Fahrzeug mit Raupenantrieb. Die Erfindung- bezieht. siele auf ein Fahr zeug; mit Raupenantrieb. Bei üblichen Bau arten, bei welchen die Räder durch Raupen ersetzt sind, tritt der \aehteil auf, dass unter gewissen ungünstigen Verhältnissen. z.
B. im Schnee, der Bodendruck der Raupen zu hoch wird und diese daher auf weicher Fahrbahn sich zu tief eingraben und einen sehleehten Wirkungsgrad aufweisen, während auf harter Fahrhahn der Verschleiss verliältiiismässig hoch ist. Es wurde daher bereits vorgeschla gen, ausser den Raupen noch Räder oder Kufen vorzusehen, wobei aber die Raupen nur um eine Querachse seliwenkbar waren.
Diese bekannten Konstruktionen weisen je doch den Nachteil auf, dass bei unebener oder ungleieli harter Fahrbahn die Raupen nicht mit ihrer ganzen E'liiehe zur .Anlage kommen, so dass der Bodendruck < in den verschiedenen Stellen der Raupen ungleich ist, was eine unzureichende Griffigkeit. und einen hohen Verschleiss der Raupen zur Folge hat.
Die Erfindung besteht nun darin, class die zwischen Stützorganen angeordnete Raupe am Falii-zeugralinien um eine Län-s- und eine Querachse seliwenk@ar aasgelenkt ist.
Durch die Kombination der :Massnahmen, die Raupe zwischen Stützorganen anzuordnen und Lini- versell schwenkbar auszubilden, wird ermög licht, den Bodendruck der Raupe an allen Stellen annähernd gleich gross zu halten, wo durch einerseits einem Eingraben der Raupe entgegengewirkt und damit ihr Wirkungsgrad erhöht und anderseits ihr Verschleiss herab- gesetzt. wird. Die Stützorgane können als Ku fen oder als Räder ausgebildet sein.
In der Zeiehnun- ist ein Ausführungs beispiel des Erfindungsgegenstandes schema- tiseli dargestellt. Fig. 1, _ und 3 zeigen das Fahrzeug inn Aufriss, Grundriss und Kreuz riss, teilweise geschnitten, und Fig. 4 ist eine schematische Darstellung der auftretenden Schubkräfte.
Ani Rahmen 1 des Fahrzeuges sind Vor derkufen 2 vermittels Blattfedern 3 befestigt.. Die Hinterkufen 4- sind an unter Federwir kung stehenden und hei ö am Fahrzeugrah- inen 1 aasgelenkten Lenkern G angeordnet. An Stelle dieser Kufen können auch Räder 7 bzw. 8 vorgesehen sein. Es können auch Rä der und an diesen zu befestigende Kufen vor gesehen sein.
Inn Beweieh des Fahrzeugvorderteils ist am Rahmen 1 bei .den Stellen 9 ein Schub- organ 10 in der Höhenrichtung schwenkbar aasgelenkt, welches an seinem hintern Ende die Raupe 11 trägt. Die Raupe 1.1 ist. mit zwei Bändern 15 versehen, wobei jedes Band über eine Antriebsrolle 13, eine Spamirolle 14 sowie eine oder mehrere, z.
B. zwei Stütz rollen 16 geführt ist. Im Raum zwischen den beiden Raupenbändern 1.5 ist das Sehuborgän 10 bei der Stelle 12 am Raupenkörper 11' um eine Querachse schwenkbar aasgelenkt. Das Schuborgan besteht. ans einer Schubgabel 10', die um die Anlenkstellen 9 in einer vertikalen Ebene schwingen kann, Und aus dem Schub rohr 10", das bei der Stelle 12 an dem Rau- penkörper angelenkt ist und mit .diesem eine Drehbewegung um seine Längsachse ausfüh ren kann.
Der Antrieb der Raupe erfolgt von dem am Fahrzeugrahmen gelagerten Motor 17 über eine im Schuborgan 10 gelagerte Kar danwelle 18 und ein Kegelradgetriebe 19. Beim Antrieb der Raupe wird durch die Schubkräfte ein Moment auf das schrägste hende Schuborgan 10 ausgeübt, welches dieses Schuborgan im Uhrzeigersinn zu verschwen- ken sucht (Fug. 4).
Durch dieses Moment wird an den Anlenkstellen 9 des Schuborganes am Rahmen eine aufwärts gerichtete Kraft 23 ausgeübt, welche den Fahrzeugvorderteil ent lastet, wodurch einem Einsinken der Vorder kufen oder -räder entgegengewirkt und da durch der Fahrwiderstand verringert und die Lenkung erleichtert wird.
Die zweite Kraft 21 dieses durch das Moment erzeugten Kräfte paares wirkt an der hintern Anlenkstelle 12 des Schuborganes 10 abwärts und drückt die Raupe 11 an den Boden an.
Mit steigender Leistung ,des Antriebes, d. h. mit steigender Schubkraft der Raupe, wachsen diese Kräfte an, so dass einerseits dem grösseren erforder lichen Bodendruck der Raupe bei grösserer Zugleistung Rechnung getragen ist und anderseits einem Einsinken .der Vorderkufen oder -räder in die Fahrbahn entgegenwirkt und die Lenkung erleichtert wird.
Die Anlenkstelle 12 des Schuborganes am Raupenkörper 11' ist vorzugsweise hinter der Raupenmitte angeordnet, um die Belastung des Raupenvorderteils zu verringern und da durch das auf die Raupe beim Antrieb aus geübte Drehmoment auszugleichen.
Für den Fall, dass das Eigengewicht der Raupe und die durch das Antriebsmoment erzeugte, auf die Raupe wirkende Anpress- kraft nicht mir Erzielung,des für die Griffig- keit,der Raupe erforderlichen Bodendruckes ausreicht, ist eine besondere Anpressvorrich- tung 20 vorgesehen,
welche nahe der Anlenk stelle 12 der Raupe zwischen den beiden Rau penbändern .bei 21 am Raupenkörper 11' an greift und eine Schwenkbewegung der Raupe nach allen Seiten zulässt. Bei dem Ausführungsbeispiel besteht die Anpressvorrichtung 20 aus einem teleskopartig ausgebildeten hydraulischen Zylinder, wel cher in bekannter 'Weise über eine Drucldei- tiuig mit einem Druckzylinder in Verbindung steht, welcher seinerseits durch ein Pedal 22 betätigt wird.
Der hydraulische Zylinder der Anpress- vorrichtung 20 dient gleichzeitig auch zum Heben und Senken der Raupe. Um diese Höhenverstellung der Raupe, welche unbela stet erfolgt, möglichst leicht und schnell durchführen zu können, ist die Anpressvor- richtimg 20 für das einfache Heben und Sen ken der Raupe und für die Erzeugang des Anpressdruckes mit verschiedenen Übersetzun gen versehen. Es kann z.
B. bei der darge stellten hydraulischen Anpressvorrichtung das (5l wahlweise durch einen grossen oder einen kleinen Druckzylinder dem Teleskopzylinder zugeführt werden, wobei, wenn der grosse Druckzylinder in Wirkung ist, der Teleskop zylinder mit kleiner Kraft schnell verstellt und bei Wirkung des kleinen Druckzylinders mit grosser Kraft. langsam verstellt wird.
Zweckmässig ist die Anpressvorrichtung selbst federnd ausgebildet oder wirkt unter Zwischenschaltung einer besonderen Feder auf die Raupe, so dass auch bei Durchfede- rung der hintern Kufen oder Räder oder bei unebener Fahrbahn stets ein angenähert gleichbleibender Bodendruck der Raupe ge- ivährleistet ist.
Wenn,das Fahrzeug mit Rädern versehen ist, so kann ein willkürlich einschaltbarer Vorderradantrieb .vorgesehen sein, so dass bei angehobener Raupe und ausgeschaltetem Rau penantrieb das Fahrzeug auf Strassen als reines Räderfahrzeug mit grosser Geschwin digkeit betrieben werden kann.
Das beschriebene Fahrzeug weist Vorteile auf, welche es für eine universelle Veiiven- dung in hohem Masse geeignet machen. Bei schlechten Bodenverhältnissen, wie z. B. auf umebenem oder weichem Boden, bei hoher Schneelage, im Wüstensand und auch auf steilen Wegstrecken besitzt das Fahrzeug eine gute reländegäng-igkeit,
wiihrend auf ge pflegten Strassen durch geringen Bodendruck der Raupe deren Verschleiss herabgesetzt und die Fahrbahn geschont wird oder bei reinem Räderbetrieb mit Vorderradantrieb und an gehobener Raupe grosse Gesehwindi < gkeiten erzielt. werden können.
Das Fahrzeug kann in vorteilhafter Weise auch als Schienenfahrzeug, z. B. als Zu-- masehine all Stelle von. Lokomotiven -#nwen- dunn- finden, wofür es lediglich erforderlich ist., die Räder in entsprechender Spurweite als Schienenräder auszubilden. Die innerhalb der Spur angeordnete Raupe weist auf dem meist.
geseliotterten Weg zwischen den Schie nen eine grosse Griffigkeit auf, welche die Griffigkeit von Schienenrädern auf den Schienen weitaus übersteigt. Es können in folge der grossen Griffigkeit der Raupe bei starker Anpressung Steigungen befahren werden, welche bisher nur mit Zahnstangen- betrieb bezwungen werden konnten, welcher hohe Baukosten erforderte.
Infolge der uni- versellen @cliwenkliarkeit der Raupe bietet auch die i'berfahrung von Schienen keine Schwierigkeit. Das Fahrzeug eignet. sieh aber auch als Traktor für landwirtschaft liche Zwecke, z. B. zum Antrieb voll Pflügen, hiäliniascliinen usw.