CH285793A - Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Fasermaterial. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Fasermaterial.

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    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21JFIBREBOARD; MANUFACTURE OF ARTICLES FROM CELLULOSIC FIBROUS SUSPENSIONS OR FROM PAPIER-MACHE
    • D21J3/00Manufacture of articles by pressing wet fibre pulp, or papier-mâché, between moulds

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Description


  Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Fasermaterial.    Die vorliegende Erfindung bezieht sich  auf die Herstellung von Gegenständen aus  Fasermaterial, wie zum Beispiel Papierfasern  und     Asbestfasern.     



  Zu diesem Zweck ist es bekannt, das Faser  material gemäss den in der Papier- und der       Papiermache-Technik    üblichen Verfahren zu       verarbeiten.     



  Bei der Herstellung von Papier wird von  einer sehr verdünnten Fasersuspension aus  gegangen, von der durch     Absaugung    auf  einem Untergrund aus porösem Material, wie  Metallgaze, ein grösserer Teil des als     Suspen-          sionsmittel    verwendeten Wassers entfernt  wird, worauf eine Trocknung folgt. Die gute  mechanische Festigkeit voll auf     diese    Weise  erhaltenen Erzeugnissen ist     auf    den Umstand       zurückzuführen,    dass sich die Fasern im.  wesentlichen parallel zum Untergrund richten.  



  Insoweit das Vorhandensein eines dem  porösen Untergrund entsprechenden     Musters     an der Oberfläche .dieser Erzeugnisse     als     störend empfunden wird, kann dieser Nachteil  in Fällen, in denen es sich um     Erzeuänisse     in Form von Platten oder Folien handelt,  durch eine     Walzbearbeitung    beseitigt werden.  Dies ist naturgemäss bei der Herstellung ver  wickelter     Gegenstände    nicht möglich. In  solchen Fällen bietet auch die Herstellung  der Form gewisse Schwierigkeiten, da Mate  rialien wie Metallgaze sich weniger gut dazu  eignen.

   Da ferner die zu verarbeitenden Faser  suspensionen sieh wie eine     Flüssigkeit    ver-    halten, ist die Bildung einer Schicht     gleich-          .mässiger    Stärke auf der Formwand in diesen  Fällen nicht zu erwarten, was bei der Anwen  dung, dieser     Erzeugnisse,    zum Beispiel durch  scheinende Leuchtarmaturen,     erschwerlich     sein kann. Auch löst sich der fertige Gegen  stand nur schwer von der Form, da das Faser  material etwas in die Sieböffnungen eindringt.

    Schliesslich kann noch     als    Nachteil angeführt  werden, dass beim Einbringen von     Hilfsstoffen     in die     Fasersuspension,    wie Bindemittel,  Stoffe zur Förderung der Durchsichtigkeit,  Farbstoffe und dergleichen, diese beim Ab  saugen zu einem wesentlichen Teil verloren  gehen werden.  



  Bei der Herstellung von Papiermache er  folgt die Formgebung durch Pressen oder  Modellieren, wozu das Fasermaterial in Form  eines dickflüssigen     Faserbreis,    also einer  plastischen Masse, verwendet werden muss.  



  Die dem     Absaugverfahren    anhaftenden  Nachteile können hier nicht auftreten. Die  Formen brauchen nicht aus porösem Werk  stoff angefertigt, zu werden, so dass die damit  beim     Absaugverfahren    verbundenen Nachteile  nicht auftreten. Da ferner die im Faserbrei  vorhandene Flüssigkeit im wesentlichen durch  Verdampfen entfernt wird, tritt kein wesent  licher Verlust an etwa. in den Brei gebrachten  Hilfsstoffen auf.

   Die mechanische Festigkeit  dieser     Presserzeugnisse    ist aber wesentlich  geringer     als    die von durch     Absaugung    erhal  tenen Gegenständen, da sieh die Fasern in      diesem Falle nicht im wesentlichen parallel  zur Formoberfläche richten, sondern ganz be  liebig durcheinander zu liegen     kommen.     



  Nach der Erfindung werden die     erwähnten     Nachteile der bekannten Verarbeitungsver  fahren von Fasermaterial dadurch beseitigt,  dass ein Faserbrei mit einer solchen Kraft  gegen die Oberfläche einer Form geworfen  wird,     .dass    sich die Fasern im wesentlichen  parallel zu dieser Oberfläche richten und auf  der Form von diesem Faserbrei eine zusam  menhängende Schicht gebildet     wird,    die auf  der Form getrocknet und dann von ihr     ent_.-          f        ernt    wird.  



  Da .die Fasern im wesentlichen parallel  zur Oberfläche gerichtet werden, tritt ebenso  wie bei der üblichen Papierfabrikation ein  auffallend guter Zusammenhang auf, wobei in  diesem Falle möglicherweise noch etwas Ver  filzung eine Rolle spielt. Da die Fasern nicht,  wie es bei der     Papierfabrikation    der Fall ist,  aus einer verdünnten Suspension abgetrennt  werden, sondern durch Eintrocknen von Brei  teilchen, die infolge ihrer verschiedenen Grösse  mit verschiedenen Geschwindigkeiten mit der       Formoberfläehe    in Berührung kommen, ent  steht eine nicht völlig massive Struktur und  es wird eine lebendige Oberfläche erhalten, so  dass sich ein besonders dekorativer Effekt er  gibt.

   Durch nachträgliche     Tränkung    mit einer  Lacklösung können der etwas porösen Faser  masse die für verschiedene Anwendungen  noch ferner gewünschten     Eigenschaften    erteilt       v@erden.    So kann hierdurch das     Material    der  art verbessert werden, dass es durchscheinen  der wird und sich leicht reinigen lässt, was  zum Beispiel bei der Herstellung von Lampen  schirmen von Bedeutung     ist.     



  Das Auftragen der Schicht auf die Form  kann zum Beispiel durch     Verwendung    einer  zum Verspritzen plastischer Massen geeigne  ten     Spritzvorrichtung    erfolgen, wobei durch  Anwendung einer starken     Luftströmung    die       Masse    zerteilt und deren Teilchen die erfor  derliche Geschwindigkeit gegeben wird. Dabei       kann    die Masse in einem kontinuierlichen  Strahl oder in kleineren, geeignet dosierten  Mengen mit Kraft gegen ein stationäres oder    bewegliches zerteilendes Element, zum Beispiel  eine Kugel oder ein     Sehuppenrad,        geworfen          und    darauf weggeblasen werden.

   Auch ist es  möglich, die     erforderliehe        Gesehwindigkeit     zum     Beispiel        Zentrifugalkräften    statt. dem  Druck einer Luftströmung zu entnehmen. Es       kommt    nur darauf an, dass die zerteilte Masse  mit.     hinreiehender    Kraft mit der Formober  fläche in Berührung kommt. Die Gleich  mässigkeit der     Fasersehieht    auf der Form ist  regelbar durch die relative Bewegung der  Formoberfläche gegenüber der Vorrichtung,  mit der die     Fasermasse    aufgetragen wird. Für  die Form wird man häufig eine um eine senk  rechte Achse drehende Bewegung und für die  Vorrichtung eine auf- und abgehende Be  wegung wählen.  



  Der Faserbrei hat     zweekmässig    eine solche  Konsistenz, dass der     Wert    der Fliessgrenze so  hoch ist, dass kein Abfliessen von der Form  oberfläche stattfinden kann.    Dem Brei können im Gegenstand ge  wünschte Bestandteile, wie Bindemittel zum  Beeinflussen der     meehanischen        Eigenschaften,     Farbstoffe und grobe Teilchen zur     Erhaltung     eines gewünschten dekorativen Effekts und  Stoffe, die zum Beispiel Leuchtarmaturen eine       ,ewünschte    Durchsichtigkeit geben können,  zugesetzt werden.

   Auch können Stoffe, wie       Methy        lzellulose,    welche das Gleiten der  Fasern aneinander bei der Berührung mit der       Formoberfläche    erleichtern, dem Brei zu  gesetzt werden.  



  Da die beim Verfahren nach der Erfin  dung zu verwendenden Formen nicht grösseren  Drucken     ausgesetzt    werden, wie es zum Bei  spiel bei     Pressformen    der Fall ist, können sie  in leichter Konstruktion ausgeführt werden.  



  Damit die Erzeugnisse nach dem Trocknen  auf der Form, was unter vorsichtiger Heizung  erfolgen kann, leicht von der Form entfernt  werden können, kann die Formoberfläche mit,  einer dünnen Schicht     eines    Mittels, welches  das     Entfernen    des Gegenstandes von der  Form erleichtert, versehen werden, wie es auch  beim     Pressen    plastischer     Massen    verwendet  wird, zum Beispiel     Aluminiumstearat.    Auch      können solche Stoffe direkt dem Faserbrei zu  gesetzt werden.  



  Beim Verfahren nach der Erfindung       kann    auf einfache Weise eine Armierung an  gebracht werden, die zum Beispiel aus Dräh  ten oder Streifen besteht,     welche    gegebenen  falls zu einem Skelett miteinander verbunden  sein können. Zu diesem Zweck kann die  Armierung auf die Form gelegt werden,  worauf der Faserbrei aufgebracht wird. Die  Armierung wird aber     vorzugsweise    ange  bracht, nachdem bereits eine dünne Faserbrei-.

    Schicht auf der Form vorhanden     ist.    Zur Er  leichterung der     Anhaftung    der Fasermasse  kann die Armierung mit einer Klebeschicht       ,#        ersehen    werden, wozu zum     Beispiel    ein     Emul-          sionsleim,    wie eine Emulsion eines     Polyvinyl-          acetatleims,    in     Wasser    besonders geeignet ist.  Bei der Anwendung von Metallteilen für die       l@rmierung    ist es vorteilhaft, die Oberfläche  der Metallteile durch Ätzen vorher etwas auf  zurauhen.  



  Ein     besonders    dekorativer Effekt, zum  Beispiel bei der     HerstellungvonBeleuchtungs-          armaturen,    wie Lampenschirmen, kann da  durch erzielt werden, dass vor der     Auftragung     der     Fasermasse    auf die Form nicht oder  weniger     durchscheinende    oder anders gefärbte  Formstücke, gegebenenfalls in einem bestimm  ten Muster, angebracht werden. Wenn es sieh.  um Stücke von nur geringen     Abmessungen,     wie kleine Papierschnitzel handelt, so können       diese    auch mit dem Faserbrei vermischt auf  gebracht werden.

   Infolge der Kraft, mit der  sie mit der Formwand in Berührung kommen,  richten sie sich etwa parallel zu letzterer.  



  Auch ist es möglich, die ganze Formwand  vorher mit     Polienmaterial    zu bedecken, das an  der von der Form abgekehrten Seite eine  Oberfläche hat, an der die     Fasermasse    haften       bann.    Dies ist zum Beispiel für die Herstel  lung von Reflektoren von Bedeutung. Dabei  kann zum Beispiel     metallisiertes    Papier oder  Metallfolie, die einseitig mit einer Leimschicht  i -ersehen sind, verwendet werden.  



  Die nach dem erfindungsgemässen Ver  fahren hergestellten Gegenstände aus Faser  material können auch dadurch zu Reflektoren    verarbeitet werden,     da.ss    sie     zumBeispiel    durch  Aufdampfen mit einer reflektierenden Metall  schicht versehen werden. In solchen Fällen  ist es vorteilhaft, die zu metallisierende Ober  fläche in bekannter Weise vorher mit einer       Lackschicht    und     gegebenenfalls    vor dem Auf  bringen der letzteren mit einer     Giuindier-          sehieht    zu versehen; letztere dient dazu, in  folge der Faserstruktur auftretende Unregel  mässigkeiten der Oberfläche auszugleichen.  



  Die Erfindung wird     nachstehend    an Hand  einiger     Ausführungsbeispiele    näher erläutert.    <I>Beispiel 1.</I>  



  Ein Papierbrei wird     zusammengesetzt,    der       \e    kg 80 g Papierfasern, 4 g     Methylzellulose     und     als    Rest Wasser enthält. Eine dünne  Schicht dieses     Breis    wird mit Kraft auf eine  Form von der Gestalt eines stumpfen Kegels  gespritzt, der vorher mit. einer dünnen Alu  miniumstearaischieht versehen wurde. Beim  Spritzen wird die Form um ihre     Achse    ge  dreht, wobei die Spritze etwas auf- und ab  bewegt wird.

   Ferner werden zwei geeignet       bemessene    Verstärkungsringe aus Aluminium  derart auf die Form gelegt, dass sie die beiden  Enden des stumpfen     Kegels        umfassen.    Die  Ringe ,sind durch Ätzen etwas     aufgerauht    und  mit. einer dünnen Schicht einer     Emulsion    von       Polyvinylaeetatleim    versehen. Darauf erfolgt  eine weitere     Spritzbehandlung,    bis zum Ent  stehen einer Faserschicht der gewünschten  Stärke auf der Form.

   Nach Trocknung unter  Heizung wird der erhaltene Gegenstand von  der Form entfernt und     darauf    mit     Nitrozel-          luloselack    getränkt, wodurch das Ganze zur  Anwendung     a1,4        Lampenschirm    hinreichend  durchscheinend wird.  



  <I>Beispiel</I>     ?.     



  Ein     Papierfaserbrei    der im Beispiel 1.  angegebenen     Zusammensetzung    wird bis zum  Entstehen einer Schicht gleichmässiger Stärke  auf eine parabolische Form geschleudert.  Nach Trocknung und Entfernung von der  Form wird die Innenseite     des    erhaltenen  Gegenstandes durch     Zentrifugierung    mit  einer     Grundierschieht    versehen., die aus Kas  seler Erde und     Benton:

  t    als Pigment enthal-           tendem        Nitrozelluloselack    besteht, worauf  noch eine     Harnstoff-Formaldehydlackschicht          aufgebracht    wird.     Darauf    wird bei einer       Temperatur    von etwa 1200 gemuffelt und auf  bekannte Weise durch     Bedampfung    ein Alu  miniumspiegel aufgetragen. Auf diese Weise       entsteht    ein billiger Reflektor, der hohen An  forderungen     entspricht.       <I>- Beispiel<B>3.</B></I>  



  1/2 kg     Asbestfasern    und 5 g     Methylzellulose     werden- mit 1 Liter Wasser zu einem Brei ver  arbeitet. Zur Erleichterung des     Lösens    von  der Form wird dem Brei noch     emulgiertes    Öl,  zum Beispiel Bohröl, zugesetzt. Hierauf wird  weiter gemäss Beispiel 2 verfahren, und es er  gibt sich ein Reflektor, der gut wärmebeständig  und nicht brennbar ist. Die Aussenfläche kann       gewünschtenfalls    noch mit pigmenthaltigem  Lack bearbeitet werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zur Herstellung von Gegen ständen aus Fasermaterial, dadurch gekenn zeichnet, dass ein Faserbrei mit einer solchen Irraft gegen die Oberfläche einer Form ge worfen wird, dass sich die Fasern im wesent lichen parallel zu dieser Oberfläche richten und von diesem Faserbrei eine zusammen- hängende Schicht gebildet wird, worauf ge trocknet und der Gegenstand von der Form entfernt wird. II. Gegenstand, hergestellt nach dem Ver fahren gemäss Patentanspruch I.
    UNTERAN,TSPRÜ CHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da.. durch gekennzeichnet, dass der Faserbrei mittels eines unter Druek stehenden Gases auf die Oberfläche gespritzt wird. 2. Verfahren nach Patentansprueh I, da durch gekennzeichnet, dass der Faserbrei Methylzellulose enthält. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass auf die Form eine Schicht eines. Mittels, welche,-, das Entfernen des Gegenstandes von der Form erleichtert, aufgetragen wird. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet., dass man auf der Form eine Schicht aus Faserbrei erzeugt, welche für die Armierung des Gegenstandes dienende Teile enthält. 5. Verfahren nach L nteransprueh 4, da durch gekennzeichnet, dass die erwähnten Teile, bevor sie mit dem Faserbrei in Berüh rung gebracht werden, mit einer Leimschicht versehen werden. 6. Verfahren nach Patentanspruch I, da daTch gekennzeichnet, dass auf die Trocknung eine Tränkung mit einer Lacklösung folgt.
    7. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass nach der Trock nung eine Grundierschieht und auf diese eine Lackschicht aufgetragen wird, worauf eine reflektierende Schicht aufgetragen wird.
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