorgarns, während es durch die Zuführwalzen hin durchgeht, steigt bei Erhöhung des Verzugs. Unter diesen Umständen werden die Arbeits bedingungen für industrielle Zwecke bei einer gewissen Grenze unstabil, besonders wenn feine Garnnummern verarbeitet werden. Bei zunehmenden Verzügen und der daraus sich ergebenden starken Abnahme der Quer schnittsflächen, wird die Abnahme des Ver- drehungsgrades bei zunehmenden Abständen so gross, dass der Zusammenhang des dem Verzug ausgesetzten Materials geschwächt und der Verzug evtl. unmöglich wird.
Dies wird durch Fig. 4 veranschaulicht, welche ein Verdrehungsdiagramm zeigt, das von der vor stehend erwähnten 64er/70er-Probe erhalten würde, wenn es einem Verzug von 120 ohne Zwischenstützung ausgesetzt werden könnte. Es ist ersichtlich, dass die Verdrehung gegen die Zuführwalzen hin auf so geringe Grössen fällt, dass ein Zusammenhang in dem Vorgarn nicht aufrechterhalten werden kann und daher das Verziehen nicht weitergehen kann.
Vorschläge für die Erhöhung des Verzugs sind schon gemacht worden, gemäss denen ein Paar Tragwalzen von kleinem Durchmesser in der Nähe der Klemmstelle der Streckwalzen vorgesehen sind, und die Wirkung auf die Verdrehungsverteilung bei Benutzung solcher Walzen wird durch Fig. 5 dargestellt.
Es ist ersichtlich, dass die Wirkung der Benutzung eines Paares von Tragwalzen (bei 23 angege ben) darin besteht, den einfachen, vor stehend beschriebenen Verdrehungsbereich in zwei Bereiche zu unterteilen, in einen vor- dern Verdrehungsbereich, der sich von der Klemmstelle der Streckwalzen 22 bis zu der Klemmstelle der Tragwalzen 23 erstreckt, und einen hintern Verdrehungsbereich, der sich von der Klemmstelle der Tragwalzen 23 bis zu der Klemmstelle der Zuführwalzen 21 er streckt.
Fig. 5 zeigt drei verschiedene Ver drehungsdiagramme 5a, 5b und 5c, alle für die vorstehend benutzte 64er/70er-Qualität und einem Verzug von 6,5, wobei die Trag walzen in den drei Diagrammen in ver schiedenen Abständen von der Klemmstelle der Streckwalzen liegen. Die Verdrehungs diagramme in den drei Fällen sind wieder proportional zur Kurve X in Fig. 3, und es ist ersichtlich, dass der Verdrehungsgrad in jedem Fall im vordern Verdrehungsbereich von der Klemmstelle der Streckwalze 22 gegen die Klemmstelle der Tragwalzen 23 progres siv abnimmt, wo die Verdrehung den gleichen Wert hat wie an der Klemmstelle der Streck walzen, .das heisst der ursprünglichen Ver drehung in dem unverzogenen Vorgarn,
und wiederum abnimmt in dem hintern Ver drehungsbereich von der Klemmstelle der Tragwalzen 23 bis zur Klemmstelle der Zu führwalzen 21.
Die Tabelle A zeigt die relativen Ver drehungswerte für drei verschiedene Lagen der Tragwalzen entsprechend den in Fig. 5 bei 5a, 5b bzw. 5c gezeigten Lagen.
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<I>Tabelle <SEP> A:</I>
<tb> Verzug <SEP> = <SEP> 6,5.
<SEP> Ursprünglicher <SEP> Vorgarnverdrehungsgrad <SEP> = <SEP> T <SEP> Umdrehungen <SEP> auf <SEP> 2,53 <SEP> cm.
<tb> Abstand <SEP> zwischen <SEP> Trag- <SEP> Mittlerer <SEP> Verdrehungsgrad <SEP> Mittlerer <SEP> Verdrehungsgrad
<tb> walzenklemmstelle <SEP> und <SEP> im <SEP> hintern <SEP> Verdrehung <SEP> s- <SEP> im <SEP> vordern <SEP> Verdrehungs Streckwalzenklemmstelle <SEP> Bereich <SEP> (Umdrehungen <SEP> auf <SEP> Bereich <SEP> (Umdrehungen <SEP> auf
<tb> 2,53 <SEP> cm) <SEP> 2,53 <SEP> cm)
<tb> 2,53 <SEP> cm <SEP> 0,867 <SEP> <I>T</I> <SEP> 0,434 <SEP> <I>T</I>
<tb> 5,06 <SEP> cm <SEP> 0,98 <SEP> <I>T</I> <SEP> 0,35 <SEP> <I>T</I>
<tb> 7,59 <SEP> cm <SEP> 0,996 <SEP> T <SEP> 0,318 <SEP> T Es ist ersichtlich, dass durch Bewegung der Tragwalzen gegen die Klemmstelle der Streckwalzen,
der mittlere Verdrehungsgrad im hintern Verdrehungsbereich progressiv vermindert wird, während derjenige im vor- dern Verdrehungsbereich progressiv erhöht wird.
Fig. 6 zeigt einen Satz von Diagrammen 6a, 6b und 6e, welche ähnlich den in Fig. 5 sind, mit Ausnahme, dass in Fig. 6 die Lage der Tragwalzen 23 in den drei Fällen gleich ist. Der Verzug wird dagegen von 20 in Fig. 6a bis 80 in Fig. 6'' und bis 120 in Fig. 6c gesteigert. Die Wirkung hiervon besteht darin, dass der mittlere Verdrehungsgrad sowohl im vordern als auch im hintern V erdrehungs- bereich progressiv vermindert wird, und es ist ersichtlich, dass eine solche Reduktion in jedem Fall viel grösser im vordern Ver drehungsbereich als im hintern Verdrehungs bereich ist.
Die Tabelle B zergt die Ver drehungswerte, die den drei bei 6a, 6b und 6s gezeigten Verdrehungsdiagrammen entspre- ehen.
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Tabelle <SEP> B:
<tb> Tragwalzen-Klenmmstelle <SEP> in <SEP> 5,06 <SEP> cm <SEP> Entfern <SEP> ung <SEP> von <SEP> der <SEP> Streekwalzen-Klemmstelle.
<tb> Ursprünglicher <SEP> Vorgarnverdrehungsgrad <SEP> = <SEP> T <SEP> Umdrehungen <SEP> auf <SEP> 2,53 <SEP> cm.
<tb> Mittlerer <SEP> Verdrehungsgrad <SEP> Mittlerer <SEP> Verdrehungsgrad
<tb> im <SEP> hintern <SEP> Verdrehungs- <SEP> im <SEP> vordern <SEP> Verdrehungs Verzug <SEP> bereich <SEP> (Umdrehungen <SEP> auf <SEP> bereich <SEP> (Umdrehungen <SEP> auf
<tb> 2,53 <SEP> cm) <SEP> 2,53 <SEP> cm)
<tb> 20 <SEP> 0,9.44 <SEP> T <SEP> 0,203 <SEP> T'
<tb> 80 <SEP> 0,
94 <SEP> T' <SEP> 0,0827'
<tb> 120 <SEP> 0,939 <SEP> T <SEP> 0,068 <SEP> T' Aus einem Vergleich der Tabellen A und B und der Diagramme der Fig. 5 und 6 ist ersichtlich, dass der mittlere Verdrehungsgrad im vordern Verdrehungsbereich durch Be wegung der Tragwalzen gegen die Klemm stelle der Streckwalzen erhöht werden kann, und so lang, als eine Erhöhung des Ver- drehungsgrades genügt, um die durch erhöh ten Verzug bewirkte Herabsetzung des Ver- drehungsgrades auszugleichen, können die Verzöge in gewissem Ausmass über die nor malen erhöht werden.
Bei noch weiter er höhten Verzögen jedoch wird der mittlere V erdrelhungsgrad des vordern V erdrehungs- bereiches so niedrig, dass der Verzugsvorgang schliesslich technisch undurchführbar wird. Es ist klar, dass die in Fig. 5 und 6 gezeigten Verdrehungsdiagramme nicht notwendiger weise Verdrehungsbereiche zeigen, die tech nisch durchführbar sind, indem die Dia gramme bloss die Veränderung der Ver drehungsverteilung unter verschiedenen Be dingungen zeigen sollen.
Es ist aus der vorhergehenden Beschrei bung klar, dass je höher der Verzug ist, es um so notwendiger wird, einen genügenden Verdrehungsgrad in dem Teil des Vorgarns zu erhalten, der sich der Klemmstelle der Streckwalzen nähert, das heisst, in dem vor- dern Verdrehungsbereich, wo Zwischen- oder Tragwalzen benutzt werden. Dies wird bei dem Ausführungsbeispiel der Erfindung er reicht, welches an Hand der Zeichnung nach stehend näher beschrieben wird.
Fig. 7 zeigt drei Verdrehungsdiagramme 7a, <I>7b</I> und<B>7e</B> für die gleiche 6-ler/70er-Qna- lität von Vorgarn, wie sie vorstehend benutzt wurde, und sie veranschaulicht die Ver drehungsverteilung, wenn der Verzug 20, 80 bzw. 120 ist. Diese Diag-rainme stellen wirk liche Verdrehungsverhältnisse, wie sie bei den Ausführungsbeispielen erreicht wurden, dar.
Zwischen den Zuführ- und Streckwalzen ?1 Lind 22 wird das Vorgarn durch ein Paar zwangläufig angetriebener Zwischenwalzen 21 vorwärtsgetrieben, und vor der Vortriebs- stelle ist eine Drehung des Vorgarns um seine eigene Achse über eine Wegstrecke verhin dert, die sich gegen die Klemmstelle der Streckwalzen durch eine bei 26 angegebene Führungsleiste erstreckt.
Theoretisch sollte sich die Breite einer solchen Leiste über ihre Länge entsprechend dem sich verändernden Durchmesser dieses Teils des Vorgarns ver ändern und sollte überall etwas geringer sein als der entsprechende Durchmesser des Vor garns, so, dass die Führungsleiste eine geringe Quetschwirkung auf das Vorgarn ausübt. Es wurde jedoch in der Praxis gefunden, dass eine für ein gegebenes Vorgarn ausgebildete Führungsleiste auch für ein etwas schwereres Vorgarn befriedigend arbeitet, wahrscheinlich wegen der Elastizität des Vorgarns.
Ausser dem ist bei sehr hohem Verzug, das heisst in der Grössenordnung von 120, auch gefunden worden, dass die Rillenbreite der Führungs leiste sich nicht notwendigerweise über ihre Länge zu verändern braucht, vermutlich aus dem gleichen Grund, vorausgesetzt, dass ihre Rillenbreite so ist, dass die erforderliche Quetschwirkung ausgeübt wird. Zwecks leich ten Eintritts des Vorgarns ist die Mündung der Führungsleiste erweitert.
Es ist aus Fig. 7 ersichtlich, dass wieder zwei Verdrehungsbereiche auftreten, aber der vordere Verdrehungsbereich ist nun von dem hintern Verdrehungsbereich durch eine Ver drehungszone getrennt, welche der Fläche unter der Führungsleiste 26 entspricht. Über die der Länge dieser Führungsleiste entspre chende Länge des Vorgarns wird das Vorgarn daran verhindert, sich um seine eigene Achse zu drehen, und folglich wird die Verdrehung über die Länge daran verhindert, sich gegen die Klemmstelle der Streckwalzen entspre chend dem vorstehend erwähnten Gesetz zu bewegen.
Der Verdrehungsgrad bleibt so über die Länge der Führungsleiste 26 konstant, trotz der Veränderung der Querschnittsfläche des Vorgarns über diese Länge, und der Ver drehungsgrad über diese Länge ist gleich dem der ursprünglichen Verdrehung des Vorgarns.
Die Wirkung der Verhinderung der Drehung eines Teils des Vorgarns auf diese Weise besteht darin, den mittleren Ver drehungsgrad (im Vergleich mit Benützung von Tragwalzen allein) nzwsclhen der Klemm stelle der Zwischenwalzen 24 und der Klemm stelle der Streckwalzen 22 zu erhöhen, wie klar aus Fig. 7 ersichtlich ist. Es ist auch er sichtlich, dass, je höher der Verzug ist, um so näher die Klemmstelle der Zwischenwalzen zur Klemmstelle der Streckwalzen gerückt worden ist. Die Tabelle C zeigt die relativen Verdrehungswerte und die Einstellung der Zwischenwalzen 24 für die drei Verdrehungs diagramme 7a, 7b und 7e in Fig. 7, wobei die Führungsleiste 26 unmittelbar an die Klemm stelle der Zwischenwalzen 24 anschliesst und 1,88 cm lang ist.
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Tabelle <SEP> C:
<tb> Ursprünglicher <SEP> Vorgarnverdrehungsgrad <SEP> = <SEP> T <SEP> Umdrehungen <SEP> auf <SEP> 2,53 <SEP> cm.
<tb> Abstand <SEP> zwischen <SEP> Mittlerer <SEP> Verdrehungs Zwischenwalzen- <SEP> Mittlerer <SEP> Verdrehungsgrad <SEP> Mittlerer <SEP> Verdrehungsgrad <SEP> Bereich <SEP> zwischen <SEP> Zwischen Verzug <SEP> klemmstelle <SEP> und <SEP> im <SEP> hintern <SEP> Verdrehungs- <SEP> im <SEP> vordern <SEP> Verdrehungs- <SEP> walzenklemmstelle <SEP> und
<tb> Vorderwalzen- <SEP> Bereich <SEP> (Umdrehungen <SEP> auf <SEP> Bereich <SEP> (Umdrehungen <SEP> auf <SEP> gtreckwalzenklemmstelle
<tb> klemmstelle <SEP> 2,53 <SEP> cm) <SEP> 2,53 <SEP> cm) <SEP> (Umdrehungen <SEP> auf <SEP> 2,53 <SEP> cm)
<tb> 120 <SEP> 2,96 <SEP> cm <SEP> 0,826 <SEP> T <SEP> 0,161 <SEP> <I>T</I> <SEP> 0,698 <SEP> <I>T</I>
<tb> 80 <SEP> 3,
29 <SEP> cm <SEP> 0,849 <SEP> <I>T</I> <SEP> 0,169 <SEP> <I>T</I> <SEP> 0,66 <SEP> <I>T</I>
<tb> 20 <SEP> 5,24 <SEP> cm <SEP> 0,99:8 <SEP> <I>T</I> <SEP> 0,2285 <SEP> T <SEP> 0,508 <SEP> <I>T</I> Ein Streckwerk, auf welchem Verzüge von sehr hoher Grössenordnung erfolgreich durch- geführt worden sind, ist in Fig. 8-12 ver anschaulicht und wird nun beschrieben.
Eine Lunte 31 geht durch die Klemmstelle eines Paares von Zuführwalzen 32, 33 und durch eine Luntenführung 34 zu der Klemm stelle eines Paares Zwischenwalzen 35, 36 hindurch und von da durch eine Führungs leiste 37 zu der Klemmstelle eines Paares Streckwalzen 38, von welchen es in der Ge stalt von Garn 39 zu der Spule einer Glocken spinnvorrichtung von bekannter Bauart und allgemein mit der Bezugszahl 40 bezeichnet, gelangt.
Die Zwischenwalzen haben infolge der be trächtlichen Drücke, die für das Heraus stossen benötigt werden, ein Bestreben, das Vorgarn in die Form eines Bandes abzu flachen, mit dem Ergebnis, dass die Ver drehung des Vorgarns daran verhindert wird, durch die Klemmstelle der Walzen hindurch zugehen und sich somit zwischen den Zwi schenwalzen und Zufübrwalzen staut , wo bei die Wirkung einer solchen Stauung darin besteht, eine wechselnde Verdrehung hervorzurufen. Um dies zu vermeiden, ist die untere der Zwischenwalzen 36 mit einem Paar Flanschen 42 versehen, zwischen welche die obere Walze 35 dicht passt, die auf dem zwischen den Flanschen hindurehgehenden Vorgarn aufruht.
Das Vorgarn wird somit durch die Oberflächen der Walzen und der Flanschen in eine Form von ungefähr quadra tischem Querschnitt gequetscht. Solche Wal zen bewirken ein Vorwärtsstossen des Vor garns, und im speziellen gestatten sie, dass die Verdrehung kontinuierlich zwischen den Wal zen hindurchgeht. Aus den gleichen Gründen ist die untere Zuführwalze 33 mit einem Paar Flansehen 41 ausgebildet, zwischen welchen die obere Zuführwalze 32 dicht anliegt.
Die untere Walze 36 ist in geeigneten La gern in einem gemeinsamen Träger 43 dreh bar gelagert und wird durch ein Paar kleiner Getrieberäder 44, 46 von einem Antriebsrad 47 angetrieben, das auf einer Antriebswelle 48 (siehe Fig. 10 und 11) angeordnet ist, welche in Lagergliedern 49 gelagert ist. Die obere Walze 35 ist geriffelt und in geeigneten Lagern eines Stützarmes 51 gelagert, welcher bei 52 an dem gemeinsamen Träger 43 ange- lenkt ist, so dass er für das Einbringen des Vorgarns aufwärts geschwungen werden kann. Wegnehmbare Gewichte 53 sind auf dem Stützarm 51 für die Erzeugung des erforder- liehen Druckes zwischen den Walzen 35 und 36 vorgesehen.
Die obere Walze 35 wird mit der gleichen Umfangsgeschwindigkeit wie die untere Walze 36 durch ein Zahnrad 54 ange trieben, das auf einer Welle 56 angeordnet ist, welche durch den gemeinsamen Träger 43 hindurchgeht, und an deren anderem Ende das Zahnrad 44 befestigt ist. Das Zahnrad 54 treibt ein Zwischenrad 57 an, das in dem ge meinsamen Träger 43 frei drehbar gelagert ist. Das Zahnrad .57 treibt ein weiteres Zahn rad 58 an, das auf der Welle der obern Walze 35 angeordnet ist. Das Zwischenrad 57 lie-t so, dass das Zahnrad .58 während der Schwenkbewegung des Stützarmes 51 sich auf diesem abrollt. Infolge der geringen Grösse der Zwischenwalzen ist die Kontaktfläche zwischen der oberster.. Walze und dem Vor garn klein.
Das Gewicht der Stützarme 51 mit ,den Gewichten 53, welche auf dieser geringen Fläche liegen, üben. notwendigerweise einen beträchtlichen spezifischen Druck auf das Vorgarn aus. Dieser Druck nimmt gezwun- generweise zu, wenn die Maschine in Betrieb gesetzt ist, da das Zahnrad 57 auch eine ab- wärtsgeriehtete Druckkraft auf die obere Walze 35 ausübt.
Die Führungsleiste 37 ist in Schlitzen in dem gemeinsamen Träger 43 abgestützt und wird durch Blattfedern 59 leicht wegnehmbar in Lage gehalten.
Die Rille der Führungsleiste 37 ist im wesentliehen im Querschnitt rechteekig und ist oben mit einem Schlitz 67 für Einbring- zwecke versehen. Der Grund der Rille er streckt sich zwischen die Flanschen 42 der Walze 36, so dass er als Sehaber wirkt, und dient auch dazu, die Führungsleiste 37 seitlich festzulegen.
Der gemeinsame Träger 43 ist auf einem Lager abgestützt, das durch die Oberseite des benachbarten Lagergliedes 49 gebildet ist, und ist an einem Querarm 61 auf leicht lösbare Weise durch ein Paar Stifte 62 befestigt, die über ein Paar Federklemmen 63 vorstehen. Der Arm 61 ist an einer Querwelle 64 be festigt, die verschiebbar in von den Lager gliedern 49 vorstehenden Ansätzen 66 ange ordnet ist.
Der vorstehend beschriebene Mechanismus bildet eine Verzugseinheit, von der je eine für jede Spindel eines Spinnrahmens vorhan den ist. Es ist vorgesehen, dass die Einheiten in Gruppen von z. B. acht Einheiten angeord net sind, wobei jede Gruppe auf einer gemein samen Stützschiene 68 angeordnet ist, und die verschiedenen Wellenabschnitte 48 durch Kupplungen 69 verbunden sind und von einer gemeinsamen Kraftquelle angetrieben werden. Die Querbewegung der verschiedenen Einhei ten der Gruppen wird durch Hin- und H er- bewegung der Querwelle 64 bewirkt.
Die verschiedenen Stützschienen 68 sind an jedem Ende an Einstellarmen 71 befestigt, die auf rohrförmigen Gliedern 72 verschieb bar angeordnet sind, und es sind Mittel vor- gesehen, um die Arme 71 gleichzeitig einzu stellen, zwecks gleichzeitiger Einstellung der Einheiten für verschiedene Verzugsbedingun gen in einer Richtung gegen die Streckwalzen 38 oder von diesen weg.
Bei für den Verzug von Kammgarnfasern allgemein üblichen Streckwerken ist die obere Streckwalze mit Kork bedeckt, welcher unter dem an der Klemmstelle vorhandenen Druck etwas nachgibt. Das Ergebnis davon ist, dass die wirkliche Klemmstelle etwas vor einer Linie ist, welche durch die Mittelpunkte der Streckwalzen hindurchgeht. Es ist klar, dass unter dem hier benutzten Ausdruck Klemm stelle der Streckwalzen die Stelle auf den sich berührenden Flächen der Verzugwalzen verstanden wird, an welcher die Fasern zuerst geklemmt werden.
Die vorstehend beschriebene Einrichtung ist erfolgreich benutzt worden, um Garne von guter Handelsqualität gemäss den nach folgenden Beispielen herzustellen.
EMI0010.0010
Beispiel <SEP> 1:
<tb> Qualität <SEP> 64er/70er-Wolle <SEP> (normaler <SEP> Verzug <SEP> 6,5)
<tb> Abstand <SEP> zwischen <SEP> den
<tb> Verzug <SEP> Vorgarn <SEP> Garn <SEP> Klemmstellen <SEP> der <SEP> Zwischen und <SEP> Verzugswalzen
<tb> 20 <SEP> 1,76 <SEP> g <SEP> pro <SEP> m <SEP> 10s <SEP> Kammgarn <SEP> Nr.
<SEP> 5,24 <SEP> cm
<tb> 40 <SEP> 1,76 <SEP> <SEP> <SEP> <SEP> 20s <SEP> <SEP> <SEP> 4,43 <SEP> cm
<tb> 60 <SEP> 1,76 <SEP> <SEP> 30s <SEP> <SEP> 3,49 <SEP> ecn
<tb> 80 <SEP> 1,76 <SEP> <SEP> <SEP> <SEP> 40s <SEP> <SEP> <SEP> 3,29 <SEP> cm
<tb> 100 <SEP> 1,76 <SEP> <SEP> <SEP> <SEP> 50s <SEP> <SEP> <SEP> 3,19 <SEP> cm
<tb> 120 <SEP> 1,76 <SEP> <SEP> > > <SEP> 60s <SEP> <SEP> >> <SEP> 2,96 <SEP> cm
<tb> Bei <SEP> diesem <SEP> Beispiel <SEP> war <SEP> die <SEP> Führungsleiste <SEP> 37 <SEP> ungefähr <SEP> 1,88 <SEP> cm <SEP> lang.
EMI0010.0011
<I>Beispiel <SEP> 2:</I>
<tb> Qualität <SEP> 80er-Wolle <SEP> (normaler <SEP> Verzug <SEP> 6,75)
<tb> Abstand <SEP> zwischen <SEP> den
<tb> Verzug <SEP> Vorgarn <SEP> Garn <SEP> Klemmstellen <SEP> der <SEP> Zwischen und <SEP> Streckwalzen
<tb> 204 <SEP> 2,18 <SEP> g <SEP> pro <SEP> m <SEP> 80s <SEP> Kammgarn <SEP> Nr. <SEP> 2,85 <SEP> cm
<tb> Bei <SEP> diesem <SEP> Beispiel <SEP> war <SEP> die <SEP> Führungsleiste <SEP> 37 <SEP> ungefähr <SEP> 1,88 <SEP> cm <SEP> lang.
EMI0011.0001
Beispiel <SEP> 3:
<tb> Qualität <SEP> Zellwollfaser. <SEP> 3 <SEP> Denier-Maximale <SEP> Faserlänge <SEP> 10,12 <SEP> cm <SEP> (normaler <SEP> Verzug <SEP> 20)
<tb> Abstand <SEP> zwischen <SEP> den
<tb> Verzug <SEP> V <SEP> orgarn <SEP> Garn <SEP> Klemmstellen <SEP> der <SEP> Zwischen und <SEP> Streckwalzen
<tb> 70 <SEP> 3,52 <SEP> g <SEP> pro <SEP> m <SEP> 16s <SEP> Kammgarn <SEP> Nr. <SEP> 4,10 <SEP> cm
<tb> 154 <SEP> 3,52 <SEP> <SEP> <SEP> <SEP> 36s <SEP> <SEP> <SEP> 3,24 <SEP> cm
<tb> 260 <SEP> 3,52 <SEP> <SEP> <SEP> <SEP> 60s <SEP> <SEP> <SEP> 2,91 <SEP> cm Bei diesem Beispiel war die Führungs leiste 37 ungefähr 1,52 emn lang.
Bei allen vorstehend angegebenen Bei spielen waren die Zwischenwalzen 35 und 36 von 0,76 ein Durchmesser und lagen unmittel bar hinter der Führungsleiste 37, wobei die Walzen mit einer Umfangsgeschwindigkeit angetrieben wurden, welche ungefähr 10%o höher war als die der Zuführwalzen 32 und 33. Die Breite zwischen den Flanschen 42 der untern Walze 36 war 1,88 emn. Die Breite der Rille der Führungsleiste 37 verändert sich von 1,88 cm am hintern Ende auf 1,64 emn am vordern Ende. Vorteilhaft sind beide Zwi schenwalzen geriffelt und ihr Durchmesser nicht grösser als 7,5 mm.
Wegen der unmittelbaren Nähe der Mün- dung der Führungsleiste 37 bei den Zwi schenwalzen 35 und 36 bilden die Flanschen 42 der untern Walze 36 tatsächlich eine Ver längerung der Seiten der Rille der Führungs leiste mit dem Ergebnis, dass die Länge, über welche eine Drehung des Vorgarns verhindert ist, sich im wesentlichen von der Klemmstelle der Walzen 35 und 36 bis zum vordern Ende der Führungsleiste 37 erstreckt. Die Füh rungsleiste umfasst das Vorgarn und verhin dert dessen Drehung durch Reibungsbeein flussung.
Zusätzlich zu den vorstehenden Beispielen von technischer Herstellung sind Garne ver suchsweise auf der vorstehenden Einrichtung gemäss folgenden Beispielen hergestellt wor den:
EMI0011.0004
Beispiel <SEP> 4:
<tb> Qualität-Zellwollfaser. <SEP> l¸ <SEP> Denier-Maximale <SEP> Faserlänge <SEP> 20,24 <SEP> emn
<tb> Abstand <SEP> zwischen <SEP> den
<tb> Verzug <SEP> Vorgarn <SEP> Garn <SEP> Klemmstellen <SEP> der <SEP> Zwischen und <SEP> Streckwalzen
<tb> 1000 <SEP> 5,03 <SEP> g <SEP> pro <SEP> m <SEP> 175s <SEP> Kammgarn <SEP> Nr. <SEP> 2,85 <SEP> cm
EMI0011.0005
<I>Beispiel <SEP> 5:
</I>
<tb> Qualität-Peru-Baumwolle. <SEP> Maximale <SEP> Faserlänge <SEP> 4,43 <SEP> cm
<tb> Abstand <SEP> zwischen <SEP> den
<tb> Verzug <SEP> Vorgarn <SEP> Garn <SEP> Klemmstellen <SEP> der <SEP> 7wischen und <SEP> Streckwalzen
<tb> 110 <SEP> 0,4 <SEP> Strang <SEP> 40 <SEP> s <SEP> Baumwoll <SEP> Nr. <SEP> 2,91 <SEP> ein Bei den Versuchsbeispielen 4 und 5 wurde kein Versuch zu industrieller Produktion ge- macht. Während der Versuche ergab sich je doch keine Unterbrechung des Verzugvor- Banges, und die erhaltenen Garne waren von ziemlicher Güte. Auf solche Weise können Kunstseide-Stapelfasern-Verzüge von über 500 und über 1000 erhalten werden.
Die vorangehende Beschreibung betrifft grösstenteils Verdrehungsbeeinflussungenwäh- rend des Verzugs beim Schlussspinnvorgang. Die beiden Prinzipien können jedoch in ähn licher Weise bei Vorspinnmaschinen zur Her stellung von feinen Vorgarnen aus gröberen Vorgarnen angewendet werden, was eine merkliche Verringerung der Anzahl der benö tigten Verzüge vor dem Schlussspinnvorgang zur Folge hat.
Während die Vorgänge an einer Glocken spinnmaschine beschrieben worden sind, könn ten sie auf ähnliche Weise, z. B. auf Vor spinnmaschinen oder auf Ringspinnmaschi nen, durchgeführt werden.