Fördereinrichtung für Bahnen aus Papier, Zellulosefilz, Gewebe oder dergleichen.
Bei Fordereinrichtungen für Bahnen aus Papier, Zellulosefilz oder Gewebe, die insbesondere in Trockenanlagen und dergleichen Verwendung finden, werden als Zugelemente meistens Ketten benützt, die jedoch bei grosseren Anlagen und entsprechend hohen Laufge- schwindigkeiten der Zugorgane starkem Verschleiss unterworfen sind und demzufolge zu Betriebsstörungen führen können. Die zum Teil hohen Arbeitstemperaturen von bis 200 C erschweren ein einwandfreies Schmieren der Ketten, was die Sauberhaltung der Einrichtung verunmogliehen kann.
Da die Umlauf- geschwindigkeit von endlosen Ketten, wie bekannt, nicht über den ganzen Umlaufweg konstant ist, sondern in Abhängigkeit von der Kettenteilung und dem Durchmesser der Um kehrelemente periodisch zu- und abnimmt, können erhebliche Dauervibrationen entstehen, die ihrerseits zu geräuschvollem Betrieb der Einrichtung f hren können.
Es sind auch Fordereinrichtungen für den gleichen Zweck bekannt, die weitmaschig ge- flochtene Forderbänder benützen. Diese besitzen jedochAden Nachteil, dass ihre Laufge- schwindigkeit nach oben eng begrenzt ist und dass sie bei Verwendung in Trocken- oder Klimaanlagen die Bahn zur Behandlung von deren Unterseit. e her nicht genügend freigeben.
Ferner wurde versucht-, zum Tragen der Bahnen mehrere, parallel nebeneinanderla. ufende, untereinander nicht verbundene, endlose Transportseile zu verwenden. Solche Einrich- tungen weisen aber unter anderem den Nachteil auf, dass sie ein seitliches Aufrollen der Bahn quer zur Laufrichtung begünstigen und die Geradführung der Bahn erschweren.
Um die angeführten Nachteile zu vermeiden, besitzt die erfindungsgemässe Förderein- richt. ung wenigstens ein Paar endloser, in Längsrichtung nicht unterteilter Zugorgane, die parallel zueinander um je zwei Umkehrrollen antreibbar und durch starre Tragglie- der für die zu fordernde Bahn miteinander verbunden sind, welche Tragglieder in gleiehen Abständen quer zur Längsrichtung der Zugorgane verlaufen. Ferner ist wenigstens im Bereich der Abgabestelle eines Zugorganpaares eine Umlenkvorrichtung für die zu fördernde Bahn vorgesehen, deren Temperatur zum Beispiel einstellbar sein kann.
Als Zugorgane können drallfreie Draht-, Gummi oder Nylonseile, Keilriemen, Stahlbänder, gewobene Gurten oder dergleichen verwendet werden, die, da sie in Längsrich- tung nicht unterteilt sind, die erwähnten Nachteile der Ketten nicht aufweisen.
An Hand der beiliegenden Zeichnung soll der Erfindungsgegenstand beispielsweise näher erlä, utert werden. Es zeigen :
Fig. 1 schematisch eine Ansicht einer F¯r dereinrichtung in einer Mehrbahn-Trocken- anlage,
Fig. 2 schematiseh einen Teil einer F¯rdereinriehtung in einer Einbahn-Trockenanlage,
Fig. 3 in grösserem Massstab einen Teil einer Fördereinrichtung,
Fig. 4 eine erste Variante zu Fig. 3,
Fig. 5 eine zweite Variante zu Fig. 3 und
Fig. 6 eine dritte Variante zu Fig. 3.
In den Fig. 1 und 2 sind die paarweise vorgesehenen Zugorgane mit 1 bezeichnet, während 2 die in gleichen Abständen bezüglich der Längsrichtung der Zugorgane 1 und quer zu dieser Richtung vorgesehenen Tragglieder sind. Bei der in Fig. 1 schematisch dargestellten Mehrbahn-Troekenanlage sind mehrere übereinander angeordnete, in LÏngsrichtung zueina. nder versetzte Paare von Zugorganen 1 vorgesehen, so dass die Laufbahn der zu behandelnden Bahn 3 in ziekzaekför- migen Windungen verläuft. Es versteht sich, dass die Zugorganpaare nicht unbedingt in Längsrichtung zueinander versetzt übereinander angeordnet sein müssen.
Als Umkehrelemente der endlosen Zugorgane 1 sind Umkehrrollen 4 vorgesehen, wobei der Antrieb der Fordereinrichtung, wie in Fig. 2 dargestellt, beispielsweise durch einen mit der einen Umkehrrolle 4 wirkungsverbundenen Elektro- motor 5 erfolgt.
Bei dem in Fig. 3 dargestellten Beispiel sind als Zugorgane Keilriemen 6 vorgesehen, an welchen mittels Schrauben 7 die zylindri schen Tragglieder 8 befestigt sind. Die Tragglieder 8 könnten aber auch irgendeinen andern Querschnitt aufweisen. Um bei grossen Distanzen zwischen den Achsen der Umkehrrollen 4 ein Durchhängen zu verhindern und um eine zu grosse Vorspannung der Zugorgane 1 zu vermeiden, können mehrere oder alle Tragglieder 2 Laufrollen besitzen, die gemäss Fig. 1 und 2 auf Führungs bzw. Tragsehienen 9 laufen. In Fig. 3 ist eine solche im Querschnitt U-f¯rmige F hrungsschiene 10 vor- gesehen, in welcher die mittels Stellringen 11 an den Traggliedern 8 befestigten Laufrollen 12 geführt sind.
Diese Laufrollen 12 können beispielsweise mit Lagerbüchsen aus selbstschmierender Bronze versehen sein.
Tim eventuell auft. retende Temperat. urdell- nungen auszugleichen und um eine gleich- mässige Spannung der Zugorgane l zu erhalten, ist die nicht angetriebene Umkehrrolle 4, wie in der Fig. 2 und zum Teil in Fig. 1 dargestellt, federbelastet. Zum gleichen Zweck könnten auch ber Rollen wirkende Gewichte vorgesehen sein.
Bei der in Fig. 4 gezeigten Variante sind die Tragglieder 13 mittels Briden 14 an den als Zugorgane dienenden Seilen 15 befestigt.
Die auch in diesem Beispiel mittels Stellnn- gen 16 auf den Traggliedern 13 festgehalte- nen Laufrollen 17 laufen auf Tragschienen 18.
Es kann zweckmϯig sein, die Laufrollen auf der Seite des einen Zugorgans auf Trag- sehienen und die Laufrollen auf der Seite des andern Zugorgans auf Führungsschienen m führen.
Eine weitere Variante zu Fig. 3 ist in Fig. 5 dargestellt, bei weleher die Tragglieder 19 durch Befestigungsschrauben 20 mit den als Zugorgane dienenden Stahlbändern 21 verbunden sind. Mit der im Quersehnitt V-formig ausgebildeten Führungsschiene 22 wirken entsprechende Laufrollen 23 zusammen, die in bekannter Weise von Stellringen 24 auf den Traggliedern 19 festgehalten we-rden.
Bei der in Fig. 6 gezeigten Variante sind die Tragwalzen 25 direkt an den Seilen 26 befestigt, wobei f r die jeweilige Aufnahme der Walzenenden an den Umkehrrollen4entspre- chende Ausnehmungen 27 (Fig. 2 und 6) vorgesehen sind.
Damit die Bahn 3 bei der in Fig. 1 dargestellten Anlage an den Übergangsstellen möglichst gleichmässig von der einen auf die andere der durch die übereinanderliegend an geordneten Zugorganpaare gebildeten Etagen übergeführt wird, sind im Bereich der jeweiligen Abgabestelle der Zugorgane 1 Umlenkvorrichtungen angeordnet. Einzelne der als Zylinder 28 und 29 ausgebildeten Umlenkvorrichtungen sind iiber ein Leitungssystem 30 mit einer Heiz-oder Kühleinrichtung verbun- den, wobei Vorkehr getroffen ist, dass ihre Temperatur eingestellt werden kann ; sie k¯nnen beispielsweise zum Trocknen der Bahn 3 mittels Wasser, Dampf oder auch elektrischem Strom geheizt werden.
Zum Anpressen der Bahn 3 an die Zylinder 28, 29 und um gleich- zeitig ein sichers Umlenken der Bahn 3 zu gewährleisten, sind gemäss Fia. 1 bei einigen Umlenkzylindern endlose Trockenfilze 31 vorgesehen, die mittels entspreehender Rollen 32 derart ber einen oder mehrere Zylinder 28 bzw. 29 führen, dass der Filz 31 einen mogliehst grossen Teil des entsprechenden Zylin derumfanges umspannt. An Stelle des Trok- kenfilzes 31 kann am beheizten Umlenkzylin- der auch eine Pressrolle 33 angreifen, wie dies in Fig. 1 bei einem der Zylinder 29 gezeigt ist.
Eine solche Pressrolle 33 kann ebenfalls ein Gilätten der Bahn 3 bewirken, wobei sie jedoch in erster Linie für ein gutes Haften der Bahn 3 am Umlenkzylinder sorgt. Gleichzeitig und zusätzlich nur genannten Pre¯rolle 33 kann ein Troekenfilz 31 z. B. zur Verbesserung des Trocknungsprozesses vorgesehen sein.
Diese Filze 31 können ausserdem als Abschlusswand der zum Beispiel von einem hei¯en Luftstrom zu Troeknungszweeken durch strömten Anlage dienen, so dass die Wärmeverluste klein gehalten werden k¯nnen.
Es sind Ausführungen möglich, wo die Umlenkzylinder 28, 29 der Bahn 3 gleichzei tig als Umkehrrollen für die Zugorgane ausgebildet sind. Wo dies jedoeh, wie im beschrie- benen Beispiel. gemϯ Fig. 1, nicht der Fall ist, das heisst, wo die Umlenkzylinder 28, 29 den Umkehrrollen der Abgabestellen der Zugorgane naehgeordnet sind, ist zwisehen den beiden jeweiligen Umkehrrollen 4 und dem Umlenkzylinder 28 bzw. 29 ein Zwischenraum vorhanden, der im Betrieb der Einrichtung jeweils von der Bahnspitze berbr ckt werden mu¯. Da die Steifigkeit der letzteren je nach dem lZaterial der zu fördernden Bahn verschieden ist ist ein sicheres ¯berbr cken des genannten Zwischenraumes durch die bewegte Bahnspitze nicht immer gewährleistet.
Es ist deshalb notwendig, in diesem Fall Zlittel vor- zusehen, die f r die Dauer des Spitzenziehens oder bei einem eventuellen Bahnriss von Hand oder automatisch einschaltbar sind, und die ein zwangläufiges ¯berf hren der Bahnspitze von den Umkehrrollen der Abgabestelle der Zugorgane auf den Umlenkzylinder vorneh men. Handelt es sich bei den Bahnen um nacheinander zu-fordernde Einzelbogen, so müssen diese Mittel beim Betrieb der F¯rdereinrichtung dauernd wirksam sein. Es wurde schon vorgeschlagen, zu diesem Zweck zwischen den Umkehrrollen der Umlenkvorrieh- tung Zwischenwalzen oder Leitbleche vorzusehen.
Diese vermögen jedoch eine feuchte und schwere Bahnspitze, welche senkrecht vom ersten der die nachfolgenden Bahn 3 tragen- den Tragglieder 1 herunterhängt, nieht aufzunehmen. Um ein unbehindertes Drehen der Umkehrrollen 4 bzw. der Umlenkzylinder 28, 29 zu gewährleisten, müssen diese Leitbleche ferner mit Abstand von den letzteren angeordnet sein, wodurch wiederum ein freier Zwischenraum zwischen diesen Teilen gebil- det ist. Um diesen Nachteil zu beheben, sind bei der Anlage nach Fig. 1 pneumatische Saugvorrichtungen vorgesehen, die einen mit einer Saugluftleitung 34 verbundenen Saugkasten 35 besitzen, der in einzelne Saugzonen 36 unterteilt ist.
Die Grosse der einzelnen Zonen 36 ist derart gewählt, dass die Saugkraft in jeder einzelnen Zone genügt, um das sichere Abheben der Bahnspitze zu gewährleisten. Die Saugvorrichtung ist im weiteren derart angeordnet, dass der Saugkasten um mehr als die Distanz zwischen zwei aufein a. nderfolgenden Traggliedern 2 der Zugorgane 1 entgegen der Laufrichtung dieser Zug- organe 1 über die Achsen der Umkehrrollen 4 der Abgabestelle hinausragt. Dabei ist das andere Ende des Saugkastens 35 über die Achse des entsprechenden Umlenkzylinders hinaus verlängert und der Mantelkrümmung des letzteren angepasst.
Solche Saugvorrichtun- gen sind beim Beispiel gemäss Fig. 1 nur zwei gezeichnet ; es kann jedoch jedem Umkehrrollenpaar bzw. dem entsprechenden Umlenkzylinder 28, 29 ein Saugkasten der beschriebenen Art zugeordnet sein. Auf der Saugseite des Saugkastens 35 ist ferner zweckmässig eine Transportvorrichtung angebracht, die beispielsweise einen auf Rollen 32 gef hrten Trockenfilz 31 aufweisen ka. nn, welcher ent sprechend der Laufgeschwindigkeit der Zugorgane antreibbar ist. Die Saugvorrichtung braucht dabei nicht über die ganze Bahnbreite wirksa. m zu sein, sondern es genügt jene Breite, welche die sogenannte Schmalbahn, die beim ersten obigen Einführen der Ba. hn zum Spitzenziehen verwendet wird, normalerweise besitzt.
Die Wirkungsweise der an Han, d der Fig. 1 beschriebenen Anlage ist im übrigen folgende :
Nach dem Aufbringen der zum Beispiel zu trocknenden Ba. hn 3 auf das erste Zugorgan- paar der angetriebenen Fordereinrichtung ge langt. die Spitze der Bahn 3 in den Bereich des ersten Saugkastens 35. Nun wird entweder von Hand oder automatisch das Ansaugen der L-Lift aus den Saugzonen 36 bewirkt, so da. die Bahnspitze von den Traggliedern 2 angehoben und eventuell mit Unterstützung einer Transportvorrichtung-der genannten Art auf den Umlenkzylinder 28 überführt wird.
Hat die Bahnspitze die letzte Saugzone 36 erreicht, so wird die Saugvor- richtung abgestellt, was das Anliegen der Saugspitze an den Umfang des Umlenkzylin- ders 28 zur Folge hat, wobei ein Leitblech 37 für das richtige Auftreffen der Bahnspitze auf den Traggliedern 2 der nächstuntern Zugorgane sorgt. Durch die Beheizung der Umlenkzylinder kann dabei ein gleichmässiges und rasches Trocknen der geförderten Bahn erreicht werden.
Die in Fig. 2 gezeigte Fördereinrichtung eignet sich besonders zum Fördern von Bahnen aus Streichpapieren und oberflächenge- leimten Papieren und wird vorteilhaft in Trockenanlagen verwendet, die auch zum Trocknen von Kunststoffbahnen dienen k¯nnen. Wenn eine solche Fördereinrichtung in einer Mehrbahn-Trockenanlage (Fig. 1) verwendet wird, eignet sie sich speziell zur F¯rderung von Papier-, Zellulosefilz-, Textil- oder Kunststoffbahnen.