Verfahren zur Herstellung von Einzelteilen für Gummiartikel nebst Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur I-Ierstellung von Ein- zelteilen aus nicht vulkanisiertem Gummi für Gummischuhe und andere Gummiartikel durch Warmpressung des nicht vulkanisierten Gummis zwischen Pressplatten und nachfolgende Abkühlung des warm formgepressten, aber nicht vulkanisierten Gummis sowie auf eine Einrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Es ist nämlieh bekannt, dass Gummischuhe und andere Gummiartikel aus vorgeformten, nicht vulkanisierten Einzelteilen aufgebaut werden können und dass erst nach Zusammen- tugen der Einzelteile die Vulkanisierung vorgenommen werden kann, indem beispielsweise bei der Herstellung von Gummischuhen, die auf dem Leisten aufgespannten Einzelteile zu sammenvulkanisiert werden.
Während früher solche Einzelteile zu ihrer ungefähren Form dadurch aufgebaut wurden, dass je nach der anzustrebenden Gutdicke eine entsprechende Anzahl von passend geformten Stüeken aus gewalztem, nieht vulkanisiertem Gummi aufeinandergelegt wurden und dass die Kanten abgeschrägt wurden, ist ein ein facheres Verfahren zur Herstellung solcher Einzelteile bekanntgeworden. Es hat sich nämlieh gezeigt, dass nicht vulkanisierter Gummi durch kurze Warmpressung und nach- folgende Abkühlung zwischen Pressplatten in die gewünschte Form gepresst werden kann, wobei es durchaus möglich ist, eine uner wünschte Vulkanisierung des Gummis zu ver. meiden.
Die kurze Erwärmung des Gummis bei der Formpressung hat vielmehr nur den Zweck, dem Gummi die Elastizität zu nehmen, die ihm im kalten Zustand eigen ist und die bewirkt, dass kalt gepresster Gummi die Neigung hat, nach der Pressung mehr oder weniger wieder die ursprüngliche Form anzunehmen.
Gemäss der vorliegenden Erfindung ist nu das Verfahren zur Herstellung von Einzeltei- len aus nicht vulkanisiertem Gummi für Gummischuhe und andere Gummiartikel dadurch gekennzeichnet, dass die Warmpressung des nicht vulkanisierten Gummis zwischen den Pressplatten in einer einseitig offenen, flachen Form ausgeführt wird und dass dabei als Dek- kel der Form ein Metallblechband verwendet wird und dass dieses Blechband von dem formgepressten, nicht vulkanisierten Gummi all mählich aufgebogen wird, bevor dieses aus der Form entfernt wird.
Eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens ist erfindungsgemäss gekenn' zeichnet durch eine Presse mit zwei einander entgegenwirkenden Pressplatten, von denen mindestens eine erwärmt ist, und durch ein über Rollen laufendes endloses Metallblechr band, von dem ein Teil zwischen der offenen Seite der Pressform und der auf dieser Seite wirkenden Pressplatte verläuft, so dass er beim Pressen durch die betreffende Pressplatte als Formdeckel auf den in die Form eingepress- ten Gummi aufgepresst wird.
Zur Verdeutlichung der Erfindung wird auf die beigefügte Zeichnung hingewiesen, die einige Ausführungsformen einer Vorrichtimg zur Ausführung des Verfahrens hauptsächlich schematich darstellt. Es zeigen :
Fig. 1-3 schematisch die Vorrichtung gemäss der einen Ausführungsform mit einer Pressform in verschiedenen Lagen zwischen zwei Pressplatten in einer Presse,
Fig. 4 aehematisch eine andere Ausfüh- rungsform der Vorrichtimg.
In Fig. 1-3 bezeichnen 1 imd 2 zwei zusammenwirkende Pressplatten in einer hydrau- lischen oder andern Presse, während 3 eine beispielsweise zur Formpressung der Brandsohle eines Gummischuhes bestimmte Press- form bezeichnet, welche aus einer in ihrer Oberseite mit einer ungefähr der endgültigen Form der gewünschten Brandsohle entspre- chenden Formvertiefung versehene Platte oder dergleichen besteht, die zweckmässigerweise von einer Anzahl aufeinandergelegter und miteinander zu einem Formgebilde zusammen- gefügter, passend zugeschnittener Bleche auf- gebaut sein kann,
oder noch besser aus einem nach diesem Formgebilde mit Hilfe eines formveränderlichen Presskissens formgepress- ten Blech bestehen kann, das entweder auf dem genannten Formgebilde liegenbleibt oder dieses durch ein anderes Material, zum Beispiel auf die Rüekseite des formgepressten Bleehes gegossenes Hartblei oder dergleichen, ersetzt hat. In der Form 3 wird eine geeignete Menge von nicht vulkanisiertem Gummi 4 geeigneter Zusammensetzung angebracht, worauf die Form zwischen die beiden Pressplat- ten 1, 2 eingeführt wird. Das Einführen (Fig. 1) wird durch die Beweglichkeit eines dünnen, biegsamen Stahlbleches 5 oder dergleichen erleichtert.
Dieses stahlblech ist in Form eines über Rollen 6 an den Enden der obern Pressplatte 1 laufenden endlosen Bandes, dessen unterer Teil sieh zwischen den beiden Pressplatten längs der Unterseite der obern Pressplatte erstreckt, angeordnet. Der untere Teil dieses biegsamen Stahlbandes oder dergleichen dient als Deekel für die Form bei der Pressung (Fig. 2), welche warm ausge führt wird, indem die beiden Pressplatten oder wenigstens eine von ihnen, vorzugsweise die obere, auf etwa 100 C erwärmt werden, zum
Beispiel mittels Dampf oder auf elektrischem
Wege.
Diese Warmpressung kann und muss von kurzer Dauer sein, und unmittelbar nach dieser Warmpressung wird die Form aus der
Warmpresse herausgeführt in der Richtung des als Deckel auf der Form verbleibenden untern Teils des dünnen, biegsamen Bandes 5.
Dieses wird dabei mitgenommen und wird nach und nach von dem formgepressten, wan men Gummi 4 in. der Form 3 losgebogen oder losgebrochen, wenn diese Form allmählieh an der betreffenden Umkehrrolle 6 vorbeiläuft.
Gegebenenfalls kann die andere Umkehrrolle 6 auf geeignete Weise nachgiebig gelagert sein, wie in der Zeichnung angedeutet ist, so dass sie so weit wie erforderlich nachgeben kann, damit das Band 5 eine Krümmung 7 bilden kann und somit schärfer gebrochen werden kann, wo es sich von dem formgepressten war men, nicht vulkanisierten Gummi 4 losbricht.
Nachdem die Form 3 demnach aus der Warm presse herausgeführt worden ist, wird ein zu geschnittenes Stück Stoff, Leder oder derglei ehen auf der blossgelegten Seite des gepressten warmen, nicht vulkanisierten Gummis in der
Form angebracht, wonach diese und das darin befindliche Gummi rasch abgekühlt werden, zum Beispiel dadurch, dass sie in eine Presse mit gekühlten Pressplatten gebracht wird.
Naehdem der in nicht vulkanisiertem Gumm formgepresste Gegenstand also abgekühlt wor den ist, kann er ohne Schwierigkeit aus der
Form entfernt werden, um als. Bauelement beim Aufbauen des herzustellenden Gummi- artikels verwendet zu werden.
Gemäss der in Fig. 4 schematisch darge stellten Ausführungsform der Vorrichtung wird beispielsweise ein endloses Transport band 8 zum Führen der Pressformen 3 in und aus der Presse oder den Pressen verwendet.
Ferner ist in Fig. 4 angedeutet, dass die Warm und Kaltpressen beispielsweise miteinander kombiniert werden können, zum Beispiel so, dass sie eine gemeinsame untere Pressplatte 1 und zwei obere Pressplatten 2a und 2b haben, von denen eine erwärmt und die andere abgekühlt wird. Selbstverständlich können die Warm,-und Kaltpressungen auch in ein und derselben Presse ausgeführt werden, und zwar so, dass die zusammenwirkenden Pressplatten dieser Presse oder eine von ihnen abwechselnd erwärmt oder abgekühlt werden. Auch in vie len ändern Beziehungen kann die Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens innerhalb des Rahmens der Erfindung variiert werden.