CH292146A - Verfahren zur Herstellung von Formsand und nach dem Verfahren hergestellter Formsand. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Formsand und nach dem Verfahren hergestellter Formsand.

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CH292146A
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Description


  Verfahren     zur    Herstellung von Formsand und nach dem Verfahren hergestellter Formsand.    Es ist bekannt, dass zur Herstellung von  Formen für die Eisen-, Stahl- und Metall  giesserei Sande ganz bestimmter Konstitution       verwendet    werden müssen. Der Sand muss       einerseits    bildsam sein und die ihm     aufge-          lli#ä7l:e        Form        anell    bei     Einguss    des     sehmelz-          flüssigen        Grusses    behalten.

   Anderseits darf  beim     Stampfen    der Form der Formsand sieh  nicht derart dicht lagern, dass entstehende  oder aus dein     CTuss    freiwerdende Gase und  vor allem Wasserdampf nicht durch den  Formsand hindurch     entweiellen    könnten.  



  Bisher wurden für diese Zwecke Sande  verwendet, die entweder     infolge    ihrer     natür-          liellen    Zusammensetzung, das heisst infolge  eines     ausreiellenden    Tongehaltes genügende       Bildsamkeit    aufwiesen, oder es     wurde    der       Formsand    aufbereitet, indem Sanden, die     un-          renügende        Bildsamkeit    aufwiesen,     hoehwerti-          ger    Ton in     gewünschter    Menge beigemischt  wurde.

   Durch besondere Massnahmen der     Auf-          bereitung    einerseits und durch sorgfältige  Auswahl der auf natürlicher Lagerstätte vor  kommenden Sande anderseits sind für die ein  zelnen Bedürfnisse der     verschiedenen    Giesse  reien Sandqualitäten geschaffen worden, die  den jeweiligen Erfordernissen an Feuerbe  ständigkeit,und Durchlässigkeit bei genügen  der     Bildsamkeit        entsprechen.     



  Bei diesen Massnahmen ist indes stets von  der Auffassung ausgegangen worden, dass die       Bildsamkeit    des Sandes zurückzuführen ist  auf dessen Tongehalt. Der Tongehalt verleiht    zwar die     Bildsamkeit    und auch die Stand  festigkeit der Form beim Guss, hat aber den  Nachteil, dass der Ton nur in verhältnismässig  geringem Masse feuerbeständig ist. Ausserdem  verdichtet er den Sand     derart,    dass die Gas  durchlässigkeit mit zunehmendem Tongehalt  erheblich vermindert wird. Infolgedessen sind  der Tonzugabe verhältnismässig enge Grenzen  gesetzt.  



  Die Erfindung geht von der Erkenntnis  aus, dass 'Ton nicht. das einzige mineralische       Plastifizierungsmittel    ist, das für Formsande  geeignet wäre. Der Erfinder hat gefunden,  dass das Mineral     Glaukonit    in hervorragendem  Masse als     Plastifizierungsmittel    geeignet ist,  aber nur dann, wenn es im Sand fein ver  teilt ist, jedenfalls aber in feinerer Vertei  lung vorliegt, als dies auf natürlicher Lager  stätte der Fall ist.

   Das erfindungsgemässe Ver  fahren ist. deshalb dadurch gekennzeichnet,  dass in Quarzsand zur Vergrösserung seiner  Plastizität     Glaukonit    fein verteilt     wird.        Glau-          konit    ist ein wasserhaltiges Silikat, das Eisen  oxydul, Tonerde und     Kaliumoxyd    enthält und  ausserdem Kalzium- und     Magnesiumoxyd    in  wechselnden Mengen. Die chemische Zusam  mensetzung des     Glaukonits    wechselt mit dem  Vorkommen.

   Bekanntlich enthalten bestimmte  Sande, die auch schon für Formzwecke ver  wendet werden,     Glaukonit,    und zwar ist dies  bei den sogenannten Grünsanden der Fall,  ohne dass er indes bisher im Sinne der erfin  derischen Erkenntnis     wirksam    war, da, er in      diesen Sanden in Form dunkler Körnchen  vorhanden ist, die so gross sind, dass sie ohne  weiteres mit dem blossen Auge erkannt wer  den.

   Diese Sande enthalten aber auch erheb  liche Mengen an Ton, und zur     Plastifizierung     des Formsandes wurde bisher nur dieser Ton  gehalt ausgenutzt, und gegebenenfalls wurde  zur Abänderung der     Plastifizierungseigen-          schaften    der Tongehalt künstlich beeinflusst,  indem Ton zugefügt. oder der Sand durch  Zusatz von Quarzsand     gemagert    wurde.

   Wenn  einem Sand der Tongehalt fehlt bzw. künst  lich entzogen wird, weist. er, selbst wenn     Glau-          konit    im Sand in der Form vorliegt, wie er  auf natürlicher Lagerstätte gefunden wird,  keine     Bildsamkeit    auf; wird jedoch der     Glau-          konit    im Sand fein verteilt, so ergibt sich  überraschenderweise selbst bei völliger Ton  freiheit ein Sand, der für     Giessereizwecke     besser geeignet ist als tonhaltiger Sand. Er  hat ausserordentlich gute plastische Eigen  schaften und verleiht \der Form Standfestig  keit beim Guss. Ausserdem ist er wesentlich  feuerbeständiger     als    Ton.  



  Ein praktisch tonfreier, jedoch     Glaukonit     in feiner     Verteilung    enthaltender Sand ge  stattet infolge der ihm durch diesen Gehalt.  vermittelten Eigenschaften eine     lIerstellun-          von    Formen mit einer Mindestmenge an Was  ser und ausserdem unter Verwendung eines  feinen Kornes, ohne     :dass    die Form zu dicht  und zu wenig gasdurchlässig würde. Die     Guss-          stücke    erhalten infolgedessen eine wesentlich  glattere und formgetreuere Oberfläche.  



  Im allgemeinen wird die Standfestigkeit  der Form um so grösser, je höher der     Glau-          konitgehalt    ist. Da dieser ausserdem im Ge  gensatz zum Tongehalt die Gasdurchlässigkeit  nicht merklich verringert, kann er ohne Rück  sicht hierauf, lediglich nach den Gesichtspunk  ten der Standfestigkeit, gewählt werden. Es  lassen sich also bisher unerreichte     Stand-          festigkeiten    bei guter Gasdurchlässigkeit er  zielen.  



  Zur     Heisstellung    von Formsanden unter  Verwendung von     Glaukonit    in feiner Vertei  lung kann in der verschiedensten     Weise    ver  fahren werden. Liegt     beispielsweise    ein ton-    und     glaukonitha,ltiger    Sand     vor,    wie dies auf  natürlicher Lagerstätte vielfach der Fall ist,  so wird der Ton     ganz    oder     teilweise    ausge  waschen, wobei vorzugsweise bis zu einem  Höchstgehalt an     'Schlemn-Lstoffen    von etwa  0,5 bis 1     1/o    gegangen wird.

   Der Rückstand,  bestehend aus     Quarzsand    mit eingelagerten       Glaukonitkörnern,wird    alsdann gerieben, bei  spielsweise in einem     Kollergang.    Beim Reiben  werden die an sieh weichen     Glaukonitkörner     zerrieben und gleichmässig in den Sand ver  teilt..

   Dabei     muss    so verfahren werden, dass  das     Quarzkorn    erhalten und nicht zertrüm  mert     wird.    Der Sand, der infolge des     Ent-          zuges    von Ton an sich vollkommen     unbildsam     ist, wird durch den feinverteilten     Glaukonit     in höchstem Masse bildsam, so dass sich der  Sand fettig anfühlt.

   Er     weist.    eine hohe Be  ständigkeit     gegen    Temperaturen auf, wie sie  beim Giessen     auftreten,    hat aber anderseits,  da der     Glankonit    gänzlich andere Eigenschaf  ten aufweist als der Ton, eine wesentlich hö  here Gasdurchlässigkeit als tonhaltiger Sand  gleicher Korngrösse und     Standfestigkeit.     



  Wird der Ton nur bis zu einem gewissen  Teil ausgewaschen, so vermindern sich die       günstigen        Ei-ensehaften    mit zunehmendem  Tongehalt.  



  Je nach dem     Verw        eirdungszweck    des Form  sandes, sei es für Formen, Kerne usw., ist es       erwünscht,    im einen Falle mehr     -Lund    im an  dern Falle     wenicer        Glaukonitgehalt    im Sand  zu haben, und es liegt im Rahmen der     Erfin-          dun-,    den Gehalt an feinverteiltem     Glaukonit     in weiten Grenzen zur     Anpassung    an die Ein  zelbedürfnisse zu variieren.  



  Eine weitere, durch die Erfindung     ge-          sehaffene        Möglichkeit    besteht. deshalb darin,  den     Glaukonit    in mehr oder minder reiner  Form zu     gewinnen    und ihn alsdann einem  Sande beizumischen, der entweder überhaupt  keinen     Glaukonit    oder denselben mir in unzu  reichenden Mengen enthält.

   Zu diesem Zweck  kann vorzugsweise so verfahren "erden, dass  zunächst der     Glaukonit    in wirtschaftlicher  Weise gewonnen wird.     Irn    allgemeinen wird  hierzu     ausgegangen    von praktisch tonfreiem,       glaukonithaltigem.    Sand oder auch von einem           lonlialtigen    Sand, aus dem der Ton ausge  waschen ist.

   Dieser praktisch tonfreie,     glau-          konithaltige    Sand wird gerieben, vorzugsweise       iti    einem     Kollergang,    und es zeigt sich, dass  es nunmehr möglich ist, den     Glaukonit    mit  Wasser     auszuwaschen,    auszublasen oder aus  zusieben. Auf diese     )V    eise wird entweder ein       i'euelites        Glaukonitkonzentrat    erhalten, oder  gegebenenfalls nach Trocknung ein     Glau-          konitpulver.     



  Das     Glaukonitkonzentrat    kann im     wasser-          haltif-en        Zustand    oder in der     erwähnten    Pul  verform nunmehr tonfreiem Quarzsand oder       sonstiL;,em    unzureichend bildsamem Sand zu  gesetzt und fein in ihm verteilt werden.  



  Diese     Ausführungsform    des Verfahrens hat  besondere Bedeutung für     unbildsame    Sande,  die bisher nicht verwendet werden konnten,  denn sie können durch diese Massnahmen bild  sam     \(gemacht    werden. Die Gehalte an     Glau-          konit    entsprechen dabei etwa den Gehalten,  die bisher synthetischen     Sanden    an hochbild  samem Ton zugesetzt werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung von Formsand, dadurch gekennzeichnet, dass in Quarzsand zur Vergrösserung seiner Plastizität Glaukonit fein. verteilt wird. UN TERANSPRÜCPIE 1. Verfahren nach Patentanspruch I zur Herstellung von Formsand aus glaukonithalti- gem. Sand, dadurch gekennzeichnet, dass die im Sand enthaltenen Glaukonitkörner durch Zerreiben unter Erhaltung des Quarzkornes zerkleinert und im Sand fein verteilt werden. '.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Glaukonitkörner durch Kollern zer kleinert und fein verteilt werden. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass nicht glaukonit- haltigem Sand Glaukonit in fein zerteilter Form beigemischt wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der dem Sand beizumischende Glaukonit durch Abtrennen aus glaukonithaltigem Sand gewonnen wird. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 3 und 4, dadurch gekenn zeichnet, dass der Glaukonit aus dem glau- konithaltigen Sand durch Zerreiben und an schliessendes Auswaschen abgetrennt wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 3 und 4, dadurch gekenn zeichnet, dass der Glaukonit aus dem glau- konithaltigen Sand durch Zerreiben und an schliessendes Ausblasen abgetrennt wird. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 3 und 4, dadurch gekenn zeichnet, .dass der Glaukonit aus dem glau- konithaltigen Sand durch Zerreiben und an schliessendes Aussieben abgetrennt wird. B. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass tonhaltiger Sand vor seiner Vermischung mit fein zerteiltem Glaukonit von seinen Schlemmstoffen minde stens teilweise befreit wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlemmstoffe aus dem Sand ausge waschen werden.
    PATENTANSPRUCH II: Formsand, hergestellt nach dem Verfahren. gemäss Patentanspruch I.
CH292146D 1950-03-13 1950-11-08 Verfahren zur Herstellung von Formsand und nach dem Verfahren hergestellter Formsand. CH292146A (de)

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