CH281827A - Auf einem Gegenstand angeordnete Mehrfachschicht zur Erzeugung von Farbenwirkungen sowie Verfahren zur Herstellung der Mehrfachschicht. - Google Patents
Auf einem Gegenstand angeordnete Mehrfachschicht zur Erzeugung von Farbenwirkungen sowie Verfahren zur Herstellung der Mehrfachschicht.Info
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Description
Auf einem Gegenstand angeordnete Mehrfachschicht zur Erzeugung von Farbenwirkungen sowie Verfahren zur Herstellung der Mehrfachschicht. Die Erfindung betrifft eine auf einem Ge genstand angeordnete Mehrfachschieht zur Er zeugung von Farbenwirkungen sowie ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen Mehrfachschicht.
Als Verfahren, um Gebrauchs- und Schmuckgegenständen ein wirkungsvolles Aus sehen zu geben, sind neben rein mechanischen Oberflächenbehandlungen wie Polieren, Schlei fen, Lackieren und Bemalen, vor allem Email lieren, Einbrennen von Lasurfarben, Beizen, Eloxieren, Galvanisieren, Anlassen, Bräunie- ren, Überfangen mit Glasflüssen, Einbrenn- beizen von Glas nach dein Egermann-Verfah- ren sowie Aufbringen von Lüsterfarben durch Aufschmelzen von Glas vorgeschlagen worden.
Sämtliche dieser bekannten Verfahren führen jedoch mit Ausnahme der kostspieligen Email lierverfahren zu mehr oder minder einfar bigen, für die benutzten Mittel spezifischen Oberflächenwirkungen. Mittels der genannten Verfahren ist man insbesondere nicht in der Lage, reproduzierbare, hochglänzende und eigentümliche Farbenwirkungen etwa der Reinheit und Brillanz hervorzurufen, die bei spielsweise für die Flügeldecken tropischer Schmetterlinge, vorzugsweise der Morphoiden oder der Urania erossus, kennzeichnend sind.
Derartige Farbenwirkungen, die infolge ihrer bisher unbekannten Schönheit allgemeine Bewunderung erregen, lassen sich mit der er findungsgemässen Mehrfachschicht erreichen, die sich durch eine auf dem Gegenstand an- geordnete teilweise lichtabsorbierende, licht reflektierende und lichtdurchlässige Metall schicht sowie durch mindestens eine weitere darüber angeordnete, praktisch absorptions freie und höhere Brechzahl als Luft aufwei sende Schicht aus einer chemisch und mecha nisch widerstandsfähigen Metallverbindung, deren Dicke von der Grössenordnung der Wel lenlängen des sichtbaren Spektrums ist,
so da.ss an den Grenzfläehen der Teilschiehten Interferenz des einfallenden Lichtes auftritt.
Entsprechend dem Sprachgebraueh wer den dabei unter einer Grössenordnung Abwei- chuna,en im Rahmen einer Zehnerpotenz ver standen, die dabei sowohl im Sinne einer Zu nahme als auch Abnahme der Schichtdicken auftreten können.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur Her stellung einer derartigen Mehrfachschicht be steht darin, dass mindestens eine der Teil schichten im Hochvakuum aufgedampft wird.
Im folgenden werden Ausführungsbei spiele der erfindungsgemässen Mehrfaehsehicht näher erläutert.
Eine Glasflasche soll mit einem in den verschiedensten Farben schillernden Überzug versehen werden. Zn diesem Zwecke wird auf das Glas zunächst eine dünne Chromschicht im Hoehvakuum aufgedampft. Auf die Chromschicht wird eine Titanoxydschicht im Hochvakuum aufgedampft. Der gesamte, aus beiden Einzelschichten bestehende Überzug ist etwa 1000 AE dick. Während die dünne Chromschicht licht absorbierend, reflexionsfähig und teilweise lichtdurchlässig ist, weist die dielektrische Ti- tanoxydschicht im Gegensatz zur Chrom schicht praktisch Absorptionsfreiheit auf.
Ihre Brechzahl in bezug auf Luft ist hoch.
In eine derartige Hehrfachschicht einfal lendes Licht. tritt praktisch ungeschwächt durch die Titanoxydschicht hindurch, wäh rend ein Teil desselben an der Grenzfläche der Titanoxydschicht gegen Luft reflektiert. wird. Das durchgelassene Licht wird bei sei nem Auftreffen auf die Chromschicht teil weise von dieser absorbiert und teilweise wie der zurückgeworfen, so dass es die Titanoxyd- schicht nochmals in umgekehrter Richtung durchläuft und wieder in die Luft austritt.
Beim zweimaligen Durchgang dieses an der Chromschicht reflektierten Lichtes durch die Titanoxydschicht erfahren seine Wellen eine Phasenverschiebung ihrer Amplituden gegen über den Amplituden der an der Oberfläche der Titanoxydschicht unmittelbar gegen Luft reflektierten Lichtwellen, so dass Interferenz auftritt. Dadurch entstehen Interferenzfarben. Da die Phasenverschiebung zwischen den Amplituden der reflektierten Lichtwellen von der Dicke der Titanoxydschicht abhängt, ändern sich die in der Mehrfachschicht auf tretenden Farben mit der Dicke der Titan oxydschicht.
Je nach der Blickrichtung er geben sich andere Farben und Farbennuancen der 3Tehrfachschicht, die stärker brillieren sowie reiner und schöner sind als alle bisher bekannten Körper- das heisst Pigmentfarben. Je höher die Brechzahl der praktisch absorp tionsfreien Schicht ist, desto stärker ändern sich Farben und Farbennuancen mit der Nei gung der Sehrichtung, das heisst um so grösser ist die Farbenwirkung.
Will man auf dem mit der Mehrfach schicht zu versehenden Gegenstand gewisse Merkzeichen, seien es Zeichnungen, Aufschrif ten oder dergleichen sichtbar machen, so kann dies dadurch geschehen, dass die Titanoxyd- sehieht an bestimmten Stellen dicker oder dünner gemacht oder wenigstens eine der Teil schichten durch Anbringung von Abdeck- rnasken beim Aufdampfen unterbrochen wird; :lnderungen der Farben, Farbnuancen oder völliges Ausbleiben der Farbenwirkungen an diesen Stellen sind die Folge.
Zu dem glei chen Zwecke kann die Titanoxy dschicht durch verschieden starkes Aufdampfen, etwa mit Hilfe von Masken, in ihrer Dicke den jewei ligen Erfordernissen und Wünschen entspre chend geändert werden. Auch die Chrom schicht kann an bestimmten Stellen dicker oder dünner gemacht werden.
Als weiteres Beispiel sei eine Puderdose genannt. Die Mehrfachschicht kann hier aus einer farbigen, auf die Dose aufgebrachten Goldschicht und einer farblosen, auf sie auf gedampften AL03-Sehieht bestehen, welch letztere beispielsweise in der Mitte der Dose grössere Dicke aufweisen kann als gegen den Rand hin. Die durch Interferenz sichtbar werdende Farbe der Mehrfaehsehicht zeigt dann allmähliche Cbergärrge zwischen einer rötlichgoldenen Tönung und einem grünlielr- blauen Farbton.
Auf ein Brillengestell, welches aus einer Aluminium - Leichtmetallegierung hergestellt und farbig eloxiert ist, kann eine \dünne Schicht mit geringem Absorptionsvermögen und höherer Brechzahl als Luft, beispielsweise aus Siliziummonoxy d, in wellenförmig ab wechselnder Dicke aufgedampft sein.
Hier durch wird der Grundfarbe der Eloxallraut mittels Interferenz eine Farbglanzwirkung, die dem Diekenrhy thmus entsprechend mit. ab wechselnden Farben und Farbnuancen über das Brillengestell verteilt auftritt, überlagert, so dass ein besonders eigentümlicher Gesamt eindruck vor allem dann erzielt wird, wenn beispielsweise auch die Brillengläser selbst in gleicher Weise oberflächenbehandelt sind.
Oft ist. es erwünscht, Farbenflächen verschie dener Wirkung zur Erhöhung des Kontrastes dicht. nebeneinander vorzusehen. Das kann da durch erreicht werden, dass mehrere praktisch absorptionsfreie Schichten aus Stoffen höherer Brechzahl als Luft unter Zwischenanordnung Licht absorbierender und reflektierender, so wie teilweise lichtdurchlässiger Schichten über einander angeordnet sind. Eine der praktisch absorptionsfreien Teilschichten kann zwecks Bildung von Merkzeichen über ihre Fläche mitersehiedliche Dicke aufweisen.
Chemisch und mechanisch widerstands fähige Metallverbindungen, die praktisch ab sorptionsfrei sind und höhere Brechzahl als Luft aufweisen, sind vor allem Metalloxyde, Metallfluoride und Metallnitride.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE 1. Auf einem Gegenstand angeordnete 'lelirfachsehiclit zur Erzeugung von Farben wirkungen, gekennzeichnet durch mindestens eine auf dein Gegenstand angeordnete licht absorbierende, lichtreflektierende und teil weise liehtdurehlässige Metallschicht sowie durch mindestens eine weitere auf ihr ange ordnete, praktisch absorptionsfreie und eine höhere Brechzahl als Luft aufweisende Schicht aus einer chemisch und mechanisch widerstandsfähigen Metallverbindung, deren Dicke von der Grössenordnung der Wellen längen des sichtbaren Spektrums ist, so dass an den CTrenzfläehen der Teilschichten Inter ferenz des einfallenden Lichtes auftritt.1I. Verfahren zur Herstellung der Mehr- faelischiclit nach Patentanspruch I, dadurch @@ekennzeiehnet, dass mindestens eine der Teil schichten im Hochvakuum aufgedampft wird. UNTERANSPRÜCHE: 1. Mehrfachschicht nach Patentanspruch 1, gekennzeichnet durch mindestens zwei, praktisch absorptionsfreie Teilschichten mit höherer Brechzahl als Luft, zwischen denen eine teilweise lichtabsorbierende, lichtreflektie rende und lichtdurchlässige Metallschicht vor gesellen ist.2. Mehrfachschicht nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die praktisch absorptionsfreie Teilschicht über ihre Fläche unterschiedliche Dicke aufweist. 3. Mehrfachschicht nach Patentanspruch I und U nteransprueh 1, dadurch gekennzeich net, dass die oberste Teilschicht praktisch ab sorptionsfrei ist, und über ihre Fläche unter- sehiedliehe Dicke aufweist. Mehrfachschicht nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Metall schicht farbig ist.5. 1lIelirfaehsehicht nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Teilschichten zwecks Bildung von Merk zeichen stellenweise unterbrochen ist. 6. Mehrfachschicht nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere prak tisch absorptionsfreie Teilschichten vorhan den sind, wobei mindestens eine derselben zwecks Bildung von 'Merkzeichen über ihre Fläche unterschiedliche Dicke aufweist. 7. Mehrfachschicht nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass die oberste Teilschicht praktisch ab sorptionsfrei ist und zwecks Bildung von Merkzeichen über ihre Fläche unterschiedliche Dicke aufweist. B. Mehrfachschicht nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die praktisch absorptionsfreie Teilschicht aus einem Metall oxyd besteht.9. Mehrfachschicht nach Patentansprtteh I, dadurch gekennzeichnet, dass die praktisch absorptionsfreie Teilschicht aus einem Metall- fluorid besteht. 1.0. Mehrfachschicht nach Patentanspruch T, dadurch gekennzeichnet, dass die praktisch absorptionsfreie Teilschicht. aus einem Metall nitrid besteht. 11. Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der praktisch absorptionsfreien Teilschichten durch verschieden langes Aufdampfen unter schiedliche Dicke erteilt wird. 12.Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass einer praktisch absorptionsfreien Teilschicht mittels Abdeck- masken beim Aufdampfen verschiedene Dicke erteilt wird. 13. Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die zu bedamp fende Fläche mittels Abdeckmasken teilweise abgedeckt. wird, so dass in der aufzubringen den Aufdampfsehicht Unterbrechungen ein treten.
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