Verfahren zum beschleunigten Gerben von tierischen Häuten und Anlage zur Durchführung dieses Verfahrens. Bekanntlich wird das Gerben von tieri- sehen Häuten mittels gerbender Stoffe vor -enommen, um der vorpräparierten Haut blösse die Fähigkeit der Fäulnis zu nehmen.
Für die Herstellung schweren Leders wird beute noch wie vor vielen Jahrzehnten beinahe das gleiche Gerbverfahren angewandt, das unter der umfassenden. Bezeichnung der Gruben- bzw. Lohgerberei allgemein bekannt ist. Die langsame Gerbung mit ausschliesslich schwachen Gerbbrühen in Gerbgruben ist die älteste Form der pflanzlichen Gerbung. Diese Gruben-, Farben-, Versenk- und Versatzger- bung erfolgt meist in rechteckigen Gruben @ an etwa ? Meter Länge, Breite und Tiefe,
die entweder aus Eichen- oder Kiefernholz ge-. baut, oder aus Eisenbeton, mit entspreehen- dem säurefestem Schutzanstrich oder Ausklei dung versehen, in den Boden eingelassen sind.
Da die Festigkeit. des fertigen Leders in stärkstem Masse durch die Acidität der Gerb brühen neben den besonderen Eigenschaften der einzelnen Gerbmittel bestimmt wird, wer den bei der alten und langsamen Gerbung von Sohl- bmv. festem Kernleder Gerbbrühen, be stehend aus alten, stark sauren und gerb stoffarmen Auszügen von Sauerlohe, sog. Sehwell- oder Treibfarben aus den Vor sätzen stammend, angewandt.
Für die Herstellung schweren, qualitativ hoehwertigen Leders wird bei dem alten Ver fahren das Gerben der Häute vorzugsweise in Versätzen getätigt, wo die Häute nicht in die Brühe versenkt werden, wie dies beim Ver fahren mittels Versenken der Fall ist, son dern ;in die leere Grube ausgebreitet, mit einer Schicht von 10 bis 15 cm Gerblohe ein gestreut und so die Grube abwechselnd mit Haut- und Lobschichten gefüllt wird.
Ein solcher Versatz wird sodann mit Gerbbrühe derart abgetränkt, indem zwischen den beiden Böden der Versatzgrube mittels eines Kupfer rohres die Abtränkbrühe von unten her dem Gerbgut zugeführt wird, damit sämtliche Luft im Versatz verdrängt und die Häute und das Streumaterial von der einfliessenden Gerb- brühe einwandfrei durchdrungen werden kön nen.
In diesem Zustand bleibt der Versatz sich selbst überlassen, und es spielen sich darin die gleichen chemischen Vorgänge wie im Versenksystem ab, das heisst. eine konti nuierliche Aufnahme von Gerbstoff durch die Häute findet im gleichen Masse statt als ein entsprechend kontinuierliches Lösen neuen Gerbstoffes aus dem eingestreuten Gerbmittel bei der verhältnismässig sehr geringen Brü- lienmenge bis zur weitgehendsten Erschöp fung des Gerbmittels bzw. bis zur völligen Ausgerbung der Häute möglich ist.
Die Dauer eines derartigen Versatzgerbens beträgt etwa 4 bis 6 Monate.
Die einwandfreie Gerbimg schwereren Sohlleders bedingt jedoch, dass die betreffen den Häute zwei-, drei- und viermal hinter einander einen derartigen Gerbungsprozess in der Versatzgrube durchmachen müssen, wo- durch die Gerbdauer für starkes und hartes Kernleder auf 12 bis 18 Monate bemessen -erden kann.
Aus diesen Ausführungen über die lang same Gerbung in der Grube geht ohne weite res hervor, dass ein ganz organischer über- gang von solch ausgesprochen langsamer Gerbweise zu beschleunigten und selbst schnellen Gerbmethoden für bestimmte Leder sorten, je nach ihrer Verwendungsart, be stehen muss.
Werden demnach bei der Gru- bengerbung in Farben, Versenk und Versatz an Stelle niedrigprozentiger Gerbmittel, Ei ehenrinde, Fichtenrinde usw., oder anteilig mit diesen, höherprozentige Gerbmaterialien, wie Mimosarinde, Malettrinde, Trillo, Mvro- balanen usw., zur Herstellung der Gerbbrühe benützt.
und im Versenk- und Versatzgerbver- fahren ganz oder anteilig als Streumaterial verwendet, oder zum Ansatz von Farben- und. Abtränkbrühen noch konzentriertere Gerb- extrakte herangezogen, so entsteht. daraus stet.,- eine beträchtliche Erhöhung der Gerb stoffkonzentration der Lösungen und damit ein Verlassen des alten Gerbprinzipes der aus schliesslichen Verwendung schwacher Gerb brühen, das heisst. der Übergang zu einem schnelleren Gerbverfahren.
Die unwirtschaftlich lange Dauer der Grubengerbungen wird ,beträchtlich abge kürzt, wenn neben der Konzentrationssteige rung der Gerbstofflösungen die gerbbeschleu- nigende Wirkung mechanischer Bewegung der Gerbstoffflüssigkeit als auch des Gerbgutes hinzukommt.
Die Einführung der Fassgerbung bedeu tete deshalb seinerzeit. für viele Gebiete der Ledererzeugung einen grossen Fortschritt. Für sich allein angewandt, stellt sie heute noch die alleinige Schnellgerbmethode für viele Lederarten dar, und als Behandlungsteil der sog., gemischten Gerbung, das heisst einer zweckmässigen Kombination mit.
der beschleu nigten Grubengerbung, kommt ihr dement sprechend eine hervorragende Bedeutung zu, sofern dabei die goldene Gerbregel eingehal ten wird, die besagt, dass die Konzentration der gerbenden Lösungen bei jeder Behand- lungsstufe dieses Kombinationsverfahrens regelmässig gesteigert wird.
Dieses bis heute gebräuelilichste Kombi- nat.ionsgerbverfahren benötigt aber infolge seiner beschleunigten Gerbwirkung trotzdem noch Wochen und Monate, um starkes Voll- leder für die Verwendung als weiches Ober leder herzustellen. Ein lohgares, hartes und starkes Sohlleder lässt sich jedoch auf diese Art nicht erzeugen.
Es 'sind bis heute schon sehr viele Ver suche unternommen worden, um das Problem eines wirklich braiiehbaren Schnellgerbver- fahrens mit pflanzlichen Gerbmitteln zu lösen, jedoch ohne jeglichen praktischen Erfolg. Man versuchte es z. B. mit dem sog. Nance- Z'akuumgerbvei-fahren oder auch mit. dem Luekhaus-Vakuumverfahren , wobei mittels Vakuum und auch unter Anwendung von Druck und Vakuum, abwechselnd angewandt, eine beschleunigte Gerbwirkung erzielt wer den sollte.
Auch viele diesbezügliche Vor schläge gingen dahin, mittels Einwirkung elektrischen Stromes den Gerbprozess zu be- sehleunigen, wobei das sog. Osmose-Verfah- ren zu erwähnen ist, das die Wanderung der Gerbstoffteilehen im Gleichstrom zwischen zwei Diaphragmen dahingehend beeinflussen sollte, eine beschleunigte chemische Verbin dung mit. den Eiweissstoffen der Haut einzu gehen.
Auch das sog. Pawlowitsch-Sehnell- gerbverfahren , das sich auf die Wirkung einer speziellen, alkalischen Behandlungsweise zwecks Gerbbeschleunigung der Häute stützt, erlitt den gleichen Misserfolg.
Irgendwelche praktische Bedeutung haben diese verschiedenen vorgeschlagenen Verfah ren bis heute nicht zu erreichen vermögen, so dass trotz der enormen wirtschaftlichen Bedeutung, welche einem wirklich anwend- baren Gerbverfahren, das in brauchbarer Art die Gerbdauer mit pflanzlichen Cerbmitteln wesentlich verkürzt, zukommt, das Problem einer erfolgreichen Schnellgerbung zur Her stellung von qualitätshoehwertigem Sohlleder heute noeh als ungelöst. bezeiehnet wird.
Das vorliegende erfindungsgemässe Ver fahren zur beschleunigten Gerbung von tieri- .#zelren Häuten, z. B. mit, pflanzlichen Gerb mitteln und andern Gerbstoffkombinationen, ermöglicht. nun die enorme Abkürzung der (rerbzeit auch für die Herstellung von bestem Qualitätskernleder bis auf etwa 24 Stunden, während hierzu bisher 12 und mehr Monate benötigt wurden und selbst das bisher schnell re Gerbverfahren, die Mineralgerberei, mit l els welchem Verfahren aber kein Sohl- bzw. Kernleder erzeugt werden kann, noeh mehrere Tage benötigt.
Das erfindungsgemässe Verfahren kenn zeichnet sich dadurch, da.ss die Häute in einer bewegten und entgasten, von Luft- und Licht zutritt abgesehlossenen angewärmten Gerb- stoff-Flüssigkeit unter einem vorbestimmten hcdroslatisehen Druck einer fortdauernden beidseitigen Bürstenmassage unterzogen wer den und gleichzeitig der Einwirkung von Ultrasehallwellen ausgesetzt werden.
Eine Gerbanlage zur Durchführung dieses Verfahrens ist erfindungsgemäss gekennzeich net dureh einen gemauerten Gerbkanal, an dessen Seitenwänden je eine Mehrzahl von Ultrasehallquellen so angeordnet ist, dass ;
Jede derselben einen Ult.raschallstretikegel gegen die parallel zu den Kanalwänden zwi schen denselben, mit Hilfe von Spannvorrich tung in gespanntem Zustand gehaltenen Häute richtet, sowie gekennzeichnet durch automatisch bewegte Bürsten, die die Häute einer dauernden beidseitigen Bürstenmassage aussetzen und gleichzeitig die Gerbstoff- Flüssigkeit in steter Umwälzbewegung halten.
Der Gerbungsprozess von Grosshäuten zu Sohl- bzw. Kernleder muss nach dem erfin dungsgemässen Verfahren nicht mehr in Gru ben vollzogen werden, sondern kann sich mit Vorteil am laufenden Band automatisch in insgesamt etwa 7 Behandlungsphasen ab wickeln, die zusammen nicht mehr als etwa 24 Stunden in Anspruch nehmen.
Das Durch dringungsvermögen des Gerbstoffes und das Verbinden derselben mit den Leimstoffen der Häute als chemischer Veränderungsvorgang wird bei diesem neuen Verfahren haupt.säch- lieh durch eine kombinierte Behandlungs- weise mechanischer und chemischer Natur in Verbindung mit einer zweckmässigen Anwen dung von Ultraschallwellen bzw. ihrer Ge samteinwirkung auf die Hautblössen ungemein beschleunigt.
In den beiliegenden Zeichnungen ist eine beispielsweise Ausführungsform einer Ein richtung zur Durchführung des neuen Ver fahrens dargestellt. In Fig. 1 ist eine Draufsicht auf einen Teil einer erfindungsgemässen Gerbanlage darge- ,ctellt, während Fig. 2 einen Längsschnitt (II-II) durch diesen Gerbkanalteil und Fig. 3 einen Querschnitt (III-3II)
durch denselben zeigt. In Fig. 4 der Zeichnung wird eine vollstän dige Anlage dieser Art im Grundriss als Bei spiel gezeigt, wovon Fig. 5 einen Teilaufriss durch einen Gerb- kanalteil ersichtlich macht.
Nach den Fig. 1 bis 3 der Zeichnung sind die Ultraschallgeneratoren 1 mittels der elek trischen Leitungskabel 2 an das örtliche Stromnetz angeschlossen. Die Kabel 3 ver binden die Schallgeber 4 serienweise mit den Generatoren 1, von welchen aus sie einge schaltet und in Betrieb gesetzt, reguliert und ausgeschaltet werden können. Diese Schall geber 4 sind magnetostriktiver Bauart, derart, dass sie ein kegelförmiges Schallwellenstreu- feld von sich abstrahlen.
Die Anordnung dieser Schallgeber 4 erfolgt. so, dass _ jeweils z. B. vier derselben vertikal auf einer Schiene <B>5</B> zusammengekoppelt sind und senkrecht übereinander beidseitig des Gerbkanals 6d an dessen Mauerwand 7 verstellbar (höhen mässig) montiert werden. Sie alle stehen unter dem Flüssigkeitsspiegel.
Mittels einer motorisch angetriebenen Ket ten- bzw. Raupentransportbahn 8, deren För- derschiene 8ca genau in der Mitte über dem Gerbkanal 6 und 6a auf Stützen 9 befestigt verläuft,
werden die Hautblössen 10 an federn den Haken 11 hängend und durch eine Spann vorrichtung 12 in straff ausgebreiteter Hal tung in den Gerbkanal 6 und damit sukzessive in die Gerbstoff-Flüssigkeit 13 eingeführt. -. Die Gerbstoff-Flüssigkeit 13 reicht im (erbkanal 6 und 6a so hoch, dass die voll ständig eingeführten Häute 10 mindestens 0,50 Meter unter den Flüssigkeitsspiegel zu hängen kommen.
Im Gerbkanal 6a lastet auf diesem Flüssigkeitsspiegel der Gerbsäure 13 eine etwa 4 bis 5 cm starke Öl- bzw. Tran schicht 14, die derart. gefärbt ist, dass Licht strahlen von aussen nur in geringem Masse Zutritt zur Gerbsäure 13 haben und dieselben zudem auch hutdicht nach aussen abgeschlos sen ist. Eine entsprechende Vorrichtung ver hindert das Ausbreiten dieser Ölschicht über die Gerbflüssigkeit in den Gerbkanalteilen 6.
Zwei an der Innenseite der beiden Kanal mauern 7 angebrachte Wischvorrichtungen 15, die durch je eine Aufhänge- und Bewegungs vorrichtung 16 an den Schienen 17 bewegt werden, welch letztere an den Stützen 9 befe stigt sind, besorgen durch ihre, die ganze Länge der beiden Kanalseiten 7 durchstrei fende Bewegung in den Gerbkanalabteilungen 6 und 6a einmal die ständige Umwälzung der Gerbstoff-Flüssigkeit 13 als auch zugleich durch ihre kontinuierliche Hin- und Herbe wegung durch die Gerbkanalabteilungen 6 und 6a die erforderliche Bürstenmassage auf den Hautflächen 10.
Zudem verrichten diese beiden Wischer 15, die höhenmässig unter der Ölschicht 14 im Gerbkanal 6a stehen, die kon tinuierliche Entfernung allfällig an den Haut flächen 10 und an den Schallgeberoberflächen 4 anhaftenden Luft- und gelösten Gasbläs chen sowie Gerbstoffbestandteile usw., die an sich die Einwirkung der Gerbstoffsäure, be sonders aber der Ultraschallwellen auf die Zellen der Hautblössen 10 zunichte machen bzw. isolieren können.
Fig. 2 der Zeichnung demonstriert beson ders, wie die zu g-rbenden Häute 10 die Gerbsäureflüssigkeit 13 durchziehen und wie die Ultraschallgeber 4 örtlich verteilt sind. Die dabei ersichtlichen Verhältnismasse des Gerbkanals 6a als auch die Aufhänge- und Streckvorrichtungen 11 und 12 sind nur bei spielsweise dargestellt.
Fig. 3 der Zeichnung zeigt das kegelför mige Streufeld der Ultraschallgeber 4 auf die in der Gerbkanalmitte durchziehenden Häute 10. Auch die Art der Aufhängting und Befe stigung der Bewegungsv orriehtung 16 für die beiden Wischer 15 sowie diejenige der Trans portbahn 8 bzw. 8a. sind sichtbar. Die Höhe des Raumfussbodens 18 gegenüber der Ver tiefung des Gerbkanals 6a ist. schematisch dar gestellt.
Die beiden -Viseher 15, die mit ihrem beidseitigen bürstenartigen Besatz, der aus enganliegenden, widerstandsfähigen Borsten aus zweckmässigem -Material beschaffen ist, füllen beidseitig der hängenden Haut 10 die ganze Kanalbreite 6 und 6a aus.
Fig. 4 der Zeichnung stellt. die Anwen dung dieses erfindungsgemässen Ledergerb- verfahrens in Form einer vollständigen, rationell ausgebauten Doppelanlage im Grund- riss beispielsweise dar.
Aus dem Abstellabteil 19 für ungegerbte, hierfür vorpräparierte Hautblössen 10 werden diese daselbst bereits auf die Hängevorrichtungen 11 und 12, wel che auf den toten Neben;eleisen 8a. von Hand verschoben werden können, aufgehängt und zur mechanisch bewegten Transportbahn 8 geschoben, um beim Punkt 00 durch dieselbe dem Clerbkreislauf übergeben zu werden.
Die aus dem Clerbprozesskreislauf ausgestossenen, fertig gegerbten Hautblössen 10 passieren ebenfalls den Punkt 00 der Geleisebahn 8 und werden von da. in das für sie reservierte Abstellabteil 20 geschoben, bis sie zur Trock nung und weiteren Verarbeitung abtranspor tiert werden. Dnreh eine Querverbindung der Geleisebahn 8 wird ermöglicht, dass sowohl die linksseitigen Abstellräume 19 und 20 als auch die rechts dem gleichen Zwecke dienen.
Da durch kann aber auch diese Anlagre durch be liebige Weichenstellung 21 der Hängebahn 8 von der linken wie auch von der rechten Seite her in Funktion genommen werden.
Aus Fig. 4 ist. ferner ersichtlich, dass eire spezielle Spritz- bzw. Duschenv orriehtung 22 an jedem Endpunkt der CTerhgruben 6 vor gesehen ist, um die aus dem Gerbeprozess, gleich wo dieser beendet. wird, austretenden Häute 10 eingehend von anhaftenden Öl- und Gerbstoffbestandteilen zu säubern. Pig. 5 der Zeichnung stellt einen Quer schnitt. durch einen ganzen Gerbkanal dar, wodurch man die Ein- und Ausfahrt der Häute 10 am laufenden Band erkennen kann.
Die beschriebene Einrichtung für das be- schleunigte Ledergerbeverfahren mittels zu sätzlicher Anwendung von Ultrasehalleinwir- knng arbeitet folgendermassen: Vor Inbetriebnahme der Anlage werden clie Gerbkanäle 6 bzw. 6a mit. einer entspre chend konzentrierten und temperierten Gerb säureflüssigkeit 13 angefüllt, die in der ersten Hälfte der Gerbbehandlung eine andere Zu sammensetzung besitzt als in der zweiten Hälfte.
Nach der Füllung der beiden Gerb- kanäle 6 wird diese Gerbstoff-Flüssigkeit 13 vorerst durch die Ultraschallwellen der Schall geber 4 im Gerbkanal 6a auf einen bestimm ten (Trad entgast. Nach diesem Kavationspro- zess wird eine etwa 50 mm starke Öl- bzw.
Transellicht 14 in den Gerbkanalteilen 6a. auf die Gerbstoffsäure 13 gelegt, wodurch der Kanalinhalt 6a nach aussen luftdicht abge schlossen und durch eine spezielle Färbung der Tra.nschicht 14 auch entsprechend abge dunkelt ist.
Nach dieser wichtigen Vorbereitung für den neuen Gerbprozess werden die zu gerben den vorpräpariertenHautblössen 10 aus ihrem Abstellabteil 19 - siehe Fig. 4 und 5 - her- Uusgeholt, wo dieselben zuvor an den Auf hängevorrichtungen 1.1 und Spannvorrichtun gen 12 der eingleisigen Transportschwebebahn h bzw. auf den toten Geleisen Sa derselben in Reserve gehalten wurden.
Vom Kreislauf punkt. 00 des Gerbzyklus aus werden diese vorher für den Gerbprozess präparierten Hautblössen. 10 durch die automatisch funk tionierende Ketten- oder Raupentransport bahn 8 am laufenden Band nacheinander in den Clerbkanal 6 eingeführt. Die Ultraschall wellenanlage wird nunmehr wieder in Betrieb gesetzt.
Mit. mässiger Fortbewegungsgeschwindig keit, die genauestens der -Wirkung des Gerb prozesse> angepasst sein muss und zumeist vier Meter in der Stunde nicht überschreitet, tau chen die Hautblössen 10 nacheinander in der Gerbstoff-Flüssigkeit 13 des Gerbkanalan- fangss 6 so weit unter, bis die Flüssigkeit sie um einen halben -Meter überflutet.
<I>1. Phase des</I> Gerbzyklus: Nun beginnt der Gerbprozess der Hautblössen 10. Eine Wisch vorrichtung 15 verabfolgt diesen Hautblössen eine beidseitige Bürstenmassage, die waag recht hin und her verläuft, dadurch die Gerb stoffsäure 13 in ständige Umwälzung verset zend, alle Luft- und Gasbläschen an den Hautflächen 10 beseitigt und einen innigen Kontakt zwischen Haut 10 und Gerbsäure 13 herstellt. Diese erste Behandlung der Häute 10 mit einer Gerbstoffsäure 13, die ihrer Kom= Position nach der bekannten Sauerbrühe (ent standen durch die Gärung der in den Gerb mitteln enthaltenen zuckerartigen Stoffe) ähnlich ist, macht sie für die nachfolgende Ultraschallbehandlung empfänglicher.
Die <B>T</B> auer dieser ersten Gerbphase beträgt etwa 2 bis 3 .Stunden.
<I>2. Phase des</I> Gerbzyklus: Laufend ziehen die Hautblössen 10 in den Gerbkanalteil 6a über, wo sie in gleicher Tiefe weiterhin im be wegten Gerbsäurebad 13 der Bürstenmassage unterzogen und zugleich einer intensiven Be schallung durch die Ultraschallgeber 4 aus gesetzt werden.
Die entgaste, lichtabge schirmte, in ständiger Bewegung. sich befind liche Gerbstoff-Flüssigkeit,13 vermag mit Hilfe des hydrostatischen Druckes von 0,05 bis 0,25 atü etwa., der auf den Blössen 10 lastet, die vom Ultraschall erregten Hautzellen der Blössen 10 in beschleunigter Art zu durchwir ken, da die Bürstenmassage jedes grössere Hindernis in Form von Luft- bzw. gelösten Gasbläschen und Gerbstoffbestandteilen an den Hautoberflächen der Blössen 10 während der Beschallung beseitigt.
Diese perkutane Eintreibung der Gerbstoffe 13 und deren Ver bindung mit den Leimstoffen der Zellgewebe der Haut 10 ist der Gemeinschaftsarbeit des hydrostatischen Druckes, der Gerbstoffbewe- gung, der Bürstenmassage und der erregen den Fällungskraft der Ultraschallwellen zu zuschreiben, wobei die Frequenz und die In tensität und Dauer der angewandten Ultra schallwellen, abgestimmt auf die Beschaffen- heit der Gerbstoff-Flüssigkeit 13 von grösster Wichtigkeit sind.
Diesem beschleunigten Durchdringungsverfahren sind die Häute 10 mittels der Gerbstoffsäure 13 während etwa 3 bis 5 Stunden ausgesetzt.
<I>3.</I> Phase <I>des</I> Gerbzyklus: Nach der Ultra- sehallwellenbehandliing werden die Häute 10 sukzessive durch das Gerbbad 6 geführt, wo sie wiederum der gleichen Behandlung und den beinahe gleichen Gerbbadverhältnissen gegenüberstehen, wie dieselben während der ersten Phase des Gerbverfahrens beschrieben wurden, nur mit dem Unterschied, dass sie nunmehr langsam aus der temperaturerhöhten Gerbstoff-Flüssigkeit 13 herausgehoben wer den.
<I>4.</I> Phase <I>des</I> Gerbzyklus: Dieser Behand lungsvorgang der vorgegerbten Häute 10 stellt an sich ein 3 bis 4 Stunden dauerndes Luft- und Lichtbad dar, während welchem sich in den Hautblössen 10 mittels Luft, Licht und Wärme der innere Fermentationsprozess kon solidieren und ausbreiten kann.
<I>5. Phase des</I> Gerbz-yklus: Damit die Zellen der vorgegerbten Haut sich nicht frühzeitig schliessen bzw. erstarren, werden die Häute 10 wieder langsam in die Gerbstoff-Flüssie- keit 13 der zweiten Teilhälfte der Grerb- behandlung des Gerbkanals 6 versenkt. Diese Gerbstoff-Flüssigkeit 13 besteht. aus einer andern Zusammenstellung wie diejenige, wel che während dem Gerbzyklus 1 bis 3 Verwen dung fand.
Abgesehen von dieser chemischen und einer thermischen Veränderung, die dem fortgeschrittenen Gerbzustand der Häute 10 angepasst ist, werden die Häute 10 genau gleich behandelt wie während der Gerbphase 1 und 3. Die Behandlungsdauer beträgt eben falls etwa 2 bis 3 Stunden.
<I>6. Phase des</I> Gei-bzyklus: Die Häute 10 treten in den Kanalteil 6a ein, wo eine ana loge Gerbbehandlung und unter beinahe glei chen Begleitumständen vollzogen wird wie während der 2. Phase des Gerbprozesses. Die in den Hautzellen der Blössen 10 während dem Luftbad der 4. Behandlungsphase ange häuften Sauerstoffteilchen werden in dieser entgasten Gerbstoff-Flüssigkeit 13 durch die Ultraschallwellen von neuem ausgetrieben (Kavation) und von der Wischvorrichtung 15 umgehend von den Hautflächen entfernt.
Die Frequenz und Intensität der hierbei ange wandten U ltraschall\v ellen mittels der Schall geber 4 sind jedoch, entsprechend der erhöht temperierten und verstärkten Gerbstoffkom- position 13 und dem fortgeschrittenen Sta dium der Hautgerbung, verschieden gegen über denjenigen, welche während der 2. Be- handhingsphase Verwendung finden. Die Dauer dieser Gerbbehandlung der Häute 10 mittels Ultraschall beträgt wiederum etwa 3 bis 5 Stunden.
<I>i. Phase des</I> Gei-bzyklzcs: Das laufende Band der Transportschwebebahn 8 führt die Hautblössen 10 zur letzten Gerbprozedur, während welcher sie der gleichen Behandlung ausgesetzt. werden, wie in der 5. Phase des G erbzyklus. Die Häute 10 werden aber dies mal langsam aus dem. Gerbkanal 6 leerausge- hoben und bevor sie denselben ganz verlas sen mittels einer speziellen Abspritz- bzw. Duschenvorrichtung 22 von möglicherweise noch anhaftenden Öl- und Gerbbestandteilen befreit.
Nach etwa 2 bis 4 Stunden diesbe7üg- licher Behandlung haben die Häute 10 den ganzen Gerbzyklus durchlaufen und befinden sich, vollständig ausgegerbt, nach einer Ge- samtbehandlungszeit von qtwa 24 Stunden wiederum am Ausgangspunkt 00 des ovalen Gerbzy klus, von wo sie nacheinander zu den Abstellabteilen 20 für fertig gegerbte Häute geschoben werden.
Der nachfolgende Troekenprozess der auf diese Art und Weise beschleunigt gegerbten Häute erfolgt in einer Art, welche dem vor handenen Zustand dieser Häute angepasst ist.
Während des Gerbprozesses wird von Zeit zu Zeit. die Zusammensetzung und Tempera tur der Gerbstoff-Flüssigkeit untersucht und letztere, wenn nötig, durch Zusätze auf ihre ursprüngliche Zusammensetzung gebracht.
Wie bereits dargelegt, beträgt die Um laufzeit in einer solchen, durch Fig. 4 und 5 beispielsweise dargestellten, erfindungsgemä ssen Gerbanlage etwa. 2.1 Betriebsstunden, wenn die Uerbkanäle bzw.
der Behandlungs ablauf der Häute nicht über 96 Meter Länge beträgt und die Gerbstärke der angewandten Gerbstoff-Flüssigkeiten sowie die zur Ver- vendung gelangenden Gesamtkräfte des Ultra- schallesq eine Fortbewegungsgeschwindigkeit der Häute von etwa 4 Meter in der Stunde zulassen.
Nach dem Ablauf dieser bedingten An laufzeit vermag eine solche Gerbanlage in eder ? Stunde eine etwa 4,0 m2 grosse Tier haut fertig gegerbt. dem Trockenprozess zu übergeben.
Die Fig. 4 in der Zeichnung stellt ausser dem die Möglichkeit dar, wie .eine derartige, erfindungsgemässe Gerbanlage ohne Benöti- nun- zusätzlichen Raumes und bei Verwen dung des grössten Teils der gleichen Trans porteinrichtungen, Licht- und Heizungs installationen usw. als auch des gleichen Be- c:ienungs- und Überwachungspersonals aus- nebaut werden kann, indem innerhalb einer Behandlungsbahn eine zweite Behandlungs bahn angeordnet. wird.
Durch die Verkür zung der Behandlungsbahn der innern Gerb- anlage würde sieh dementsprechend auch die Geschwindigkeit der Fortbewegung des lau fenden Bandes verringern. Die totale Be- :iandlungszeit jedoch wäre die Bleiehe wie bei der umfänglich grösseren Anlage mit der iiussern Gerbgrubenbahn.