Spiralrolle zur verbiegungsfreien Befestigung der Spiralfeder eines für Uhrwerke bestimmten Schwingsystems.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spiralrolle zur verbiegungsfreien Befestigung der Spiralfeder eines für Uhr werke bestimmten Schwingsystems, bei welcher ein zefestigungs- loch zum Aufstecken der Spiralrolle auf der Unruhwelle, eine gekrümmte Auflagefläche für das innere Endstück der Spiralfeder, sowie eine die gekrümmte Auflagefläche beendende Frei gabeXante vorgesehen ist, von welcher aus die Spiralfeder gemäss ihrer natürlichen Form sich erweitert und von der Spi ralrolle absteht.
Die Spiralrolle gemäss der vorliegenden Erfindung ist eine Weiterentwicklung derjenigen gemäss dem Patentanspruch des Hauptpatentes No. 382 660 und ist dadurch gekennzeichnet, dass die gekrümmte Auflagefläche durch eine kreiszylindrische Fläche gebildet ist, die zur Axe der kreiszylindrischen Auflagefläche parallele Axe des 3efestigungsloches den IV.Quadran- ten eines rechtwinkligen Koordinatenkreuzes (x,y) durchstösst, welch letzteres sich in einer zur Axe der Auflagefläche senkrechten Ebene erstreckt, dessen Ursprung in der Axe der Auflagefläche liegt, dessen x-Axe durch die Freigabekante verläuft, und dessen Quadranten (I, II, III, iv) von der Freigabekante an in demjenigen Drehsinn gezählt werden, mit welchem die an der Spiralrolle zu befestigende Spiralfeder sich erweitert,
und dass ferner der senkrechte Abstand der Axe des 3efestigungsloches von der x-Axe des Koordinatentkreuzes wenigstens näherung weise dem fachen der Ganghöhe der an der Spiralrclle zu befestigenden Spiralfeder gleich ist0
Ein Ausführungsbeispiel des verliegenden Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung schematisch dar;
zstellt und zwar zeigt
Fig. 1 die Ansicht eines Schnittes durch. die Spiralrolle und des inneren Teiles einer auf ihr knickfrei befestigten Spiralfeder gemäss einer durch die Axe des Befestigungsloches ge legten Schnittebene 1-1 in Fig. 2, und
Fig. 2 eine Ansicht eines der Pig. 1 entsprechenden uer- schnittes gemäss einer senkrecht zur Axe des Befestigungsloches gefüIirten Schnittebene 2-2 in Fig. 1.
Die Spiralrolle (R), auf deren nahere Formgebung noch weiter unten eingegangen wird, ist mit einer Nute oder Rinne (N) versehen, deren oden als Auflagefläche (F) für die in diese Nute (N) einzufügende Spiralfeder (S) dient. Die Auflage fläche (F) ist kreiszylindrisch ausgebildet und hat die R tationsaxe (f). Die öhe der Nute (N) ist so bemessen, dass die Spiralfeder (S) chne Klemmung eingesetzt und in derselben praktisch ohne Spiel in Richtung der Axe (f) gehalten wird.
Dadurch wird erreicht, dass die Spiralfeder (S) sich in zur Axe (f) senkrechten Ebenen erstreckt. Die Tiefe der Nute oder Rinne (N) ist zweckmässig etwas grösser, als die Dicke der Spiralfeder (s). Vermittels eines radial nach innen weisenden Einschnittes und einer anschliessenden Ausnehmung (G) wird eine Freigabekante (K) erzeugt, welche die kreiszylindrische Auflagefläche (F) und damit auch die Nute (N) un dieser Stelle beendet. Die ausnehmung (G) ist dabei derart bemessen, dass eine in die Nute (r) eingesetzte Spiralfeder (S) von der Freigabekante (K) aus sich ge:rss ihrer natürlichen Form erweitern kann und die anschliessende Spiralwindung von der Spiralrolle (R) absteht.
Zur weiteren Erläuterung der erfindungsgemässen Spiral rolle (R) wird ein rechtwinkliges Koordinatenkreuz (x,y) eingeführt welches sic:1 in einer zur Axe (i) der Auflagefläche (F) senkrechten bene erstreckt. Der Ursprung des Isordinaten- kreuzes (x,y) scll in der Axe (f) der Auflageflache (F) liegen.
Ferner verläuft die x-Axe des Koordinatenkreuzes (x,y) durch die Freigabekante (@). Die durch die Axen (x,y) bestimmten Quadranten I, II, III, IV werden von der Freigubekante (@) aus gezählt und zwar in den Sinne, mit welchem die auf die Spiralrolle (R) aufzusetzende Spiralfeder (s) sich erweitert.
Um nun zu ermöglichen, dass die Spiralfeder (S) verbie gungsfrei von der Freigabekante (K) gemäss ihrer natürlichen Spiralform abstehen kann, ist eine in bestimmter eise exzentrisch versetzte Anordnung des Befestigungsloches (3) vorgesehen, vermittels welchem die Spiralrolle (R) auf die Unruhwelle aufvesteckt wird. Dieses Befestigungsloch ist wie üblich leicht konisch ausgeführt und seine Rotationsaxe (b) wird so angeordnet, dass sie parallel zur Axe (f) der Auflagefläche (F) verläuft und den IV, @uadranten des Koordinatenkreuzes (x,y) durchstösst.
Dabei soll die Axe (b) as Befestigungslo- ches (3) von der x-Axe des Koordinatenkreuzes (x,y) einen senkrechten Abstand haDen, der wenistens näherungsweise dem fachen der Genghöhe der an der Spiralrolle (R) zu befestigenden Spiralfeder (S) ist. Unter der Ganghöhe der Spiralfeder (S) ist dabei wie üblich der bei archimedischen Spiralen kon- stante Zuwachs ihres Radiusvektors im Verlauf einer vollen Spiralwindung verstanden.
An welcher Stellc nun die Axe (b) des Befestigungsloches (B) den IV.Quandranten des Koordinatenkreuzes (x,y) durchstösst, ist von nebengeordneter bedeutung; massgebend ist vielmehr die Einhaltung des genannten senkrechten Abstandes der Axe (b) von der x-Axe des Koordinatenkreuzes (x,y), welcher somit, mit 2 1r multipliziert, die Ganghöhe der aufzusetzenden Spiralfeder (s) ergeben sollo bi Spiralfeder (S) wird dabei derart in die Nute (N) der Spiralrolle (R) ein gesetzt, dass der Radiusvektor der Spiralfeder (S) am Ort der Freigabekante (K) gleich ist dem senkrechten Abstand zwischen der Freigabekante (K) und der Axe (b) des Befestigtmgs- loches (B).
Das innere endstück der Spiralfeder (S) wird darauf von der Freigabekante (K) an, d.h. im anschliessenden Bereich des IV.Quadranten, zum Anliegen an die kreiszylindrisehe Auflagefläche (F) gebracht, Dann wird ohne weitere Mass- nahmen die von der Freigabekante (K) aus sich frei erveiternde Spiralfeder (s) genau zentriert sein oder es wird mit anderen Worten ihr Ursprung in die Axe (b) des Befestigungsloches (3) zu liegen kommen. An der Freigabekante (K) selbst fallen die Tangenten an die kreiszylindrische Auflagefläche (F) und an die Spiralfeder (S) zusammen, so dass sich die Ausführung einer zusätzlichen Verbiegung erübrigt.
Die angestrebte Genauigkeit der Haltung und Zentrierung der Spiralfeder (S) vermittels der kreiszylindrischen Auflagefläche (F) wird jedoch nur dann erreicht, wenn der Radius der Auflagefläche (F) nicht zu stark vom natürlichen Krümmungsra- dius der Spiralfeder -(S) abweicht, welchen dieselbe am Ort der Freigabekante (K.) besitzt. Durchstösst die Axe (b) des Befestigungsloches (B) den IV.Quadranten des Koordinatenkreuzes (x,y), so wird unter den oben vermerken Voraussetzungen der Krümmungsradius der eingesetzten Spiralfeder (3) am Ort der Freigabekante (K) kleiner als der Radius der Auflagefläche (F).
Es wurde nun gefunden, dass sich bei den für diese verwendungs- zwecke üblichen Spiralfedern zulässige Verhältnisse dann ergeben, wenn die Axe (b) des Befestigungsloches (B) von der y-Axe nicht weiter als die halbe Ganghöhe der Spiralfeder (S) entfernt ist. Wie schon oben ausgeführt wurde, ist dabei stets vorauszusetzen, dass der Radiusvektor der Spiralfeder (S) am Ort der Freigabekante (K) gleich gross gemacht wird, wie der Abstand zwischen der Freigabekante (K) und der Axe (b) des 3efestigungsloches (B).
Die nähere Wahl der Exzentrizität der Anordnung der Axe (b) in Bezug auf die kreiszylindrische Auflagefläche (F) ist nun innerhalb der angeführten Grenzwerte durch vorwiegend fertigungstechnische erwägungen bestimmt. Für die richtige Halterung und Zentrierung der Spiralfeder (S) würde es an sich genügen, wenn die kreiszylindrische Auflagefläche (S), von der Preigabekante (K) an, sich nur soweit im IV.Quadranten des Koordinatenkreuzes (x,y) erstreckt, als dies für eine einwandfreie Befestigung des Endstückes der Spiralfeder (S) in der Nute (N) der Spiralrolle (R) erforderlich erscheint. Bei dieser Befestigung ist aber darauf zu achten, dass das endstück der Spiralfeder (S) überall gut am Boden der Nute (N), d,h an der Auflagefläche (F) anliegt.
Unmittelbar vor und während der Befestigung der Spiralfeder (S) an der Spiralrolle () sind demnach entsprechende Arbeitsvorgänge und Werkzeuge anzuwenden, welche dieses Anliegen des Endstückes der Spiralfeder (S) an der Auflagefläche (F) gewährleisten.
Im Uebrigen bietet die vorwiegend im 1V6 uadranten des Koordinatenkreuzes (x,y) ausgebildete Auflagefläche (F) noch die Mögliceit, die Spiralrolle (p) durch entsprechende Formgebung der anschliessenden Ausnehmungen (G) und (H) bezüglich der Axe (b) des Befestigungsloches (3) auszuwuchten. An die genaue Formgebung der Ausnehmungen (G) und (H) sowie an die Oberflächenbeschaffenheit der Spiralrolle (R) an Ort dieser Ausnehmungen werden jedoch keine hohen Anforderungen gestellt.
Es sind lediglich die kreiszylindrische Auflagefläche (F) sowie das Befestigungsloch (B) mit der vorgeschriebenen exzentrischen Versetzung seiner Axe (b) genau herzustellen. Zu diesem Zweck können die üblichen Drehautomaten verwendet werden.