Photographisches Vergrösserungsgerät. Es sind bereits photographische Vergrösse rungsgeräte, vorzugsweise in senkrechter Bau art mit Parallelogrammführung bekannt, bei denen das Objektiv durch ein von den Len kern des Parallelogramms oder von einem Punkt des Beleuchtungskopfes gesteuertes Ilebelgestänge zwangläufig scharf eingestellt wird. Es lässt sieh nicht vermeiden, dass Toleranzen in den Brennweiten der zur Ver wendung gelangenden Objektive vorhanden sind, die bei serienmässiger Herstellung von derartigen Geräten eine nachträgliche Korrek tur der Objektiveinstellung erforderlich ma chen.
Bei jeder Abweichung von der normalen Brennweite des Objektivs musste bisher zwangläufig auch die gesamte automatische Scharfstellung in Unordnung geraten, da ja Brennweite, Bildweite und Gegenstandsweite voneinander abhängig sind. Es kann hierbei auch vorkommen, dass zwar die Naheinstel lung des Vergrösserungsobjektivs stimmt, wäh rend die Einstellung auf grössere Entfernun gen zwecks stärkerer Vergrösserungen einer Korrektion bedarf. Analog ist es denkbar, dass umgekehrt nur die Naheinstellung korri giert. werden muss. Endlich sind Fälle mög lich, in denen Einstellpunkte für nah und fern verändert werden müssen.
Die Erfindung betrifft nun ein photo graphisches Vergrösserungsgerät, bei deni das Objektiv durch ein selbsttätig gesteuertes Hebelgestänge zwangläufig scharf eingestellt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Hebel- gestänge einen Steuerhebel aufweist, dessen wirksame Hebellänge in mindestens einer der beiden Endstellungen des Objektivs verän derbar ist, ohne dass durch eine solche Ver änderung die Einstellung des Objektivs in der andern Endstellung praktisch beeinflusst wird.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes besitzt eine Parallelo- graminführung, welche mit dem genannten Hebelgestänge gekuppelt ist. Es ist jedoch auch denkbar, einen beliebigen Punkt eines beweglich geführten Beleuchtungskopfes zur Steuerung heranzuziehen.
In der beiliegenden Zeichnung ist eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstan des dargestellt.
Fig.1 zeigt eine Gesamtansicht.
Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung des Hebelgestänges mit einer Verstellung des innern Gelenkpunktes 14 des Winkelhebels in Naheinstellung des Objektivs.
Fig.3 zeigt das Hebelgestänge mit einer ebensolchen Verstellung in Ferneinstellung des Objektivs.
Fig. 4. zeigt. eine seheniatisehe Darstellung des Hebelgestänges mit einer Verstellung des äussern Schenkels 10b des Winkelhebels in Naheinstellung des Objektivs.
Fig.5 zeigt (las Ilebelgestänge mit einer ebensolchen Verstellung in Ferneinstellung des Objektivs. Das Vergrösserungsgerät weist einen Be leuchtungskopf 1, einen Falz 2 zum Ein schieben des zu vergrössernden Negativs, einen Balg 3 und einen Objektivträger 4 auf. Das Objektiv 5 ist mit Hilfe eines Hebels 5a. im Objektivträger von Hand einstellbar. Die automatische Scharfstellung des Objektivs er folgt durch das Objektivbrett 6, das mittels eines Schlittens 7 an dem Träger 8 des Ver grösserungsgerätes, gleitbar geführt ist. Der Schlitten 7 trägt eine Leiste 9, die von einem Winkelhebel 10 gesteuert wird.
Der Winkel hebel 10 hat zwei Schenkel 10a und 10b. An dem äussern freien Ende des Sehenkels 10b ist eine Rolle 11 längsverschiebbar und fest stellbar gelagert, die an der Steuerfläche der Leiste 9 unmittelbar anliegt. Die Verstellbar keit der Rolle 11 wird beispielsweise durch einen Schlitz 12 im Schenkel 10b und durch eine Klemmschraube, die auf der Rückseite der Rolle liegt, ermöglicht. Der Winkelhebel 10 ist um die Achse 13 drehbar; die auf dem Träger 8 angeordnet ist. Der innere Schenkel 10a des Winkelhebels ist durch einen gleich falls verschiebbaren und feststellbaren Bolzen <B>1-1</B> mit einer Steuerstange 15 gelenkig ver bunden.
Der Schlitz in dem :Schenkel 10a., der zur Verstellung des Gelenkbolzens 14 dient, ist mit 16 bezeichnet. Der Hebel 15 ist durch einen Bolzen 17 gelenkig mit einem C?abelstüek 18 verbunden, das am Träger 8 durch ein Gelenk 19 befestigt ist. Zwei par allele Lenker 20 und 21 sind einerseits an dem Träger 8 durch Gelenkzapfen 22 bzw. 23 und anderseits an einer Tragsäule 24 durch Gelenkzapfen 25, 26 schwenkbar gela gert, wobei die Gelenkzapfen 22, 23, 25 und 26 die -Gelenke eines Gelenkparallelogramms bilden.
An dem obern Lenker 21 ist ein Stift 27 befestigt, der in die Gabel 28 des Gabel stückes 18 eingreift und das Hebelgestänge 15, 10 in der Weise steuert, dass das Objek tiv 5 in jeder Stellung des Vergrösserungs apparates jeweils ein scharfes Bild in den entsprechenden. Vergrösserungsmassstäben. auf dem Kopierbrett 29 entwirft.
Die Tragsäule 24- ruht auf dem Grund brett 29. Aus der schematischen Darstellung in den Fig. '? bis :5 geht hervor, dass eine Verstellung der Hebellänge des innern Sehen kels 10a des Winkelhebels 10 durch Verschie ben des Bolzens 14 im Schlitz 16 einen grossen Einfluss auf die Stellung der Leiste 9 in der untersten Stellung des Objektivs hat.
(Fig.2 und 4), während dieselbe Verstellung des Gelenkbolzens 11 in der obersten Stellung des Objektivs (Fig. 3 und 5) keinen Einfluss hat, da der Hebelarm 10a in dieser Stellung parallel oder nahezu parallel zur Leiste verläuft und der durch die Bolzenversehie- bung bewirkte Schwenkwinkel der Sehub- stan-e 15 kleiner ist als in der in Fig. 2 und 1 gezeigten Stellung. (:
Siehe die gestrichelte Schwenkstellung der Steuerstange 1.5 in Fig. 3 und 2.) Umgekehrt verhält es sieh bei der Ver änderung der Hebellänge des freien Schen kels 10b des Winkelhebels 10. Hier hat die Verstellung der Gleitrolle 11 in der untersten Lage des Objektivs - also bei kleinen Ver grösserungen - keinen Einfluss auf die Leiste 9 und damit auf die Einstellung des Objek tivs - vgl. Fig. 4 -, während in der obersten Stellung des Objektivs - also bei starken Vergrösserungen - die Lage der Rolle 11 auf dem Schenkel 10b von ausschlaggebender Be deutung ist, - vgl. Fig. 5 -, da in diesem Falle die Verstellung senkrecht zur Leiste erfolgt.
Durch eine Veränderung der wirk samen Hebellängen. (10a und 10b) in der einen Endlage des Objektivs wird somit die Einstellung des Objektivs in der andern End- stellung (nah oder fern) praktisch nicht. be- einflusst.
Die Sehenkel 10a und 10b des Hebels 10 bilden miteinander nahezu einen rechten Win kel, damit das angestrebte Ziel der einseitigen Beeinflussung der Endstellungen des Objek tivs erreicht wird. Geringe Abweichungen vom rechten Winkel - also Winkel von 80 bis 110 (in dem veransehauliehten Beispiel be trägt der Winkel etwa 100 ) - sind praktisch ohne Einfluss auf die Einstellung des Objek tivs, da die Länge der Steuerstange 15 so gross ist, dat> sieh der Gelenkbolzen l.4 in seiner untersten Stellung auf einem sehr flachen Bogen bewegt.
Hinzu kommt, dass in der un- tersten Stellung des Gelenkbolzens 1-1 das freie Ende des Schenkels 10a des Winkelhebels 10 <B>(Y</B> eielifalls einen Bogen um die Drehachse 13 beschreibt und dass in der Nähe des Kulmina- tionspunktes der Rolle 11 geringe Schwenk bewegungen des Hebels 10b ohne Einfluss auf die Steuerleiste 6 und damit auf das Objektiv bleiben.