Falschdrahtgeber. Vorliegende Erfindung betrifft. einen Falsehdrahtgeber, der in Streck-, Zwirn-, Doublier- und Spinnmaschinen zum Verarbei ten von Naturfasern, z. B. Baumwolle, Kamm garn, Wolle, Flachs oder Hanf, oder Kunst fasern, z. B. Viskosefasern, in Form von Fa den, Garn, grobem Vorgespinst oder Lunte, im nachfolgenden kurz als Faden bezeich net. Verwendung finden kann.
Beispielsweise beim Strecken von grobem Vorgespinst (oder Lunte) lässt man dieses auf seinem Wege zur Sammelkanne gewöhn lich durch einen Falschdrahtgeber laufen, wo durch es zuerst in der einen und dann in der andern Richtung gedreht wird, so dass es also ohne Draht in die Kanne gelangt.
Beim Zwirnen von Faden mittels Glocken-, Ring- oder Flyermaschinen ist weiter schon vorge schlagen worden, das Garn nach dem letzten Streekzy linderpaar durch einen Vordraht- geber zu schicken, von dem das mit Vordraht versehene Garn auf eine Sammelspule ge langt, auf die es mittels der Glocke, dem Läufer oder dem Plyer aufgebracht wird.
Das Vordrehen des Fadens im Drehglied ge schieht. bevor der Faden irgendwelchen grö sseren Beanspruchungen ausgesetzt wird und erlaubt. nicht nur die Verwendung höherer Abgabe- und Aufnahmegeschwindigkeiten, sondern gewährleistet. auch einen gleichmässi gen Fadenzug während des eigentlichen Zwir ngins. Die bis heute bekannt gewordenen Falschdrahtgeber sind jedoch von kompli- zierter Bauart und teuer in der Herstellung. Ein weiterer Nachteil bekannter Konstruk tionen liegt im schwierigen Wiedereinfädeln des Fadens.
Der Falschdrahtgeber gemäss vorliegender Erfindung, der ein Drehglied mit mindestens einem glatten Durchlasskanal aufweist, ist. da durch gekennzeichnet., dass dieser Durehlass- kanal auf seiner ganzen Länge innerhalb des Drehgliedes verläuft und sein Ein- sowie sein Austrittsloch konzentrisch zur Drehachse des Drehgliedes liegen, während er zwischen die sen Löchern einen durchlaufenden Faden von der Achse des Drehgliedes wegbiegt. Der Durehlasskanal wird bei einem Aus führungsbeispiel des erfindungsgemässen Drahtgebers einfach durch zwei Schräggänge gebildet,
die beide konzentrisch zur Drehachse des Gliedes austreten und innerhalb des Dreh liedes zusammentreffen, um einen kontinuier lichen Durchlasskanal zu bilden, wobei der Winkel zwischen den beiden Schräggängen vorzugsweise 120 bis 150 beträgt. Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel wird der Durch lass von zwei Schräggängen gebildet, die beide konzentrisch zur Drehachse des Gliedes aus treten und in letzterem durch einen Durch gang miteinander verbunden sind, der par allel zur Drehachse ist. Bei diesem Beispiel schliessen die beiden Schräggänge vorzugs weise einen 'V#@7inkel von 15 bis 30 mit der Vertikalen ein.
In andern Beispielen kann ein sinusförmig oder anders gekrümmtei Durchlasskanal verwendet werden.
Vorzugsweise werden die Drehglieder aus zwei oder mehreren Durehlässe aufweisenden Teilen aus verchromtem Metall zusammenge setzt. Der Durchlass soll glatt sein, so dass im Drehglied keine schädliche Reibung auf tritt.
Auf der beiliegenden Zeichnung sind ver schiedene Ausführungsbeispiele des Erfin dungsgegenstandes veranschaulicht.
Fig. 1 ist eine teilweise Ansicht einer Ringspinnmaschine mit einem Falschdraht geber, der im Schnitt gezeigt ist.
Fig. 2 ist eine perspektivische Darstellung der beiden halbzylindrischen, den in Fig.l gezeigten Drahtgeber bildenden Teile.
Fig. 3 und 4 sind zwei weitere Beispiele, und Fig. 5 zeigt. die beiden halbzylindrischen Teile eines weiteren Beispiels.
Die Ringspinnmaschine nach Fig. 1 weist einen Drahtgeber 1 mit einem mit glattem Durchlasskanal versehenen Drehgleid 2 auf. Letzteres hat Zylinderform, besitzt. einen Durchmesser von 2r:. und eine Länge von 5 cm und ist mit einem Sehräggänge 4 und 5 aufweisenden Durchlasskanal 3 versehen, der auf seiner ganzen Länge innerhalb des Dreh gliedes verläuft. Er hat einen Durchmesser von 3,2 mm. Die Gänge 4 und 5 beginnen bzw. enden auf der Achse des Gliedes 2 unter einem Winkel von 15 gegenüber der Vertikalen. Das Ein- Und das Austrittsloch liegen konzentrisch zur Drehachse des Dreh gliedes.
Die beiden Gänge 4 und 5 sind durch einen geraden, 21i'. <I>cm</I> langen und parallel zur Zylinderachse verlaufenden Abschnitt 6 verbunden. Das Glied 2 kann aus zwei im Spritzgussverfahren hergestellten und mit einer Rinne versehenen Teilen 7 und 8 (Fig.2), von denen der eine das Spiegelbild des andern ist, zusammengefügt. sein, und zwar durch Aufschrumpfen eines geflansch ten Ringes 9 aus Flusseisen, wobei der Durch lass 3 gebildet wird. Der Ring 9 dient als ZVirtel (Fig.l), zwecks Antriebes des Glie des 2 durch einen Riemen 10.
Der Winkel der Gän -e 4 und 5 mit der Vertikalen kann 15 bis 30 betraren. Durch den Kanal 3 wird ein durehlaufender Faden 16 zwisehen den konzentrischen Ein- und Austrittslöchern von der Achse des Drehgliedes weggebogen. Bei einem nieht dargestellten Ausführungsbeispiel laufen die Gänge 4 und 5 direkt zusammen, wobei der von den beiden eingeschlossene Winkel 120 bis 150 beträgt. Der Kopfteil 11 des Gliedes 2 ist maschinell abgesetzt.
und bil det einen Presssitz für den Innenlaufring eines Kugellagers 12, dessen äusserer Laufring in einen am Masehinenrahmen festgehaltenen Ausleger 13 passt. Am Kopf- Und Fussende des Druehlasses 3 sind zwei kleine konische Vorsprünge 15 bzw. 1.4 vorgesehen. zwecks Ver- ringerns von störenden Luftströmungen, die das Einfädeln des Drahtgebers behindern könnten.
Der Drahteber l wurde all einer Rinr- spinnmasehine@nach Fig.1verwendet, bei der ein Vorgespinst 16 zwischen Streckzylindern 17 und<B>18,</B> dureli den Drahtgeber 1 Und einen ortsfesten Führer 19 abgezogen, und mittels eines Läufers 22 zli einem Wickelkörper 20 auf einer Spindel 27. aufgewiekelt wurde.
Ein zelheiten der Ringspinnmasehine waren wie folgt: Teilung der Spindel 31 Zoll, Ring- durehmesser 21" , Zoll, Hub 91,:, Zoll und Spindeldrehzahl y 10000 LT. p. 11.
Aus einem (Trobgespinst voll 1,5-Denier, 4-Zoll-Kunst- seidestapel, voll dem 100 Meter 1.1,5 Gramm wiegen, wurde eine Kanlmgarnnnmmer voll 1/ioo's (Englisch) mit 22 Windungen pro Zoll Z gesponnen, mit einem Gesamtdenier von 1300.
Ohne Verwendung des Drehröhr chens 1 könnte dieses Grobgespinst auf der selben Masehine bei<B>7000</B> L . p. M. und 91 ', Zoll Hub nur zu 1/oo's Kamlngarnnummer ausge sponnen werden. Weitere Beispiele von Gar nen, die mit dem Röhrchen 1. auf der gleichen Maschine erhalten wurden, sind wie folgt 1.
Ein 41. J-Denier, 6-Zoll-Kunstseidestapel- Grobgespinst mit einem CTewicht von 120 Gramm pro 100 Meter, wurde zu 1'1,'s Kamm- garnnumlner, 6 Windungen pro 7.o11 Z ausgesponnen, wobei die Drehzahl der Spin del<B>9000</B> betrug. 2.
Ein 4?-..-Denier, 6-Zoll-Kunstseidestapel- Grobgespinst mit einem Gewicht von 29 Gramm pro 100 31eter, wurde zu 1/36's Kammgarn- nuinmer mit 1.4 Windungen pro Z ausge sponnen, wobei die Spindeldrehzahl 10000 betrug. 3.
Ein 1@#,-Denier, 4-Zol.l-Kunst.seidestapel- (urobgespinst mit einem Gewicht von 14,5 Gramm pro 100 Meter, wurde zu einer Kamm- "arnnummer .1/12()'s mit 24 Windungen pro 7.o11 Z ausgesponnen, wobei die Spindel drelizahl 9000 betrug.
Das Drehröhrchen nach Fig. 3 weist drei Teile 23, 24, 25 und eine obere Kappe 26 auf, die durch mehrere Bolzen 27, von denen nur einer gezeichnet ist, zusammengehalten wer den. Ein Durehlass 28 in der Kappe 26, kon zentrisch zur Vertikalachse des Drehröhrchens, fällt genau mit dem Einlass eines zweiten Durchlasses 29 im Oberteil 23 zusammen. Der Durehlass 29 durchsetzt den Oberteil 23 unter einem Winkel (zweckmässig von 15 bis 30 ) zur Drehröhrchen-Vertikalachse, und fällt an seinem untern Ende genau mit dem Ein tritt eines dritten Durchlasses 30 im Mittel teil 24 zusammen, wobei dieser letztere Durch lass zur :
genannten Achse parallel ist. Das untere Ende des Durchlasses 30 fällt mit dem Eintritt eines vierten Durchlasses 31 im Un terteil 25 zusammen. Am untern Ende des letzteren ist das Austrittsloch des Durch lasses 31 zur genannten Achse konzentrisch. Der Durehlass 31 verläuft unter einem sol- ehenWinkel, dass sein oberes Ende genau mit dein untern Ende des Kanals 30 im Mittelteil 24 zusammenfällt. Eine Kappe 32 passt kon- zentriseli in den Fuss des Unterteils 25 und weist einen zentralen Durchlass 33 auf,
der zur Drehachse konzentrisch ist und mit dem untern Ende des vierten Durchlasses 31 im Unterteil 25 zusammenfällt. Zwecks genauen Ausriehtens der drei Teile 23 bis 25, wobei die drei Durchlässe 29 bis 31 einen einzigen glatten Durehlasskanal bilden, passt ein den Mittelteil 24 durchsetzender Passstift 34 in eine Ausnehmung 35 im- Oberteil 23 und in eine Ausnehmung 36 im 'Unterteil 25. Das aus den drei Teilen 23 bis 25 und den beiden Kappen 26 und 32 aufgebaute Dreh glied ist. in zwei im Maschinenrahmen 39 montierten Kugellagern 37 und 38 drehbar.
Das obere Kugellager 37 ist am Oberteil 23 und das untere Kugellager 38 am Unterteil 25 festgehalten. Der Mittelteil 24 dient als Wirtel für das Drehglied und als Distanz halter für die beiden Kugellager. Der Wirtel wird durch ein Antriebsband 40 rotiert. Das Drehröhrchen nach Fig. 4 weist einen Hohlwirtel 49 auf, der an seinem Kopfende geschlossen, aber an seinem Fussende offen ist, wodurch ein Ratun 50 gebildet ist.
Der Wir- tel 49 wird durch ein Kugellager 52 in einem Lagergehäuse 51. getragen, wobei dieses Kugel lager sich auf Absätzen am Oberende des Wir- tels 49 abstützt, und wird ferner durch eine Kappe 53 in seiner Stellung festgehalten. Die auf das Oberende des Wirtels montierte Kappe 53 überlappt den obern Rand des Ku gellagers 52, das seinerseits durch einen Ab satz 54 im Lagergehäuse 51 festgehalten ist. Das Kugellager wird durch eine Maden sehraube 55 in seiner Lage gesichert. In den Raum 50 ist. ein genau passender Porzellanzylinder 56 eingesetzt, der mittels eines Ringes 57 aus Schwefel, Zement oder einem andern passenden. Bindemittel festge keilt ist.
Ein gekrümmter glatter Durchlass- kanal 58 durchsetzt den Porzellanzylinder 56, und sein Ein- und Austrittsloch sind kon zentrisch zur Drehachse lind zum Wirtel 49. Zwischen seinen Enden ist der Durchlass 58 gekrümmt, so dass sein maximaler Abstand von der Vertikalachse des Zylinders 56 sich auf seiner halben Länge befindet. Ein zweiter Durchlass 59 durchsetzt das obere Ende des Hohlwirtels 49 konzentrisch zu dessen Ver tikalachse, lind fällt mit dem obern Ende des Durchlasses 58 zusammen.
Der Wirtel 49 kann sich im Kugellager 52 drehen, und wird über ein Band 60 angetrieben. Der Wirtel 49 kann durch Betätigen eines Bremshebels 61 gebremst. werden, der eine Noekenfläche auf weist, die auf einen Flansch 62 des Wirtels einwirken kann.<B>-</B> Der in Fig.5 als geteiltes Röhrchen ge zeigte Drahtgeber ist aus zwei gleichen Halb zylindern 70 und 71 zusammengesetzt, in deren flachen Längsflächen eine doppelte Nut vorgesehen ist.
Diese Nut besitzt eine Einlauf mit 73 und eine Auslaufnut 74, die beide zur Röhrehen-Vertikalachse konzentrisch und mit tels zweier gekrümmter Nuten 75 und 76 mit einander verbunden sind, wobei letztere zur -enannten Achse spiegelbildlich sind. Die beiden Halbzy=linder 70, 71 werden auf gleiche Art und Weise, wie in Fig. 2 für die Teile 7 und 8 gezeigt, zusammengehalten, und bilden ein Drehröhrchen mit zwei ganz im Innern angeordneten Durehlasskanälen, von denen der eine oder andere zum Vordrehen von Garn benützt werden kann.
Dieses Ausführungs beispiel wird verwendet, wenn die beiden Halbzylinder durch Giessen hergestellt wer den, da diese dann gleich anstatt spiegelbild lich sind, und nur eine einzige Form erforder lich ist.
Bei allen oben beschriebenen Drahtgeber konstruktionen ist folgendes zu beachten: Die Faden-Ein- und -Austrittslöelier sind konzentrisch zur Drehachse des drehbaren Gliedes, und im letzteren wird der Faden von dieser Drehachse weggebogen. Beim Verwen den eines solchen Drahtgebers läuft. der Faden von den Streckzylindern in einer Ebene durch die Drehachse des Röhrchens, bis er das rotie rende, reit Durchlass versehene Glied erreicht, wonach er das letztere durchläuft.
Auf die sem<U>W</U>eg wird es zuerst von der Drehachse abgelenkt. und dann in diese zurückgeführt, wonach es dann das genannte Glied verlä.sst, z. B. als Ballon, und zu einem herkömmlichen Drahtgeber, z. B. einer Glocke, einem Läufer oder Flver, gelangt.
Falls erwünscht, kann zwischen Drahtgeber und Zwirnspindel. ein weiterer Fadenführer eingeschaltet werden, so dass der Faden nach Verlassen des Draht gebers in der Drehachse des letzteren läuft, bis er den Führer erreicht, wonach er als Ballon von diesem auf die Spule gelangt. Auf diese Weise erhält der Faden beim Verlassen der Klemmstelle der Streekzplinder Draht, der durch das zum Aufnehmen des Fadens be- nützte Zwirnmittel beibehalten wird. Wenn die Zwirnspindel mit, der gleichen Winkel- gesehwindigkeit wie der Drahtgeber rotiert wird, dann besitzt der aufgewundene Faden denselben Draht wie beim Verlassen des Drahtgebers.
Indem die Zwirnspindel gegen über dem Drahtfeber mit einer verschiedenen Winkelgeschwindigkeit rotiert wird, kann der dem Faden durch den Drahtgeber erteilte Draht vergrössert oder verkleinert werden, das heisst wenn die Spindel mit einer höheren Geschwindigkeit, als der Drahtgeber rotiert, wird der Draht vergrössert, während im ent gegengesetzten Fall etwas Draht verloren geht, dieser also verkleinert wird.
Die Vorteile der beschriebenen Falsch- drahtgeber gegenüber den herkömmlichen. z. B. für Baumwolle, Flachs, Wolle und Kammgarn, verwendeten Streck-, Zwirn-, Doublier- und Spinnmaschinen sind folgende: es können grössere Garnkörper hergestellt, feinere Garnnummern -gesponnen und die Fa- denbeansprueliung während des Drahtgehens auf ein Minimum reduziert werden.
Durch Anbringen von dargestellten Drahtgebern an bestehenden Glocken-, Ring- oder Flver- maschinen können -rössere Wiekelkörper er halten und feinere Garne gesponnen wer den, als bisher möglich war. Weitere Vorteile der dargestellten Draht--eber sind folgende: ihre Bauart ist einfach und die Herstellung billig, z.
B. mittels Spritzgrusses, (las (Tarn ist gleichmässig gedreht und ein Fadenbruch kann leichter behoben werden, da der Faden während des Vordrehens nicht, wie bei frü- lieren Vorschlägen, im Duehlasskanal ausser halb des Drehgliedes verläuft. Die vorliegen den Drahtgeber können mittels eines bieg samen Drahtes, der sehn leicht. durch den Durchlass gestossen -erden kann, wieder ein gefädelt werden.
Unter Umständen muss der Drahtgeber nietet einmal zum Stillstand ge bracht werden, da. der Benannte Draht wäh rend des Rotierens des \Drehgliedes in den Durchlasskanal eingeführt werden kann. Es kann jedoch eine Abstellvorriehtung vorge sehen werden, falls erwünscht, um den Draht geber stillzusetzen,