Apparat zum Perspektivzeichnen. Es sind Apparate zum Perspektivzeichnen bekannt, die Skalenträger aufweisen, die drehbar miteinander verbunden sind und deren jeder für sich in einer um einen festen Punkt drehbaren Führung verschoben wer den kann. Die Skalenträger bilden dabei mit der Verbindung ihrer Führungen zusammen ein Dreieck, und an der Verbindungsstelle der Skalenträger ist eine dritte, drehbare und feststellbare Skala vorgesehen. Die Skalen träger dienen dabei dem Ziehen der Flucht linien einer zu zeichnenden perspektivisehen Figur, während die dritte Skala zum Ziehen der Vertikallinien dieser Figur dient.
Bei den bisher bekannten Apparaten zum Perspektivzeichnen hat man keine Möglich keit zu freier Wahl der Perspektive gehabt. Die Art der Perspektive wird hauptsächlich durch zwei Abstände bestimmt, nämlich durch den sogenannten D-Abstand oder D-Wert und den sogenannten H-Abstand oder H-Wert. Der D-Wert ist der Abstand vom Mittelpunkt der Horizontlinie zum einen Fluchtpunkt zweier zu einander senkrechter, horizontaler Richtungen.
Man setzt voraus, dass der Hauptpunkt der Perspektive (das ist die Normalprojektion des Zentrums der Perspektive auf die Zeichen ebene) mit dem Mittelpunkt der Horizont linie zusammenfällt. Der H-Wert ist der Ab stand des Punktes der Zeichenebene (Aus gangspunkt für Konstruktionen), der auf einer zum Mittelpunkt der Horizontlinie Senkrechten liegt, für den die Skalen auf den verschiedenen Skalenträgern genau richtig sind. Man bezeichnet den Quotienten aus dein H-Wert und dem D-Wert als Tangens des Perspektivwinkels. Der Vorteil eines Appa rates der hier behandelten Art ist, dass man sowohl den H- als den D-Wert ändern kann, während bei bekannten Apparaten nur der H-Wert veränderbar war.
Die Skalen sind sowohl vom D- als vom IS-Wert abhängig. Beschränkt man sich auf Gebiete, die nahe des Ausgangspunktes liegen, so sind die Skalen im wesentlichen nur vom Perspektivewinkel abhängig.
Mit bekannten Apparaten konnte es vor kommen, dass es unmöglich war, mit ein und demselben Apparat grosse und kleine Ge genstände zu zeichnen, weil mit den vorhan denen Skalen die Abbildung eines grossen Ge- genstandes so gross wurde, dass sie sich über den Rand des Zeiehenbrettes hinaus erstreckte, während die Abbildung eines kleinen Gegen standes so klein wurde, dass sie an Deutlich keit verlor.
Einen Reduktions- oder Vergrö sserungsfaktor kann man auch bei unverän dert. gelassenem Perspektivewinkel nicht auf die Skalen anwenden, ohne dass dieser Faktor zugleich auch auf den D- und den H-Wert angewendet wird, da sonst die Perspektive wesentlich geändert wird und Abbildungsver zerrungen entstehen.
Diesem Mangel will die vorliegende Er findung abhelfen. Sie betrifft einen Apparat zum Perspektivezeichnen mit. zwei miteinan der gelenkig verbundenen, verlängerbaren und mit je einer Teilung in perspektivischem Massstab versehenen Linealen, welche je an einem festen Punkt schwenkbar gelagert sind, sowie mit einem dritten Lineal, das mit den zwei erstgenannten Linealen in deren Verbin dungspunkt gelenkig verbunden ist, und zwar zeichnet sich der Apparat gemäss der Erfin dung dadurch aus, dass die Lagerungspunkte der zwei erstgenannten Lineale auf wunsch weise verlängerbaren Stangen angeordnet sind.
Durch diese Ausbildung ergibt sich der Vorteil, dass ausser dem H-Wert auch der D- Wert frei gewählt werden kann, wodurch es möglich wird, jedenfalls in der Umgebung des Ausgangspunktes Reduktionsfaktoren auf die Skalenteilungen anzuwenden.
Die Zeichnung veranschaulicht ein Aus führungsbeispiel der Erfindung.
Fig. 1. zeigt den ganzen Apparat in ein wenig schematisierter Form; die Fig. 2 bis 5 stellen Einzelheiten in grö sserem Massstab dar.
An der Rückseite eines Zeichenbrettes 10 sind zwei Stangen 11 und 12 angeordnet, welche in einer geraden Linie liegen und längs dieser Linie verschiebbar sind. Zu die sem Zwecke sind die Stangen, wie Fig. 5 zeigt, in Führungen 56 und 57 einer Platte 51 ge führt, die mit Schrauben 52, 53, 54 und 55 an der Rückseite des Zeichenbrettes 10 be festigt ist. Schrauben 58 und 59, die durch die Führungen 56 und 57 hindurchgeschraubt sind, dienen zur Feststellung der Stangen 11 und 12 am Zeichenbrett. In dieser Weise ist es möglich, in jedem einzelnen Fall den jeweils gewünschten D-Wert zu wählen. Hier durch ist die Verw endungsmöglichkeit des Apparates zum Perspektivezeichnen in hohem Masse erweitert.
In den Stangen 11 und 12 sind in der Nähe ihres freien Endes mittels Drehzapfen 50 (Fug. 3) Trommeln 13 und 14 gelagert, auf die je ein Stahlband 15 bzw. 16 aufgewickelt ist. Die Bänder 15 und 16 sind vorzugsweise in ihrer Querrichtung gewölbt. Die äussern Enden der beiden Stahlbänder 15 und 16 sind verdünnt und auf einandergelegt, und sie sind schwenkbar in einem Kopf 17 (Fig.2) mit- einander verbunden, der als Griff zum Ar beiten mit dem Apparat dient. An ihrer Ver bindungsstelle ist auch das eine Ende eines Lineals 18 befestigt. Die Stahlbänder 15 und 16 können in irgendeiner Lage, in welcher sie miteinander einen gewünschten Winkel bilden, durch am Kopf 17 vorgesehene Klemmteile 26 und 27 festgestellt werden.
Der Griffkopf 17 ist mit den an ihm be festigten Gliedern in der Fig. 2 in grösserem Massstab dargestellt. Die Klemmglieder 26 und 27 haben dabei die Form exzentrischer Platten, die einen Flügel aufweisen und mit einem Rand 49 des Kopfes 17 zusammen wir ken, so dass die Platten mittels des Flügels gegen diesen Rand gepresst werden können und so die Stahlbänder 15 und 16 in ihrer gegebenen Winkelstellung im Verhältnis zum Griffkopf festhalten.
Die Klemmeinrichtung 28 wirkt, wie Fig. 3 erkennen lässt, von der Seite her auf den auf die Trommel 14 aufgerollten Teil des Skalenbandes 16. Sie kann in die Trommel eingeschraubt sein und durch Anziehen gegen die Windungen des Skalenbandes 16 gepresst werden. Die Trommel 13 kann vorteilhaft mit einer analogen Klemmeinrichtung zum Fest stellen des Stahlbandes 15 in ihr versehen sein. An den dem Kopf 17 benachbarten Tei len der Stahlbänder 15 und 16 sind mit einer Teilung versehene Lineale 19 und 20 befestigt, welche als Perspektivlineale bezeichnet werden.
Das Lineal 18, das sich vom Kopf 17 in der einen Richtung erstreckt, hat. in der ent gegengesetzten Riehtimg eine dreieekförmi@"e Verlängerung 21. Die eine Kathete dieses rechtwinkligen Dreiecks liegt in einer Linie mit der einen Kante des Lineals 18 und die Hypotenuse schliesst mit. ihr den Perspektive- winkel ein. Das Dreieck 21 ist am Kopf 17 so befestigt, dass es gegen ein anderes Dreieck mit abweichenden Massen ausgewechselt wer den kann.
Beim Wechseln des Dreiecks 21 müssen auch die Perspektivlineale 7.9 und 20 gewecli- selt werden. Um dies zu ermöglichen, sind diese Lineale an den Stahlbändern 15 und 16 mittels Haken 22 und 23 bzw. 24 und 25 (Fig.1 und 4) befestigt. Die Skala des Li neals 18 ist linear, während die Skalen der Lineale 19 und 20 vom Kopf 17 ausgehend verkürzt und so berechnet sind, dass sie der gewählten Perspektive entsprechen, und Län genmasse angeben, die im voraus für den ein zustellenden Perspektivwinkel und einen vor bestimmten Normalwert von D und H berech net sind.
Soll mit dem beschriebenen Apparat bei spielsweise ein Würfel perspektivisch darge stellt werden, ist es zuerst notwendig, die per spektivischen Daten zu wählen, wie sie durch den D-Wert und den H-Wert gegeben sind. Der D-Wert ist die Distanz des einen und andern der Fluchtpunkte 31 und 32 vom Mittelpunkt 29 der Horizontlinie 30. Der H- R ert ist die Distanz des Punktes 33 vom Mit telpunkt 29 der Horizontlinie 30. Wie es beim perspektivischen Zeichnen allgemein üblich ist, wird die unterste und vorderste Ecke des darzu stellenden Gegenstandes in den Punkt 33 ge legt.
Eine sehr gebräuchliche und anschauliche Perspektive ergibt sich bei einem Perspektive winkel von 30 , der durch einen D-Wert von 70 cm und einen H-Wert von 10,5 ein gegeben ist, denn tg 30 = 40,5 :70.
Diese Perspektive ist in Fig.1 der Zeich nung dargestellt.