Stromkupplung für einpolig geerdete Stromkreise. Stromkupplungen, bestehend aus Steclk- dose und Stecker, sind zum Schliessen und Unterbrechen grösserer Stromstärken und Spannungen nicht geeignet, da weder die Kontaktform und Kontaktanordnung für die Durchführung von Leistungsschaltvorgängen bemessen. ist, noch die Art der Betätigung eine definierte Sehaltgeschw indigkeit erwarten lässt.
Trotzdem werden tatsächlich Stecker kupplungen sehr häufig aus Bequemlichkeit auch als Schalter benützt, indem der Strom kreis durch Ein- bzw. Ausführen der Stecker in die Steckdose geschlossen bzw. unter brochen wird. Bei kleinen Stromstärken Lind Spannungen sowie bei Wechselstrom führt dies auch bis auf einen gewissen Abbrand der Kontakte zu keinen Unzukömmliehkeiten. Anders wird dies jedoch bei Schaltversuchen mit höheren Strömen und Spannungen und insbesondere bei Unterbrechen von Gleich stromkreisen.
Es besteht. dann die Gefahr, dass der ziemlich lange Öffnungsliehtbogen auf die Hand des Bedienenden überspringt oder dass zumindest durch die heissen Licht bogengase oder glühende Metallteile Ver letzungen verursacht werden. In dieser Art ge fährlich sind beispielsweise Stromkupplungen für die Heizstromkreise der Beiwagen von Bahnfahrzeugen mit den übliehen Gleich stromspannungen über 500 V, wenn nicht. be sondere Schutzvorkehrungen getroffen wer den, dass diese Kupplungen nur nach vorheri- ger Absehaltung des oder der Stromkreise zu lösen sind.
Es ist bekannt, die Stecker derartiger Stromkupplungen mit den Schaltern zu ver riegeln oder aber zusätzliche Unterbrechungs- oder Kurzsehlusssehalter in oder an den Steck vorriehtungen vorzusehen, welche betätigt @verden müssen, bevor es möglich ist, den Steeker zu ziehen. Es ist klar, dass durch solehe Einrichtungen der Aufbau kompliziert und teuer wird.
Die Erfindung betrifft eine Stromkupp lung für einpolig geerdete Stromkreise, bei der der Schutz des Bedienenden gegen die Folgen eines Lösens der Kupplung ohne vor hergehende Unterbrechung der Stromkreise an anderer Stelle mit einfachsten Mitteln in der Weise erreicht ist, dass in der Kupplung mindestens eine geerdete Metalleinlage ange ordnet ist, die eine dem Sehaltraum zwischen zwei sich trennenden Kontakten zugekehrte freie Oberfläche aufweist, zum Zwecke, dass ein bei Betätigung der Kupplung unter Strom allfällig entstehender Lichtbogen an diese Erdungseinlage schlägt und dadurch einen Erdschluss des Stromkreises hervorruft,
durch welchen die Stromsicherung des Stromkreises zum Ansprechen und infolge davon der ge zogene Liehtbogen zum Erlöschen gebracht werden soll.
Ein Beispiel einer erfindungsgemässen Stromkupplung in einer Ausführung für einen einzigen Leitungspol ist in Fig.1 im Schnitt dargestellt, während Fig. 2 eine An sieht der Kupplungsdose von vorne zeigt.
Im Kupplungsgehäuse 1 aus metallischem Werkstoff befindet sich der Isolierstoffeinsatz 3, in dessen Ausnehmung 20 die Steckerbuchse 4 mittels :Mutter und Gegenmutter 5 befestigt ist. Zwischen die Muttern 5 ist der Kabelschub 6 der fest verlegten Stromzuleitung 7 ge klemmt. Vor dem IsolieAtoffeinsatz 3 befindet sich im Kupplungsgehäuse 1 noch eine zweite, gleichfalls aus Isolierstoff bestehende Platte 9 mit einer zentrischen Bohrung, in die ein Metallring 19 mit beispielsweise vier metal lischen Lappen 23 eingesetzt ist.
Durch die Bohrung 21 der Platte 9 kann der Steckerstift mit ausreichendem Spiel durchtreten. Die Bol zen 8 halten die im Gehäuse 1 befindlichen Isolierscheiben 9 und 3 und die Schutzkappe 2 für die Zuleitung 7 fest zusammen und klemmen auch gleichzeitig die Lappen 23 des Ringes 19 mit, so dass eine metallisch leitende Verbindung von 19 über 8 zum Dosengehäuse 1 besteht, das bei 18 geerdet ist. Die Schrau ben 17 dienen beispielsweise 'zur Befestigung der Kupplungsdose 1 samt den Innenteilen an einer Waggonwand oder dergleichen.
In der beispielsweise dargestellten Ausführung der Stromkupplung als Steckerkupplung enthält das Steckgehäuse 11 einen von Schrauben 16 festgehaltenen Isolierteil 22 mit einem durch Gewinde 12 und Muttern 13 fixierten, zwecks Federung geschlitzten Steckerstift 10. Zwi schen die Muttern 13 ist der Kabelschuh 14 der beweglichen Stromleitung 15 geklemmt.
Der geerdete Ring 19 ist in solchem Ab stand von der Mittelachse des Steckerstiftes 10 und der Steckerbuchse 4 angebracht, dass ein Lichtbogen, der sich beim Ziehen des Steckers 10 aus der Buchse 4 bei an anderer Stelle nicht unterbrochenem Stromkreis bildet, durch seinen natürlichen Auftrieb an den Ring 19 gerät, bevor das Steckergehäuse 11 das Dosen gehäuse 1 verlassen hat.
Da der Stromkreis betriebsmässig geerdet ist, ergibt sich über die Steckerbuchse 4, den Lichtbogen und die ge erdete Buchse 19 eine zweite Erdung und da mit ein Kurzschluss, der zum Durchschmelzen der im Stromkreis vorhandenen Sielierung oder zum Ansprechen eines sonstigen Über stromschutzes führt. Dadurch erlischt der ge fährliche Lichtbogen, bevor er etwa aus der Steckdose herausschlagen und Schaden ver ursachen kann.
Statt des Ringes 19 kann auch eine Hülse oder anders gestaltete metallisch geerdete Zwischenlage derart angeordnet sein, dass die Luftentfernung zwischen ihr und der zugeordneten Steckerbuchse kleiner ist als jene zwischen dem Ende des Steckerstiftes und der Buchse bei Austreten des Stecker mantels aus dem Dosenmantel.
In einer Steckvorrichtung können statt., wie in Fig. 1 und 2 dargestellt, eines einzigen Stromkreises auch mehrere vereint sein, von denen alle oder einige durch einen erfindungs gemäss angeordneten Erdungsring in oben be schriebener Weise geschützt sein können, so- ferne sie einpolig betriebsmässig geerdet sind.
Die Erfindung kann bei Stromkupplungen verschiedenster Ausführungsart, zum Beispiel auch bei Steckkupplungen mit klotzförmigen Kontaktstücken, verwendet werden.