CH279635A - Verfahren zur Behandlung von trocknenden Ölen mit Schwefeldioxyd. - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von trocknenden Ölen mit Schwefeldioxyd.

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CH279635A
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  Verfahren zur Behandlung von trocknenden Ölen mit Schwefeldioxyd.    Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf.  ein kontinuierliches Verfahren zur Behand  lung von trocknenden Ölen mit. Schwefel  dioxyd in der     -Nj"ärme.     



       Insbesondere    eignet. sieh das Verfahren  zur Herstellung von trocknenden Ölen mit  erhöhtem Gehalt an konjugierten Doppelbin  dungen und damit auch erhöhter Reaktions  fähigkeit, welche     durch    weitere Behandlung  in polymerisierte Produkte, die im Handel  als Standöle bezeichnet werden, übergeführt  werden können.  



  Es ist bekannt,     da.ss    Leinöl durch Erhitzen  in einem Strom eines     inerten    oder oxydieren  den Gases polymerisiert     werden    kann.  



  Im     brit.    Patent     Nr..343099        ist    ein Verfah  ren zur Herstellung     thermoplastischer,        vul-          kanisierbarer    Produkte durch Erhitzen von  fetten Ölen in Gegenwart, eines nicht oxydie  renden     Gases        beschrieben.    In diesem Patent  ist ferner ein Verfahren beschrieben, bei     wel-          ehem    ein langsamer Strom von Schwefel  dioxyd während 5 Stunden durch Leinöl bei  290 bis 300  G geleitet     wird,    wobei der Druck  in der Apparatur auf etwa. 5 cm     Hg    gehalten  wird.  



  Im     brit.    Patent Nr. 480677     ist    angegeben,  dass, wenn das letztere Verfahren derart ab  geändert wird, dass zwischen dem Gas und  dem Öl eine innige Berührung zustande  kommt, Schwefeldioxyd ein gegenüber nicht  oxydierenden Gasen weit überlegenes kataly  tisches Vermögen aufweist.

      Ferner ist, im     brit.    Patent     Nr.544482    an  gegeben, dass es bei der Behandlung von       trocknenden    Ölen mit     Schwefeldioxyd    bei er  höhter Temperatur und erhöhtem Druck     mög-          lieh    ist, die     Reaktionsbedingungen        derart    zu       steuern,    dass     die    isolierten Doppelbindungen  grösstenteils in konjugierte Doppelbindungen  übergeführt werden, während die     Polymeri-          sation    und die     cis-trans-Isomerisierixng,    wenn  sie überhaupt eintreten,

   nur in beschränktem  Ausmasse erfolgen.  



  Diese     Isomerisierungs-    und     Polymerisa-          tionsverfahren    werden grosstechnisch mit Er  folg durchgeführt. Es hat sich jedoch gezeigt,  dass bei der     Steigerung    des Produktionsvolu  mens und der Behandlung grosser Mengen von  Öl der Vorteil der Verwendung von     Schwefel-          dioxzTd    hinter dem zurückbleibt., was auf  Grund der     Erfahrung    mit kleineren Ansätzen  zu erwarten wäre.

   Es beruht dies auf der       Schwierigkeit,    beim Arbeiten im grosstechni  schen     Massstabe        zwischen    dem Gas und dem  Öl eine befriedigende Berührung zu erzielen,  ohne - derart viel Katalysator zu verwenden,  dass das     Veifahren    unwirtschaftlich wird. Die       Erfindung    betrifft nun ein Verfahren, wel  ches erlaubt, Schwefeldioxyd bei der gross  technischen Behandlung von trocknenden Ölen  in     wirksamer    Weise zu     verwenden.     



  Eine bei der Wärmebehandlung von Ölen  häufig auftretende Schwierigkeit besteht  darin, dass die Schaumbildung, welche als  Folge der Entwicklung     gasförmiger    Substan-           zen    auftritt, nicht     unter    Kontrolle gehalten  werden kann. Ausser der Gefahr, dass der  Schaum auf die Heizapparatur überfliesst, be  steht bei Schaumbildung der Nachteil, dass  die Kapazität     des    Kessels, in welchem das Öl  erhitzt wird, erheblich vermindert wird, da  der     Flüssigkeitsspiegel    von Anfang an derart  eingestellt werden muss, dass für den sich bil  denden Schaum genug Raum vorhanden ist.       Bisher    galten die Bemühungen der Reduktion  der Schaumbildung auf ein Minimum.

   Einige  der für die Behandlung von Ölen verwendeten       grösseren        Kessel    wurden mit mechanischen       Sehaumbekämpfungsvorriehtungen    ausgestat  tet. In neuerer Zeit werden     Organosiliciumver-          bindungen    als     Antischauinmittel    verwendet.  



  Es wurde nun gefunden, dass ein Schaum  infolge der innigen Berührung zwischen dem  Öl und dem Gas für 'die     Wärmebehandlung     eines     trocknenden        Öles    mit Schwefeldioxyd  besondere Vorteile bietet.  



  Das     erfindungsgemässe    Verfahren zur Be  handlung von trocknenden Ölen mit Schwefel  dioxyd in der Wärme ist dadurch gekenn  zeichnet, dass eine Dispersion des Öles und des  Gases in kontinuierlichem Strom durch ein  erhitztes Rohr geleitet wird. Gemäss einer be  vorzugten Ausführungsform des Verfahrens  wird das trocknende Öl erhitzt, bevor     es    mit  dem Schwefeldioxyd vermischt wird,     und          zwar        zweckmässigerweise    bis nahe an die Reak  tionstemperatur.  



  Eine Vorrichtung, in welcher das Verfah  ren durchgeführt werden kann, ist im beilie  genden Schema. dargestellt. Das aus dem Vor  ratsbehälter A fliessende Öl läuft durch die  Schlange     ss,    welche     zweckmässigerweise    :durch  ein Bad aus heisser Flüssigkeit erhitzt wird.  Das erhitzte Öl und das Schwefeldioxyd wer  den in die     Mischkammer        G    geleitet, in welcher  sie     mittels    des     Glockenrührers    D innig ver  mischt werden. Der Inhalt der Kammer     C.     wird     mittels    des Heizbades E auf erhöhter  Temperatur gehalten.

   Das     schaumförmige    Ge  misch von Öl und Katalysator läuft hierauf  durch das Reaktionsrohr F, welches     ebenfalls     mit einem Heizbad erhitzt wird. Das Reak  tionsprodukt fliesst dann in den Behälter G,    in welchem das Gas vom Öl abgeschieden wird.  Man kann dies so bewerkstelligen, dass man  an den Behälter G eine Saugpumpe anschliesst  und darin einen verminderten Druck aufrecht  erhält. Auf diese Weise kann ferner ein hoher  Prozentsatz der im Öl vorhandenen flüchti  gen Zersetzungsprodukte     vertrieben    werden.  



  Bei der Herstellung eines Öles mit einer  Viskosität von 20     Poisen    in einer bei 350  C  arbeitenden Vor     riehtung    dieser Art kann man  z. B. so arbeiten, dass die Dauer, während  welcher das Öl in der Vorrichtung verbleibt,  nur 3 bis 4 Minuten beträgt. Das unter     diesen     Bedingungen     erzeugte    Öl ist reiner als ein  mittels eines bei Temperaturen von 200 bis  300  C schubweise durchgeführten Verfahrens  erhaltenes Öl und weist keinen Schlamm auf.  Dieses Öl trocknet etwas langsamer als ein bei  290  C behandeltes Öl; bei Zugabe von     Trok-          keninitteln    wird jedoch der nicht klebrige Zu  stand bereits in 5     Stunden    erreicht.  



  Unter den durch Anwendung der beschrie  benen Vorrichtung erzielten Vorteilen sind  die folgenden zu nennen  1. Während der Reaktion besteht zwischen  dem Öl und dem Gas eine innige     Berührung,     und unter diesen Bedingungen     kommen    die  überlegenen katalytischen     Eigensehaften    des       Sehwefeldioxy        ds    voll zur     Geltung.     



  2. Da die Reaktion kontinuierlich verläuft,  kann sie bei einer Temperatur durchgeführt  werden, die höher liegt. als die bei Durchfüh  rung des Verfahrens in einem Kessel mit  einem grossen Ansatz als zulässig betrachtete  Temperatur. Im letzteren Fall sind die Zei  ten, welche zum Aufheizen des Ansatzes auf  die     Reaktiansteinperatur    und die Abkühlung  desselben von der     Reaktionstemperatur    auf  Raumtemperatur erforderlich sind, infolge  der hohen Wärmekapazität des Ansatzes der  art hoch, dass der ganze Ansatz während län  gerer Zeit auf einer erhöhten Temperatur ge  halten werden muss.  



  3. Da das     Reaktionsgefäss    die Form eines       Rohres    aufweist, erfolgt das Erhitzen gleich  mässiger als bei Anwendung eines Reaktions  kessels, so dass das Reaktionsprodukt eine  homogenere Beschaffenheit zeigt.

Claims (1)

  1. <B>PATENTANSPRUCH:</B> Verfahren zur Behandlung von trocknen den Ölen mit Sehwefeldioxvd in der Wärme, dadurch gekennzeichnet, dass eine Dispersion des Öles und des Gases in kontinuierlichem Strom durch ein erhitztes Rohr geleitet wird. UNTBRANSPRL CIIB 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man das trock- nende Öl erhitzt, bevor es mit Schwefeldioxyd io vermischt wird.
    \?. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Öl nach erfolgter Reaktion 'bei einem unter dem atmosphärischen Druck liegenden is Druck vom Gas befreit wird.
CH279635D 1948-11-30 1949-11-24 Verfahren zur Behandlung von trocknenden Ölen mit Schwefeldioxyd. CH279635A (de)

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