Lüftungs- und Heizanlage. Vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Lüftungs- und Heizanlage nach dem Direktluftsystem. Das Direktluftsystem unter scheidet sich vom sogenannten Umluftsystem dadurch, dass die zu belüftenden Räume aus schliesslich mit Frischluft versorgt werden, ohne dass dieser ein Teil der verbrauchten Ab luft wieder beigemischt wird.
Dieses System hat in hygienischer Hinsicht den grossen Vor teil, dass eine Verschleppung von Gasen, Dämpfen, Gerüchen, Staub usw. von einem Raum in den andern, wie beim Umluftsystem, wenn mehrere Räume hintereinander belüftet werden, nicht möglich ist; dies ist auch der (rund, weshalb sich das Umluftsystem für den Wohnbau, in Spitälern, Industriebauten usw. ohne Zwischenschaltung kostspieliger Filtrieranlagen nicht überall anwenden lässt.
Ist indessen die Lüftungsanlage mit einer Heizanlage verbunden, wobei die zugeführte Frisehluft auch gleichzeitig aufgeheizt wird, dann weist das Direktluftsystem gegenüber dem Umluftsystem seinerseits den Nachteil auf, da.ss der ganze Frischluftstrom, der dureh den Lüftungsraum geführt wird, von der Aussentemperatur auf die gewünschte Raum temperatur aufgeheizt werden muss und dabei die ganze aufgewendete Wärme beim Ausströ men der Abluft ins Freie wieder verlorengeht.
Wegen des hohen Heizverbrauches im Winter ist. der Betrieb solcher Direktluftheizsysteme so unwirtschaftlich, dass auch sie sich im Wohnbau und andern Verwendungsgebieten auf breiter Basis nicht einzuführen vermu'ch- ten.
Die geschilderten, grundsätzlichen Nach teile technischer oder wirtschaftlicher Natur des Umluft- bzw. Frischluftsystems erschwer ten weitgehend die Verwendung von Luft als Raumspül- und zugleich als Heizübertragungs- mittel.
Um den erwähnten Nachteil der Direkt- luftheizung auszuschalten, das heisst die Be triebskosten zu senken, wurden derartige An lagen in besonderen Fällen mit einem Wärme- austauscher versehen, der bezweckt, die Wärme der Abluft zu einem Teil für die Vor wärmung der Frischluft auszunützen.
Die Erfindung betrifft nun eine Lüftungs- und Heizanlage nach dem Direktluftsystem mit Vorwärmung der Frischluft durch die Abluft und anschliessender weiterer Aufhei- zung der Frischluft. Sie besteht darin, dass wenigstens eine zur Raumheizung dienende Strahlungsheizfläche vorgesehen ist, die von der erwärmten Frischluft vor deren Eintritt in den zu belüftenden Raum durch Konvek tion aufgeheizt wird. Die erwärmte Frischluft wird also sowohl als Lüftungsmittel wie auch als Konvektionsmittel zur Beheizung von wenigstens einer Strahlungsfläehe verwendet.
Die Vorteile der Strahlungsheizung sind bekannt und diese ist schon in den verschie densten Formen ausgeführt worden, wobei aber als Heizträger bisher nur Wasser, in ein zelnen Fällen auch Dampf verwendet wurde. Solche Anlagen haben aber den Nachteil, dass mit ihnen nur geheizt, nicht aber gleichzeitig auch gelüftet werden kann. Ferner erfordern derartige Anlagen, beispielsweise in Form von warmwasserbeheizten Strahlungsdecken, rela tiv komplizierte und kostspielige Rohrverle gungen, während bei luftbeheizten Flächen dieser Teil der Anlagen wesentlich einfacher und billiger ausgeführt sein kann und hier bei überdies bei stillgelegter Anlage keine Einfriergefahr auftritt.
Eine erfindungsgemässe Lüftungs- und Heizanlage lässt sich in den verschiedensten Ausführungsformen und Kombinationen an enden, sei es als Kachelofenheizung, verbun den mit einer Heizlüftung, oder in jeder belie bigen Form einer Heizlüftung, die Teile von Wänden, Fussböden, Decken, Kanälen usw. als Strahlungsheizteil. mitbenützt. Ebensogut können aber auch zusätzliche besondere Strah lungsheizflächen angewendet werden.
Ausser dem kann man einzelne Räume mit Strah lungsheizung allein und andere mit Lüftung allein ausrüsten, wobei auch jede 7weekdien- liehe Kombination der erwähnten Möglich keiten im Rahmen der Erfindung bleibt.. Auf beiliegender Zeichnung sind vier beispiels weise Ausführungsformen der Lüftungs- und Heizanlage gemäss der Erfindung schematisch in je einem vertikalen Schnitt. dargestellt.
In allen Figuren bezeichnen R und Bi die zu belüftenden Räume, R2 einen lediglich strahlungsbeheizten Raum,<I>St, St,</I> und St. die luftbeheizten Strahlungsflächen, IVT den Wärmeaustauscher zsvisehen Abluft und Frischluft;<I>FH</I> stellt einen an sich bekannten Frischlufterhitzer und a. bzw. f den Abluft- bzw. Frischluftstrom dar.
Die in Fig. 1 dargestellte Anlage weist zunächst einen an sich bekannten Wärmeaus tauseher ZVT auf, in welchem der aus dem Freien zugeführte Frischluftstrom f ständig mittels dem Abluftstroin a entzogener Wärme vorgewärmt wird. Man ist bei der Konstruk tion dieses Wärmeaustauschers bestrebt, an Stelle der bekannten teuren Ausführ-Lingen grösstmögliche Vereinfachungen im Aufbau zu treffen und Materialien als Tauschflächen zu verwenden, die auf dem Baumarkt üblich sind.
Die vorgewärmte Luft gelangt zur Nachwär- mung in einen Frischlufterhitzer FII, der nach einem gebräuchlichen System arbeiten kann. Die erhitzte Luft beheizt. nun als Kon ventionsmittel zunächst die Strahlungsfläche <I>St</I> einer Wand in Form der Unterdecke einer Doppeldecke des zu belüftenden und zu be heizenden Raumes R, bevor sie in diesen selbst austritt. Die verbrauchte Luft wird z.
B. in der Nähe des Fussbodens des Raumes R abge- sogen, wobei nicht gezeichnete Ventilatoren bzw. eine beliebige zweckdienliche Vorrieb- tung für die ständige oder auch nur tempo räre Umwälzung,der Luft sorgt.
Fig. 2 zeigt eine Anlage, bei welcher die Frischluft mittels der Strahlungsfläche St einer Doppeldecke den einen Raum R2 be heizt, aber nicht belüftet, während ein zweiter Raum R, nur belüftet, aber nicht durch eine Strahlungsfllehe beheizt wird. Die ver brauchte Luft wird bei I' abgesaugt.
Beim Beispiel gemäss Fig. 3, bei welchem ebenfalls der eine Raum R2 nur beheizt und ein an diesen anschliessender Raum R1 nur belüftet wird, dient als Wärmequelle für die der Vorwärmung naehgesehaltete Aufheizung der Frischluft ein unmittelbar beheizter Ofen 0, welcher von einem, Strahlungsflächen St. bildenden Mantel derart umgeben ist, dass zwischen Ofen und Mantel ein freier Raum D bleibt, durch welchen die bei z zugeführte Frischluft hindurchströmt.
Diese wird durch den erweiterten Teil Dl des Raumes D zwecks besserer Wärmeübertragung leicht aufgestaut und gibt. einen Teil ihrer aufgenommenen Wärme durch Konvektion an die sie umge benden Strahlungsflächen St ab, welche ihrer seits den Raum R2 aufheizen.
Die Luft ge langt alsdann durch einen Führungsschaeht F in den Raum Ptl, welcher dadurch kontinuier lich mit geheizter Frischluft versehen wird, wobei die verbrauchte Luft. bei V abgesaugt wird. Der F kann im Mauer- werk eingebaut. sein oder aus einem gesondert angeordneten Luftkanal bestehen. Der Ofen 0 kann dabei ein Kachelofen, ein elektrischer Heizkörper oder eine beliebige ähnliche -#N'ärmequelle sein.
Eine besonders wirtschaft- liehe Lösung ergibt sich, wenn der Ofen 0 ein Küchenherd beispielmveise einer Hotelküche usw. ist, bei welchem im Betrieb dauernd Ab wärme frei wird, die nun zur zusätzlichen Aufheizung der Frischluft benützt wird. In diesem Fall kann der Zwischenraum D auf der normalerweise nicht zugänglichen Rück seite des Herdes angeordnet sein.
Die Einrichtung für die der Vorwärmiuig nachgeschaltete Frischluftaufheizung kann auch mindestens teilweise in denjenigen Teil des Zuleitungsweges der Frischluft zu dem zu belüftenden Raum, der sich in der den Raum umgebenden Wandung befindet, also z.
B. in eine eine Strahlungsfläche bildende Raumdecke oder Wand verlegt sein. Fig. 4 zeigt eine derartige Anlage, bei welcher der gleichzeitig beheizte und belüftete Raum R je eine Strahlungsfläche St, bzw. St2 an einer doppelten Wand und an einer doppelten Decke aufweist, in welche Doppeldecke gleich zeitig ein Teil FH, des Frischlufterhitzers eingebaut ist, während der andere Teil FH:) desselben in den Wärmeaustauscher WT ein gebaut ist.
In allen Darstellungen ist eine an sich be kannte Vorrichtung zur Umwälzung der Luft nicht eingezeichnet.
Es sei darauf hingewiesen, dass diese Bei spiele im Rahmen der Erfindung beliebig er weitert werden könnten, wobei sich bei An lagen mit mehr als zwei einbezogenen Räumen die Kombinationsmöglichkeiten entsprechend erweitern.
Durch die beschriebene Anwendung von Strahlungsheizflächen wird ein weiteres Ge biet moderner Heiztechnik mit der Frischluft- erwärmung durch die Abluft zu einer tech nischen Einheit verbunden.