Galvanisierungsanlage. Es bestehen bereits mehrere AusfÜhrungs- formen von Galvanisierungsanlagen im grossen, nin iin Durchzugsverfahren Drähte, Bänder und dergleichen mit verhältnismässig grossen Stundenleistungen zu galvanisieren.
Da das Durchzugstempo durch die oft 25 bis 30 m langen Elektrolysiergefässe die Leistung pro Tag bestimmt und vorher festgelegte 3letall- auflagen verlangt werden, so muss bei grösse- reii Tagesleistungen eine meist sehr grosse Anzahl von Drähten oder Bändern gleichzeitig durch solche Anlagen hindurchgeführt wer den.
Je grösser aber die Metallauflage pro Quadratmeter des Durchzugsmaterials ver langt wird, um so schwieriger wird es, Gleich- mässigkeit der Metallauflage innerhalb der (xesailittagesproduktion zu erzielen, da sieh der ('esamtstroln, der auf die grosse Anzahl voll Drähten einwirkt, nicht gleichmässig ver teilt.
Dieser Übelstand bei den bisher verwen- deteii G,rrossanlagen, bei denen oft bis zu 20, ja bis zu 50 Drähte parallel durch die Elek- trolysierivannen laufen, ist dadurch gegeben, dass am Ende bzw. am Anfang dieser langen Wannen, die bis 25 Meter und länger sind, ge- iiieinsame walzenförmige Kontakteinriehtun- geil angeordnet sind, die den Strom an die 20 bis 50 Drähte übertragen müssen.
Hat. eine oder mehrere Rollen auf diesen langen Kon taktwalzen schlechteren Kontakt als die an dern, so erhalten die Drähte oder Bänder, welche von den schlechteren Rollenkontakten her den Strom bekommen, einen zu geringen Anteil des Gesamtstromes, die andern dagegen überflüssigerweise mehr als gewollt. Man kann also nicht nachprüfen, wie sich der Ge samtstrom, der oft viele tausend Amperes be trägt, auf die einzelnen Drähte oder Bänder verteilt. Das Endergebnis aber ist Ungleich mässigkeit der Metallauflage bei dem galvani sierten Gute.
Die bekannten Anlagen sind also, wie aus dem Obengesagten ersichtlich ist, äusserst lange. Diese Länge wird durch unvermeidbare Hilfsgefässe, wie Laugenbottiche, Spülbottiche, Beiztröge usw., noch vergrössert.
Die Einrichtung gemäss der Erfindung vermeidet, dass die ganze Produktion für die Dauer der Reparatur eines Draht- oder Band risses stilllegt, denn jeder einzelne Draht ist von den andern unabhängig und kann zwecks Reparatur des Risses für sich zwischen den Anoden hochgehoben werden, ohne dass die Anoden gleichfalls herauszuheben wären.
An Hand der beiliegenden Zeichnung wird der Gegenstand der Erfindung in einer bei spielsweisen Ausführungsform erläutert.
Fig. 1 zeigt eine Elektrolysierwanne, und zwar einen Schnitt nach der Linie 1-I der Fig. 2.
Fig. 2 ist ein Grundriss der Elektrolysier- wanne. In Fig. 1 sind auf einem autshebbaren Rah men 1 die gleichzeitig den Kontakt vermitteln den Bolzen 2, auf denen sich die Kontaktrol len 3 befinden, angeordnet.- Es können auch mehrere solcher Kontaktbolzenpaare in einer Elektrolysierwanne angeordnet werden. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist nur ein Kontaktbolzenpaar vorgesehen.
Der Draht wird nun über die obern Leitrollen 4 und 5 zur obersten rechten Kontaktrolle 3, von dort aus zur gegenüberliegenden obersten linken Kontaktrolle usw. geleitet und tritt schliess lich über die letzte Kontaktrolle, die untere Leitrolle 6 und die obere Rolle 7 aus dem Bade aus. Es kann also, je nach der Anzahl der Kontaktrollen 3 und deren Achsenentfernung, die praktischerweise nicht über 4 Meter be trägt, eine ganz bedeutende Drahtlänge im Bade exponiert sein.
Im allgemeinen genügen drei bis vier Kontaktbolzenpaare mit je drei bis sieben Kontaktrollen, wobei eine Badlänge von .etwa 4,5 Meter genügt, um eine bislang verwendete Durchzugsanlage mit etwa 25 Me ter Badlänge zu ersetzen.
Es sind selbstverständlich in einer Anlage mehrere solcher Wannen nebeneinander ange ordnet.
Da die übereinanderliegenden Kontakt rollen 3 dauernd im Elektrolyten liegen, wer den sie auf beiden Seiten mit Blendscheiben aus nichtleitendem Material, wie Glas, Hart gummi oder Mipolam und dergleichen, ausge rüstet, um ein unerwünschtes Niederschlagen von Überzugsmaterial während der Durch- ztigsarbeit an ihrem Umfang hintanzuhalten.
Aus dem gleichen Grunde werden zudem zwi schen jedem Kontaktrollensystem und dem eigentlichen Niederschlagsraum flexible Zwi schenwände 8 aus Weichgummi oder weichem Mipolam oder dergleichen mit Schlitzen für die durchlaufenden Drähte angewendet, die mit dem aushebbaren Rahmen 1 gemeinsam ausgehoben und eingesetzt werden, so dass eine zusätzliche Abschirmung der Kontaktrollen vorhanden ist.
Es kann gemäss Fig.1 und 2 das ganze Durchzugssystem eines Drahtzuges im Be- darfsfalle hochgehoben werden, ohne dass man die Anoden aus dein Bade nehmen müsste, da deren Anordnung im Bade das Herausheben und Hineinsenken in keiner Weise behindert. Es sind nämlich in der Elektrolysierwanne Zuführungen 10 angeordnet, durch deren Hohlraum die Anodenzuleitung 11 gelegt ist, und zwar je nach Wannenlänge eine oder mehrere für jede Anodenschiene 12, auf wel cher die senkrecht hängenden Anoden 13 an gebracht sind.
Zwecks Erreichung des ge wünschten Elektrodenabstandes können die Anodenschienen 12 mit Auslegern, also als Doppelschienen ausgebildet werden. Man kann demgemäss die aus Fig.2 der Zeichnung er sichtlichen Anodenschienen 12 in der Weise veränderlich machen, dass man auf diese Schienen Querschienen von etwa 10 cm Länge nietet, auf denen dann zwei parallel verlau fende Schienen beweglich, also verschiebbar angeordnet werden, wobei dann die Anoden 1.3 in je zwei Reihen an diese beweglichen Schienen angehängt werden.
Die Anoden können stets ungehindert im Bade verbleiben, wenn das Durchzugssystem leerausgehoben wird, weil wegen der Strom zuführungen von unten her keine Anodentrag- schienen quer über das Bad hinweg benötigt werden.
Das Herausheben und Hineinsenken eines Rahmens 1 mit den entsprechenden Rollen 3 und dem zu veredelnden Gut kann z. B. mit tels an dem Rahmen 1 drehbar angeordneter Muttern 16 erfolgen, die mit einer Schrau benspindel 17 zusammenwirken. Die Spindel 17 ist an der Wanne oder am Fundament be festigt. Zum synchronen Antrieb aller Mut- tern 16 ist ein Kettentrieb 18 mit einer Be tätigungseinrichtung 19 (von Hand oder mo torisch betreibbar) vorgesehen.
Die Kontakte mit den Drähten sind weit besser als bei den bisher bekannten Systemen, wo die ausserhalb der Badoberfläche angeord neten Kontaktwalzen oder -rollen nur an einem kleinen Teil ihres Umfanges berührt werden, denn jede Kontaktrolle wird hier über ihren halben Umfang vom fest angezogenen Draht tinispannt. Dadureh fliesst durch alle Drahtabschnitte etwa der gleiche Strom.
Wird beispielsweise der Strom von einem Kontaktrollenpaar zu je fünf Rollen einem Draht zugeführt, so ist der Draht in zehn Abschnitte unterteilt., und jedem Drahtab schnitt wird nur ein Zehntel der anzuwenden den Gesamtstromstärke zugeführt. Die maxi male CTesamtstromstärke, die sich nun pro Draht anwenden lässt, kann man aus der Be lastbarkeit pro minl des Drahtquerschnittes er initteln. Es ergeben sich so hohe Stromdich ten, wie sie bisher niemals üblich waren, zu deren Aufnahme die modernen Elektrolyte aber ohne weiteres geeignet sind.
Man kann mit der beschriebenen Galvani- sieranlage eine gleichmässige Metallauflage auch bei einer grossen Tagesleistung und selbst bei hohen Metallauflagen erzielen, indem man nun den Stromdurchgang für jeden einzelnen Draht oder jedes einzelne Band mit einer eigenen Strommess- und Reguliervorrichtung genau überwacht und einstellt. Die beiden Kontaktbolzenpaare sind zweckmässig mit einer Ringleitung ztt verbinden, über welche die Kathodenstromzuführung erfolgt.
Ebenso wer den die Anodenzuleitungen in Form einer Ringleitung 14 ausgeführt. Kurzschluss-Siche- rungseinriehtungen zwischen Anoden und Drähten können in üblicher Weise eingebaut werden.
Die einzelnen Drähte oder Bänder können entweder gemeinsam von einer zentralen grossen Stromquelle aus gespeist werden, weil ja jeder einzelne Draht seine eigene Strom kontrolle besitzt, oder aber jeder einzelne Draht wird von einem kleineren Nieder- volt.dynamo oder Gleichrichter aus mit Strom versorgt, so dass bei Störungs fällen immer nur ein einzelner Draht mit seinem Führungssystem hochgehoben zu wer den braucht, ohne dass die übrige Produktion gestört würde.
Man trachtete bereits früher, die Gesamt- baulänge von Galvanisieranlagen zu vermin dern und konstruierte Anlagen, bei denen eine grosse Meterzahl von Durchzugsmaterial dem Niederschlagsstrom ausgesetzt werden konnte, indem man die Drähte z. B. über ein Rollen system führte, wobei die Kontaktrollen ober halb der Badflüssigkeit lagen und senkrecht darunter die Gegenrollen, so dass die Drähte senkrecht im Zickzack durch das Galvanisier- bad geführt wurden.
Dies hatte aber wieder viele: Unzulängliehkeiten im Gefolge, da insbe sondere beim Reissen der Drähte oder deren Verbindungen zur Behebung dieser Gebrechen die zwischen den Drähten hängenden vielen Anoden entfernt werden mussten, um das Rollensystem aus dem Bade herauszuheben und dann nach erfolgter Wiedereinziehung der Drähte neuerlich einsetzen zu können, wo bei aber bei Anlagen mit vielen parallellau fenden Drähten während dieser ganzen Zeit die Gesamtproduktion stillgelegt war.
Die beschriebene Einrichtung arbeitet sehr intensiv und erfordert wenig Platz, gewähr leistet gleichzeitig aber ein gutes Festhaften selbst hoher Metallauflagen, wobei auch Biege proben über einen Dorn, dessen Durchmesser gleich ist dem Durchmesser des Drahtes, selbst bei Auflagen von z. B. 750 Gramm Zink/m' ausgehalten werden. Die Tagesleistungen der beschriebenen Anlagen, die wenig Platz erfor dern, sind dabei höher als die bekannter Gross anlagen, und die Metallauflage ist gleichmässig.