CH283453A - Verfahren und Vorrichtung zum gleichmässigen Auftragen von Flüssigkeiten auf Gegenstände. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum gleichmässigen Auftragen von Flüssigkeiten auf Gegenstände.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zum gleichmässigen Auftragen von Flüssigkeiten auf Gegenstände. Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum gleichmässigen Auf tragen von Flüssigkeiten, wie z. B. Druck farben, Feiachtflüssigkeiten oder dergleichen, auf Gegenstände, z. B. solche aus Papier, Glas, Holz oder dergleichen.
Das erfindungsgemässe Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass die aufzutragende Flüssigkeit aus einem Vorrats behälter einem Kapillarspalt zugeführt und aus diesem durch eine mit im Bereich der die Flüssigkeit abgebenden Oberfläche gleich mässig verteilten Kapillaren versehene Wand hindurch unter Herbeiführung eines Druck ausgleiches zwischen Innendruck des Behäl ters und Aussendruck an die Oberfläche der Wand diffundiert und von dort auf die mit der Flüssigkeit zu versehenden Gegenstände aufgetragen wird, wobei im Ruhezustande der Kapillarspalt zusammen mit den Kapillaren der Wand eine Flüssigkeitssperre bildet.
Verfahren und Vorrichtungen zum Auf tragen von Flüssigkeiten auf Gegenstände der verschiedensten Art sind bekannt. Besonders in der Vervielfältigungstechnik und der Drucktechnik müssen Farben oder Feucht- fIüssigkeiten völlig gleichmässig und in genau regelbarer Menge auf Gegenstände aus Papier, Karton, Glas usw. aufgetragen werden.
Gerade das völlig gleichmässige Auftragen in genau regelbarer Menge konnte aber bisher nicht er reicht. werden, da die meisten Anordnun gen sich zum Verteilen eines Filzmantels, Schwammgummimantels oder einer andern aus Filz, Schwammgummi oder ähnlichem Mate rial bestehenden, dochtartig wirkenden Ver teilungsvorrichtung bedienten, wobei die Flüs sigkeit dort, wo sie bereits gleichmässig ver teilt sein müsste, nur gross verteilt zugeführt wurde. Die Filzmäntel oder dergleichen sind aber nicht in der Lage, eine derart gleich mässige Verteilung noch vorzunehmen, wie sie erforderlich ist.
Selbst die Wahl eines per forierten Zylindermantels mit saugfähigem Belag aus Filz oder dergleichen führt nicht zu dem gewünschten Ergebnis, da die Ver teilung durch den perforierten Zylindermantel noch viel zu grob war. Ferner musste meistens noch auf mechanischem Wege, z. B. durch die Anwendung von Druckkolben, Walzen oder Rollkörpern, der gewünschte Durchtritt der Flüssigkeit durch den perforierten Zylin dermantel und den Mantelbelag zu dessen Oberfläche erzwungen werden.
Die Erfindung geht nun von der Erkennt nis aus, dass ein einwandfreies Ergebnis nur dann zu erzielen ist, wenn die Zuführung der Flüssigkeit zu der die Flüssigkeit abgebenden Oberfläche von vornherein über die die Flüs sigkeit abgebende Oberfläche gleichmässig ver teilt erfolgt. Im Zuge dieser Erkenntnis wurde festgestellt, dass die Lösung dieses Problems ohne weiteres möglich ist, wenn man die Flüs sigkeit durch einen Kapillarspalt und eine über den Bereich der die Flüssigkeit abgeben- den Oberfläche mit gleichmässig verteilten Kapillaren versehene Wand hindurch im Wege einer Diffusion der die Flüssigkeit ab gebenden Oberfläche zuführt.
Diese Art der Flüssigkeitszufuhr hat zunächst den grossen Vorteil, dass der Kapillarspalt zusammen mit den Kapillaren gleichzeitig als Flüssigkeits sperre wirken, also bei Nichtbenutzung der Vorrichtung ein unbeabsichtigtes Heraustre ten der Flüssigkeit verhindern, weil durch die Füllung des Kapillarspaltes und der Kapil laren mit Flüssigkeit im Innern des Flüssig keitsvorratsbehälters ein gewisser Unterdruck entsteht, der ein weiteres Nachdrücken der Flüssigkeit verhindert.
Diese Wirkung bietet gleichzeitig die Möglichkeit, die Regelung der austretenden Flüssigkeitsmenge in einer voll befriedigenden Weise vorzunehmen, da man zur Ermöglichung des Flüssigkeitsaustrittes einen Ausgleich des Druckunterschiedes zwi schen Innen- und Aussendruck vornehmen muss, der durch Luftzufuhr zum Innern des Flüssigkeitsbehälters erfolgt. Die Grösse der Luftzufuhr bestimmt aber die Schnelligkeit des Druckausgleiches, so dass durch Regelung der Luftzufuhr in relativ einfacher Weise die austretende Flüssigkeitsmenge genau ge regelt werden kann.
Die Vorrichtung zur Ausführung des Ver fahrens ist gekennzeichnet durch einen all seitig geschlossenen Aussenbehälter, dessen Wandungen im Bereich der die Flüssigkeit abgebenden Oberfläche gleichmässig verteilte Kapillarkanäle aufweisen, und einen in dem Aussenbehälter angeordneten, als Flüssigkeits- v orratsbehälter dienenden Innenbehälter, des sen Querschnitt nur um so viel kleiner ist als der des Aussenbehälters, dass nur ein den Kapillarspalt bildender Ringspalt zwischen Innenmantel des äussern und Aussenmantel des innern Behälters verbleibt,
und der nur mit einer in der Längsrichtung verlaufenden Lochreihe mit dem Innern des Aussenbehälters in Verbindung steht.
In der Zeichnung sind mehrere Ausfüh rungsbeispiele einer Vorrichtung zur Ausfüh rung des erfindungsgemässen Verfahrens dar gestellt; es zeigen: Fig. 1 einen Längsschnitt durch einen Zylinder aus keramischem Material nit darin angeordnetem Innenzylinder, Fig.2 einen Querschnitt durch die Vor richtung nach Fig.1 mit direkter Auftra- gung der Flüssigkeit, Fig. 3 einen 1,ängssehnitt durch einen Zylinder aus einem Träger, Drahtgaze und einer Decldolie,
Fig. 4 einen Querschnitt durch die Vor richtung nach Fig. 33 mit indirekter Auftra- gung der Flüssigkeit.
Bei der Ausführung nach Fig.l und 2 besteht der Zylinder aus einem Zylinder mantel a aus keramischem Material mit den erforderlichen, im Bereich der die Flüssig keit abgebenden Oberfläche gleichmässig ver teilten Kapillaren. Der Zylinder ist an den Stirnseiten durch Scheiben b verschlossen, die gleichzeitig die Lagerzapfen c zur dreh baren Lagerung des Zylinders tragen. In dein so entstandenen, geschlossenen Zylinder ist ein zweiter Zylindermantel d angeordnet, der an den Stirnseiten gleichfalls durch die Scheiben b abgeschlossen ist.
Der Durch messer dieses Mantels d ist, wie aus Fim_.2 klar ersichtlich ist, tim so viel kleiner als derjenige des Mantels a, dass ringsherum und auf die ganze Länge ein den Kapillar spalt bildender Ringspalt (übertrieben gross gezeichnet) e_ entsteht, der gerade so gross ist, dass er eine schnelle und gleichmässige Verteilung der aus dem Mantel d austreten den Flüssigkeit gewährleistet. Der Austritt der Flüssigkeit aus dem Innenzylinder in den Aussenzylinder erfolgt durch eine in rler Längsrichtung des Mantels d verlaufende Reihe von Löchern f.
Diese Anordnung be wirkt, dass der h'lüssigl#:eitszul:ritt zu dem Aussenzylinder bei Nichtbenutzung dadurch abgestellt werden kann, dass man den Man tel d so dreht, dass die Lochreihe oben liegt. Der Kapillarspalt bildet dann zusammen mit den Kapillaren der Wand eine Flüssigkeh s- sperre. Sind Mantel a und Mantel<I>d</I> gemein sam drehbar, so tritt bei Benutzung der Vor richtung bei jeder Umdrehung einmal die Flüssigkeit vom Innenzylinder in den Zy- lindertpalt e über.
Der Mantel d könnte auch feststehend und der äussere uni ihn drehbar sein, wobei dann während des Gebrauches eine gleichmässige dauernde Entnahme von Flüssigkeit aus dem Innenzylinder erfolgen würde, und zwar entsprechend dem jewei ligen Flüssigkeitsverbrauch.
Zur Herbeiführung und Regelung des Druekaitsgleiches ist in der einen Stirn scheibe b ein einfaches Lufteinlassventil g vorgesehen, während in der andern Stirn scheibe b (es könnte auch die gleiche sein) eine verschliessbare Einfüllöffnung h vor gesehen ist. Das Luftsteuerventil könnte auch auf dem Zylindermantel ausserhalb der Porenfläche angeordnet sein, und es kann von Hand oder maschinell gesteuert werden und in letzterem Falle automatisch arbeiten.
Bei der Anordnung nach Fig.2 ist eine direkte Auftragung der Flüssigkeit auf den mit Flüssigkeit zu versehenden Gegenstand, z. B. einem Papierpogen i, vorgesehen, wo bei in bekannter Weise zum Transport des Bogens<I>i</I> eine Transportwalze<I>k</I> angeord net ist.
Bei dem Beispiel nach Fig. 1 und 2 kann der Mantel des Behälters aus keramischem oder metallkeramischem (pulvermeta,llui,gi- schem) Filtermaterial hergestellt sein, wel ches die notwendigen Kapillaren enthält. Dabei hat man es in der Hand, jeweils die der in Anwendung kommenden Flüssigkeit entsprechende Porengrösse zu wählen. Zu be achten ist aber bei der Wahl des keramischen Materials der Imstand, dass die Wandstärke verhältnismässig gross sein muss, so dass die in dem Mantel befindliche Flüssigkeitsmenge im Verhältnis zum Behälteriphalt ziemlich gross ist.
Handelt es sieh um eine leicht ver- dun,stende oder sich leicht verflüchtigende Flüssigkeit, so kann bei seltenem Gebrauch der Vorrichtung der Flüssigkeitsverlust sehr erheblich sein.
Diesen Nachteil kann man vermeiden, wenn man nach Fig.3 und 4 den mit den Kapillaren versehenen Behältermantel aus einem als grobes Sieb ausgebildeten Träger m herstellt, auf dem eine oder mehrere Sehich- ten Drahtgaze, Glasfasergaze, Seidengaze oder dergleichen n und als Deckschicht eine mit einer grossen Zahl von gleichmässig verteil ten Löchern versehene Metallfolie o anordnet.
Dabei übernimmt dann die Gaze die Arbeit der gleichmässigen Verteilung der Flüssig keit und übt gleichzeitig die Funktion der Flüssigkeitssperre aus, während die De & i- folie mit ihren gleichmässig verteilten fein sten Öffnungen die einwandfrei gleichmässige Abgahe der Flüssigkeit gewährleistet, gleich zeitig aber das Mass der Verdunstung oder Verflüchtigung auf einen kaum noch mess- baren Wert herabdrückt.
Als Deckschicht kann beispielsweise eine sui-' galvanoplasti- schein Wege erzeugte Metallfolie verwendet werden, die bis zu 50000 Löcher pro em2 ent halten kann. Es ist also ersichtlich, dass die Feinheit der Verteilung allen Forderungen und allen zu verwendenden Flüssigkeiten an gepasst werden kann, da praktisch jede ge wünschte Zahl der Löcher pro Flächeneinheit und jede gewünschte Lochgrösse gewählt wer den kann.
Im übrigen sind bei der in Fig. 3 und 4 dargestellten Vorrichtung die Teile b-h die gleichen wie in Fig. 1 und 2.
Die Übertragung der Flüssigkeit auf den Gegenstand, z. B. den Papierbogen i, geschieht gemäss Fig.4 auf indirektem. Wege. Zu die sem Zwecke ist unter der die Flüssigkeit ent haltenden Zylinderwalze eine Walze p aus saugfähigem Material, z. B. Crumini, vor gesehen, die die aus der Zylinderwalze aus tretende Flüssigkeit absaugt und auf den Bogen i überträgt. In üblicher Weise wird dabei der Bogen i von der als Gegenwalze arbeitenden Transportwalze k bewegt.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zum gleichmässigen Auftra gen von Flüssigkeiten auf Gegenstände, da durch gekennzeichnet, dass die aufzutragende Flüssigkeit, aus einem Vorratsbehälter einem Kapillarspalt zugeführt und aus diesem durch eine mit im Bereich der die Flüssig keit abgebenden Oberfläche gleichmässig ver teilten Kapillaren versehene Wand hindurch unter Herbeiführung eines Druckausgleiches zwischen Innendruck des Behälters und Aussendruck an die Oberfläche der Wand diffundiert und von dort auf die mit der Flüssigkeit zu versehenden Gegenstände auf getragen wird,wobei im Ruhezustande der Kapillarspalt zusammen mit den Kapillaren der Wand eine Flüssigkeitssperre bildet. II. Vorrichtung zur Ausführung des Ver fahrens gemäss Patentanspruch I, gelzemi- zeichnet durch einen allseitig geschlossenen Aussenbehälter, dessen Wandungen im Be reich der die Flüssigkeit abgebenden Ober fläche gleichmässig verteilte Kapillarkanä.le aufweisen und einen in dem Aussenbehälter angeordneten, als Flüssigkeitsvorratsbehälter dienenden Innenbehälter, dessen Querschnitt nur um so viel kleiner ist als der des Aussen behälters,dass nur ein den Kapillarspalt bil dender Ringspalt zwischen Innenmantel des äussern und Aussenmantel des innern Behäl ters verbleibt, und der nur mit einer in der Längsrichtung verlaufenden Loehr eihe finit dem Innern des Aussenbehälters in Verbin dung steht. . UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren zum gleichmässigen Auftra gen von Flüssigkeiten nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet., dass die Menge der zu diffundierenden Flüssigkeit durch Steue rung der Druckausgleichzeit geregelt wird. 2.Vorrichtung nach Patezitansprueh TI, dadurch gekennzeichnet, dass der Aussen- Behälter als drehbare @Valze ausgebildet ist, in deren Stirnseiten ein Luftsteuerventil und eine ,'infüllöffnung zum Einfüllen der Flüs sigkeit vorgesehen sind. 3. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die mit den Kapillarkanälen versehenen Wandungen aus keramischem Material bestehen. 4.Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass die mit den Kapillarkanälen versehenen Wandungen aus metallkeramischem Material bestehen. 5. Vorrichtung nach Patentanspruch IT, dadurch gekennzeichnet, dass die mit den Kapillarkanälen versehenen NNTandungen aus einem als Sieb ausgebildeten Träger bestehen, auf dem Schichten Gaze und als Deeksehieht eine mit gleichmässig verteilten Löchern ver sehene Metallfolie angeordnet sind. 6.Vorrichtung nach Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Deeksehieht aus einer auf galvanoplastisehem Wege er zeugten Metallfolie mit bis zu 50 000 Löchern pro cm besteht. 7. Vorrichtung nach Pätentansprueh <B>11,</B> dadurch gekennzeichnet, da13 der innere Be hälter feststehend und der äussere um den innern drehbar ist. B.Vorrichtung nach Patentansprueli II, dadurch gekennzeichnet, dass eine Walze aus saugfähigem Material vorgesehen ist zum Zwecke, die austretende Flüssigkeit absaugen Lind ihrerseits auf den mit Flüssigkeit zu versehenden Gegenstand auftragen zu lassen.
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