Holzbauwerk. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Holzbauwerk, das eine Bodenkonstruk tion aufweist und ein auf dieser abgestütztes, zu einer vertikalen Mittelachse symmetrisches Gewölbe mit verschalten Bogenträgern besitzt, welches Gewölbe den Innenraum des Bau werkes begrenzt und dessen Grundfläche ein regelmässiges Vieleck ist.
Mittels dieses Bauwerkes kann beispiels weise ein Iglu erstellt werden, indem das verschalte Gewölbe mit einer Schneeschicht überdeckt wird, und es kann so z. B. als Unter kunftsraum oder Verpflegungsstätte im Ge birge für sportliche oder militärische Zwecke verwendet werden.
Die Bodenkonstruktion des Bauwerkes be sitzt zweckmässig sternförmig angeordnete, mit trapezförmigen Holzplatten bedeckte Boden balken, auf deren äussern Endteilen je ein Bogenträger des Gewölbes abgestützt sein kann. Zwischen den Bogenträgern können horizontale, mehrere gestaffelt übereinander liegende Ringe bildende Pfetten angeordnet sein, während die Bogenträger aussen durch trapezförmige Holztafeln verschalt sein kön nen, wobei eine dieser Tafeln zweckmässig als Türe ausgebildet ist.
Die Bogenträger können kreisbogenförmig oder parabelförmig gekrümmt sein.
In der beiliegenden Zeichnung ist der Er findungsgegenstand beispielsweise dargestellt; es zeigt: Fig.1 ein erstes Beispiel im Vertikalschnitt nach der Linie I-I in Fig. 2, Fig.2 eine Draufsicht des Bauwertes ge mäss Fig.1, teilweise im Schnitt, Fig. 3 in grösserem Massstab und im Schnitt eine Einzelheit aus Fig. 1, Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 3, Fig. 5, 6 und 7 in grösserem Massstab und im Schnitt drei Einzelheiten des in den Fig.1 und 2 gezeigten Bauwerkes, Fig.8 einen einzelnen Bogenträger mit oberem Ringelement eines zweiten Beispiels, zum Teil in Seitenansicht, zum Teil im Schnitt, Fig. 9 in grösserem Massstab einen Schnitt.
nach der Linie IX-IX in Fig. 8 und Fig.10 eine Ansicht von links in Fig.8. Das Holzbauwerk gemäss den Fig.1 bis 7 besitzt eine Bodenkonstruktion, die an ihrem Aussenumfang auf Unterzügen oder Schwellen. 1 gelagert ist, die ihrerseits auf einem Fun dament 2 z. B. aus Beton oder Stein aufliegen. Anstatt auf einem solchen Fundament kann das Bauwerk natürlich auch direkt auf dem nivellierten Boden oder auf einer Eis- oder Schneeschicht abgestützt sein.
Die genannte Bodenkonstruktion besitzt sternförmig ange ordnete Bodenbalken 3, deren äussere Endteile mittels Stahldübeln 4 (Fig. 5) und einer Rippe 5 auf den Unterzügen 1 befestigt sind. Die innern Enden der Bodenbalken 3 sind am Umfang eines Holzringes 6 angeschraubt, der ebenfalls auf dem Fundament- 2 gelagert ist. Die Bodenbalken 3 sind, wie in Fig. 2 er sichtlich, durch Verspannungs- und Stich balken 7 bzw. 8 verstrebt, während der eigent liche Boden des Bauwerkes durch trapez förmige Holzplatten 9 gebildet wird. Diese Holzplatten 9, die in Umfangs- und in ra dialer Richtung aneinanderstossen, sind je zwischen zwei aufeinanderfolgenden Boden balken 3 verlegt, auf welchen sie aufliegen.
Radial verlaufende, nach unten ragende Lei sten 10 der Holzplatten 9 verhindern ein Ver schieben der verlegten Platten 9, denen sie gleichzeitig als Verstärkung dienen. Die von den trapezförmigen Bodenplatten 9 freigelas sene Öffnung des Ringes 6 ist durch einen Deckel 11 abgeschlossen.
Das Gewölbe des in den Fig.1 bis 7 dar gestellten Bauwerkes, dessen Grundfläche ein regelmässiges Zwölfeck ist, besitzt kreisbogen förmig gekrümmte Bogenträger 12, deren untere, abgesetzte Enden in entsprechenden Ausnehmungen der äussern Endteile der Bodenbalken 3 abgestützt sind (Fig. 1 und 5). Es versteht sich, dass die Bogenträger 12 auch anders, z. B. parabelförmig gekrümmt sein können. Zwischen den Bogenträgern 12 sind an den letzteren befestigte und mehrere übereinanderliegende, horizontale Ringe bil dende Pfetten 13 angeordnet, deren Aussen- und Innenseiten mit den entsprechenden Seiten der Bogenträger 12 bündig sind.
Die obern Enden der Bogenträger 12 sind mit einem sie verbindenden Holzring 14 ver schraubt (Fig.1, 2 und 3). Der Ring 14 setzt sieh aus aufeinandergeleimten Ringlagen zu sammen. In gleicher Weise kann auch der Ring 6 der Bodenkonstruktion durch aufein- andergeleinmte Ringlagen gebildet sein. Die Bogenträger 12 sind aussen durch trapez förmige Tafeln 15 verschalt, die aus einzelnen Querbrettern zusammengesetzt sind. Das un terste Querbrett 15a, jeder Tafel 15 besitzt eine über die Tafelfläche der nächstuntern Tafel 15 vorspringende Aussenfläche.
Diese als Überlaufleisten ausgebildeten Querbretter 15a sind, mit Ausnahme desjenigen der unter sten Tafeln, an ihrer freien Stirnfläche mit einer Ausnehmung versehen, in welche das oberste Querbrett der näclhstuntern Tafel 15 eingreift (Fig. 6). Wie in den Fig.1, 5 und 6 ersichtlich ist, sind die obersten Querbretter der Tafeln 15 mit den in den Innenraum des Gewölbes ragenden Querleisten 16 versehen, die über die Tafeloberkante vorstehen und genau zwischen zwei nebeneinanderliegende Bogenträger 12 passen. Die untersten Tafeln 15 besitzen ausserdem eine untere Querleiste 16a (Fig.1 und 5). Die Art der Befestigung der Schalungstafeln 15 an den Bogenträgern 12 geht aus Fig.7 hervor.
Die zu diesem Zweck vorgesehenen Spannvorrichtungen be kannter Ausbildung besitzen einen am Bogen träger 12 angelenkten Spannbügel 17, der in Schliesslage in einen an der Tafel 15 be festigten Haken 18 eingreift. Dies ermöglicht in einfacher Weise ein sicheres Befestigen und Lösen der Verschalung an und von den Bogenträgern 12 des Gewölbes.
Wie aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich ist, ist das beschriebene Gewölbe in bezug auf eine vertikale Mittelaclhse symmetrisch und besitzt zufolge der kreisbogenförmigen Ausbildung der Bogenträger 12 annähernd Halbkugelform. Die einzelnen Bogenträger 12 sind durch mehrere Lagen von in Längsrichtung des Trägers aneinanderstossenden und in den Lagen versetzt zueinander angeordneten Brett elementen 12a (Fig.7) gebildet. Beim vor liegenden Beispiel liegen die einzelnen Lagen des Trägers senkrecht zu einer durch den Träger und die Mittelachse gehende Ebene und sind zu einem soggenannten Hetzer mit einander verleimt. Natürlich können die ein zelnen Lasen der Bogenträger 12 auch mit einander vernagelt oder verschraubt sein.
Wie die Fig. \? und 7 weiter zeigen, stossen die Sehalungstafeln 15 des Gewölbes in L mfangs- riehtung desselben an den Bogenträgern l2 winklig zusammen. Ihre :itissenfläche ist mit einem Isolationsbela-- 19 überzo;-en, während an den vertikalen Stossstellen der Tafeln 15 cin zusätzlicher Deckstreifen 20, z. B. aus Aluminiumblech vorgesehen ist.
Die durch den obern Verbindungsring 1-1 im Gewölbe geschaffene Öffnung dient zur Entlüftung des Bauwerkinnenraumes. Zu diesem Zweck ist auf den Ring 14 ein Kamin 21 mit Austrittsöffnung 22 aufgesetzt (Fig.l), in welchem eine Regulierklappe 23 eingebaut ist.
Wie rechts in Fig. 2 ersichtlich ist, ist eine der untern Sehalungstafeln mit einer Türe 24 versehen. Diese Türe 24 ist nach aussen öffnend angeordnet, so dass sie sieh zufolge der in Fig.1 ersichtlichen Neigung der Schalungstafeln gegenüber der Vertikalen selbsttätig schliesst. Natürlich können auch mehrere der untern Schalungstafeln mit einer Türe versehen sein. Die übrigen Schalungs tafeln 15 besitzen nach innen ragende, vertikal verlaufende Leisten 25, die einerseits zur Ver stärkung der Tafeln und anderseits zum Fest halten derselben in ihrer Lage dienen. Zum letztgenannten Zweck sind die Aussenseiten der Pfetten 13 mit Ausnehmungen 26 ver sehen, in welche die genannten Leisten 25 der Sehalungstafeln 15 eingreifen.
Bei einem zweiten Ausführungsbeispiel, von welchem Einzelheiten in den Fig. 8 bis 1 0 dargestellt sind, ist jeder Bogenträger 27 parabelförmig gekrümmt und aus vier Lagen von in Längsrichtung aneinanderstossenden lund in den Lagen versetzt zueinander ange ordneten Brettelementen 27a gebildet. Die einzelnen Lagen dieser Bogenträger 27 liegen parallel zu einer durch den Träger und die Mittelachse des Gewölbes gehenden Ebene und sind im vorliegenden Falle zu einem sogenannten Hetzer miteinander verleimt. ,Es versteht sieh, dass die Bogenträger 27 auch anders, z. B. kreisbogenförmig, gekrümmt sein können und die Brettelemente 27a der ein zelnen Lagen anstatt verleimt auch mitein ander vernagelt oder verschraubt sein können.
Das die obern Trägerenden miteinander ver bindende Ringelement ist im vorliegenden Fall durch zwei im Abstand übereinander ange ordnete Ringe 28 gebildet. zwischen welchen die Trägerenden mittels Schrauben 29 ein .gespannt sind. Im übrigen ist. dieses Bauwerk analog dem in den Fig.1 bis 7 dargestellten Bauwerk ausgebildet.
Wie aus dem Vorangehenden ersichtlich ist, ermöglicht es die beschriebene Ausbildung, ein aus relativ wenigen Einzelteilen bestehen des Holzbauwerk aus vorgefertigten Teilen aufzustellen. Die einfache Art der vorge sehenen Verbindungen ermöglicht auch ein rasches Zerlegen des Bauwerkes, ohne dass seine Einzelteile dabei zerstört werden müs sen. Eine spezielle Dachkonstruktion ist nicht erforderlich und es bietet im Verhältnis zu seiner Grundfläche relativ viel benutzbaren Innenraum. Wird ein solches Bauwerk im Gebirge aufgestellt, was zufolge der leichten Transportierbarkeit seiner wenigen und ein fachen Einzelteile auch mit einfachen Mitteln möglich ist, so kann es als Unterkunftsraum für sportliche oder militärische Zwecke ver wendet werden.
Zufolge seiner symmetrischen Wölbung besitzt es ausserdem gute Festig keitseigenschaften und bietet dem Wind nur ungünstige Angriffsflächen. In einfacher Weise können die beschriebenen Holzbauwerke auch als Iglu ausgebaut werden, indem auf die Schalung, unter Freilassung der mit der Türe 24 versehenen Schalungstafel 15, eine bis unter die Austrittsöffnung 22 des Kamins 21 reichende Schneeschicht aufgetragen wird. Da die Bogenform bei gleichmässiger Bela stung genau der Stützlinie folgt, werden von der Sehneesehicht annähernd keine Druck kräfte auf das Gewölbe übertragen. Der auf geschichtete Schnee trägt sich daher selbst.