Verfahren zum Schneidern eines Kleidungsstückes für eine Person und Einrichtung zur Ausübung dieses Verfahrens. Kleidungsstücke, wie etwa Männeranzüge, werden heutzutage auf zwei Hauptarten ange fertigt, nämlich auf Mass oder in Konfek tion . Ein auf Mass angefertigtes Kleidungs stück wird gewöhnlich nach Massen angefer tigt, die des Kunden Oberweite, Taille, Hüft- weite, Unterweite, Schenkelweite, Grösse, die ganze länge und die Schrittlänge der Hosen, die innere Ärmellänge, die Länge von der Nackenmitte über die Schulter und den Ell bogen bis zum Ärmelvorderende, die Länge von Ärmelnaht zu Ärmelnaht über die Schul tern (Schulterbreite),
die Länge von Nacken mitte nach vorn und hinab zum Vorderteil der Westenöffnung und dann hinab bis oben an die Taille umfassen. Die Schultereckigkeit wird abgeschätzt. Es werden nicht alle genom menen Masse notwendigerweise verwendet. Der Schneider schneidet nach diesen Massen vom ausgewählten Stoff einen Probeanzug zu und heftet die zugeschnittenen Teile zusam men in die Form des Kleidungsstückes. Ge wöhnlich wird das zusammengeheftete Klei dungsstück am Kunden anprobiert, um bei dieser Gelegenheit etwelche Ungenauigkeiten korrigieren zu können.
Ist der Schneider gewandt, so kann er auf diese Art ein ordentlich gutsitzendes Klei dungsstück anfertigen. Leider kann sieh aber ein Schneider aus dem Gewerbe keinen Ent werfer leisten, da diese sehr gut bezahlt sind, wenn sie die Fähigkeit haben, Kleider zuzu- schneiden, die einen guten Schnitt und einen guten Stil haben. Sehr oft ist daher ein auf Mass angefertigtes Kleidungsstück gut sitzend, aber bar eines jeden Stils.
In Konfektion angefertigte Kleidungs stücke werden durch einen Meisterentwerfer entworfen, der, da sein Stil vielfach wiederholt wird, durch ein Unternehmen, das Konfek tionskleidungsstücke herstellt, vom wirtschaft lichen Standpunkt vorteilhaft, angestellt wer den kann. Dieser Entwerfer schneidet ein Mo dell im Normalmuster zu, z. B. im Fach 38 nor mal genanntes, und gewöhnlich bekommt je des Modell seinen Namen. Ein 38 normal ist ein Muster, das zugeschnitten ist für einen Mann mit 38 Zoll Oberweite und mit Normal figur. Auf dem europäischen Festland wer den dieselben Grössen mit zehn Nummern höher angegeben, also zum Beispiel 48 an statt 38 .
Zusätzlich zum 38 norinal -Mo- dell werden noch zwei andere 38-CTrössen angefertigt, und zwar eine 38 Kurz und eine 38 Lang , also drei Modelle für eine bestimmte Oberweite. Zusätzlich wird gewöhn lich das Modell in diesen drei Grössen ange fertigt für alle Oberweiten von 35 bis 52. Ein Geschäft., das dieses Modell verkauft, muss also 18 X 3 Grössen auf Lager haben.
Aus obigem geht hervor, dass, wenn es auch nicht unge wöhnlich ist, dass ein Cleschäft 500 und mehr in Konfektion angefertigte Anzüge verschie denen Hodelles, Oberweite und Stoffmusters auf Lager hält, die Wahl des Modelles und des Stoffmusters doch notwendigerweise be schränkt sein muss.
Ausserdem kommt es selten vor, dass ein auf Lager gehaltenes Kleidungsstück genau auf den Kunden passt. Änderungen müssen fast immer vorgenommen werden.
Die Erfindung betrifft nun ein Verfah ren zum Schneidern eines Kleidungsstückes für eine Person unter Benutzung eines Schnittmusters für eine Normalfigur und unter Berücksichtigung von Abweichungen der Körpermasse der Person von dieser Nor malfigur, und ist dadurch gekennzeichnet, dass man durch die Normalfigur eine horizontale Bezugsebene legt und auf dem Muster von dieser Ebene aus ein Schultermass, ein Steg mass und ein Mass der Armlochtiefe misst, worauf man mittels einer dieser Normalfigur- Grundmasse an der Person eine horizontale Bezugsebene situiert,
von der aus man an der Person die Grössen der andern beiden Grund masse misst und mit den entsprechenden Nor- malfigur-Grundmassen vergleicht, um je nach Grösse und Sinn der so ermittelten Abwei chungen das Muster der Normalfigur für die Person passend abzuändern.
Die ebenfalls Gegenstand der Erfindung bildende Einrichtung zur Ausübung dieses Verfahrens zeichnet sich dadurch aus, dass eine Vorrichtung ein Band aufweist, auf wel chem aufgetragen sind: In einer Kolonne die Grössennummern von bezeichneten Schnitt mustern für Normalfiguren, in einer andern Kolonne die Schultermasse der Muster, in einer weiteren Kolonne Skalen mit einer Mar kierungslinie, welche die Stegmasse der Muster markiert, und in einer weiteren Kolonne Ska len mit einer Markierungslinie, welche die Armlochtiefenmasse der Muster markiert;
wei- ter zeichnet sie sich aus durch ein Gehäuse mit mindestens vier Fenstern, durch welche je weils eine Schnittmusterbezeichnung und eine Grössennummer und weiter die dazugehörigen Mustermasse der Schultern, des Steges und der Armlochtiefe ablesbar sind, durch Mittel zum Führen des Bandes im Gehäuse, durch einen auf dem Gehäuse parallel zu den Steg- und Armlochtiefenskalen verschiebbaren Hauptschlitten, dessen Länge gleich dem Ab stand der beiden Markierungslinien ist, dureh zwei vom Hauptschlitten getragene, längs ihm und über einem der Fenster, durch die Skalen ablesbar sind, verschiebbare Hilfsschlitten, von denen der eine über die Stegskalen kolonne, der andere über die Armlochtiefen skalenkolonne reicht.
An Hand der beiliegenden Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemä ssen Vorrichtung darstellt, wird auch eine Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens beispielsweise beschrieben werden.
Fig.1 ist eine Draufsicht auf einen Rock, mit Angabe von Anpassungen, welche vorge nommen werden sollen, um Änderungen an einer Normalgrösse anzubringen.
Fig. 2 ist ein Aufriss des K1 eidungsstüekes der Fig.1.
Fig. 3 ist ein Seitenruss dieses Kleidungs stückes.
Fig. 4 ist ein Aufriss eines Vorderteils eines Rockes mit Angabe der verschiedenen in den Fig.1, 2 und 3 eingezeichneten Ände rungen.
Fig. 5 ist ein Aufriss eines Hinterteils eines Rockes mit Angabe der entsprechend vorzu nehmenden Änderungen.
Fig.6 ist eine Ansicht eines Abschnittes eines Bandes, das in einer Kleidungsstüek- Proportioniervorrichtung Verwendung findet.
Fig. 7 ist ein Aufriss der vollständigen Vorrichtung.
Fig. 8 ist ein Schnitt längs der Linie 8-8 der Fig. 7.
Fig. 9 ist ein Schnitt längs der Linie 9-9 der Fig. 8, aber in grösserem Massstab. Fig.10 zeigt einen Teil der Vorrichtung von Fig. 7 in grösserem Massstab.
Fig.11 ist ein Schnitt der Vorrichtung längs der Linie<B>11-11</B> der Fig.10, und Fig.12 ist ein Teilschnitt der Vorrichtung längs der Linie 12-12 der Fig.10.
Es wird zuerst- eine horizontale Bezugs ebene bestimmt, auf welche andere Mässe be zogen werden. Die Bezugsebene verläuft hori zontal unter dem Armloch des Kleidimgs- Stückes und wird bestimmt durch Massneh men um eine Schulter, wie in den Fig. 2 bis 4 angedeutet. Um einheitlich vorzugehen, wird diese horizontale Bezugsebene tangential an den Unterteil des Armloches gelegt. Die Länge von der Bezugsebene um die Schulter und zurück zur Bezugsebene wird mit Schulter mass bezeichnet. Die Länge von Nackenmitte um den Hals und abwärts bis zur Mitte des Vorderteils des Kleidungsstückes auf der Be zugsebene wird mit Stegmass bezeichnet.
Die Länge von der Nackenmitte hinunter bis zur Mitte des Hinterteils des Kleidungsstückes auf der Bezugsebene wird mit Armlochtiefen mass bezeichnet. Die drei Masse seien Grund masse genannt. Die nachfolgende Beschrei bung bezieht sich auf den Rock eines Anzuges, wobei aber wohl zu verstehen ist, dass auch Westen, Roben, Rockmäntel, Übermäntel und dergleichen auf diese Art geschneidert wer den können. Zusätzlich zu den mit Steg , Schulter und Armlochtiefe bezeichneten Massen werden noch die Masse Oberweite, Taille und Hüftweite genommen. Bei der An fertigung einer Weste werden die Masse Ober weite und Taille, die Stelle des untersten Knopfes und die Länge des Hinterteils fest gestellt.
Mit diesen Massen kann eine Normalgrösse richtig geändert werden in gewissen Grenzen, ohne dass vom Originalstil abgegangen wird, und so, dass ein perfekter Sitz erzielt wird.
In der Fig. 2 ist mit 14 eine Linie bezeich net, welche die Normalschulter angibt, auf welche das Muster zugeschnitten ist. Die Linie 14h stellt die Schulterlinie für eine Person mit hohen Schultern dar, die Linie 14s stellt die Schulterlinie einer Person mit abfallenden Schultern dar. Die Linien 14, 14s und 14h fallen in den Fig.1 und 3 in der Linie 14 zusammen. In der Fig. 2 ist die Annahme ge troffen, dass der Kunde weder mehr aufrecht noch mehr vorgeneigt ist als das Modell, auf welches der Rock zugeschnitten worden ist. Die Anpassung für hohe Schultern wird vor genommen, indem man sowohl den Steg als auch die Länge Armlochtiefe beim Hals reduziert.
Es erheischt also eine hohe Schul- ter -Korrektur ein Herabsetzen der Länge, sowohl des V order- wie des Hinterteils an einer von der Schulterkante entfernten Stelle, währenddem zur Anpassung an eine abfal lende Schulter sowohl der Steg als auch die Armlochtiefe am Hals vergrössert wer den. Bei einer Korrektur zur Anpassung an abfallende Schultern werden demgemäss so wohl die Armlochtiefe als auch der Steg vergrössert.
Ist der Kunde leicht vorgeneigt, so zeigt die in der Fig.l angegebene Linie 16 den Verlauf der Halsnaht und der Schulternaht. Die Lage der Naht 16 wird erhalten durch Vergrössern des Masses von der Bezugsebene weg bis zur Mitte des Halses (das heisst durch Verlängern der Länge des Hinterteils wie beim Vorliegen von abfallenden Schultern) und durch Verkleinern der Länge von der Bezugs ebene längs des Steges zur Schulternaht (das heisst der Länge vom Mittelpunkt vorn auf der Bezugsebene bis zum Oberende des Vor derteils des Musters). Diese Korrektur ist eine, die gemacht wird für hohe Schultern am Vorderteil des Rockes. Dies kann aus den Fig.4 und 5 ersehen werden.
In den Fig.1 und 3 bedeutet die Linie 14 die Schulternaht eines Rockes von Standardgrösse. Die gestri chelte Linie 16 in der Fig. 4 verläuft unter einem Winkel zur Linie 14, so dass die Länge des Vorderteils beim Hals verkürzt wird. Die gestrichelte Linie 16 in der Fig.5 verläuft unter einem gewissen Winkel zur Linie 14, uni die Länge des Rockteils von der Bezugsebene bis zur Halslinie zu vergrössern. In andern Worten, es ist eine Korrektur vorgenommen worden am Vorderteil wie eine solche für hohe Schultern. Es ist. aber auch am Rücken teil eine Korrektur vorgenommen worden, und zwar eine solche wie für abfallende Schultern.
Nehmen wir nun an, dass der Kunde mehr vorgeneigt ist, als der Linie 16 entsprechen würde, bis in eine Stellung, welche durch die Linie 18, die parallel zur Linie 14 verläuft, angegeben wird. Es ist nicht, nur das Steg - Mass verkleinert und die Armlocbtiefe ver grössert, sondern es ist auch der Schnittpunkt der Naht mit der Ärmelnaht 17 nach vorn ver- schoben. Diese Art von Korrektur wird mit Vorneigungskorrektur bezeichnet. In die sem Fall ist die Korrektur längs des Halses ohne Einfluss auf das Abfällen der Schultern.
Es gibt somit zweierlei Arten von Korrek turen für die Berücksichtigung des Vornei gens. Die Neigung in der Horizontalebene der Schulternaht kann verändert werden, um ein Nach-vorn-Verschieben des Kragens durch eine Fallschulterkorrektur des Hinterteils und eine Hochschulterkorrektur des Vorderteils zu ermöglichen, wobei die Schulternaht bei der Ärmelnaht am gleichen Punkt wie im Original muster belassen wird; oder aber es kann die Korrektur als eigentliche Vorneigungskorrek tur dadurch vorgenommen werden, dass man die Armlochtiefe vergrössert und die Steg länge verkleinert und die Schalternaht dem entsprechend parallel versetzt, was darauf hinausläuft, dass man den Rockteil im Rücken bei der Ärmelnaht verlängert und den Rock teil vorn bei der Ärmelnaht verkürzt.
Würden grössere Korrekturen zur Berücksichtigung des Vorneigens vorgenommen, einzig indem der Steg verkürzt und die Armlochtiefe ver grössert würden bei paralleler Versetzung der Schulternaht, so würden die Proportionen des Kleidungsstückes zerstört und der Stil ginge verloren. Dasselbe würde auch geschehen, wenn grosse Korrekturen zur Berücksichti gung des Vorneigens einfach durch Vornahme einer Korrektur wie bei abfallenden Schultern am Rückenteil und wie bei hohen Schultern am Vorderteil vorgenommen würden.
Es hat sich gezeigt, dass nur eine begrenzte Vornei gungskorrektur durch Verlängern des Rük- kenteils wie bei abfallenden Schultern und Zurückschneiden des Vorderteils wie bei hohen Schultern erzielt werden sollte und dass die übrige Vorneigungskorrektur durch Vergrö sserung der Armlochtiefe und Verkleinerung des Steges bei der Ärmelnaht erzielt werden sollte. Es ist im allgemeinen besser, die Kor rekturen so zu verteilen, dass ein Teil der Vor- neigiwgskorrektur durch die eine der oben er wähnten Korrekturarten und der andere Teil durch die andere dieser Korrekturarten er halten wird, Die Linie 20 in den Fig.1, 3, 4 und ö ist.
eine solche für einen Kunden mit sehr runden Schultern. Man sieht, dass die Linie 20 mit der Linie 16 parallel verläuft und dass die Änderung das Resultat von zwei Korrektur massnahmen ist. Die erste dieser Massnahmen besteht in der Anwendung der Korrektur für abfallende Schultern auf den Rückenteil und derjenigen für hohe Schultern auf den Vor derteil wie im Falle der Korrekturen,. die an gewendet wurden, um die Linie 16 zu erhal ten. Die zweite Massnahme besteht in der Ver grösserung der Länge der Armlochtiefe und in der Verkürzung der Steglänge bei der Arm naht.
Das Resultat dieser zwei Korrekturmass nahmen soll den Rock an eine extrem vor,--e- neigte Figur anpassen, ohne die Ausgeglichen heit des Kleidungsstückes zu zerstören.
Die punktierte Linie 22 erhält man, wenn der Kunde eine aufrechte Postair hat und den Kopf zurückgeworfen trägt. Das Muster wird geändert durch Anwendung der Korrektur für abfallende Schultern auf den Vorderteil und derjenigen für hohe Schultern auf den Rückenteil. Hat man es mit einer äusserst aufrechten Postur zu tun, so ergibt sich die Linie 24 durch Anwendung von zwei Korrek turmassnahmen. Eine dieser letzteren besteht in der Anwendung der Korrektur für hohe Schultern auf dem Rückenteil und für abfal lende Schultern auf den Vorderteil, während die andere in einer Vergrösserung der Steg länge und in einer Verkleinerung der Arm lochtiefe bei der Ärmelnaht bei paralleler Versetzung der Schulternaht besteht, wie das aus einer Betrachtung der Fig. 3 hervorgeht.
So wie bei der Vornahme von Vorneigungs- korrekturen müssen auch solche für eine über normal aufrechte Postur so vorgenommen werden, dass die Ausgeglichenheit des Klei dungsstückes lind dessen Stil nicht verloren gehen. Dies erreicht man dadurch, dass man die Korrektur unter die beiden oben erwähn ten Korrekturarten verteilt.
In der Praxis hat sich herausgestellt, dass eine Korrektur für abfallende Schulter und eine entsprechende für eine hohe Schulter allein ohne Änderung in der Steglänge oder in der Armlochtiefe neben der Ärmelnaht nicht mehr als ein Zoll betragen sollte, und dass über dieses Mass hinaus erforderliche Korrekturen in solchen der Veränderung der Steglänge und der Armlochtiefe bei der Är melnaht unter paralleler Versetzung der Schulternaht bestehen sollte, welch letztere Korrektur hier mit für Vorneigung bzw. mit für aufrecht bezeichnet wird. Hat die zu bekleidende Person eine Vorneigung von 3/4 Zoll, so kann dies berücksichtigt werden durch Vornahme einer Korrektur für abfal lende Schultern am Rückenteil um 3/8 Zoll und einer Korrektur für hohe Schultern am Vorderteil um 3/a Zoll ebenfalls.
Die Kompen sation kann ebenfalls erfolgen durch Vor nahme einer Vorneigungskorrektur um 1/2 Zoll und einer Korrektur für abfallende Schultern im Rückenteil UM 1/a Zoll und einer Korrek tur für hohe Schultern im Vorderteil um 1/s Zoll. In andern Worten, solange die Kor rekturen für abfallende Schultern und für hohe Schultern den Betrag von einem Zoll nicht übersteigen, wird die Ausgeglichenheit des Kleidungsstüekes nicht zerstört. Bis auf wenige Ausnahmen in extremen Fällen genügt eine totale Korrektur im Betrage von zwei Zoll, um Abweichungen der Körpermasse von der Norm zu berücksichtigen. Natürlich wird jede Seite unabhängig von der andern korri giert, in Übereinstimmung mit den abgenom menen Körpermassen.
Aus obigem geht hervor, dass man so vor ging, zuerst die Bestimmung einer Bezugs ebene vorzunehmen, auf welche Körpermasse bezogen werden, dann erfolgte eine Vornahme von Korrekturen für abfallende und für hohe Schultern in bestimmten Grenzen, und end lich eine Vornahme einer Korrektur für die restliche benötigte Veränderung durch Än derungen der Steglänge und der Armlochtiefe bei der Ärmelnaht.
Ausser den beiden Grundmassen Steg mass und Ärmellochtiefenmass am Hals benützt man also hier zum Vergleich der Per son mit der Normalfigur noch die Masse zwi schen der Bezugsebene und dem halsseitigen und ärmelseitigen Ende der Schulternaht, die hier Steglänge und Armlochtiefe genannt werden.
In der Praxis kann dieses Verfahren ohne Zuhilfenahme einer besonderen Vorrichtung ausgeführt werden. Die Bezugsebene kann an der zu bekleidenden Person mittels Kreidestri chen angezeichnet werden, welche eine Ebene gerade unter dem Armloch des Rockes anzei gen. Sie kann auch durch die Schultermessung bestimmt werden. Die Korrekturen für hohe oder abfallende Schultern können angezeich net werden. Auch die Korrekturen für eine übernormal vorgeneigte oder aufrechte Postur können an der Person abgemessen werden und genügende Zugaben gemacht werden, so dass eine Korrektur für eine abfallende oder eine hohe Schulter vorgenommen und eine Rest korrektur erhalten werden kann durch Ver änderungen der Steglänge und der Armloch tiefe bei der Ärmelnaht.
Es hat sich jedoch gezeigt, dass bei der Ausübung des Verfahrens grosse Erleichterun gen erzielt werden können durch Verwendung einer entsprechend eingerichteten Vorrich tung. Die Fig. 6 zeigt einen Abschnitt eines endlosen Bandes 31, welches Kolonnen von Angaben trägt, die in ganz bestimmter Weise zueinander angeordnet sind. Die Kolonne 30 stellt Skalen von mindestens 4 Zoll für Steg längen dar, und die Markierungslinie 32, die von oben nach unten durch die Angaben 30 verläuft, zeigt die Steglängen von Normal grössen. Die Kolonne 34 stellt Skalen von min destens 4 Zoll für die Armlochtiefen dar, wobei die Normalarmlochtiefen durch die Li nie 36 angezeigt sind.
Die Kolonne 38 gibt die Standard-Sehulterabmessungen an, mit wel chen die Bezugsebene lokalisiert werden kann. Die Angaben in der Kolonne 40 geben die An gaben über die Oberweite von Röcken der Standardgrösse. Die Angaben in der Kolonne 42 geben die Taille der Standardgrössen, die jenigen der Kolonne 44 die Hüftweiten der Standardgrössen, diejenigen der Kolonne 46 die Oberweite der Westen von Standardgrösse, diejenigen der Kolonne 48 die Taille der Westen von Standardgrösse, diejenigen der Kolonne 50 die Länge längs des Steges bis zum untersten Knopf der Weste, diejenigen der Kolonne 52 die Länge längs des Armloches bis zum Unterende des Westenhinterteils an.
Die Kolonne 54 enthält den Namen des Schnittmusters, seine Grösse und gibt an, ob diese normal, lang oder kurz ist. Aus den Fig.8 und 9 ersieht man, dass das Band 31 von einer Mehrzahl von Rollen 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64 und 65 getragen wird. Jede dieser Rollen besitzt eine Welle 66 mit einer Gummihülse 68. Die Wellen 66 sind in geeigneten Lagern gelagert. Die Wellen der untern Rollen 60, 61, 62 treten durch Schlitze 70 hindurch, so dass das Gewicht der Rollen genügt, tun das Band straff zu halten. Ketten zahnräder 72 sind auf den Wellen der obern Rollen 63, 64 und 65 befestigt. Eine Kette 74 ist um die Kettenräder 72 gelegt, so dass die Bewegung einer der Rollen 63, 64 und 65 in der Mitnahme der andern beiden dieser Rol len resultiert.
Auf der Welle 66 der Rolle 63 ist ausserhalb des Kettenzahnrades 72 ein Kettenzahnrad 76 befestigt. Eine Welle 78 ist im Gehäuse 80 gelagert und trägt ein Ketten zahnrad 82, welches durch eine Kette 84 mit dem Kettenzahnrad 76 in Antriebsverbindung steht. Ein Kettenzahnrad 86 ist ausserhalb des Kettenzahnrades auf der Welle 78 befestigt. Ein horizontal nach vorn ragendes Gehäuse 88 ist am Gehäuse 80 befestigt. Ein Ketten zahnrad 90, das mit einer Kurbel 92 zu seiner Betätigung versehen ist, ist am Gehäuse 88 gelagert. Eine Kette 94 stellt die Antriebsver bindung zwischen den Kettenzahnrädern 90 und 86 her.
Das Band 31 verläuft neben der Vorder wandung 96 des Gehäuses 80 über Rollen 57 und 58, dann über Rollen 59, 60, 65, 61, 64, 62, 63, 55 und 56, wie das aus der Fig. 8 her vorgeht. Das Durchmesserverhältnis der Ket tenzahnräder 90, 86, 82 und 76 ist so, dass eine Geschwindigkeitsübersetzung stattfindet und dass eine Drehung der Kurbel 92 eine schnelle Bewegung des Bandes 31 hervorruft. Die vor dere Wandung 96 des Gehäuses 80 ist mit einer Anzahl von Fenstern 98, 100, 102, 104 und 106 versehen und dazu noch mit einem grossen Fenster 108. Die Anordnung der Fen ster 98, 100, 102, 104 und 106 gegenüber dem Band 31 ist in Fig. 6 durch strichpunktierte Rechtecke angegeben. Durch das Fenster 98 ist derjenige Teil des Bandes sichtbar, der die Kolonne 54 trägt.
Durch das Fenster 100 kann man auf den Teil des Bandes sehen, der die Kolonnen 38, 40, 42 und 44 trägt. Die Kolonnen 46, 48, 50 und 52 sind durch das Fenster 102 ersichtlich. Die Stegmasse können durch das Fenster 104 und diejenigen der Armlochtiefe durch das Fenster 106 gelesen werden. Das grosse Fenster ergibt eine durch scheinende Schreibfläche.
Beleuchtungsmittel, wie etwa eine Fluo reszenzlampe 110 und ein Reflektor 112 zur Beleuchtung des Fensters 108 sind im Ge häuse angeordnet. Das Band selbst kann durchsichtig oder durchscheinend sein, und die Fenster 98, 100, 102, 104 und 106 werden durch eine Fluoreszenzlampe 114 und einen Reflektor<B>116</B> beleuchtet. Das horizontale Ge häuse 88 ist mit einem Paar Schubladen 118 und 120 versehen, wobei die Oberfläche des Gehäuses 88 durch eine Fluoreszenzlampe 122 und einen Reflektor 124 beleuchtet ist.
Aus der Fig. 10 ersieht man, dass ein Hauptschlitten 126 mit einer Handhabe 128 versehen ist, die einen Knopf 130 trägt. Die ser Schlitten 126, dessen Länge gleich dem Abstand der Linien 32, 36 ist, ist mit einer Erhöhung 132 versehen, die in einen Schlitz in der Vorderwand 96 des Gehäuses 80 hinein ragt. Ein Gegenplättchen 194 ist mittels Schrauben an der Erhöhung 132 befestigt, so dass sich der Schlitten<B>126</B> von der einen nach der andern Seite bewegen lässt. Die Vorder wand 96 des Gehäuses ist mit einer Mehrzahl von Einschnitten 138 versehen, in einen von welchen das eine Ende eines Federstiftes 140 greifen kann, der von einem Zeiger 128 ge tragen wird. Dieser Stift 140 dient auch dazu, die Bewegung des Schlittens 126 nach rechts in Zusammenarbeit mit. einem Anschlag 142 zu begrenzen.
Die Begrenzung der Bewegung nach links erfolgt durch einen Anschlag 144, der vom Gehäuse getragen wird. Eine Anzahl von Schriftzeiehen oder andern Bezugszeiehen ist auf der Vorderseite des Gehäuses unmit telbar oberhalb des Schlittens im Bereich des Zeigers 128 vorgesehen. Die links vom Mittel punkt der Skala 146 liegende Seite trägt die Bezeichnung vorgeneigt , die rechts liegende die Bezeichnung aufrecht . Der Massstab, nach welchem die Schreibmarken 146 aufge tragen sind, ist halb so gross wie der normale Massstab. Auf der linken Seite des Schlittens 126 ist ein ilfsschlitten 148 gleitend geführt.
Letzterer ist zweckmässig durchsichtig und hat einen Knopf 150, mittels welchem er nach links oder nach rechts verschoben werden kann. Er besitzt einen Zeiger 152, welcher normalerweise auf eine Nullmarke 154 zeigt. Anschläge 156 und 158 begrenzen die Ver schiebungsmöglichkeit des Schlittens 148 rechts bzw. links. Der obere Teil 127 des Hauptschlittens 126 ist zweekmässig aus einem durchsichtigen Stoff hergestellt, so dass die Zahlen auf dem Band 31, welche durch die Fenster 104 und 106 gelesen werden, gut er sichtlich sind.
Ein zweiter, zweckmässig aus einem durch sichtigen Stoff hergestellter Hilfsschieber 160, ist auf der rechten Seite des Hauptschlittens 126 geführt und mit einem Knopf 162 zu sei ner Betätigung versehen. Der Schlitten 160 trägt einen Zeiger 164, welcher mit einem An schlag 166 zusammen arbeitet, der vom Schlit ten 126 getragen wird, dies zur Begrenzung der Verschiebungsmögliehkeit nach rechts, währenddem ein Anschlag 168 die Verschie bung nach links begrenzt. Das Schriftzeichen 165 zeigt Null an. Man wird bemerken, dass die kleine Skala auf der rechten Seite des Hauptschlittens 126 sich ein Zoll auf beiden Seiten der Nullmarke erstreckt und dass die rechte Seite der Skala mit HS bezeichnet ist, was holze Schultern besagen will. Der Teil der Skala auf der linken Seite der Null marke 165 ist mit.
SS bezeichnet, was ab fallende Schultern besagen soll. Die Skala unter dem ersten Hilfsschieber 148 erstreckt sich gleicherweise ein Zoll auf beide Seiten der Hilfsmarke. Ihr linker Teil ist mit HS bezeichnet ( hohe Schultern ) und der rechte Teil mit SS ( abfallende Schultern ).
Nehmen wir nun an, dass ein Kunde zu einem Sehneider kommt, der mit dem beschrie benen Apparat arbeitet und dass er den, sagen wir unter dem Namen Dunn bekannten Schnitt wählt. Aus einer Anzahl von vorräti gen Stoffen bezeichnet er denjenigen, aus dem er seinen Anzug gemacht haben will. Nehmen wir auch an, dass die Oberweite des Kunden 42 Zoll betrage, seine Grösse ungefähr 5 Fuss 10 Zoll, so dass für ihn die Grösse 42 normal passt. Der Schneider dreht dann die Kurbel 92, bis die Inschrift Dunn, 42 normal auf dem Band 31 hinter dem Fenster 98 gelesen werden kann. Alle andern Angaben, die ge lesen werden können, sind in den Fig. 6 und 10 angegeben. Man kann feststellen, dass die Bezugsebene der Standardgrösse durch ein Schultermass von 19 1/4 Zoll festgelegt ist.
Die Oberweite des Rockes beträgt 55 Zoll, die Oberweite der Weste 43 3/s Zoll. In andern Worten, es ist in der Standardgrösse eine Zu gabe von 1 3/4 Zoll für die Weste und von 13 Zoll für den Rock gemacht. Die Taille der Standardgrösse um den Rock beträgt 50 1/s Zoll. Diejenige für die Weste 401/2 Zoll. Die Hüftweite für die Standardgrösse ist. mit 531/4 Zoll angegeben. Die Länge entlang des Steges bis zum untersten Knopf beträgt 23/16 Zoll. Die Länge des Westenrückenteils ist.
01/16 Zoll, diejenige des Steges 163/1 Zoll und diejenige der# Armtiefe 10%/s Zoll.
Beine Abnehmen der Körpermasse des Kun den legt der Schneider zuerst die Bezugsebene fest. Dies geschieht ganz einfach dadurch, dass er 191/.r Zoll um die Schulter misst oder durch Einzeichnen einer horizontalen Linie unter denn Armloch. Die Masse für die Steglänge und für die Armtiefe werden dann genommen. Mittels eines Winkels wird dann festgestellt, ob die Schultern normal und gleich hoch sind.
Das Mass für den untersten Knopf der Weste wird benützt, um festzustellen, ob die Standardgrösse der Weste vergrössert oder ver kleinert werden soll und gegebenenfalls in welchem Ausmass. Es sei nun angenommen, dass die wirklich gemessene Armtiefe 11 3/4 Zoll betrage und die Steglänge 16 Zoll. Dann wird der rechte Rand des zweiten Hilfsschiebers 160 mit der Angabe für die Armlochtiefe in Übereinstimmung ge bracht, die wirklich gemessen wurde. Zu die sem Zweck muss der Schieber 160 nach links verschoben werden und zeigt dann an, dass die Schultern nm 7/s Zoll gegenüber der Nor malschulter abfällt.
Der linksseitige Hilfs schieber 148 wird dann nach links verschoben, um sein linksseitiges Ende mit der Angabe für die Steglänge auf dem Band 31, die mit der gemessenen, also 16 Zoll, übereinstimmt, zu überdecken. Ist dies getan, so zeigt der Zei ger 152 hohe Schultern 3/4 Zoll an. Der Zu schneider weiss dann, dass er das Muster auf hohe Schultern vorn 3/4 Zoll und abfallende Schultern hinten 7/s Zoll abändern muss. Man wird bemerken, dass keines dieser Masse von denjenigen der Standardgrösse um mehr als einen Zoll abweicht und dass daher weder der Zeiger 152 am Anschlag 158 noch der Zeiger 164 am Anschlag 168 anstösst. Dieses Ausmass der Änderung ist zulässig, ohne dass die Pro portionen des Kleidungsstückes ernstlich in Frage gestellt würden.
Falls gewünscht, kann aber, da der Kunde eine leicht vorgeneigte Figur hat, der Knopf 130 nach links verscho ben werden, so dass der Zeiger 128 atü 1/2 Zoll vorgeneigt zu stehen kommt. Damit kommt auch das rechtsäussere Ende des Schlittens 126 nach links und zeigt eine Armlochtiefe von 11 1/s Zoll und eine Steglänge von 16 1/2 Zoll an, dies, weil die Skala für vorgeneigt und aufrecht im halben Massstab aufgetra gen ist (1/2 Zoll für 1 Zoll). Demgemäss zeigt der Zeiger 128 nach einer Bewegung um 1/2 Zoll auf den Massstäben für die Armloch tiefe und für die Steglänge nur eine Verände rung von 1/4 Zoll an. Die Steglänge hingegen ist 16 Zoll.
Entsprechend muss der Schlitten 148 um einen weiteren 1/2 Zoll nach links ver schoben werden, womit er hohe Schultern 1/2 Zoll anzeigt. Die gemessene Armlochtiefe ist 11 3/4 Zoll, so dass der Schlitten 160 um 5/s Zoll nach links verschoben werden muss, wonach der Zeiger 164 abfallende Schultern 5/8 Zoll anzeigt. Alle Änderungen an den Massen der Steglänge gelten für vorn , die jenigen an den Massen der Armlochtiefe für hinten . Aus dem Obigen geht hervor, dass das Kleidungsstück gleich ausgeglichen passt nach Vornahme der einen Art von Änderung oder nach einer Änderung, die sich aus zwei Korrekturmassnahmen zusammensetzt, näm lich derjenigen für vorgeneigt und derjeni gen mit hohe Schultern vorn und abfal lende Schultern hinten .
Nehmen wir nun an, dass ein den Dunn- Schnitt wählender Kunde, dessen Oberweite und Grösse eine Schnittmusterbasisgrösse von 42 normal erheischen, eine äusserst auf rechte Postur hat und in der Tat ein wenig zurückgeneigt ist. Nehmen wir ferner an, dass an diesem Kunden eine Armlochtiefe von 91/2 Zoll und eine Steglänge von 18 Zoll ge messen wurde. Der zweite Hilfsschlitten 160 wird nach rechts verschoben im Bestreben, dessen rechtsäussere Kante mit dem Skalen strich 9 1/2 Zoll in Übereinstimmung zu brin gen. Dabei stellt man aber fest, dass der Zei ger 164 am Anschlag 166 anstösst, wenn be sagte Kante 97/s Zoll anzeigt.
Der Haupt schlitten 126 muss dann nach rechts verscho ben werden, und zwar zuerst tim eine Teilung, das heisst bis der Federstift 140 in jenen Ein schnitt 138 greift, für welchen der Zeiger 128 1/2 Zoll aufrecht anzeigt. Der Schlitten 160 kann noch nicht so viel nach rechts verscho ben werden, dass er eine Armlochtiefe von 91/2 Zoll anzeigt, da durch die Verschiebung des Schlittens 126 seine rechtsäussere Kante nur über den Teilstrich 10 5/s Zoll gekommen ist.
Die Bedienungsperson verrückt den Schlitten 126 itxn eine weitere Teilung nach rechts, um ihn auf den Teilstrich 1 Zoll aufrecht zu bringen. Die rechtsäussere Seite des Schlittens 126 deckt nun den Teilstrich 10 3/s Zoll der Skala für die Armlochtiefe. Der Schlitten 160 kann nun nach rechts verschoben werden, da mit seine rechtsäussere Kante auf jenen Teil strich der Armlochtiefenskala zu liegen kommt, welcher mit der gemessenen Armloch tiefe, nämlich 91/2 Zoll,
übereinstimmt. Der Zeiger 164 zeigt dann 7/s Zoll hohe Schul.- tern an. Dureh die Verschiebung des Schlit tens 126 nach rechts in die Lage 1 Zoll auf recht kommt die linksäussere Kante des Schlittens 126 auf 17 1/4 Zoll. Der erste Hilfs schlitten 148 kann dann nach rechts verscho ben werden, bis seine linksäussere Kante die am Kunden gemessene Steglänge von 18 Zoll anzeigt, so dass der Zeiger 152 abfallende Schultern 3/4 Zoll anzeigt. Der Zuschneider weiss nun, dass er das Schnittmuster nach den Angaben 1/2 Zoll aufrecht, 7/a Zoll hohe Schultern hinten, 3/4 Zo11 abfallende Schultern vorn zu ändern hat.
Hat der Kunde hohe Schultern, das heisst sind seine Schultern eckiger und nicht so ab fallend wie bei einer Normalfigur, so geht dies sofort aus den genommenen Massen für die Steglänge und für die Armloehtiefe hervor. Würde beispielsweise eine Armlochtiefe von 103/8 Zoll und eine Steglänge von 163/4 Zoll gemessen, so kann die Korrektur dadureh er folgen, dass man den Schlitten 160 um einen halben Zoll nach rechts verschiebt aus der Stellung, die er in Fig. 10 einnimmt, während die Skala 148 um einen halben Zoll nach links verschoben wird. Dieses Ausmass der Verände rung des Abfallens der Schultern kann leicht a n Hand der abgenommenen Schultermessun gen nachgeprüft werden. Der Zuschneider ist dann angewiesen, das Schnittmuster mit einer Änderung hohe Schultern 1/2 Zoll zu Ver sehen.
Man hat nun gesehen, dass die beschriebene Vorrichtung gestattet, das Verfahren in be quemer, einfacher und geschwinder Weise auszuführen. Die Korrekturen für hohe und für abfallende Schultern werden in keiner Richtung über das Ausmass von einem Zoll hinaus angezeigt. Die Verschiebungen der Naht bei Korrekturen für vorgeneigt und aufrecht werden ebenfalls in keiner Rich tung über das Ausmass von einem Zoll hinaus ausgeführt. Eine Korrektur 1 Zoll aufrecht zum Beispiel wird gleichmässig verteilt in eine solche von 1/2 Zoll an der Steglänge und von 1/g Zoll an der Armtiefe, dank dem Um- stand, dass die Skala für vorgeneigt und auf recht, sowohl das Mass der Steglänge wie das für die Armloehtiefe um den gleichen Betrag verändert.
Nun versteht man, warum man die Skala für vorgeneigt und aufrecht im halben Massstab vorgesehen hat. Durch eine Verschie bung des Schlittens 126 nach rechts um 1/2 Zoll erhält man eine Korrektur um 1 Zoll, die gleichmässig verteilt ist in einer für die Steglänge und in eine 1/2-Zoll-Korrektur für die Armloehtiefe. Die Anschläge 1.12 und 144 für den Schlit ten 126, 166 und 168 für den Schlitten 160 und 156 und 158 für den Schlitten 1.48 ver hindern die Vornahme von Korrekturen in einem solchen Ausmass, dass ein unausgegli chenes Kleidungsstück erhalten würde.
Die Sehnittmusterkorrektur ist so begrenzt., dass die vorgesehene Schnittform beibehalten wird.
Die andern üblichen Masse, nämlich die Länge des Rockes, die wirkliche Taille des Kunden, seine wirkliche Hüftweite, die Stel lung des untersten Knopfes und die Länge des Rückenteils der Weste werden alle so ge nommen, wie dies bisher üblich war, und da nach wird die Standardgrösse gemäss diesen genommenen Massen abgeändert. Diese Masse bringen keine Schwierigkeiten mit sieh und können auch die Ausgeglichenheit des Klei dungsstückes nicht. zerstören.
Nicht selten kommt es vor, dass der Stil, der mit viel Kosten ausgearbeitet wurde, ganz oder teilweise abhanden kommt und seinen Effekt verliert, sobald Änderungen an kon fektionierten Kleidungsstücken vorgenommen werden müssen.
Das an Hand der Zeichnung erläuterte Verfahren und die dargestellte Einrichtung erlauben es, ein Kleidungsstück unter Benut zung eines Schnittmusters für eine Normal- fil"ur zu schneidern, indem das Muster an des Kunden Körpermasse angepasst wird, ohne dass dabei der Stil abhanden kommt und so, dass das Kleidungsstück passt ohne Anprobe.
Es ist zu beachten, dass die horizontale Be zugsebene an der Person auch entweder durch das Armloehtiefenmass der Normalfigur oder durch das Stegmass derselben situiert werden könnte. Im ersten Fall müssten dann das Schultermass und das Stegmass der Person be nützt werden, um das Muster der Normal figur für die Person passend abzuändern, im zweiten Falle das Armlochtiefenmass und das Schultermass.