CH289779A - Verfahren zur Herstellung von nichtplanen, verzierten Kunststoffgegenständen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von nichtplanen, verzierten Kunststoffgegenständen.

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Description


  



  Verfahren zur Herstellung von   nichtplanen,    verzierten Kunststoffgegenständen.



      Es wurde schon vorgeschlagen, Kunststoff-    gegenstände mit nichtplanen Flächen durch   Autpressen    von dünnen, mit Kunstharzlosungen imprägnierten Folien während des   Her-      stellungsvorganges,    beispielsweise in der Presse, zu verzieren. Die hierauf beruhenden bekannten Verfahren zeigten aber den Nachteil, dass während des Pressvorganges die Folie entweder   zerriss    oder sich in Falten legte, insbesondere bei stark gewölbten oder tiefen For  men.

   Man    hat dies   dadurch zu vermeiden ver-      sueht,    dass der Pressling   dureh    eine erste Pressung roh geformt, dann die plane Folie auf den   Bohpressling    aufgelegt und letzterer zu  sammen    mit der Folie fertig verpresst wurde.



  Da aber auch hierbei die plane Folie in die niehtplane Form des Rohpresslings gebracht werden musste, ergaben   sieh    auch die früheren Naehteile.



     (¯regenstand    der Erfindung ist nun ein    Verfallren zur Herstellung verzierter, nicht-    planer Gegenstände aus Kunststoff, bei welehem eine mit einer Kunstharzlosung imprägnierte Zierfolie mindestens annähernd ihrer endgültigen Form entsprechend einer Vorverformung unterworfen wird, worauf Pressmasse und die Zierfolie in einer Pressform zum fertigen verzierten Gegenstand verpresst werden.



   Die Vorverformung der Folie kann unter einem so geringen Druck erfolgen, dass keine Beschädigungen der Folie eintreten. Beim Verpressen mit der Pressmasse, die aus einer Rohpressmasse oder einem leicht vorgepressten Rohpressling bestehen kann, erfährt sie daher keine oder nur noch eine sehr geringe Formänderung. An Stellen mit   vorausberech-    netem grösserem Materialbedarf kann bei der   vorzuformenden    Folie eine Reserve an Folienmaterial vorgesehen werden. Daraus ergibt sich, dass die vorgeformte Folie nicht mehr der Gefahr des Zerreissens oder der Faltenbildung ausgesetzt ist.



   Das erfindungsgemässe Verfahren eignet sich insbesondere zur. Verzierung von   nicht-    planen   Presslingflächen    mittels Faserfolien, beispielsweise   Textilfaserstoffen, Glasfaser-    stoffen oder auch Sperrholzfolien.



   Die Herstellung eines Tellers aus Kunststoff mit einer Faserfolie nach dem erfindungsgemässen Verfahren soll an Hand der Zeichnung beispielsweise erläutert werden. Es zeigt :
Fig.   1    einen Schnitt durch die vorgeformte Faserfolie,
Fig. 2 den Pressvorgang unmittelbar vor dem Schliessen der Presse,
Fig. 3 einen Schnitt durch den fertig ge  pressten,    verzierten Kunststoffgegenstand.



   Als Faserfolie soll beispielsweise ein fertig gewobener oder   bedruckter    Textilfaserstoff verwendet werden. Diese Faserfolie wird mit einer wässerigen   Losung    eines   Kunstharzes    imprägniert, beispielsweise mit Phenol-Formaldehyd, Earnstoff-Formaldehyd oder Mel  amin-Formaldehyd.    Die Konzentration der   Losung    hängt von der Art der verwendeten Faserfolie ab.

   Nach der Imprägnierung wird die Faserfolie getrocknet, wobei darauf zu achten ist, dass keine Verschiebung zwischen Schuss- und Kettenfäden erfolgt, da sonst ein auf den Faserstoff   aufgedrucktes    oder ein  gewobenes Bild,    das auch Sehrift oder   derglei-    ehen enthalten kann, auf dem fertig gepressten Gegenstand   verzerrt      erseheinen    würde.



   Nach der Trocknung wird die Folie entsprechend der Grosse der Fiächenabwicklung des   herzustellenden Gegenstandes roll zuge-    schnitten oder gestanzt und dann in eine Hilfsform, beispielsweise aus verchromtem Messing oder Aluminium, gebracht die zweekmässig vorher erwärmt wurde. Soweit Randteile der Folie über die Pressform reichen, werden sie dureli einen zweckmässig an der Pressform angebrachten Schneidstempel abgeschnitten.

   Damit ist die Folie mindestens annähernd auf ihre endgültige Grösse gebraeht, die deshalb genau bestimmt sein muss, damit beim späteren Einlegen der   vorgeform-    ten Folie in die Pressform zur verbindung mit der   Eohpressmasse    oder einem   Rohpress-    ling kein Einklemmen der Folie in die seitlichen Führungen der   Pressformteile erfolgt,    was ein Zerreissen der Folie zur Folge haben würde.



   Gemäss Fig.   1    ist   1    die entsprechencl der Tellerform des Presslings, aber unabhängig von ihm vorgeformte Faserfolie und 2 eine   als Materialreserve    dienende Rille, deren Verschwinden beim Verpressen keinerlei Risse verursacht. So vorgeformte   Faserfolien kön-    nen naeh dem Erkalten übereinandergeschiehtet und bis zu ihrer weiteren Verwendung an einem kühlen Ort gelagert werden.



   Die Herstellung des Tellers ist aus Fig.   2      ersiehtlich.    Die zweiteilige Pressform besitzt   einen Vlatrizenteil 3 und    einen Pressstempel   4.   



  Diese Pressform wird auf die für die zu verarbeitende Pressmasse erforderliche Temperatur vorgewärmt, worauf die pulverförmige Pressmasse 5 in den Matrizenteil 3 gesehüttet wird. Die Pressmasse 5 wird mögliehst   gleich-    mässig verteilt, um beim nachfolgenden Pressen einen zu starken Fluss der plastisch werdenclen   lIasse    zu verhindern. Ein solehes zu starkes Fliessen der Pressmasse 5 konnte ein Reissen der gewöhnlich sehr dünnen   Faser-    folien zur Folge haben. Die hier annähernd auf ihre endgültige Form vorgeformte Faserfolie 1 wird genau zentrisch auf die Pressmasse 5 gelegt und die Presse geschlossen.

   Die Schliessbewegung erfolgt in zwei Bewegungsphasen, nämlieh am Anfang rasch, bis der Stempel 4 die vorgeformte Faserfolie 1 berührt, während von diesem Augenblick an die weitere Schliessbewegung langsam erfolgen soll, um ein sauberes Fliessen der plastisch gewordenen Masse zu ermöglichen. Nach erfolgter Schliessung der Presse kann entlüftet werden.   Bei Verwendung einer dünnen Stoff-    folie wird die Backzeit des Presslings nicht verlängert. Nach der Entnahme aus der Form    lässt man den Teller auf einer entsprechenden    Lehre erkalten, um zu vermeiden, dass er sich infolge der eingepressten Faserfolie 1 verzieht.



  Das Verputzen des Prewlings erfolgt in bekannter Weise. Fig. 3 zeigt den fertigen Ge  genstand im Schnitt mit    der auf der Pressmasse   6    festhaftenden Faserfolie 1.



   Nach dem beschriebenen Verfahren können praktisch fast   alle organischen und anorgani-    sehen Faserstofe, deren Struktur eine ge  nügende    Sättigung bei der   Irmpräglliel ung    mit einer Kunstharzlösung gewährleistet, verbundfest mit einem   Kunststoffpressling    vereinigt   werden. Besonders geeignet sind Textil-    faserstoffe, insbesondere   batistartig gewobene    Stoffe, die ein feines   Gespinst    und kräftige Fasern aufweisen. es können aber auch Folien aus GlasfAsern verwendet werden sowie aus Holz.

   Beispielsweise kann man dünne Fur  nierstreifen    zu   einer gemusterten Folie zusam-      mensetzen    ; insbesondere können durch   Fleeli-    ten der   Furnierstreifen      versehiedenartige    de  korative    Effekte erzielt werden. Die so   gebil-    dete bzw.   gefloehtene    Furnierfolie wird ebenfalls imprägniert, getrocknet und kann dann in der   besehriebenen    Weise in Kunststoffmassen eingepresst werden.



   Im dargestellten Beispiel wurde die innere, konkave Fläche eines Tellers aus Kunststoffmasse mit der Faserfolie versehen. Sol. l dagegen die äussere, konvexe Fläche eine Ver  zierung erhalten,    so   wircl zuerst    die vorge   formte    Faserfolie in den Matrizenteil 3 der Pressform eingelegt, dann die Pressmasse auf die Folie gebraeht und die Pressform zur   Aus-    übung des   Pressdruekes    geschlossen.



   Es ist   natürliell    aueh   möglieh,    beide Flächen eines Presslings mit Faserfolien zu verzieren. In diesem Falle kann zuerst, wie in Fig. : dargestellt, die obere Fläehe des Press  linga    mit einer Faserfolie versehen werden.



     Nach Ausüben    des Pressdruckes wird die Form für einen kurzen Moment geöffnet, wo  bei Vorkehren getroffen    sind, dass der Press  iing    am obern Stempelteil 4 hängenbleibt.



  I) ann wird eine weitere vorgeformte Folie in den   Nlatrizenteil    3 der Pressform eingelegt und in einem zweiten Pressvorgang diese Folie in die untere Fläche des Presslings eingepresst.



   An Stelle der besehriebenen Vereinigung der Faserfolie mit der Pressmasse in einem einzigen Pressvorgang, kann anfänglieh nur Prefimasse in die Form gebracht und mittels einer ersten Pressung ein Rohpressling ohne Folie vorgeformt werden. Darauf wird die Pressform wieder geöffnet wieder ge8ffnet und   formte    Faserfolie auf   oder nnter    den Rohpress  ling gebracht und    mittels einer zweiten Pres  sung    die Vereinigung der Folie mit dem vor  geformten Rohpressling vorgenommen.   



     Schliesslieh    ist noeh klarzustellen, dass auf der Zierfolie Bild oder Wort oder beides aufg sein konnte.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I : Verfahren zur Herstellung von niehtpla- nen, verzierten Kunststoffgegenständen, dadurch gekennzeichnet, dass eine mit einer Kunstharzlosung imprägnierte Zierfolie mindestens annähernd ihrer späteren endgültigen Form entsprechend einer Vorverformung un terworfen wird, worauf Pressmasse und die vorgeformte Zierfolie in einer Pressform zum fertigen Gegenstand verpresst werden.
    UNTERANSPRÜCHE : 1. Verfahren naeh Patentansprueh I, da durez gekennzeichnet, dass als Zierfolie eine Faserstoffolie verwendet wird.
    2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserfolie nach ihrer Imprägnierung getrocknet wird.
    3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorverformung der Folie in einer Formpresse erfolgt.
    4. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass gleichzeitig mit dem Formpressen der Folie das überschüssige Folienmaterial durch einen an der Presse vorgesehenen Sehneid- stempel abgetrennt wird.
    5. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Vorverfor mung der Folie eine Reserve an Folienmaterial vorgesehen wird.
    6. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die vorgeformte Faserfolie auf die in die Pressform gebrachte Pressmasse gelegt nnd dann die Pressform zur Ausübung des Pressdruckes geschlossen wird.
    7. Verfahren nach Patentanspruch I, unter Benützung einer aus Pressstempel und Matrize bestehenden Pressform, dadurch gekennzeich- net, dass nach dem Einbringen der Pressmasse in die Matrize und Auflegen der vorgeformten Folie auf die Masse, die Schliessung der Pressform in zwei Bewegungsphasen von ver schiedener Gesehwindigkeit erfolgt, einer rascheren Annäherungsbewegung des Stempels bis zur Berührung mit der Folie und einer langsameren Sehliessbewegung zur Erzeugung des Pressdruckes bis zur vollständigen Schlie- ssung der Pressform.
    8. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass als Zierfolie eine aus geflochtenen Holzfurnierbändern erzeugte Folie verwendet wird.
    PATNTANSPRUCH II : Kunststoffgegenstand mit auf eine Kunst- stoffmasse aufgepresster Zierfolie, hergestellt nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch 1.
CH289779D 1949-06-10 1949-06-10 Verfahren zur Herstellung von nichtplanen, verzierten Kunststoffgegenständen. CH289779A (de)

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