Photographischer Aufnahmeapparat. Gegenstand der Erfindung ist ein photo- Cyraphischer Aufnahmeapparat mit licht elektrischem Belichtungsmesser und vonein ander abhängig bewegbaren Einstellorganen für Blende und Verschluss, das heisst Be- lichttmgszeit.
Die Erfindung kennzeichnet sich dadurch, dass nach Lösung eines Kupplungsorganes Arretierungsorgane die freie Einstellung ab wechselnd jeweils nur eines der Einstellorgane innerhalb von Abschnitten des Regelbereiches gestatten.
In der Zeichnung ist aus der Zahl der vielen Möglichkeiten lediglich ein Ausfüh rungsbeispiel in schematisierten Schaubildern dargestellt, wobei sich Fig.1 bis 4 auf die eine Ausführungsform beziehen, die in vier charakteristischen Stellungen veranschaulicht ist.
Bei der veranschaulichten Ausbildung wird die gewünschte, besondere Art der Ein stellung durch eine Abhängigkeitseinrichtung zwischen dem Kupplungsorgan 19 und den Arretierungsorganen 31, 32, 40 vereinfacht, indem diese Abhängigkeitseinriehtung eine Funktion entweder nur des Kupplungsorgans oder nur der Arretierungsorgane zulässt.
Das Einstellungsorgan 1 für die Blende und das Einstellungsorgan 2 für den Verschluss (Be lichtungszeit) können durch das Kupplungs organ 19 hinsichtlich ihrer Bewegungen in Abhängigkeit gebracht@werden. Dieses Kupp- lungsorgan.ist als Zahnrad vorgesehen, wobei das Kuppeln durch Axialverschiebung des selben in der Richtung des Pfeils 22 erfolgt; dabei kommen die Verzahnungen des Zahn rades 19 mit entsprechenden Zahnbogen an den Scheiben der Einstellorgane 1 und 2 in Eingriff; das Kupplungsorgan könnte jedoch auch in anderer, bekannter Form, zum Bei spiel als Kupplungsstift, ausgebildet sein.
Das Kupplungszahnrad 19 sitzt lose drehbar, je doch gegen Axialverschiebung gesichert auf der Welle 20, welche durch eine Feder 21 in der Richtung des Pfeils 22 in die Kupplungs stellung zu ziehen gesucht wird. Die Welle 20 geht in einen starren Bügel 23 über, der sich in eine weitere Welle 29 fortsetzt, welche eine gegen axiale Verschiebung gesicherte, jedoch drehbare Lagerung 30 für einen Arretierungs- körper 36 aufweist; der letztere ist mit Sperr lappen 31 und 32 ausgestattet, welchen - am Einstellorgan 1. Sperrschlitze 33 und 34 zu geordnet sind.
In bezug auf die Ebenen der Einstellscheiben 1 und 2 sind das Kupplungs organ 19 und die als Arretierungsorgane wirksamen Sperrlappen 31, 32 an der aus den Wellen 20 und 29 und dem Bügel 23 gebilde ten Einheit so angeordnet, dass entweder nur das Kupplungsorgan 19 in Gebrauchsstellung ist (Fig. 4) oder nur die Sperrlappen 31, 32 (Fig.1, 3) in Gebrauchsstellung sind.
Infolge der Wirkung der Zugfeder 21 ist die Normalstellung und gleichzeitige Ge brauchsstellung der Kamera die in Fig. 4 dar gestellte Kupplungsstellung. Zur Vornahme des. Entkuppelns ist ein doppelarmiger Hebel 25 dargestellt, der um eine ortsfeste Welle 26 drehbar ist;
er weist an einem Ende einen Betätigungsknopf 27 und am andern Ende eine Gabel 24 auf, mit welcher er den Bügel 23 umgreift, so dass durch Niederdrücken des Betätigtmgsknopfes %7 in der Richtung des Pfeils 28 das ganze System 19-23-29-31-32 entgegen der Kraft der Zugfeder 21 und ,entgegen der Richtung des Pfeils 22 verschoben wird.
Der Arretierungskörper 36 weist einen Schlitz 35 auf, in welchem ein Stift 37 geführt ist, der auf einem Sperrglied 38 starr auf gesetzt ist; dieses Sperrglied 38 ist um eine ortsfeste Welle 39 drehbar angeordnet und weist eine Nase 40 auf, für deren Eingriff in der Scheibe des Einstellorgans 2 eine Aus- nehmung 41 vorgesehen ist; eine Feder 42 stützt sich gegen die Welle 29 und den Stift 37.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Ein richtung sei an Hand der Figuren nach- stebend erläutert: Ziun Zwecke einer Wahl eines Belichtungs wertes durch absatzweise und abwechselnde Betätigung der Einstellscheiben 1 und 2 wird durch Niederdrücken des Betätigungsknopfes 27 in der Richtung des Pfeils 28 die Kupp lung 19 gelöst und gleichzeitig der Arretie- rungskörper 36 gehoben, so dass der Sperr lappen 31 in den zugehörigen Sperrschlitz 33 der Einstellscheibe 1 für die grösste Blende 2,8 eintritt. In dieser in Fig.1 dargestellten Lage ist die Scheibe 1 verriegelt.
Die für den Ver- schluss bestimmte Einstellscheibe 2 lässt sich hingegen verdrehen. "Diese Verdrehung be ginnt vom Wert 1 Sekunde an; diese Aus gangsstellung ist in Fig.1 veranschaulicht: Eine Verdrehung der Einstellscheibe 2 wird bis zu einem bestimmten Wert, zum Beispiel 1/1s Sekunde durchgeführt. Für diesen vor bestimmten Wert ist der Arretierung mechanismus so ausgebildet, dass bei Erreichen der entsprechenden Stellung der Scheibe 2 eine Sperrung derselben eintritt, indem das Sperrglied 38 mit seiner Nase 40 in die zu gehörige Ausnehmung 41 in der Einstell scheibe 2 einfällt.
Ausgehend von der Stellung des Sperr gliedes 38 in Fig. 1 lässt sich die Wirkung des selben bis zum Erreichen der Sperrstellung in Fig. 2 leicht verfolgen. Da die um die orts feste Drehachse 39 des Sperrgliedes 38 ge schlungene Doppelarmfeder 42 mit einem Arm am Stift 37 der Sperrplatte 38 und mit ihrem andern Arm an der Welle 29 anliegt, sucht sie eine annähernd radiale Lage des Sperrgliedes 38 herbeizuführen.
In der in Fig. 1 veranschaulichten Lage vermag das Sperrglied 38 jedoch diese Radialstellung noch nicht einzunehmen, sondern wird durch den Randkranz der Scheibe 2, an welchem es unter der Spannung der Feder 42 schleift, in einer zum Radialstrahl schrägen Stellung gehalten. Die Ausnehmung 41. im Randkranz der Scheibe \_' ist so gewählt, dass die Nase 40 des Sperrglie des 38 beim vorgewähltenWert 1/1s Sekunde in die Ausnehmung 41 einschnappt; diese Stellung ist aus Fig.2 zu entnehmen.
Das Einschnappen ist mit einer Verschwenkung des Sperrgliedes 38 und des mit ihm eine Einheit bildenden Stiftes 37 um die Welle 39 verbunden, wodurch der Stift 37 infolge seiner Führung im Schlitz 35 des Arretierungskör- pers 36 den letzteren um die Welle 29 entgegen dem Uhrzeigersinn verschwenkt, so dass der Sperrlappen 31 aus dem Sperrschlitz 33 aus tritt. Die weitere Verschwenkung des Arretie- rungskörpers 36 erfolgt so lange, bis sein Sperrlappen 32 am Rand des Einstellringes 1 für die Blende zum Anliegen kommt.
Dadurch wird auch; und zwar unter Vermittlung des Schlitzes 35 und des Stiftes 37 das Sperrglied 38 unbeweglich. Wie Fig.2 veranschaulicht, ist also nunmehr der Einstellring 2 für den Verschluss verriegelt, während der Einstell ring 1 für die Blende zur Verdrehung frei gegeben ist.
Es können somit zu dem für die folgende Phase des Einstellvorganges festbleibenden Verschlusswert 1116 Sekunde die verschie denen Blendenwerte eingestellt werden. Die Fig.2 zeigt den Blendenring 1 auf seinem Verdrehungswege aus-der Stellung 2,8 zur Stellung 22 in der Zwischenstellung 8 .
Sofern in diesem Bereiche nach keine Über- einstimmung mit dem Zeiger am lichtelektri schen Instrument erreicht werden sollte, wird bei der gewählten Endstellung 22 des Blendenringes der Sperrlappen 32 zum An schlag des Sperrschlitzes 34 gelangen und in diesem infolge der Wirkung der Feder 42 eindringen.
Damit ist nun wieder der Einstellring 1 blockiert. Das Eindringen des Sperrlappens 32 in die Sperrschlitzung 34 ist mit einer weiteren Verschwenkung des Arretierungs- körpers 36 verbunden, wodurch unter Ver mittlung des Schlitzes 35, des Stiftes 37 und der Feder 42 auch dem Sperrglied 38 eine Verschwenkung erteilt wird, wodurch es aus der Ausnehmung 41 austritt, so dass der Ein stellring 2 für den Verschluss wieder frei ver dreht werden kann.
Dies kann zum Beispiel bis zur Verschlussstellung i/i2s Sekunden erfolgen, wie dies aus Fig. 3 hervorgeht.
Bei dem beschriebenen und in charakte= ristischen Stellungen durch die Fig.1, 2 und 3 veranschaulichten Durchmessen des ganzen Regelbereiches der Kamera wird sich ein Wert ergeben, der dem Zeigerausschlag des licht elektrischen Belichtungsmessers entspricht. Die abschnittweise Durchmessung unter ab wechselnder alleiniger Verdrehbarkeit des Verschlussringes 2 bzw. des Blendenringes 1 gewährleistet mit Sicherheit ohne jede Schätzung und ohne jedes Probieren die plan mässige Erreichung der richtigen Stellung der Einstellorgane 1, 2 für eine bestimmte Auf nahme.
Der geschilderte Einstellvorgang fin det unter ständigem Niederdrücken des Be tätigungsknopfes 27 statt, also unter Aus schaltung der Kupplung 19 bei gleichzeitiger Wirksamkeit eines der Arretierungsorgane 31-32 bzw. 40.
Bei der geschilderten Einstellung waren nur Arretierungsglieder in Funktion. Für die Gebrauchsstellung der Kamera wird durch Aufgeben des Druckes auf den Betätigungs knopf 27 der Zustand wiederhergestellt, bei dem die Kupplung 19 in Funktion gesetzt ist, während jedoch die Arretierungsglieder ausser Funktion gebracht sind. Fig.4 zeigt diese, dem Normalzustand exitsprechende Gebrauchs- lage der Kamera.
Die Sperrlappen 31, 32 be finden sich ausserhalb des Bereiches der Ein stellscheibe 1, die Nase 40 liegt im Schlitz 41 der Einstellscheibe 2 ohne Sperrwirkung, weil das Sperrglied 38 in dieser Stellung frei ver- drehbar bleibt.
Da die Einstellscheiben 1, 2 gegenläufig aufeinander abgestimmte Skalen aufweisen, derart, dass bei gleichsinniger und gleichgrosser Verdrehung das Produkt aus Belichtungsintensität und Belichtungszeit un verändert bleibt, so wird durch deren Kupp lung 19 erreicht, dass jede nachträgliche ab sichtliche oder unabsichtliche Verstellung einer der Einstellscheiben eine derartige Ver stellung der 'andern zwangläufig zur Folge hat, dass der durch den vorhergehenden Ein stellvorgang einmal erhaltene richtige Be lichtungswert (Produkt) unverändert bleibt:
Selbstverständlich können - abweichend vom geschilderten Regelbeispiel - für die freie Einstellbarkeit des'einen oder des andern Einstellorgans auch andere Bereiche gewählt werden.
An Stelle einer mechanischen Kupplung kann zum Beispiel eine magnetische oder elektrische Kupplung vorgesehen sein.
Die Arretierungsorgane können auch als Festbremseinrichtungen, magnetische und elektrische Hemmungen und dergleichen aus gebildet sein.
Der Zusammenhang der Einstellorgane 1, 2 mit dem Drehspulinstrument ist entweder mechanisch durch Verschwenkung des 1VIess- instrumentes oder durch Veränderung des Widerstandes im Stromkreis möglich.
Die geschilderte Zwangsläufigkeit hat ge genüber bekannten Einrichtungen, welche die Stellung eines der beiden Einstellorgane 1, 2 im ganzen Regelbereich frei zu wählen gestat ten und hernach das andere Einstellorgan unter Heranziehung einer Photozelle- auto matisch in die dem gewählten Belichtungswert entsprechende Stellung bringen, grosse Vor teile.