CH273396A - Verfahren zur elektrochemischen Reduktion von Zuckerarten. - Google Patents
Verfahren zur elektrochemischen Reduktion von Zuckerarten.Info
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Description
Verfahren zur elektrochemischen Reduktion von Zuckerarten. Gegenstand der Erfindung ist ein ver bessertes Verfahren zur elektrochemischen Reduktion von reduzierbaren Zuckerarten, wie beispielsweise Glukose, Galaktose, Lactose und Xylose, zu mehrwertigen Alkoholen unter Verwendung einer ungeteilten elektrolytischen Zelle, das heisst einer solchen ohne Dia phragma.
Die Reduktion von Glukose zu Sorbit und nebenbei zu Mannit in einer durch ein Dia phragma in Kathoden- und Anodenraum ge trennte Zelle ist bekannt und hat erhebliche technische Bedeutung erlangt. Die Notwendig keit, bei den bisher bekannten Verfahren ein poröses Diaphragma zur Abtrennung des Anolyten vom Katholyten zu verwenden, ist jedoch mit erheblichen Nachteilen behaftet.
Durch die Einschaltung des Diaphragmas wird der Leitungswiderstand in der Strom bahn nicht unerheblich gesteigert. Die ver hältnismässig rasche Veränderung der ur sprünglichen Durchlässigkeit des Diaphrag- mas zwingt dasselbe nach einer kurzen nütz lichen Lebensdauer auszuwechseln. Überdies ist die Herstellung wirksamer Diaphragmen schwierig,
welche eine genügende Abtrennung des Anolyten vom Katholyten gewährleisten und eine ausreichende mechanische Festigkeit sowie den nötigen Widerstand gegen die che mischen Einflüsse der Eelektrolyte aufweisen. Demzufolge verteuert das Diaphragma die Betriebskosten der Zelle, erhöht den Strom verbrauch und vermindert die Ausbeute.
Ein gehende Versuche, das Übergreifen der oxy- dierenden Wirkung des an der Anode naszie- renden Sauerstoff auf den an der Kathode reduzierten Zucker in einer einfachen Zelle mit einem für Anode und Kathode gemein samen Elektrolyten, das heisst ohne Verwen dung eines Diaphragmas, zu verhindern, führ ten zu einem Ergebnis, welches die Grund lage des erfindungsgemässem Verfahrens bil det.
Es wurde gefunden, dass eine schädliche Auswirkung der anodischen Oxydation auf die kathodischen Reduktionsprodukte da durch in wirksamer Weise verhindert werden kann, dass der Zuckerlösung ein wasserlös liches anorganisches Sulfit zugesetzt wird, bei spielsweise Natriumsulfit oder Ammonium sulfit.
Die Reduktion einer alkalischen Lösung von Glukose zu Sorbit nebst Mannit konnte bei Aufrechterhaltung eines Überschusses an Natriumsulfit im Elektrolyten in einer ein fachen Zelle ohne Diaphragma bei Zimmer temperatur störungsfrei mit guter Ausbeute durchgeführt werden.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur elektrochemischen Reduktion von Zuckerarten zu mehrwertigen Alkoholen ist dadurch ge kennzeichnet, dass eine reduzierbare Zucker art in wässeriger Lösung unter Zusatz eines löslichen Sulfits in einer Zelle ohne Dia phragma der kathodischen Reduktion unter worfen wird, und zwar dermassen, dass das Sulfit zu Sulfat oxydiert und durch die Auf rechterhaltung eines Überschusses an Sulfit im Elektrolyten die anodische Oxydation der erhaltenen Reduktionsprodukte verhindert wird.
- - Zur Reduktion von Glukose ist eine alka lische Reaktion des Elektrolyten zweckmässig. Diese ergibt sich z. B. wenn ein sodahaltiges handelsübliches Natriumsulfit. verwendet oder dem Elektrolyten das dem verwendeten Sulfit entsprechende Allkali zugesetzt wird.
Als Zelle kann ein Trog aus Glas, Stein zeug oder gummiertem Eisen verwendet wer den. Als Kathodenmaterial eignet sich Zink, Blei, Kadmium, ferner- reines Quecksilber so wie amalgamiertes Zink, Blei, Kadmium oder eine Kadmium Zinklegierung. Die Anoden können aus Blei oder Graphit bestehen.
Es hat sich gezeigt, -dass nicht nur .das Material der Kathoden eine wichtige Rolle spielt, sondern auch ihre Form. Besonders geeeignet sind gerippte Kathoden mit grosser Oberfläche oder solche aus zerkleinertem Me tall.. Quecksilberhaltige Kathoden bieten so wohl bei -der Verwendung von Natriumsulfit als Ammoniumsulfit den Vorteil der Bildung eines unter Entwicklung von Wasserstoff zer- setzlichen Amalgams.
Sowohl die Reduktion des Zuckers als die Oxydation -des Sulfits kann durch den Zusatz entsprechend wirk samen Katalysatoren zum Elektrolyten geför dert werden.
<I>Beispiel:</I> 150 g reine Glukose und 120 g Natrium- sulfit wurden- in 1000 em.3 Wasser aufgelöst. Es wurde eine Lösung erhalten mit leicht alka- lischer Reaktion, welche in einer Zelle mit,
einer amalgamierten Bleikathode und einer Graphit- anode der elektrochemischen Reduktion unter worfen wurde. Die Stromdichte betrug 0,005 Amp. je ein! und,die Spannung 4 bis 5 Volt. Es wurde eine wasserklare Lösung von 'Sorbit und Mannit erhalten.
Die Materialausbeute wurde zu 95 % berechnet. Die Stromausbeute erreichte 90 %.
Der in der beschriebenen Weise gewonnene Zucker kann 'als Ausgangsmaterial für die Gewinnung von höheren Alkoholen (durch Hydrierung), welche Alkohole an Stelle von Glycerin, z.B.- in der Papier-"'Leder- oder Tabakindustrie usw., als vorzügliche Weich macher dienen, verwendet werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur elektrochemischen Reduk- tion von Zuckerarten zu mehrwertigen Alko holen,. dadurch gekennzeichnet,. dass eine-re- duzierbare Zuckerart in wässeriger Lösung unter Zusatz eines wasserlöslichen Sulfits in einer Zelle ohne Diaphragma der katho- dischen Reduktion derart unterworfen wird,dass das Sulfit zu Sulfat oxydiert und durch die Aufrechterhaltung eines Überschusses an Sulfit während der Elektrolyse die anodische Oxydation der Reduktionsprodukte verhindert wird. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, bei welchem als Sulfit Natriumsulfit verwendet wird. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch, bei welchem als Sulfit Ammoniiunsulfit verwen det wird.. 3.Verfahren gemäss Patentanspruch, bei welchem zur Alkalisierung des Elektrolyten Glas dem verwendeten Sulfit entsprechende Hydroxyd zugesetzt wird. 4. Verfahren gemäss Patentanspruch, bei welchem zur Förderung der Oxydation des Sulfits dem Elektrolyten ein Katalysator zu gesetzt wird. 5. Verfahren gemäss Patentanspruch, bei welchem dem Elektrolyten zur Förderung des Reduktionsprozesses ein Katalysator zugesetzt wird. 6.Verfahren gemäss Patentanspruch, bei welchem eine Kathode aus amalgamiertem Blei verwendet wird. 7. Verfahren gemäss Patentanspruch, bei welchem eine Kathode aus amalgamiertem Zink verwendet wird. B. Verfahren gemäss Patentanspruch, bei welchem eine Kathode aus zerkleinertem Me tall verwendet wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH273396T | 1948-09-11 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH273396A true CH273396A (de) | 1951-02-15 |
Family
ID=4479242
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| CH273396D CH273396A (de) | 1948-09-11 | 1948-09-11 | Verfahren zur elektrochemischen Reduktion von Zuckerarten. |
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| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH273396A (de) |
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1948
- 1948-09-11 CH CH273396D patent/CH273396A/de unknown
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