CH288582A - Vorrichtung zur Untersuchung des Zustandes muskelhaltiger Körperteile, insbesondere des Magens. - Google Patents
Vorrichtung zur Untersuchung des Zustandes muskelhaltiger Körperteile, insbesondere des Magens.Info
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Description
Vorrichtung zur Untersuchung des Zustandes muskelbaltiger Körperteile, insbesondere des Magens.
Zur Erlangung von Magendiagnosen war man bisher auf die üblichen Röntgenaufnah- men angewiesen. Die Herstellung von R¯ntgenbildern ist aber verhältnismässig umständ- lich und erfordert eine ziemlich kostspielige Anlage. Auch setzt die richtige Auswertung von Röntgenaufnahmen des Magens eine lÏngere Übung und eine erhebliche ärztliehe Er fahrung voraus. Ausserdem wird die f r Röntgenaufnahmen erforderliche Magenfül- lung mit Wismutbrei vom Patienten als lästig empfunden.
Nach der Erfindung wird nun auf der Grundlage der neueren medizinisehen Feststellung der Auslösung kleinster Aktions gleichspannungen durch Muskelbewegungen eine Vorrichtung zur Untersuchung des Zu- standes muskelhaltiger Körperteile, insbesondere des Magens, dadurch geschaffen, daR zwei als Sonden zum Abtasten der zu untersuchenden muskelhaltigen Körperteile ausgebildete Elektroden über einen Gleichstromzerhacker miteinander verbunden sind, der über einen Verstärker an ein elektrisches Auf zeichnungsgerät angeschlossen. ist.
Aus den Angaben des Aufzeichnungsge- rätes kann die gesunde oder kranke Beschaffenheit des zu prüfenden Körperteils diagnostiziert werden. Die erfindungsgemäss ausge- bildete Vorrichtung setzt den Arzt nicht nur in die Lage, z.
B. atonische oder hypertonische Zustandsbilder oder Magenstenosen auf ein fache, billige und den Patienten schonende Art ohne Röntgendurchleuchtung zu diagnostizieren, sondern gibt ihm auch die Möglieh- keit, den Ablauf der Peristaltik über eine grössere Zeitspanne als bisher zu beobachten und aufzuzeichnen und dadurch die medizini- schen Erkenntnisse über den Vorgang der peristaltischen Magen-nund Darmbewegungen zu vertiefen.
Ferner bietet sie die Möglich- keit, unsichere Magenröntgenbefunde einer genaueren lilärlmg zuzuführen, und weiterbin lassen sich Änderungen in der Magenfunk- tion durch DiÏt, Arzneimittel und Trunkkurgebrauch nachweisen und auf-Grund der bei der Magenuntersuchung erzielbaren Feststellungen und Erfahrungen auch feinere Ver änderungen am Magen unterscheiden und ermitteln. Schliesslich weist die Vorrichtung nach der Erfindung noch den wertvollen Vorzug auf, dass sie derart ausgebildet werden kann, dass sie leicht bef¯rderbar ist und in folgedessen der Arzt damit nicht transportfähige Patienten im Krankenbett aufsuchen und behandeln kann.
Im einzelnen kann die Vorrichtung nach der Erfindung so ausgeführt sein, dass der mit den Elektroden verblmdene Gleichstrom- zerhacker auf eine von einem geraden Vielfachen der Netzfrequenz abweichende Fre quenz abgestimmt ist. Auch kann in Reihe mit dem Gleichstromzerhacker eine Gleichspan nungsquelle eingeschaltet sein, welche der mittels der Elektroden abgenommenen, durch Muskelbewegung hervorgerufenen Gleichspan- nung entgegenwirkt und dadurch die Nullinie des zerhackten Gleichstromes verschiebt, so dass Spann-Lingen, die um die Nullinie schwanken, am Aufzeichnungsgerät aufgezeichnet werden.
Die beiden Elektroden können vorteilhaf- terweise aus dem gleichen Metall bestehen und sind z. B. aus Silber mit Chlorsilber überzug oder aus Nickel hergestellt. Ferner kann eine oder jede der zwei Elektroden je an einem biegsamen, kabelartigen, in den Magen durch den Schlund einführbaren Träger aus Isolierstoff befestigt sein, oder es können auch beide Elektroden an einem gemeinsamen, derartigen Träger in einer in den Abstand von Magenein-und Magenausgang einstellbaren Entfernung angeordnet sein. Als Elektrodenträger kann ein in den Magen durch den Schlund einführbarer Schlauch aus Gummi oder ähnlichem Isolierstoff dienen, der in seine Wandung eingebettet die elektrische Zuleitung zu einer an seinem einen Ende vorgesehenen hülsenförmi- gen Elektrode mit abgerundeter Aussenfläche enthält.
Im Schlauch ist dann ein in einer eiförmigen Elektrode endender elektrischer Leiter innerhalb der hülsenformigen Elektrode verschiebbar gef hrt. Schliesslich kann auch nur die eine Elektrode als in den Magen einschiebbare Sonde ausgebildet sein und die an. dere Elektrode die Form einer auf die Körperaussenseite auflegbaren Platte aufweisen.
Die Zeichnung veranschaulicht in Abb. 1 in schematischer Darstellung ein Ausfüh- rungsbeispiel einer erfindungsgemässen Vorrichtung und lässt an Hand der in Abb. 2 und 3 wiedergegebenen Spannungskurven die Verwendung der Vorrichtung näher erkennen.
Nach Abb. 1 ist an die beiden metallischen, z. B. aus Silber mit Chlorsilberüberzug hergestellten Elektroden 1 und 2 über die Leitungsdrähte 1'und 2'und einen zweipoligen Stecker 3 ein periodisch wirkender Kontakt- unterbrecher 4 und ein abgestimmter ¯bertrager 5 anschliessbar. Der Übertrager 5 steht mit einer Verstärkerröhre 6 in Verbindung, derenAusgangskreis über einen Transformator 7 mit einer weiteren Robre 8 gekoppelt ist, deren Anodenkreis über einen Transformator 9 und einen Gleichriehter 10 auf ein elektrisches Aufzeichnungsgerät 14 wirkt.
Im Be darfsfalle können zwischen dem Transformator 7 und dem Aufzeichnungsgerät 14 auch mehrere R¯hren als Leistungsstufen eingeschaltet sein. Der periodische Unterbrecher 4 ist auf eine von einem Vielfachen der Netzfrequenz abweichende Frequenz, z. B. auf 270 Hertz, eingestellt.
Der mit der Elektrode 1 verbundene Leitungsdraht 1' ist in die Wandung eines Gummischlauches 11 eingebettet, der an seinem einen Ende die Elektrode 1 hält, die als Hülse mit einer dem Schlauchinnendurch- messer angepassten Bohrung und mit einer abgerundeten Aussenfläche ausgebildet ist, während der zur eiförmigen Elektrode 2 füh- rende, von einer Isolierstoffhülle 12 umschlos- sene Leiter 2'in dem Schlauch 11 und der Hülse 1 versehiebbar geführt ist. Der Aussendurchmesser des Schlauches 11 ist möglichst klein gewählt, um die Einführung der beiden Elektroden als Sonden in den Magen 15 durch den Schlund zu gestatten.
Infolge der gegenseitigen Verschiebbarkeit des Leiters 2'und des Schlauches 11-können die Elektroden 1 und 2 auf verschiedene Entfernungen eingestellt werden.
Die ganze Vorrichtung wird beispielsweise zur Magenuntersuehung in der Weise ben tzt, dass der Schlauch 11, während der Kontakt- schluss am Stecker 3 noch nicht hergestellt ist, in den Magen 15 des Patienten durch den Schlund soweit eingeführt wird, dass die hül- senförmige Elektrode 1 an den Mageneingang zu liegen kommt, worauf der isolierte Leiter 2', 12 innerhalb des Sehlauches 11 versehoben wird, bis die eiförmige Elektrode 2 den Magenausgang erreicht hat.
Nunmehr werden die Leitungen 1'und 2'mittels des Steekers 3 an den periodisch wirkenden Eontaktunter- brecher 4 und den Übertrager 5 gelegt, so dass ein geschlossener Stromkreis entsteht, in welchem die bei den Muskelbewegungen der Magenwand auftretenden Aktionsspannungen von 5 bis 20 Millivolt einen Gleichstrom erzeugen, der durch den Kontaktunterbrecher 4 zerhackt und durch den Übertrager 5 dem Verstärker 6 und weiterhin der Robre 8 zugeleitet wird, um an deren Ausgangsseite über den Transformator 9 und den Gleichrichter 10 auf das Aufzeichnungsgerät 14 einzuwirken.
Zur Umwandung des zerhackten Gleichstromes in Wechselstrom kann in dem über die Elektroden 1, 2 gehenden Stromkreis eine der Spannung an den Elektroden entgegenwirkende Spannungsquelle 16 von einigen Millivolt vorgesehen sein.
Das an dem elektrischen Aufzeichnungs- gerät wiedergegebene Kurvenbild veranschaulicht nach den gewonnenen Erfährungen durch seinen Verlauf den pathologischen oder gesunden Zustand des zu untersuchenden Magens oder Magenteils, indem z. B. Hindernisse in der Magenaustreibung eine typische Anderung des Kurvenverlaufes verur'sachen- und auch andere Veränderungen am Magen bei der Aufzeichnung der Aktionsströme in Erscheinung treten.
Abb. 2 zeigt beispielsweise das in der Zeit t sich ergebende Kurvenbild der Aktionsspannungen E eines normalen Magens bei Einführvmg Sonde auf eine Strecke von 70 cm während der Aus treibungsperistaltik, während Abb. 3 das entsprechende Kurvenbild für einen am Ausgang verengerten Magen veranschaulicht und die Einwirkung dieser Verengung auf den Verlauf der Aktionsströme durch das allmähliche Ansteigen und das plötzliche Absinken der Spannungskurve im Vergleich zur Normal kurve von Abb. 2 erkennen lässt.
Die eine Elektrode kann auch, wie Abb. 1 in gestrichelten Linien andeutet, als von der andern Elektrode mechanisch unabhängige, mit einer Anschlussleitung 17'verbimdene Plattenelektrode 17 auf die Aussenseite des Bauches aufgelegt und in den Magen nur die zweite als Sonde ausgebildete Elektrode 2 eingeführt werden. Auch die Elektrode 17 kann aus Silber mit Chlorsilberüberzug oder aus Nickel bestehen. Bei der Untersuchung anderer muskulöser oder muskelhaltiger Körperteile als der des Magens können auch beide Elektroden die Form von Platten erhalten.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH : Vorrichtung zur Untersuchung des Zustandes muskelhaltiger Körperteile, insbesondere des Magens, dadurch gekennzeichnet, dass zwei als Sonden zum Abtasten der zu untersuchenden muskelhaltigen Körperteile ausgebildete Elektroden (1, 2) über einen Gleichstromzerhacker (4) miteinander verbunden sind, der über einen Verstärker (6, 8) an ein elektrisches Aufzeichnungsgerät (14) angeschlossen ist.UNTERANSPRÜCHE : 1. Vorrichtung nach dem Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der mit den Elektroden verbundene Gleichstromzerhacker (4) auf eine von einem Vielfachen der Netz- frequenz verschiedene Frequenz abgestimmt ist.2. Vorrichtung nach dem Patentanspruch und dem Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in Reihe mit dem Gleichstrom- zerhacker (4) zwischen den beiden Elektroden (1, 2) eine Gleichspannungsquelle (16) eingeschaltet ist, welche der mittels der Elektroden abgenommenen, durch Muskelbewegung hervorgerufenen Gleichspannung entgegenwirkt und dadurch die Nullinie des zer hackten Gleichstromes verchiebt.3. Vorrichtung nach dem Patentanspruch und den Unteransprüchen l und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Elektroden (1, 2) aus dem gleichen Metall bestehen.4. Vorrichtung nach dem Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Elektroden (1, 2) aus Silber mit Chlorsilberüberzug hergestellt sind.5. Vorrichtung nach dem Patentansprucli und den Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Elektroden (1, 2) aus Nickel bestehen.6. Vorrichtung nach dem Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der beiden Elektroden (1, 2) an einem biegsamen kabelartigen, in den Magen durch den Schlund einführbaren Träger aus Isolierstoff befestigt ist.7. Vorrichtung nach dem Patentanspruch und den Unteranspriiehen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass beide Elektroden (1, 2) an dem gemeinsamen kabelartigen, in den Magen einschiebbaren Isolierstoffträger (11, 12) so angeordnet sind, dass der Abstand des Magenein-vom Magenausgang eingestellt werden kann.8. Vorrichtung nach dem Patentanspruch und den. Unteransprüchen 1 bis 3 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass der in den Magen durch den Sehlund einführbare TrÏger als Schlauch (11) aus Isolierstoff ausgebildet ist und in seine Wandung die elektrische Zuleitung (1') zu einer an seinem Ende vorgesehenen hülsenförmigen Elektrode (1) mit abgerundeter Au¯enflÏche eingebettet enthält und dass ein in einer eiförmigen Elektrode (2) endender isolierter elektrischer Leiter (2', 12) in dem Schlauch (11) und der hülsenförmigen Elektrode (l) verschiebbar geführt ist.9. Vorrichtung nach dem Patentansprueh und den Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der beiden Elektroden (1, 2) als auf die Wörper- aussenseite auflegbare Platte (17) ausgebildet ist.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE288582X | 1949-07-08 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH288582A true CH288582A (de) | 1953-01-31 |
Family
ID=6059628
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH288582D CH288582A (de) | 1949-07-08 | 1950-05-30 | Vorrichtung zur Untersuchung des Zustandes muskelhaltiger Körperteile, insbesondere des Magens. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH288582A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2130295A1 (de) * | 1971-03-15 | 1972-11-03 | Medtronic Inc | |
| FR2548008A1 (fr) * | 1983-06-16 | 1985-01-04 | Beaumont Hospital William | Controleur des fonctions oesophagiennes et ecg |
-
1950
- 1950-05-30 CH CH288582D patent/CH288582A/de unknown
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2130295A1 (de) * | 1971-03-15 | 1972-11-03 | Medtronic Inc | |
| FR2548008A1 (fr) * | 1983-06-16 | 1985-01-04 | Beaumont Hospital William | Controleur des fonctions oesophagiennes et ecg |
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