CH280402A - Verfahren und Vorrichtung für die Durchführung einer Wärmebehandlung von festen Stoffen unter Mitwirkung von Gasen. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung für die Durchführung einer Wärmebehandlung von festen Stoffen unter Mitwirkung von Gasen.

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CH280402A
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Aktiengesel Metallgesellschaft
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Metallgesellschaft Ag
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  Verfahren und Vorrichtung für die Durchführung einer Wärmebehandlung  von festen Stoffen unter Mitwirkung von Gasen.    Der Betrieb von Schachtöfen zum Bren  nen von Zement leidet unter dem Nachteil,  dass eine gleichmässige Aufgabe des     brenn-          stoffhaltigen        Zementrohmehls    bei den Schacht  öfen bisheriger Bauart nur schwer erzielbar ist.

    Auch die Verteilung des     Blaswindes    über den       Sehaehtofenquerschnitt    ist nicht genügend     be-          herrsehbar.    Der     Luftdurehgang    durch das  Brenngut ist nicht immer gleichmässig und er  folgt in der Regel in den Randzonen, wäh  rend die     Besehiekungssäule    in der Mitte nur  ungenügend von Luft durchstrichen wird. Die  Folge dieser     Mängel    ist, dass das Brenngut  meist ungleichmässig gebrannt anfällt und der  aus     Schaclitofenklinker    hergestellte Zement  nicht immer einheitlich ist.  



  Die Erfindung betrifft nun ein Verfah  ren zur     Wärmebehandlung    von festen Stoffen  unter Mitwirkung von Gasen sowie eine dazu  geeignete Vorrichtung. Sie kann Anwendung  finden beim Brennen von Zement oder gleich  oder ähnlich gearteten Rohstoffen, wobei eine  gleichmässige Gutaufgabe und eine den Erfor  dernissen angepasste Verteilung, z. B. der Be  handlungsluft,     erwünscht    ist.

   Das erfindungs  gemässe Verfahren zeichnet sich dadurch aus,  dass das behandelte Gut, durch eine als     Aus-          tragsv        orriehtung    arbeitende Rostauflage aus  einem Ofen ausgetragen     wird,    dessen nutzbare  Höhe geringer ist als die grösste lineare Aus  dehnung seiner     Querschnittsfläche    und der  mit einer Einrichtung zum regelbaren Hin-         durchsaugen    von Behandlungsgasen in Rich  tung von unten nach oben ausgerüstet ist.  



  Das     Durchsaugen    von Luft von unten  nach oben durch die Beschickung ist bei  Schachtöfen an sich bekannt. Es hat sich  jedoch gezeigt, dass diese Massnahme an der  mangelhaften Luftverteilung im     Schachtofen     nichts ändert, da. die Luft auf dem langen  Weg durch den Schachtofen genügend Zeit  und Gelegenheit hat, sich den Weg des leich  testen Widerstandes zu suchen.

   Es ist darum  schon vorgeschlagen worden, einerseits mit  einer niedrigen Beschickungshöhe im Schacht  ofen zu arbeiten und anderseits die Luft mit  Hilfe einer in die Mitte der Beschickung rei  chenden     Düsenanordnung    einzublasen, um so  zu einer besseren     Verteilung    der Luft zu       kommen.    Die Vorschläge dieser Art haben  jedoch zu keinem befriedigenden Erfolg ge  führt. Die Beschickung ist nach wie vor man  gelhaft geblieben, und damit konnten auch  kein gleichmässiger     Luftdurchtritt    und Brenn  vorgang erzielt werden.  



  Bei einem Ofen, dessen nutzbare Höhe ge  ringer als die grösste lineare Ausdehnung sei  ner     Quersehnittsfläehe    ist, kann nun das       Brenngut    leicht in     -gleichmässigen    Schichten  aufgegeben werden, und es ergibt sich von  selbst eine für den Brennvorgang günstige ge  ringe Beschickungshöhe.

   Weiterhin bieten sich  keine Schwierigkeiten, regelbare Lufteinlässe  innerhalb der Beschickung und gegebenen-      falls an den Seiten des Ofens so anzuordnen,  dass die eintretende Luft. über den     Querschnitt     des Ofens gleichmässig verteilt in die     Beschik-          kung    gelangt, die sie unter der von oben wir  kenden     Absaugung    auf ihrem infolge der ge  ringen     Besehickungshöhe    kurzen Wege gleich  förmig durchströmt.  



  Die Vorrichtung zur Durchführung des  erfindungsgemässen Verfahrens zeichnet sieh  durch einen Ofen mit einer beweglichen, als       Austragsvorriehtung    arbeitenden     Rostauflaege     ans, bei dem die Höhe des Füllraumes für  das zu behandelnde feste Gut geringer ist als  die grösste lineare     Ausdehnung    seiner Quer  schnittsfläche, und der mit Einrichtungen ver  sehen ist, um die für die Behandlung be  nötigten Gase in regelbarer Menge von unten  nach oben     hindurchzusaugen.    Durch die be  wegliche Ausbildung der Rostauflage kann       bewirkt    werden, dass das     Brenngut    in den  untern Schichten laufend gelockert,

       abgebro-          ehen    und durch die Rostzwischenräume aus  getragen wird. Das unten ausgetragene Per  tiggut kann nach Massgabe seines     Austragens     durch Aufgabe neuen Rohgutes von oben er  setzt werden. Hierdurch ergibt sich ein kon  tinuierlicher Betrieb und damit eine hohe  Wirtschaftlichkeit des Ofens, zu der noch die  gegenüber den bekannten Vorrichtungen zum  Brennen von Zement verhältnismässig gerin  gen Anlage- und Unterhaltungskosten kom  men.  



  Zur näheren, beispielsweisen Erläuterung  des     Erfindungsgegenstandes    dient die     Zeieh-          nung.     



       Fig.    1     zeigt    einen Ofen mit einem runden  Querschnitt;       Fig.    2 gibt einen Schnitt durch den Ofen  mantel nach der Linie     1-B    wieder.  



       -'##-ie    aus den Abbildungen erkennbar ist,  ist die nutzbare Höhe des Ofens, der mit 1  bezeichnet ist, geringer als sein Durchmesser.  Oberhalb des Ofens befindet sich das     Absauge-          gebläse    2 mit Kamin 3. Die     Absaugung    erfolgt  über ein Rohr 4, das in den Ofenraum mün  det und über einen     Stauba.hscheider    5, z. B.  Multiklon, zu dem Gebläse\ 2 führt. Zur Re  gelung der Saugluft ist in dem Verbindungs-         rohr        zwischen        Staubabselieider    und Gebläse  eine Drosselklappe 6 angeordnet.

   Den Boden  des Ofens bildet. ein durchlässiger Drehrost 7,  der mit nach oben gerichteten Rippen     7a.    zum  Brechen der untern     Beschiekungslag-en    ausge  rüstet ist. Der Mittelteil des Drehrostes ist als  ein in den Ofenraum ragender Kegel 8 mit.       Luftdurehlässen    im Mantel ausgebildet. Zur  Regelung der in den     Kelel    eintretenden Luft  dient ein     vorgesehaltetes    Drosselorgan, z. B.  eine Drosselklappe     8u.,    die gegebenenfalls mit  Hilfe eines Thermostaten selbsttätig nach der  Ofentemperatur gesteuert werden kann. Der  Drehrost läuft in bekannter Weise auf Rol  len 9 und wird von seitlichen Rollen 10 an  getrieben.

   Um zu verhindern, dass sieh die       zusammenbaekende        Beschiekung    mit dem Rost  dreht, sind in dem     Ofensehaeht    Längsrippen  1.1 vorgesehen, die über das Ofenfutter hinaus  in den Ofenraum ragen. An die Stelle der  Längsrippen können auch andere für den  selben Zweck     geei"nete        Einrichtungen    treten.  



  Die     Ofenbesehickung    erfolgt aus den Vor  ratssilos 12, unter denen ein Förderband 13  angeordnet ist, das die     Aufgabestoffe    einer       Misehtrommel    14 zuführt.. Aus der -Misch  trommel gelangt die     Rohmisehung    auf ein  weiteres Förderband 15 und von diesem über  einen Tellerverteiler 1.6 in den Ofen.  



  Unterhalb des Drehrostes 7 ist ein dem  Ofenquerschnitt. entsprechender     Austragst.ricli-          ter    17 angeordnet, von dem das     Brenngut    in  einen     Walzenbreeher   <B>1.8</B> gelangt. Das ge  brochene Gut fällt auf einen Siebförderer 19  und von diesem in Fertig und     Rückgut    ge  trennt in Behälter 20 und     '?l.    An Stelle eines  runden     Quersehnittes    kann der Ofen auch  einen     rechteckigen    Querschnitt erhalten, in  welchem Falle die nutzbare Höhe geringer als  die     Querschnittsdiagonale    zu halten ist.

   Bei  einer derartigen Ofenausbildung wird der  untere     Ofenabschluss    von einer in     Längsrieh-          tung    hin- und     herbewegbaren    Rostauflage ge  bildet. Die vorspringenden Mantelrippen 11  sind bei einem solchen Ofen überflüssig.  



  Die Arbeitsweise mit dem beschriebenen.  Ofen gestaltet sieh wie folgt: Die in den  Silos 12 in Rohmehl, Kohle und Rückgut ge-      trennt gehaltenen     Beseliiekungsbestandteile     werden in der erforderlichen mengenmässigen       Bemessung    über  < las Förderband 13 der     lliseh-          trommel    14 und aus dieser dem Ofen zage  ; führt. In diesem gelangt das Auf     gabegut    mit  Hilfe des     Tellerverteilers    16 zur gleichmässigen       Verteilung    über dem gesamten Ofenquer  schnitt.

   Die     Zusammensetzling    und Bereitung  der Mischung erfolgt zweckmässig in der beim       i        Betrieb    von     Sinterbrandapparaten    üblichen  Weise. So empfiehlt es sieh z. B., die     Roh-          inisehung    aus     Zeinentrohmelil    und Brennstoff  vor ihrer Aufgabe unter Hinzufügung von  Wasser einer     Krünrelung    in der     Mischtrommel.     zu     unterwerfen,    um den Luftdurchgang durch  die     Besehiekunr    zu erleichtern.  



  Die Verbrennungsluft tritt unter der       kung    der Saugvorrichtung ?, die einen     Be-          triebsunterdruek    von etwa 20 bis 80     ein        WS     oder auch mehr erzeugt, über den ganzen  Querschnitt des Drehrostes 7 gleichmässig in  den Ofen ein, erwärmt sieh in den fertig  gebrannten untern Schichten der Beschickung  und     gelangt    so     vorgewärmt    in die Brennzone,  in der je nach Massgabe der Brennstoffzutei  lung eine     Klinkerung    oder auch     Sinterung     des Brenngutes erfolgt.

   Die aus der Brenn  zone austretenden heissen Verbrennungsgase       wärmen    sodann die     darüberliegenden        Beschik-          kungsschichten    vor, verdampfen das Wasser  aus den Krümeln und treten schliesslich über  den     Staubabscheider    5 und die Saugvorrich  tung     '?    ins Freie.  



  Durch Betätigung der Drosselklappen 6  und     8u    hat man es in der Hand, die Luft  menge und     -verteilung    nach Wunsch zu regeln  und den Temperaturverhältnissen des Ofens  anzupassen. So wird man die     Absaugung    bei       gegebener    Beschickungsmenge vorteilhaft so  halten, dass die Temperaturen in der Ofen  haube beispielsweise     200     C nicht überschrei  ten. Die Regelung kann in Abhängigkeit von  einem Thermostaten selbsttätig erfolgen. Man  ist auch in der Lage, den durch Anordnung  des Kegels 8 verstärkten Luftzutritt in die       lllitte    der     Besehiekung    nach Bedarf zu dros  seln und zu erhöhen.

   Unregelmässigkeiten des  Brandes, der in einer Ebene vonstatten gehen    soll, lassen sieh durch die Regeleinrichtungen  leicht beherrschen, und man ist somit in der  Lage, die Hauptverbrennung immer im Be  reich der gleichen Zone zu halten.  



  Die untern fertiggebrannten Schichten       werden    von dem     beweglichen    Rost gleichmässig  gebrochen und durch die     Rostzwischenräume     ausgetragen. Der Klinker wird in dem Wal  zenbrecher 7.8 oder einer andern geeigneten       Brechvorrichtung    zweckmässig auf Körnungen  unter 30 mm zerkleinert und anschliessend das  im wesentlichen aus Schwachbrand bestehende  Feingut. von einer Körnung bis 6 mm     abge-          siebt,    das als Rückgut der Rohmischung wie  der zugesetzt werden kann. In gleicher  Weise kann der im     Staubabseheider    5 anfal  lende Staub der Beschickung des Ofens lau  fend wieder zugeführt werden.  



  Der Ofen eignet sich naturgemäss nicht nur  zum Brennen von Zement, sondern ist glei  cherweise auch zur Durchführung anderer  Brennprozesse, wie z. B. zum Brennen von  Kalk, Rösten von     Eisenerzen,    oder für andere  Verfahren anwendbar, bei denen es auf die  Wärmebehandlung von Stoffen unter Einwir  kung von Luft. oder andern Gasen     ankommt.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zur Durchführung der Be handlung von festen Stoffen unter Mitwir kung von Gasen, dadurch gekennzeichnet, dass das behandelte Gut durch eine als Austrags vorrichtung arbeitende Rostauflage aus einem Ofen ausgetragen wird, dessen nutzbare Höhe geringer ist als die grösste lineare Ausdeh nung seiner Quersclinittsfläclie und der mit einer Einrichtung zum regelbaren Hindurch saugen von Behandlungsgasen in Richtung von unten nach oben ausgerüstet ist.
    II. Vorrichtung zur Durchführung des Ver fahrens gemäss Patentanspruch I, gekennzeieh- net durch einen Ofen mit, einer beweglichen, als Austragsvorriehtung arbeitenden Rostauf lage, bei dem die Höhe des Füllraumes für das zu behandelnde feste Gut geringer ist als die grösste lineare Ausdehnung seiner Quer sehnitt.sfläehe, und der mit Einrichtungen versehen ist, um die für die Behandlung be- nötigen Gase in regelbarer Menge von unten nach oben hindurchzusaugen. <B>UNTER-ANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die aufzugebende feinkörnige Beschickung unter Wasserzusatz granuliert wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch I und L;nteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufgabegut durch Wasserzugabe gekrü melt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass aus Schwachbrand bestehendes Feingut von einer Körnung bis zu 6 mm ab gesiebt und dem Aufgabegut wieder zugesetzt wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch gekenn zeichnet, dass anfallender Staub der Beschik- kung des Ofens laufend wieder zugeführt wird. 5.
    Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der Rost im Mit telteil als ein in den Beschickungsraum ragen- der Kegel mit Luftaustrittsöffnungen im Mantel ausgebildet ist, dessen Luftdurchfluss- menge durch ein vorgeschaltetes Drossel- or gan regelbar ist. 6. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I und Unteranspruch 5, dadurch gekennzeich net, dass das Drosselorgan als Drosselklappe ausgebildet ist. 7.
    Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 5 und 6, dadurch ge kennzeichnet, dass bei rundem Ofenquersehnitt in den Ofen Längsrippen vorgesehen sind, die über das Ofenfutter hinaus in den Ofen raum ragen und zur Sicherung der Beschik- kung gegen Verdrehen bestimmt. sind. B. Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 5 bis 7, dadurch ge kennzeichnet, dass zur Regelung der Luft- ansaugung zwischen Sau;-vorriehtung und Ofen ein nach der Ofengastemperatur ge steuertes Drosselorgan vorgesehen ist. 9.
    Vorrichtung nach Patentanspruch 1I und Unteransprüchen 5 bis 8, dadurch ge kennzeichnet, dass die Steuerung des Drossel- organes nach der Ofengastemperatur mittels eines Thermostaten erfolgt.
CH280402D 1949-04-28 1950-02-16 Verfahren und Vorrichtung für die Durchführung einer Wärmebehandlung von festen Stoffen unter Mitwirkung von Gasen. CH280402A (de)

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