Verfahren und Vorrichtung zum Zerkleinern vorn Fasergut zur Fabrikation von Kunstdärmen. Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren zum Zerkleinern von Fasergut zur Fabrikation von Kunstdärmen, das sich da durch auszeichnet, dass das zu zerkleinernde Fasermaterial fortlaufend einer Arbeitsfläche zugeführt wird, die durch ein im Querschnitt kaminartig durchbrochenes Organ gebildet ist, in dessen Durchbrechungen ein ebenfalls im Querschnitt kammartig ausgebildetes, relativ zur Arbeitsfläche bewegtes Arbeitselement ein greift und das Fasergut auseinanderzieht und durchkämmt.
Als Ausgangsmaterial zur Herstellung von Kunstdärmen verwendet man bekanntlich Häute, Hautteile, Leimleder und dergleichen, die einer sorgfältigen und weitgehenden Zer kleinerung bedürfen, um in Hinsicht auf die Anforderungen der Weiterverarbeitung zu schlauchförmigen Gebilden durch Auspressen aus Düsen und in Hinsicht auf die geforder ten Eigenschaften der fertigen Kunstdärme mehr oder weniger aufgeteilte Fasermassen zu ergeben.
Grundsätzlich sind für die Zerteilungs- arbeit zwei Wege möglich 1. Die Hautstücke werden zunächst chemi schen Einwirkungen unterworfen und hierauf durch irgendwelche Zerkleinerungsvorrich tungen, wie Wölfe, Holländer, Stachel- oder Riffelwalzen und dergleichen, in einen festen Brei überführt.
2. Die Hautstücke werden keiner chemi schen Einwirkung unterworfen, sondern ledig- lieh mechanisch fein zerkleinert, um das erhal tene Gut mit oder ohne Wasser zu einer mög lichst homogenen Masse zu verarbeiten.
Dieser letztere Weg ist bisher jedoch nicht mit Erfolg beschritten worden, da man mit cien bis jetzt verwendeten Vorrichtungen nicht in der Lage ist., aus chemisch nicht vorbehan deltem, also frischem Hautmaterial und der gleichen, einen tatsächlich homogenen Faser brei unter weitgehender Schonung der Faser herzustellen.
Die Erfindung betrifft. auch eine Vorrich tung zur Durchführung des erfindungsgemä- hen Verfahrens.
Bei einem Ausführungsbeispiel dieser Vor richtung kann die Zuführungsgeschwindigkeit des Fasergutes und die Drehgeschwindigkeit Gier Kammwalze in weiten Grenzen eingestellt werden.
Auf der Zeichnung sind zwei Ausführungs beispiele einer Vorrichtung nach der Erfin dung dargestellt, an Hand welcher auch Durchführungsbeispiele des Verfahrens erläu tert sind, und zwar zeigen: Fig. 1 einen Teilquerschnitt durch eine Vorrichtung im Bereich der Arbeitsfläche, Fig. 2 eine Teildarstelhtng der feststehen den, aus Lamellen aufgebauten Arbeitsfläche, Fig.3 eine schematische Ansieht der mit der Arbeitsfläche zusammenwirkenden Kamm walze in perspektivischer Darstellungsweise, Fig. 4 eine Draufsicht auf die Kammwalze gemäss Fig. 3,
Fig. 5 eine Ansicht einer schematisch dar.. gestellten weiteren Ausführungsform, wobei drei Kammwalzen Verwendung finden, und Fig. 6 eine Draufsicht auf die Anordnung gemäss Fig. 5 in Pfeilrichtung.
Die Vorrichtung gemäss den Fig. 1 bis .1 besteht. aus einer als Transportband 1 ausge bildeten Zuführungsvorrichtung für das zu verarbeitende Material, wie Hautstücke und dergleichen, die in Zusammenwirkung mit der Walze 2, die sich bis in den Bereich der Kamm walze 5 erstreckt, der feststehenden Arbeits fläche 3 zugeführt werden. Das die Arbeits fläche 3 bildende Organ ist, wie insbesondere aus Fig. 2 hervorgeht, aus einzelnen Lamellen aufgebaut, die einen Kammrost bilden, das heisst die Lamellen sind im Abstand voneinan der angeordnet mit dazwischenliegenden, etwa dem Umfang der Kammwalze 5 entspre chend kurvenförmig ausgesparten Zwischen stücken 6.
Die Kammwalze als Arbeitselement besteht, wie insbesondere aus den Fig. 3 und hervorgeht, aus einzelnen Scheiben 7, die auf einer Welle 8 zusammengezogen sind und an ihrem Umfang Zähne, Widerhaken oder dergleichen tragen. Zwischen den Seheiben 7 sind den Lamellenabständen der Arbeitsfläebe entsprechende Distanzscheiben 9 angeordnet.. Sowohl das Organ 3 wie das Arbeitselement 5 sind somit im Querschnitt kammartig ausge bildet.
Das anfallende, zu verarbeitende Fasergut gelangt fortlaufend in den Bereich der Ar beitsfläche 3 und wird hier durch den durch die Lamellen 4 gebildeten Kammrost festgehal ten und von den Zinken der Kaminwalze 5, die mit dem Kammrost kämmen, durch drungen, so dass die Il autstücke im Bereich der Arbeitsfläche 3 auseinandergezogen und durchgekämmt werden und an der Austritts stelle der Arbeitsfläche das zerfaserte THate- rial entnommen werden kann.
Die Drehgeschwindigkeiten, mit denen die Kammwalzen durch den Rost hindurchgreifen, können in weitesten Grenzen ausgewählt sein. Bei höheren Drehzahlen ist es dabei zweck mässig, die Arbeitsfläche mit Spritzwasser zu kühlen. Bei der Vorrichtung nach Fig. 5 und 6 ist. an Stelle eines eine feste Arbeitsfläche bilden den Organes eine umlaufende Arbeitswalze 10 angeordnet. Diese Walze besteht ebenfalls aus einzelnen als Kreisringscheiben ausgebildeten Lamellen 11, die durch Distanzscheiben 12 im Abstand voneinander gehalten sind.
An der äussern Umfangsfläche der Lamel len 11. sind Zähne 1.3 angeordnet, und zwar derart, dass jeweils eine Kreisscheibe 7.1 mit in Drehrichtung geneigten Zähnen mit. einer Kreisscheibe 1.1. mit entgegengesetzt der Dreh richtung geneigten. Zähnen. 1.3 abwechselt.. Die Kreisscheiben sind auf der Welle 1.4 auswech selbar gehalten. Die beschriebene Arbeitswalze wirkt mit drei Kammwalzen<B>15,16</B> und 17 zu sammen, die jeweils verschiedenen Abstand 'on der Arbeitswalze haben, und zwar derart, dass der Abstand der Walze 15 von der Ar beitswalze am grössten und der der Walze 17 am kleinsten ist. Die Geschwindigkeit. der Kammwalze kann gleich oder verschieden von der Arbeitswalze sein.
Die Zähne 18 der Kammwalzen 15 und 1.7 sind in Drehrielitung gekrümmt; sie könnten aber auch entgegen gesetzt gekrümmt. sein.
Auf die Walze 70 wird mittels eines fe dernden Bleches die zii verarbeitende Haut masse in Hautstücken aufgelagert, und den Kammwalzen zugeführt. Durch die Anord nung der Lamellen derart, dass die Zähne der einen in Laufrielitung und der in Aehsenrich- tung näelisten #,e"-en die Laufrichtung ge krümmt sind, wird (-las Hautmaterial sowohl transportiert als auch festgehalten,
wobei die federnde Anpressfläelie den gleichmässigen Transport noch unterslützt imd vor allem ein i-nckfreies Einl aufm in die Zei-faserungswalzen gewährleistet.
Die Zerfaseriulgswalzen 15 bis 77 laufen selineller als die Arbeitswalze und sind mit in Drehrichtun#- der letzteren al)iieli- mendein Abstand von ilu- so angeordnet, dass die Eingriffstiefe ihrer Zähne zunimmt, so dass sie also im Ein ,-riff finit den Lamellen der Arbeitswalze stehen und durch die Arbeits- fläehe durchgreifen.
Dabei sind die Zähne der Kaminwalzen so ausgebildet, dass kein eigent- liclies Zerreissen, noch Zersägen oder Zer schneiden eintreten kann, und zwar dadurch, dass sie frei sind von scharfen Kanten und etwa die Form gebogener, nach der Spitze zu abnehmender Krallen haben, mit einem prak- tiseh runden Querschnitt. Durch die Anord- nun:; mehrerer Kammwalzen am Umfang der Arbeitswalze mit abnehmendem Abstand wer den die Hautstüeke allmählich aufgelockert, das heisst ein Durchkämmen oder Aufkämmen und ein restloses Auseinanderziehen erreicht.
Zweckmässigerweise führen diejenigen Walzen, die nicht in die Arbeitswalze eingrei- 1\eri, eine hin und her gehende Bewegung aus, und zwar entweder durch Wechselschaltung oder infolge einer oszillierenden Bewegung, wodurch ein streifenförmiges Kämmen ver mieden wird und die Fasern allmählich her ausgenommen werden, bis die einkämmenden \Talzen ein feines Zerteilen der Fasermasse bewirken.
Man kann auch über einer Auskämmwalze einen Behälter derart anordnen, dass die Aus- käminwalze von unten in deren Boden ein greift und gegen eine Behälterwand bzw. Bo denkante dicht genähert mit einer ausserhalb des Behälters angeordneten, in entgegengesetz ter Richtung drehenden und in sie eingreifen den Kammwalze zusammenarbeitet. In diesem Falle wird das von oben durch den Behälter zufallende Material, und zwar vorzugsweise sehr kleinstüekiges Gut, von der schneller lau fenden, als Abtransportwalze arbeitenden zweiten Kammwalze zerkleinert.
Die zwischen beide eingreifende, trennende Behälterwand ermöglicht die Abtrennung und Abförderung des zerkleinerten Gutes. Zur Abstreifung des von den Kammwalzen bzw. Abtransport- Kammwalzen aufgenommenen Gutes dienen in diese Walzen bis dicht an die Distanzscheiben geführte kammartige Abstreifer.
In geeigneten Misehvorrichtungen wird das zerteilte Fasergut schliesslich zu einem Faser brei vermischt und zu dem gewünschten Pro dukt verarbeitet. Man kann aber auch das zerteilte FaseräLit in Press- oder Trockenwal zen einführen und trocknen und im getrock- neten Zustand so lange aufbewahren, bis es zur Verwendung gelangt.
Die Zerkleinerung kann sowohl unter Zu gabe von Flüssigkeit, insbesondere Nasser, als auch ohne besondere Wasserzugabe, bei ent sprechender Walzengeschwindigkeit., durchge führt werden.
Die bisherigen mechanischen Verfahren weisen die Unzulänglichkeit auf, die durch die Art des mechanischen Angriffes und der hierzu verwendeten Mittel und Anordnungen im Augenblick der Zerteilung gegeben ist. Bei Anwendung der dargestellten Vorrichtungen findet lediglich eine Zerteilung bzw. ein Aus einanderziehen und Zerfasern in einzelnen Fa sern des als Hautstücke oder dergleichen an fallenden Materials statt.
Bin Abschnitt der Zuführungsfläche kann als ebener oder beliebig gekrümmter, stehen der oder bewegter Kammrost von einer Kamm walze durchgriffen sein, deren Scheiben am Umfang mit radialen oder tangential geneig ten Zähnen ausgebildet sind. Die Drehzahl der Arbeitswalze kann mit der der Kammwalze gleich oder verschieden sein; ebenso kann die Drehrichtung gleich oder entgegengesetzt sein.
Die an der Arbeitsfläche vorgesehenen Zähne, Spitzen oder Mitnehmer können in der oder gegen die Drehrichtung gebogen sein; dasselbe gilt für die Kaminwalze.
Gemäss Fig.6 besteht der Abschnitt der Arbeitsfläche, der mit der Kammwalze zusam menwirkt, aus einzelnen in Abständen vonein ander angeordneten parallelen Lamellen, zwi schen denen dem Eingriff der Kammwalzen entsprechende ausgesparte Distanzlamellen an geordnet sind. Die Zinkenscheiben der Kamm walzen bestehen in entsprechender Weise aus gezahnten Arbeitslamellen und Distanzschei ben kleineren Durchmessers.
Gemäss Fig. J Sind mehrere mit einer Ar beitswalze zusammenwirkende Kammwalzen in verschiedenem Abstand von der Arbeitsfläche vorgesehen, derart, dass der Abstand sich in Arbeitsrichtung vermindert.
Die der Arbeitsfläche, z. B. einer Arbeits walze, zugeführten Hautstücke, die durch ein Transportband und gegebenenfalls durch Mit nehmer oder hlitnehmerwvalzen zugeför dert werden, kann man gemäss Fig. 5 mittels eines gebogenen, federnden Tagentialbleches unter zunehmendem Anpressdruck auf der Arbeits fläche halten, bis sie von den beschriebenen Elementen der Arbeitsfläche erfasst werden.
Zweckmässig lässt man die kämmenden Ele mente, wie Führungswalzen und Zuführungs- vorriehtungen, eine seitliche hin und her ge hende Bewegung ausführen, damit beim Aus einanderkämmen die ganze Arbeitsbreite er fasst wird.