Verfahren zum Imprägnieren von Holz gegen Fäulnis und tierische Schädlinge durch Osmose. Ein bekanntes Osmose-Verfahren besteht darin, dass die waldfrischen Stämme, nach dem sie entrindet und weiss geschnitzt sind, mit einem wasserlöslichen Imprägniermittel oder -gemisch, welches mit Wasser zu einer pinselstrichigen Paste angerührt wird, be strichen wird, und dass diese Stämme alsdann dicht gestapelt so lange liegen gelassen wer den, bis der Aufstrich in das Holz eingedrun- gen ist und sieh tiefenmässig ausgebreitet hat.
Wenn auch schon nach etwa 6 bis 10 Ta gen der Aufstrich von der Oberfläche ver schwunden, also in die äussern Holzzonen ein gewandert und dem eventuellen Regen, wel cher den Aufstrich abwaschen kann, entzogen ist, so kann es doch vorkommen, dass schon beim Aufstrich oder unmittelbar anschliessend die frei gelagerten Stämme vom Regen getrof fen werden, wobei der Aufstrich ganz oder teilweise abgewaschen werden kann.
Um dieser Gefahr vorzubeugen, hat man bisher den so vorbereiteten Stapel vorsorg- licherweise mit einem wasserdichten Stoff ab gedeckt, was aber nach den gemachten Er fahrungen grössere Geldaufwendungen erfor derlich macht, zumal dieser Stoff infolge rei nere starken Beanspruchung, z. B. durch Wind usw., nur eine einmalige Benutzung zuliess. Die Abdeckung des Holzstapels wurde auch möglichst luftdicht vorgenommen, um das Holz auf einen längeren Zeitraum feucht zu halten.
Nach der Erfindung wird angestrebt, die Imprägnierung von Holz nach einem Osmose-Verfahren durchzuführen, wobei die bisher verwendete luft- und wasserdichte Ab deckung des Holzstapels in Fortfall kommen kann und wobei trotzdem die Gefahr des Ab- waschens der auf die Holzoberfläche aufge brachten Imprägnierstoffe nicht besteht.
Die , Erfindung strebt fernerhin eine neuartige Anwendung des Osmose-Verfahrens insofern an, als das Osmose-Verfahren nicht nur für waldfeuchte oder nachträglich durchfeuch tete, entrindete und weissgeschnitzte Stämme , in Betracht kommt, sondern auch für mehr oder weniger trockenes Holz benutzt werden kann.
Diese Erfindungsaufgaben werden dadurch gelöst, dass man an dem Ort, an dem die . Imprägnierung erfolgen soll, aus pulverför migen, wasserlöslichen Imprägnierstoffen, einem Öl und einem Emulgator in Gegenwart von Wasser eine streichfertige Paste, die 1 bis 10% Wasser enthält, bereitet und die Paste mit einem Pinsel auf das Holz auf streicht.
Das Vorhandensein einer gewissen Menge von Wasser in der gebrauchsfertigen Paste ist wesentlich, weil dieses Wasser als Lösungsmittel die im Öl enthaltenen Imprä gnierstoffe in eine echte Lösung überführt.. Wird dieser Wasserzusatz in der Ölpaste zu gross gewählt, dann besteht nach wie vor die Gefahr des Abwaschens der auf die Holzober fläche aufgetragenen Imprägnierstoffe, genau so wie bei der Paste, die ausschliesslich mit Wasser zu einem Brei angerührt ist.
Ange stellte Versuche haben ergeben, dass ein Was sergehalt von 1 bis 10 0/ö bei der im übrigen mit Öl angerührten Paste die Voraussetzung schafft, um eine ausreichende Diffundierung der Imprägnierstoffe in das Holz zu gewähr leisten und anderseits ein Auswaschen der Imprägnierstoffe zu verhindern, so dass eine besondere wasserdichte Abdeckung des Holz stapels vermieden werden kann. Die Höhe des Prozentsatzes des Wasserzusatzes richtet sich nach der Viskosität des Öls.
Wenn man ein Öl zum Anteigen und An rühren der Imprägnierpaste verwendet, -wel ches an sich wasserhaltig ist, und zwar in einem solchen Aussmass, dass der angegebene, in Betracht kommende Wassergehalt in der fertigen Paste gesichert ist, dann ist ein be sonderer Zusatz von Wasser zu der Paste über flüssig. Es können hierbei beliebige Öle in Betracht kommen, hauptsächlich jedoch Teer öle.
Sofern in der streichfertigen Paste der jeweils erforderliche Wassergehalt von 1 bis 10 % nicht bereits durch den Zusatz des Öls erreicht wird, kann eine Nachregulierung durch den Zusatz einer entsprechenden Was sermenge vorgenommen werden.
Von Bedeutung ist ferner, dass in der streichfertigen Pasta ein Emulgator, z. B. Türkischrotöl, vorhanden ist. Es genügt, für den angestrebten Zweck eine geringe Menge dieses Emulgators, die etwa bis zu 2 %, be- zogen auf die verwendete Ölmenge, betragen kann. Für die anzurührende Paste werden zweckmässigerweise etwa gleich grosse Anteile von pulverförmigen wasserlöslichen Imprä gnierstoffen und Öl gewählt.
Der Emulgator hat die Aufgabe, die Feuchtigkeit., die aus dem Holz beim Imprägniervorgang nach aussen tritt und die als Lösungsmittel für die noch nicht gelösten Imprägnierstoffe der Paste dient, festzuhalten und dafür zu sorgen, dass diese Feuchtigkeit nicht abtropft, und dass sich überhaupt die ölige Paste auf die feuchte Holzoberfläche mit dem Holz bindend aufstreichen lässt. Die Herstellungs- und Verwendungsart der angegebenen Paste sorgt im übrigen da für, dass ein Abwaschen der aufgestrichenen Paste von der Holzoberfläche nicht eintritt, wobei eine gute Anhaftung der Paste an der Holzoberfläche gegeben ist.
Der hohe Ölanteil in der Paste hält in wirksamer Weise die im Holz befindliche Feuchtigkeit, und zwar für einen grösseren Zeitraum als es bisher bei Ver wendung einer mit Wasser angerührten Paste und einer zusätzlichen luftdichten Abdeckung des Holzstapels möglich war, zurück.
Zur Durchführung des Verfahrens kann man in der Weise vorgehen, dass man 50 % pulverförmige wasserlösliche pilzwidrige Im prägnierstoffe, wie sie an sich bekannt sind, mit weiteren 50 % Öl, z. B. Teeröl,
zu einer streichfähigen Paste anrührt., wobei bis zu 2 % Türkischrotöl oder dergleichen, bezogen auf die Ölmenge, als Emulgator und Disper- gator beigegeben werden. Dieses Anteigen und Anrühren der Paste erfolgt am Ge brauchsort unmittelbar vor der Verwendung der Paste, damit eine sonst eintretende Ent mischung von Öl und Salz vermieden wird.
Die zugesetzte Menge an Emulgator sichert die Bindung des fertigen Öl-Salzgemisches mit der feuchten Holzoberfläche. Es ist hier bei nur darauf zu achten, dass in der fertigen Paste insgesamt 1 bis 1011/o Wasser enthal ten sind. Zur Imprägnierung von 1 m3 Holz wird man im allgemeinen etwa 8 kg Paste verwenden.
Bei Benutzung einer in dieser Weise her gestellten Imprägnierpaste nach dem Osmose- Verfahren, bei dem z. B. diese Paste auf die Oberfläche von saftfrischem oder waldfeuch tem Holz aufgestrichen wird, wandern die Im prägnierstoffe tief in das Holzinnere ein. Es besteht keine Gefahr des Abwaschens der Im prägnierstoffe. Sobald die Imprägniersalze im gelösten Zustand in das Holz eingewan dert sind, verbleibt auf der Holzoberfläche ein Ölfilm, der in durchaus wünschenswerter Weise einen zusätzlichen Schutz für das Holz bietet. Im gleichen Sinne treten die ge wünschten Wirkungen ein bei der Imprägnie rung von nachträglich durchfeuchtetem Holz.
Die nach dem Verfahren dieser Erfindung angestellten Versuche haben darüber hinaus ergeben, dass im Gegensatz zu dem bisherigen Osmose-Verfahren die hier in Betracht kom mende Paste sich durchaus mit Erfolg bei trockenem oder angetrocknetem Holz verwen den lässt. Man kann in dieser Weise alles im Freien verbaute Holz, wie z. B. Leitungsmaste ausserhalb des Bodens, Funk- und Kühltürme, Beschilderungspfähle, Seilbahnträger, Hop fengerüste usw., erfindungsgemäss behandeln. Das Wesentliche ist, dass die nach der Erfin dung hergestellte Paste auch auf der Ober fläche derartiger Hölzer anhaftet und auch durch Regen nur wenig abwaschbar ist.
Die Kombination von Öl und wasserlöslichen Im prägnierstoffen leitet den sofort einsetzenden Oberflächenschutz in einen Tiefenschutz über, wenn es sieh um Holzkonstruktionen oder Hölzer handelt, die -der allgemeinen Luft feuchtigkeit bzw. dem Regen ausgesetzt sind. Das Öl, in welchem die als Imprägnierstoffe, z. B. verwendeten Salze, eingebettet sind, haf tet unabwaschbar an dem Holz und lässt die Salze fast restlos durch den Diffusionsvorgang in das Holz eindringen. Das Öl nimmt hierbei einen bestimmten Anteil an Luftfeuchtigkeit bzw. Regenwasser auf, welches auf die einge betteten Salze lösend wirkt.