Verfahren und Vorrichtung zum Binden von Schuffäden. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Binden von Sehussfäden mittels in Richtung der Kettfäden laufender, zu verzwirnender Drehfäden und eine Vorrichtung zur Ausfüh rung des Verfahrens. Das Verfahren besteht darin, dass der Drehsinn einer Drehfadenv er- zwirnung jeweils frühestens nach zwei Ver drehungen der Drehfäden geändert wird, wo bei nach jeder Verdrehung mindestens ein Schussfaden eingetragen wird. Die Vorrich tung zur Ausführung des Verfahrens besteht darin, dass Mittel vorhanden sind zum Än dern des Drehsinnes einer Drehfadenverzwir- nung jeweils frühestens nach zwei Verdre hungen.
Die Erfindung ergibt den Vorteil, dass die Schussfäden im Gegensatz zu bekannten Ver- zwirnungen, welche ihren Drehsinn bereits nach jeder Verdrehung ändern, wie z. B. bei Verzwirnungen, gebildet durch Dreherlitzen, bedeutend stärker und fester eingebunden werden. Ein Vorteil bei Verwendung von Zwirnringen als Zwirnmittel ist, dass die Drehfadenspulenhalter am Webstuhl befestigt. sein können.
Beiliegende Zeichnung zeigt schematisch Ausrührungsbeispiele der Vorrichtung nach der Erfindung. Es stellen dar: Fig. 1 einen Greiferwebstuhl von vorn, Fig.2 und 3 Auf- und Grundriss eines Teils des Webstuhls in grösserem Massstab, Fig.4 einen Schnitt durch einen Zwirn kopf nach der Linie IV-IV von Fig.2, in grösserem Massstab, Fig. 5 und 6 Einzelheiten des Zwirnkopfes in noch grösserem Massstab, Fig. 7 den Antrieb der Zwirnringwellen, Fig.
8 bis 11 Teile der Kulissenradabwick lung, Fig.12 mit diesem Rad hergestellte Ver- zwirnungen, Fig.13 und 14 Einzelheiten eines andern Kulissenrades, Fig.15 eine mit diesem Rad hergestellte Verzwirnung, Fig.16 einen Zwirnkopf mit gesteuertem Drehfadenwäehter, Fig.17 und 18 einen Antrieb der Zwirn ringwellen mittels Umkehrzahnräder ent gegengesetzten Drehsinnes, wobei Fig.18 einen Schnitt nach der Linie XVIII-XVIII von Fig. 17 darstellt, Fig.19 und 20 je einen anders ausgebil deten Antrieb der Zwirnringwellen, Fig.21 bis 23 einen Antrieb der Zwirn ringwellen mittels Umkehrzahnrädern Blei ehen Drehsinnes.
Fig.24 einen Zwirnkopf mit nur einer Zwirnringwelle.
In Fig.1 befindet sieh der Antrieb des Greiferwebstuhls samt Motor im Getriebe kasten 1, von wo aus sämtliche lVebstuhlteile angetrieben werden, wie die Hauptwelle 2 mit Handrad 3, der Sehusskasten 4, der Fang kasten 5, der Kettbaum 6 mit den Kettfäden 7, der Warenbaum 8 mit Gewebe 9 und die Webschäfte 10. Durch das Verschieben der Handgriffe 11 in die eine oder andere Rieh- tumg des Doppelpfeils 12, welche Handgriffe fest mit der Schaltstange 13 verbunden sind, wird der Webstuhl angelassen oder abgestellt.
Die Zwirnköpfe 14 bilden die Verzwirnimgen 15 an den äussern Rändern und die Verzwir- nungen 16 in der Mitte des Gewebes 9, welche, wenn das Gewebe hier getrennt wird, Schnitt kanten bilden. Der Schützen 17, welcher vom Schusskasten 4 durch das Fach zum Fang kasten 5 geschossen wird, trägt den Schuss faden 18 von einer sich ausserhalb des Faches befindlichen Schussspule 19 in das Fach ein.
Die Kettfäden 7 (Fig. 2 und 3) laufen vom Kettbaum 6 über den Spannbaum 20, wo sie sich in das Hochfach 21 und das Tieffach 22 trennen, durch die Kettfädenwächterlamellen 23, die Augen 24 der Schäfte 10, das Riet 25 zur Fachspitze 26, wo sie, mit dem Schuss faden 18 verschlungen, das Gewebe 9 bilden. Das Gewebe 9 wird nach dem Umlenkbaum 27 vom Warenbaum 8 aufgewickelt.
Die zwei Fäden 28 und 29 eines Dreh fadenpaares laufen von den Spulen 30 und 31, deren Achsen am Webstuhl befestigt, sind, über den Spannbaum 20, gemeinsam durch dieselbe Bindfadenwächterlamelle 32, getrennt durch die Zwirnringösen 33, 34 des Zwirn ringes 35 und gemeinsam durch den gleichen Zwischenraum 36 des Rietes 25 zur Fachspitze 26, von wo aus die Drehfäden 28, 29 als Ver- zwirnung mit dem Gewebe 9 zusammen vom Warenbaum 8 aufgewickelt werden. Es könn ten auch gewöhnliche Kettfäden 7 als Dreh fäden dienen. In gleicher Weise verlaufen die Drehfadenpaare 62, 63; 64, 65 und 66, 67.
Die Zwirnringe 35, 72 bis 74 (Fig. 4, 5, 6) mit den Ösen 33 und 34 sind im Rahmen 37 geführt. An ihrem äussern Umfang besitzen sie Verzahnungen 38, welche mit dem Ritzel 39 r esp. 40 kämmen. Die Ritzel 39 und 40 sind auf den Zwirnringwellen 41 resp. 42 aufge keilt, welche vom Kulissenrad 43 wie folgt an getrieben werden. Die Bewegung der Wellen 41 und 42 wird über die Zwischenräder 46, die Wellen 101 und die Kegelräder 102 durch die Räder 44 und 45 (Fig.7) vom Umfang des Kulissenrades 43 abgenommen. Aus den Fig. 8 bis 11 ist das Zusammenspielen der Räder 44 resp. 45 mit dem Kulissenrad 43 ersichtlich, von dem ein Teil des Umfanges abgewickelt ist.
Links der Verzwirnungen 15 (Fig. 12) be findet sich das Gewebe 9, welches aus den Keafäden 7 und den Schussfäden 47 bis 61 gebildet wird. Rechts der Verzwirnungen 15 sind die abgeschnittenen Enden der Schuss fäden 47 bis 61.
Nach je sechs Schussfäden ändert der Drehsinn der Verzwirnungen, z. B. ändern die Verzwirnungen der Drehfäden 28, 29 und 64, 65 ihren Drehsinn bei den Schussfäden 47, 53 und 59, die Verzwirnungen der Drehfäden 62, 63 und 66, 67 bei den Schussfäden 49, 55 und 61. Die Verzwirnungen der Fäden 28, 29 und 64, 65 sind in bezug auf Drehsinn und Wech sel desselben einander gleich. Vom Schuss faden 47 bis 53 drehen sie im Gegenuhrzeiger sinn und vom Schussfaden 53 bis 59 im Uhr zeigersinn. Die Drehsinnwechselstellen 68 der Verzwirnungen der Fäden 62, 63 und 66, 67, welch letztere untereinander auch jeweils den gleichen Drehsinn besitzen, befinden sieh nicht bei den gleichen Schussfäden wie die Wechselstellen 68 der Verzwirnungen der Fä den 28, 29 und 64, 65.
Die VersetzLmg der Drehsinnwechselstellen hat folgenden Grund Die Schussfäden werden bei den Drehsinn wechselstellen 68 weniger stark gebunden und gehalten; daher sind nicht alle Drehsinnwech- selstellen 68 beim gleichen Schussfaden ange ordnet.
Um eine schöne Gewebekante (Fig.1) mit kurzen vorstehenden Schussfadenenden zu erhalten, kann das Gewebe zwischen den Ver- zwirnungen 15 in der Richtung des Pfeils 69 geschnitten werden, wobei in Fig. 12 die Schussfadenenden mit den zwei äussersten Verzwirnungen 15 vom Gewebe 9 abgetrennt werden. Handelt es sich um Verzwirnungen 16 (Fig. 1) in der Mitte des Gewebes, so kann auf gleiche Weise das Gewebe getrennt wer den, wobei dann zwei Gewebebahnen ent stehen.
Um zum Beispiel eine Verzwirnung der Fäden 28, 29 um den Schussfaden 18 zu legen, wird der Schussfaden 18 (Fig. 2, 3) zunächst vom Riet 25 gegen das schon gebildete Gewebe !) angeschlagen, so dass er in die Faehspitze 26 zu liegen kommt. In diesem Moment dreht. sich der Zwirnring 35 in der Richtung des Pfeils 70 um 180 , so dass der Drehfaden 28 sieh aus dem Hochfach naeh unten in das Tieffach be weg. wo er an die Stelle des Drehfadens 29 zu liegen kommt. Der Drehfaden 29 bewegt sich hingegen von unten nach oben an die Stelle vom Drehfaden 28; er ändert seine Lage vom Unter- in das Oberfach.
Gleichzeitig än dern auch die Schäfte 10 ihre Lage, so dass auch Kettfäden 7 vom Hochfach 21 in das Tieffach. 22 wechseln und umgekehrt. Dieses Spiel wiederholt sich, indem der Zwirnring 35 sieh sechsmal um je 180 im Sinne des Pfeils 70 dreht, um dann seinen Drehsinn zu ändern, und sechsmal um je 180 im Sinne des Pfeils 71 zu drehen. Hier ändert der Drehsinn wie der und das Spiel beginnt von vorn. Durch dieses Spiel entsteht eine Verzwirnung, wie sie in Fig. 12 dargestellt ist.
Es sind verschiedene Antriebswellen (41 und 42) für die Zwirnringe 72, 74 und 35, 73 vorhanden, damit die Drehsinnwechselstellen 68 der Verzwirnungen 15 sieh nicht alle beim Bleiehen Sehussfaden befinden. Das Ritzel 39 (Fig. 4), welches von der Welle 42 angetrie ben wird, treibt nur die Zwirnringe 72, 74 an; die andern<I>zwei</I> Zwirnringe 35, 73 werden vom Ritzel 40 betätigt, welches auf der Welle 41 sitzt und von dieser angetrieben wird.
Das Kulissenrad 43 erhält eine konstante Drebung von der Welle 75 (Fig.7), welche vom Antriebskasten 1. aus angetrieben wird, wobei dlas Zahnrad 76 mit dem Zahnkranz 77 des Kulissenrades 43 kämmt.
In den Fig. 8 bis 11 bewegt sich das Kulis senrad 43 in der Richtung des Pfeils 78 rela tiv zum Drehzentrum 79 des Rades 44 resp. 45. In Fig. 8 kommt die Rolle 85 des Rades 44 bzw. 45 gerade ausser Eingriff mit dem Kur- venstüek 80 des Kulissenrades 43, und die Rolle 86 kommt in Eingriff mit dem Kurven stück 81 ; das Rad 44 resp. 45 wird daher im Sinne des Pfeils 88 gedreht. In Fig. 9 ist die Rolle 86 am Ende des Kurvenstückes 81, und in Fig. 7 0 ist die Rolle 87 in die Drehsinn- weehselkurve 82 eingefahren und treibt das Rad 44 resp. 45 aber immer noch in der Pfeil richtung 88 an.
Ist das Kulissenrad 43 mit sei ner Umkehrstelle 90 auf der Höhe der Rolle 87 angelangt, so ändert der Drehsinn des Ra des 44 resp. 45, und dieses dreht im Sinne des Pfeils 89, wie in Fig. 11 gezeigt wird, wo die Rolle 87 bereits am Ende der Drelhsinnweeh - selkurve 82 angelangt ist. Die Rolle 86 wird im nächsten Moment in das Kurvenstück 83 ein greifen, und die Rolle 85 später in die Dreh sinnwechselkurve 84, wo sie an der Stelle 90 den Drehsinn des Rades 44 resp. 45 im Sinne von Pfeil 88 ändern wird. Darnach beginnt das Spiel wieder von vorn, denn die Drehsinn- weehselkurve 84 (Fig.l1.) und 80 (Fig.8) sind gleich ausgebildet.
Um die Drehung der Drehfäden in Ab hängigkeit von den verschiedenen Bindungs arten einstellen zu können, sind bei der Aus führungsvariante nach Fig.13, 14 die Teil kulissen, z. B. 95 bis 99, auf dem Kulissenrad 43 auswechselbar. Diese Teilkulissen sind durch Schrauben 100 auf dem Unfang des Kulissenrades 43 aufgeschraubt und priso- niert. Mit den drei verschiedenen Teilkulissen 96, 97 und 98 können die verschiedensten Ver- zwirnungsarten eingestellt werden.
Zum Bei spiel zeigt Fig. 15 das Bild der mit der Zu sammenstellung dieser Teilkulissen nach Fig.13 erzeugten Verschlingung der Dreh fäden 28, 29 mit den Schussfäden 48 bis 52. Das Kurvenstück 95 erzeugt die Gegenuhr zeigerdrehung der Drehfäden 28, 29 um den Schussfaden 48, während das nachfolgende Kurvenstück 96 keine Drehung der Drehfäden 28, 29 hervorruft und infolgedessen die bei den Sehussfäden 49 und 50 gemeinsam um schlungen werden.
Das nachfolgende Kurven stück 97 bewirkt wieder eine Verzwirnung im Gegenuhrzeigersinn. Das Kurvenstück 98 er zeugt den Drehsinnweehsel beim Sehussfaden 52. Der Drehsinn der Verzwirnung ändert also auch hier frühestens nach zwei Verdrehungen der Drehfäden (28, 29), wobei nach jeder Verdrehung mindestens ein Schussfaden ein getragen wird.
Die Räder 44 resp. 45 treiben über Zwi schenräder 46 (Fig. 7), Wellen 101 und Ke- gelräder 102 die Zwirnringwellen 41 resp. 42 der Zwirnringe 72, 74 resp. 35, 73. Die Räder 44 und 45 greifen an verschiedenen Punkten in die Kulissen des Kulissenrades 43 ein, damit sich die Drehsinnwechselstellen 68 (Fig.12) nicht beim gleichen Schussfaden be finden.
Je zwei zu einer Verzwirnung gehörende Drehfäden (z. B. 28, 29, Fig. 2) laufen durch die gleiche Wächterlamelle 32. Die Wächter lamellen 32 sind dort angeordnet, wo die bei den Drehfäden noch ein Fach bilden. Dadurch wird erreicht, dass jeder der Drehfäden eines Paares überwacht wird, denn die Drehfäden werden abwechslungsweise durch den zuge ordneten Zwirnring in das Hoch- und Tief fach gebracht. In der Stellung nach Fig.2 hebt der nach oben gebrachte Drehfaden 28 die zugehörige Lamelle 32 in ihre höchste Lage. Dagegen ist der untere Drehfaden 29 so tief, dass, wenn der obere Drehfaden 28 bre chen würde, die Lamelle 32 einen elektrischen Kontakt zwischen ihr und der Kontaktschiene 103 herstellen würde, welcher den Webstuhl in bekannter Weise abstellen würde.
Es könnte aber auch für jeden Drehfaden einer Ver- zwirnung je eine Lamelle 32 vorgesehen sein.
Fig. 16 zeigt als Ausführungsvariante die Anordnung eines gesteuerten Drehfädenwäch- ters 32, wodurch die Auf- und Abbewegung der Wächterlamelle 32 verkleinert wird. Auf der Welle 41 sitzt ein Exzenter 104, welcher auf der Welle 41 aufgekeilt ist (Fug. 4). Der Exzenterhebel 105 ist an seinem einen Ende drehbar auf Welle 42 gelagert, und am an dern Ende ist das Hubmesser 106 angeordnet, welches die Lamelle 32 periodisch hebt. Da die Übersetzung der Antriebswellen 41 und 42 zu den Drehscheiben 72, 74 und 35, 73 zwei zu eins ist, hebt sich das Messer 106 zweimal während einer ganzen Umdrehung der Dreh scheiben 35, 72 bis 74.
Das Messer 106 befin det sich jeweils in seiner höchsten Lage (Stel lung 107 in Fig.16), wenn sich die Drehfäden (28, 29) auf gleicher Höhe befinden, das heisst wenn sie ein Geschlossenfach bilden. Dadurch wird erreicht, däss die Drehfadenwächter lamellen 32 einen kleineren Hub ausführen, als wenn sie während einer ganzen Umdre- hung der Zwirnringe 35, 72 bis 74 auf den Drehfäden aufliegen würden.
Die Augen 33 und 34 der Zwirnringe 35, 72 bis 74 befinden sich innerhalb der innern Kontur 108. Diese Anordnung wurde wegen des leichteren Einfädelns der Drehfäden 28, 29, 62 bis 67 gewählt. Dreht man nämlich die Zwirnringe 35, 72 bis 74 aus der in Fig. 4 ge zeichneten Lage, wobei die Zwirnringe 35, 73 und 72, 74 nicht den gleichen Drehsinn haben, so überdecken die Augen 33, 34 der Zwirn ringe 35, 73 und die der Zwirnringe 72, 74 einander nicht, und es ist Platz zum Ein fädeln vorhanden.
In Fig. 17 und 18 ist ein anderes Getriebe zum Antrieb der Zwirnringe 35, 72 bis 74 dar gestellt. Der Antrieb erfolgt von der in Fig. 7 gezeigten Welle 75 aus über das Zahnrad 110, das Doppelzahnrad 111,112 zumZahnkranz 113 des Umkehrzahnrades 115. Der Zahnkranz 113 kämmt gleichzeitig mit dem Zahnkranz 114 des zweiten Umkehrzahnrades 116. Diese Um kehrzahnräder 115, 116 greifen nacheinander in die eine Verzahnung der Doppelzahnräder 117, 118 resp. 119, 120 ein, die die Zwirnring wellen 41 resp. 42 durch die auf diese aufge- keilten Ritzel 121 resp. 122 treiben.
Durch die Pfeile 123, 124 sind die Dreh sinne der Umkehrzahnräder 115, 116, die im mer gleich sind, angegeben. Diese Umkehr zahnräder 115, 116 besitzen Teilv erzahnungeti 125, 126, welche sich nur über den halben Um fang der Umkehrzahnräder 115, 116 erstrek- ken. Diese Verzahnungen 125, 126 sind so an geordnet, dass sie nacheinander das Doppel zahnrad 117, 118 resp. 119, 120 antreiben. Das Umkehrzahnrad 115 treibt in der gezeichneten Stellung das Doppelzahnrad 117, 118 im Sinne des Pfeils 127, so dass die Zwirnring welle 41 im Sinne des Pfeils 128 gedreht wird.
Das Doppelzahnrad 119, 120 wechselt in der gezeichneten Stellung vom Drehsinn des Pfeils 129 zum Drehsinn des Pfeils 130. Dieses Dop pelzahnrad 119, 120 ist, nachdem es im Sinne des Pfeils 129 mit der Teilverzahnung 126 des Umkehrzahnrades 116 kämmte, zum Stillstand gekommen und wird im nächsten Augenblick von der Teilverzahnung 125 des Umkehrzahn rades 115 im Sinne des Pfeils 130 mitgenoiu- mnen. Damit die Doppelzahnräder 117, 118 und 119, 120 jeweils nicht zu weit drehen und in ihren Endlagen fixiert werden, besitzen sie Vertiefungen 131, in welche jeweils die Rollen 132 einschnappen.
Die Rollen 132, die an den Hebeln 133 angemacht sind, welche ihrerseits unm die Zapfen 134 drehen können, werden von der Zugfeder 135 gegen die Kurve 136 gedrückt, so dass sie in die Vertiefungen 131 einschnappen können. Damit die Drehsinn wechselstellen 68 (Fig. 12) gegeneinander ver setzt sind, nehmen die Doppelzahnräder 117, 118 und 119, 120 die Bewegung von den Um kehrzahnrädern 115 und 116 an verschiede nen Orten ab.
In Fig.19 wird das Umkehrzahnrad 115 von einem Maltheserkreuzgetriebe angetrie ben, um die Zwirnringw ellen 41 und 42 ab satzweise zu bewegen. Das Malthesergetriebe wird von der in Fig. 7 gezeigten Welle 75 mit tels des Ritzels 110 angetrieben, welches das Triebrad 136 mit demn Triebstock 137 treibt. Der Triebstock 137 greift nacheinander in die Schlitze 138 des Schlitzrades 139 und treibt so das Umkehrzahnrad 115 in Richtung des Pfeils 123 schrittweise an.
Um das Schlitzrad 139 beim Nichteingreifen des Triebstockes 137 in seiner Lage zu sichern, ist der Arretie- ruingsschieber 140 mit auf ihmn befestigten Ar retierungszapfen 141. vorgesehen, welcher sich in Richtung des Doppelpfeils 142 hin und her bewegt und welcher durch die Führungen 143, 114 mittels der Welle 145 und des Führungs zapfens 146 geführt ist. Der Triebstock 137 greift in den Schlitz 147 des Arretierungs schiebers 141 und bewegt diesen dadurch hin und her. Sobald der Triebstock 137 ausser Eingriff mit dem Triebrad 139 kommt, greift der Arretierungszapfen 141 in einen Schlitz 138 und verriegelt dadurch das Triebrad 139.
Beim Getriebe nach Fig. 20 werden die den Winkellebel 150 und 151 zwangläufig durch die Nocken 1.52 und 153 um ihre festen Drehzapfen 154, 155 in den Richtungen der Doppelpfeile 156, 15 7 hin und her bewegt. Die hin und her gehende Bewegung der Winkel hebel 150 und 151 wird von den Verzahnun gen 158 resp. 159 über die Doppelzahnräder 160, 161 resp. 162, 163 und das Zahnrad 121 resp. 122 auf die Zwirnringwellen 41 und 42 übertragen. Die Welle 145 wird schrittweise vom Maltheserkreuzgetriebe, wie es in Fig.19 dargestellt ist und oben beschrieben wurde, in Richtung des Pfeils 123 angetrieben. Mit strichpunktierten Linien sind das Triebrad 136 und das Schlitzrad 139 angedeutet. Die Welle 145 könnte natürlich auch gleichförmig bewegt werden. Auf der Welle 145 sind die beiden Nocken 152 und 153 aufgekeilt.
An den zwei Winkelhebeln 150 und 151 sind je zwei Rollen 165, 166 resp. 167, 168 festgemacht. Die Rollen 165 resp. 167 laufen auf dem Nok- ken 152 und die Rollen 166 resp. 168 auf dem Nocken 153. Dadurch wird die zwangläufige Bewegung der Winkelhebel 150 und 151 er zeugt.
Der Winkelhebel 151 ändert in der ge zeichneten Stellung seine Bewegungsrichtung von Pfeilrichtung 169 zu Pfeilrichtung 170, wodurch die Zwirnringwelle 42 ihren Dreh sinn von Pfeilrichtung 171 zu 172 ändert. Der Winkelhebel 150 bewegt sich in Richtung von Pfeil 173, und die Zwirnringwelle 41 hat den Drehsinn von Pfeil 174. Die Winkelhebel 150 und 151 sind so angeordnet, dass die Zwirn ringwellen 41. und 42 ihren. Drehsinn nicht zur gleichen Zeit wechseln.
Die Hauptwelle 176 des in den Fig. 21, 22 und 23 dargestellten Getriebes wird von der in der Fig. 7 gezeigten Welle 7 5 über die Zahnräder<B>177</B> und 178 (Fig. 23) angetrieben. Auf der Hauptwelle 176 sitzen die Umkehr zahnräder 179, 180 mit nur auf ihrem halben Umfang vorgesehener Verzahnung 181, 182. Diese L'nikehrzahnräder 179, 180 greifen nach einander in die Ritzel 184, 183 resp. 185, 186 ein; das Ritzel 1.83 sitzt auf der Zwirnring welle 41. und treibt diese an, während die Zwirnringwelle 42 durch das Zwischenrad 187 vom Ritzel 186 in Drehung gesetzt wird.
Die Umkehrzahnräder 179, 180 drehen mit der Hauptwelle 176 im Sinne des Pfeils 188. Das Umkehrzahnrad 180 steht in Fig.21 im Eingriff mit dem Ritzel 186, welches im Sinne des Pfeils 189 gedreht wird. Über das Zwi schenrad 187 wird die Zwirnringwelle 42 im Sinne des Pfeils 190 angetrieben. Das Ritzel 184 dreht bei dieser Stellung im Sinne von Pfeil 191 leer mit.
In Fig. 22, 23 ist das Umkehrzahnrad 180 ausser Eingriff mit dem Ritzel 186 gekom men; dafür kämmt jetzt das Umkehrzahnrad 179 mit dem Ritzel 184 und treibt es im Sinne von Pfeil 192. Dadurch ändert der Drehsinn des Ritzels 186 im Sinne von Pfeil 193, und die Drehringwelle 42 ändert ebenfalls ihren Drehsinn im Sinne des Pfeils 194.
Das Umkehrzahnrad 179 treibt in den Fig. 21, 22 und 23 das Ritzel 183 im Sinne des Pfeils 194, während das Ritzel 185 im Sinne von Pfeil 195 leer mitläuft. Sobald die Ver zahnung 181 des Umkehrzahnrades 179 mit ihrem Ende 196 beim Ritzel 183 angelangt ist, greift die Verzahnung 182 vom Umkehrzahn rad 180 in das Ritzel 185 ein und treibt es im Sinne des Pfeils 197, wodurch der Drehsinn des Ritzels 183 im Sinne des Pfeils 198 ge ändert wird.
Ist eine Versetzung der Drehsinnwechsel stellen 68 nicht notwendig, so genügt eine einzige Zwirnringwelle 200, wie es in Fig. 24 dargestellt ist.
Das Verfahren und die Vorrichtung nach der Erfindung können auch bei gewöhnlichen Webstühlen mit Bobinenschützen angewendet werden, und zwar am vorteilhaftesten zur Bil dung einer Schnitt- oder Mittelkante.
Mit Hilfe der beschriebenen Vorrichtung kann man auch eine Art Raupenzwirne oder Chenille herstellen, indem man eine grössere Anzahl von Zwirnköpfen nebeneinander lau fen lässt und zwischen jeder Verzwirnung die Schussfäden aufschneidet. Mit einem Mehr fadenzubringer können verschiedenfarbige Schussfäden eingetragen werden, wodurch ein gemusterter Raupenzwirn entsteht.