CH293120A - Verfahren zum beschleunigten Gerben von tierischen Häuten und Anlage zur Durchführung dieses Verfahrens. - Google Patents

Verfahren zum beschleunigten Gerben von tierischen Häuten und Anlage zur Durchführung dieses Verfahrens.

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CH293120A
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Eisenegger Friedrich
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    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/30Chemical tanning using physical means combined with chemical means

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Description


  Verfahren     zum        beschleunigten    Gerben von     tierischen    Häuten  und     Anlage    zur     Durchführung    dieses Verfahrens.    Bekanntlich wird das Gerben von     tieri-          sehen    Häuten mittels gerbender Stoffe vor  -enommen, um der     vorpräparierten    Haut  blösse die Fähigkeit der Fäulnis zu nehmen.  



  Für die Herstellung schweren Leders wird  beute noch wie vor vielen Jahrzehnten beinahe  das gleiche     Gerbverfahren    angewandt, das  unter der     umfassenden.    Bezeichnung der  Gruben- bzw. Lohgerberei allgemein bekannt  ist. Die langsame     Gerbung    mit ausschliesslich  schwachen     Gerbbrühen    in     Gerbgruben    ist die  älteste Form der pflanzlichen     Gerbung.    Diese       Gruben-,    Farben-, Versenk- und     Versatzger-          bung    erfolgt     meist    in rechteckigen Gruben       @    an etwa ? Meter Länge, Breite und Tiefe,

    die entweder aus Eichen- oder Kiefernholz     ge-.     baut, oder aus Eisenbeton, mit     entspreehen-          dem        säurefestem    Schutzanstrich oder Ausklei  dung versehen, in den Boden eingelassen sind.  



  Da die Festigkeit. des fertigen Leders in  stärkstem Masse durch die     Acidität    der Gerb  brühen neben den besonderen Eigenschaften  der einzelnen     Gerbmittel    bestimmt wird, wer  den bei der alten und langsamen     Gerbung    von       Sohl-        bmv.    festem Kernleder     Gerbbrühen,    be  stehend aus alten, stark sauren und gerb  stoffarmen Auszügen von Sauerlohe, sog.        Sehwell-    oder Treibfarben  aus den Vor  sätzen stammend, angewandt.  



  Für die Herstellung schweren, qualitativ       hoehwertigen    Leders wird bei dem alten Ver  fahren das Gerben der Häute vorzugsweise in  Versätzen getätigt, wo die Häute nicht in die    Brühe  versenkt  werden, wie dies beim Ver  fahren mittels Versenken der Fall ist, son  dern ;in die leere Grube     ausgebreitet,    mit  einer Schicht von 10     bis    15 cm     Gerblohe    ein  gestreut und so die Grube abwechselnd mit  Haut- und Lobschichten gefüllt wird.

   Ein  solcher Versatz wird sodann mit     Gerbbrühe     derart     abgetränkt,    indem zwischen den beiden  Böden der Versatzgrube mittels eines Kupfer  rohres die     Abtränkbrühe    von unten her dem       Gerbgut    zugeführt wird, damit sämtliche Luft  im Versatz verdrängt und die Häute und das  Streumaterial von der     einfliessenden        Gerb-          brühe    einwandfrei     durchdrungen    werden kön  nen.

   In diesem Zustand bleibt der     Versatz     sich selbst überlassen, und es spielen sich  darin die gleichen chemischen Vorgänge wie  im     Versenksystem    ab, das heisst. eine konti  nuierliche     Aufnahme    von Gerbstoff durch die  Häute findet im gleichen Masse statt als ein       entsprechend        kontinuierliches    Lösen neuen  Gerbstoffes aus dem eingestreuten     Gerbmittel     bei der verhältnismässig sehr geringen     Brü-          lienmenge    bis zur weitgehendsten Erschöp  fung des     Gerbmittels    bzw. bis zur völligen       Ausgerbung    der Häute möglich ist.

   Die Dauer  eines derartigen     Versatzgerbens    beträgt etwa  4 bis 6 Monate.  



  Die einwandfreie     Gerbimg    schwereren  Sohlleders bedingt jedoch, dass die betreffen  den Häute     zwei-,    drei- und viermal hinter  einander einen derartigen     Gerbungsprozess    in  der Versatzgrube durchmachen     müssen,    wo-      durch die     Gerbdauer    für     starkes    und hartes  Kernleder auf 12 bis 18 Monate bemessen   -erden kann.  



  Aus     diesen    Ausführungen über die lang  same     Gerbung    in der Grube geht ohne weite  res hervor, dass ein ganz organischer     über-          gang    von solch ausgesprochen langsamer       Gerbweise    zu beschleunigten und selbst  schnellen     Gerbmethoden    für bestimmte Leder  sorten, je nach ihrer Verwendungsart, be  stehen muss.

   Werden demnach bei der     Gru-          bengerbung    in Farben, Versenk und Versatz  an Stelle     niedrigprozentiger        Gerbmittel,    Ei  ehenrinde, Fichtenrinde usw., oder anteilig  mit diesen, höherprozentige     Gerbmaterialien,     wie     Mimosarinde,        Malettrinde,        Trillo,        Mvro-          balanen    usw., zur Herstellung der     Gerbbrühe     benützt.

   und im Versenk- und     Versatzgerbver-          fahren    ganz oder anteilig als Streumaterial       verwendet,    oder zum Ansatz von Farben- und.       Abtränkbrühen    noch konzentriertere     Gerb-          extrakte    herangezogen, so entsteht.     daraus          stet.,-    eine beträchtliche Erhöhung der Gerb  stoffkonzentration der Lösungen und damit  ein Verlassen des alten     Gerbprinzipes    der aus  schliesslichen Verwendung schwacher Gerb  brühen, das heisst. der Übergang zu einem  schnelleren     Gerbverfahren.     



  Die unwirtschaftlich lange Dauer der       Grubengerbungen    wird ,beträchtlich abge  kürzt, wenn neben der Konzentrationssteige  rung der     Gerbstofflösungen    die     gerbbeschleu-          nigende        Wirkung    mechanischer Bewegung der       Gerbstoffflüssigkeit    als auch des     Gerbgutes     hinzukommt.  



  Die     Einführung    der     Fassgerbung    bedeu  tete deshalb seinerzeit. für viele Gebiete der       Ledererzeugung    einen     grossen    Fortschritt.  Für sich allein angewandt, stellt sie heute  noch die alleinige     Schnellgerbmethode    für  viele Lederarten dar, und als     Behandlungsteil     der sog., gemischten     Gerbung,    das heisst einer  zweckmässigen Kombination mit.

   der beschleu  nigten     Grubengerbung,    kommt ihr dement  sprechend eine hervorragende Bedeutung zu,  sofern dabei die goldene     Gerbregel    eingehal  ten wird, die besagt, dass die Konzentration  der gerbenden Lösungen bei jeder Behand-         lungsstufe    dieses Kombinationsverfahrens       regelmässig    gesteigert wird.  



  Dieses bis heute     gebräuelilichste        Kombi-          nat.ionsgerbverfahren    benötigt aber infolge  seiner beschleunigten     Gerbwirkung    trotzdem  noch Wochen und Monate, um starkes     Voll-          leder    für die Verwendung als weiches Ober  leder herzustellen. Ein     lohgares,    hartes und  starkes Sohlleder lässt sich jedoch auf diese  Art nicht erzeugen.  



  Es 'sind bis heute schon sehr viele Ver  suche unternommen worden, um das Problem  eines wirklich     braiiehbaren        Schnellgerbver-          fahrens    mit pflanzlichen     Gerbmitteln    zu lösen,  jedoch ohne jeglichen praktischen Erfolg.  Man versuchte es z. B. mit dem sog.      Nance-          Z'akuumgerbvei-fahren     oder auch mit. dem        Luekhaus-Vakuumverfahren ,    wobei mittels       Vakuum    und auch unter     Anwendung    von  Druck und Vakuum, abwechselnd angewandt,  eine     beschleunigte        Gerbwirkung    erzielt wer  den sollte.

   Auch viele diesbezügliche Vor  schläge gingen dahin, mittels Einwirkung  elektrischen     Stromes    den     Gerbprozess    zu     be-          sehleunigen,    wobei das sog.      Osmose-Verfah-          ren     zu erwähnen ist, das die Wanderung der       Gerbstoffteilehen    im Gleichstrom     zwischen     zwei     Diaphragmen    dahingehend     beeinflussen     sollte, eine beschleunigte chemische Verbin  dung mit. den Eiweissstoffen der Haut einzu  gehen.

   Auch das sog.      Pawlowitsch-Sehnell-          gerbverfahren ,    das sich auf die Wirkung  einer speziellen, alkalischen Behandlungsweise  zwecks     Gerbbeschleunigung    der Häute stützt,  erlitt den gleichen Misserfolg.  



  Irgendwelche praktische Bedeutung haben  diese verschiedenen vorgeschlagenen Verfah  ren bis heute nicht zu erreichen vermögen,  so dass trotz der enormen wirtschaftlichen  Bedeutung, welche einem wirklich     anwend-          baren        Gerbverfahren,    das in brauchbarer Art  die     Gerbdauer    mit pflanzlichen     Cerbmitteln          wesentlich    verkürzt, zukommt, das Problem  einer erfolgreichen     Schnellgerbung    zur Her  stellung von     qualitätshoehwertigem    Sohlleder  heute     noeh    als ungelöst.     bezeiehnet    wird.  



  Das vorliegende erfindungsgemässe Ver  fahren zur beschleunigten     Gerbung    von tieri-           .#zelren    Häuten, z. B. mit, pflanzlichen Gerb  mitteln und andern     Gerbstoffkombinationen,     ermöglicht. nun die enorme Abkürzung der       (rerbzeit    auch für die Herstellung von bestem  Qualitätskernleder bis auf etwa 24 Stunden,  während hierzu bisher 12 und mehr Monate  benötigt wurden und selbst das bisher schnell  re     Gerbverfahren,    die Mineralgerberei, mit  l     els    welchem Verfahren aber kein Sohl- bzw.  Kernleder erzeugt werden kann,     noeh    mehrere  Tage     benötigt.     



  Das erfindungsgemässe Verfahren kenn  zeichnet sich dadurch,     da.ss    die Häute in einer       bewegten    und entgasten, von Luft- und Licht  zutritt     abgesehlossenen    angewärmten     Gerb-          stoff-Flüssigkeit    unter einem     vorbestimmten          hcdroslatisehen    Druck einer fortdauernden  beidseitigen Bürstenmassage unterzogen wer  den und gleichzeitig der Einwirkung von       Ultrasehallwellen    ausgesetzt werden.  



  Eine     Gerbanlage        zur    Durchführung dieses       Verfahrens    ist erfindungsgemäss gekennzeich  net     dureh    einen gemauerten     Gerbkanal,    an  dessen Seitenwänden je eine Mehrzahl von       Ultrasehallquellen    so angeordnet ist, dass  ;

  Jede derselben einen     Ult.raschallstretikegel     gegen die parallel zu den Kanalwänden zwi  schen denselben, mit Hilfe von Spannvorrich  tung in     gespanntem    Zustand gehaltenen  Häute richtet, sowie gekennzeichnet durch  automatisch bewegte Bürsten, die die Häute  einer dauernden beidseitigen Bürstenmassage       aussetzen    und gleichzeitig die     Gerbstoff-          Flüssigkeit    in steter     Umwälzbewegung    halten.  



  Der     Gerbungsprozess    von Grosshäuten zu       Sohl-        bzw.    Kernleder muss nach dem erfin  dungsgemässen Verfahren nicht mehr in Gru  ben vollzogen werden, sondern kann sich mit  Vorteil am laufenden Band     automatisch    in  insgesamt etwa 7 Behandlungsphasen ab  wickeln, die zusammen nicht mehr als     etwa     24 Stunden in Anspruch nehmen.

   Das Durch  dringungsvermögen     des    Gerbstoffes und das  Verbinden derselben mit den Leimstoffen der  Häute als chemischer Veränderungsvorgang  wird bei diesem neuen Verfahren     haupt.säch-          lieh    durch eine kombinierte     Behandlungs-          weise    mechanischer und chemischer Natur in    Verbindung mit einer zweckmässigen Anwen  dung von Ultraschallwellen bzw. ihrer Ge  samteinwirkung auf die Hautblössen ungemein  beschleunigt.  



  In den beiliegenden     Zeichnungen    ist     eine     beispielsweise     Ausführungsform    einer Ein  richtung zur     Durchführung    des neuen Ver  fahrens dargestellt. In       Fig.    1 ist eine Draufsicht auf einen Teil  einer erfindungsgemässen     Gerbanlage        darge-          ,ctellt,    während       Fig.    2 einen Längsschnitt     (II-II)    durch  diesen     Gerbkanalteil    und       Fig.    3 einen     Querschnitt        (III-3II)

          durch          denselben    zeigt. In       Fig.    4 der Zeichnung wird eine vollstän  dige Anlage     dieser    Art im Grundriss als Bei  spiel gezeigt, wovon       Fig.    5 einen     Teilaufriss        durch    einen     Gerb-          kanalteil    ersichtlich macht.  



  Nach den     Fig.    1 bis 3 der Zeichnung     sind     die Ultraschallgeneratoren 1     mittels    der elek  trischen Leitungskabel 2 an     das    örtliche  Stromnetz angeschlossen. Die Kabel 3 ver  binden die Schallgeber 4 serienweise     mit    den  Generatoren 1, von welchen     aus    sie einge  schaltet und in Betrieb gesetzt, reguliert und       ausgeschaltet    werden können.     Diese    Schall  geber 4 sind     magnetostriktiver    Bauart, derart,  dass sie ein kegelförmiges     Schallwellenstreu-          feld    von sich abstrahlen.

   Die     Anordnung     dieser Schallgeber 4 erfolgt. so, dass     _        jeweils     z. B. vier derselben     vertikal    auf einer Schiene   <B>5</B>     zusammengekoppelt    sind und senkrecht  übereinander beidseitig des     Gerbkanals        6d    an  dessen     Mauerwand    7 verstellbar (höhen  mässig) montiert werden. Sie alle stehen unter  dem Flüssigkeitsspiegel.  



  Mittels einer motorisch angetriebenen Ket  ten- bzw.     Raupentransportbahn    8, deren     För-          derschiene        8ca    genau in der Mitte über dem       Gerbkanal    6 und     6a    auf Stützen 9     befestigt     verläuft,

   werden die Hautblössen 10 an federn  den Haken 11 hängend und durch eine Spann  vorrichtung 12 in straff ausgebreiteter Hal  tung in den     Gerbkanal    6     und    damit sukzessive  in die     Gerbstoff-Flüssigkeit    13     eingeführt.        -.         Die     Gerbstoff-Flüssigkeit    13 reicht im       (erbkanal    6 und 6a so hoch, dass die voll  ständig eingeführten Häute 10 mindestens  0,50 Meter unter den     Flüssigkeitsspiegel    zu       hängen    kommen.

   Im     Gerbkanal    6a lastet auf  diesem     Flüssigkeitsspiegel    der Gerbsäure 13  eine     etwa    4     bis    5 cm starke Öl- bzw. Tran  schicht 14, die derart. gefärbt ist, dass Licht  strahlen von aussen nur in geringem Masse  Zutritt zur     Gerbsäure    13 haben und dieselben  zudem auch hutdicht nach aussen abgeschlos  sen ist. Eine entsprechende Vorrichtung ver  hindert das Ausbreiten dieser Ölschicht über  die     Gerbflüssigkeit    in den     Gerbkanalteilen    6.  



  Zwei an der Innenseite der beiden Kanal  mauern 7 angebrachte Wischvorrichtungen 15,  die durch je eine Aufhänge- und Bewegungs  vorrichtung 16 an den Schienen 17 bewegt  werden, welch letztere an den Stützen 9 befe  stigt sind, besorgen durch ihre, die ganze  Länge der beiden Kanalseiten 7 durchstrei  fende Bewegung in den     Gerbkanalabteilungen     6 und 6a einmal die     ständige    Umwälzung der       Gerbstoff-Flüssigkeit    13 als auch zugleich  durch ihre kontinuierliche Hin- und Herbe  wegung durch die     Gerbkanalabteilungen    6  und 6a die     erforderliche    Bürstenmassage     auf     den Hautflächen 10.

   Zudem verrichten diese  beiden Wischer 15, die höhenmässig unter der  Ölschicht 14 im     Gerbkanal    6a stehen, die kon  tinuierliche     Entfernung    allfällig an den Haut  flächen 10 und an den     Schallgeberoberflächen     4 anhaftenden Luft- und gelösten Gasbläs  chen sowie     Gerbstoffbestandteile    usw., die an  sich die Einwirkung der     Gerbstoffsäure,    be  sonders aber der Ultraschallwellen auf die  Zellen der Hautblössen 10 zunichte machen  bzw. isolieren können.  



       Fig.    2 der Zeichnung     demonstriert    beson  ders, wie die zu     g-rbenden    Häute 10 die       Gerbsäureflüssigkeit    13 durchziehen und wie  die Ultraschallgeber 4 örtlich verteilt sind.  Die dabei ersichtlichen Verhältnismasse des       Gerbkanals        6a    als auch die Aufhänge- und  Streckvorrichtungen 11 und 12 sind nur bei  spielsweise dargestellt.  



       Fig.    3 der Zeichnung zeigt das kegelför  mige Streufeld der Ultraschallgeber 4 auf die    in der     Gerbkanalmitte        durchziehenden    Häute  10. Auch die Art der     Aufhängting    und Befe  stigung der     Bewegungsv        orriehtung    16 für die  beiden Wischer 15 sowie diejenige der Trans  portbahn 8 bzw. 8a. sind sichtbar. Die Höhe  des     Raumfussbodens    18 gegenüber der Ver  tiefung des     Gerbkanals    6a ist. schematisch dar  gestellt.

   Die beiden     -Viseher    15, die mit ihrem  beidseitigen bürstenartigen Besatz, der aus       enganliegenden,    widerstandsfähigen Borsten  aus zweckmässigem     -Material    beschaffen ist,  füllen beidseitig der hängenden Haut 10 die  ganze     Kanalbreite    6 und     6a    aus.  



       Fig.    4 der Zeichnung stellt. die Anwen  dung dieses erfindungsgemässen     Ledergerb-          verfahrens    in Form einer vollständigen,  rationell ausgebauten Doppelanlage im     Grund-          riss        beispielsweise    dar.

   Aus dem     Abstellabteil     19 für     ungegerbte,    hierfür     vorpräparierte     Hautblössen 10 werden diese     daselbst    bereits  auf die Hängevorrichtungen 11 und 12, wel  che auf den toten     Neben;eleisen        8a.    von Hand  verschoben werden können, aufgehängt und  zur mechanisch bewegten Transportbahn 8  geschoben, um beim Punkt 00 durch dieselbe  dem     Clerbkreislauf    übergeben zu werden.

   Die  aus dem     Clerbprozesskreislauf        ausgestossenen,     fertig gegerbten Hautblössen 10 passieren  ebenfalls den Punkt 00 der     Geleisebahn    8  und werden von da. in das für sie reservierte       Abstellabteil    20 geschoben, bis sie zur Trock  nung und weiteren Verarbeitung abtranspor  tiert werden.     Dnreh    eine Querverbindung der       Geleisebahn    8 wird ermöglicht, dass sowohl die       linksseitigen    Abstellräume 19 und 20 als auch  die rechts dem gleichen Zwecke dienen.

   Da  durch kann aber auch diese     Anlagre    durch be  liebige     Weichenstellung    21 der Hängebahn 8  von der linken wie auch von der rechten Seite  her in Funktion     genommen    werden.  



  Aus     Fig.    4 ist. ferner ersichtlich, dass     eire     spezielle Spritz- bzw.     Duschenv        orriehtung    22  an jedem Endpunkt der     CTerhgruben    6 vor  gesehen ist, um die aus dem     Gerbeprozess,     gleich wo dieser beendet. wird, austretenden  Häute 10 eingehend von anhaftenden Öl- und       Gerbstoffbestandteilen    zu säubern.           Pig.    5 der Zeichnung stellt einen Quer  schnitt. durch einen ganzen     Gerbkanal    dar,  wodurch man die Ein- und Ausfahrt der  Häute 10 am laufenden Band erkennen kann.  



  Die beschriebene Einrichtung für das     be-          schleunigte        Ledergerbeverfahren        mittels    zu  sätzlicher Anwendung von     Ultrasehalleinwir-          knng    arbeitet folgendermassen:  Vor Inbetriebnahme der Anlage werden       clie        Gerbkanäle    6 bzw. 6a mit. einer entspre  chend konzentrierten und temperierten Gerb  säureflüssigkeit 13 angefüllt, die in der ersten  Hälfte der     Gerbbehandlung    eine andere Zu  sammensetzung besitzt als in der zweiten  Hälfte.

   Nach der Füllung der beiden     Gerb-          kanäle    6 wird diese     Gerbstoff-Flüssigkeit    13       vorerst    durch die Ultraschallwellen der Schall  geber 4 im     Gerbkanal    6a auf einen bestimm  ten     (Trad    entgast. Nach diesem     Kavationspro-          zess    wird eine etwa 50 mm starke Öl- bzw.

         Transellicht    14 in den     Gerbkanalteilen        6a.    auf  die     Gerbstoffsäure    13 gelegt, wodurch der  Kanalinhalt 6a nach aussen luftdicht abge  schlossen und durch eine spezielle Färbung  der     Tra.nschicht    14 auch entsprechend abge  dunkelt ist.  



  Nach dieser wichtigen Vorbereitung für  den neuen     Gerbprozess    werden die zu gerben  den     vorpräpariertenHautblössen    10 aus ihrem       Abstellabteil    19 - siehe     Fig.    4 und 5 -     her-          Uusgeholt,    wo dieselben zuvor an den Auf  hängevorrichtungen 1.1 und Spannvorrichtun  gen 12 der eingleisigen     Transportschwebebahn          h    bzw. auf den  toten  Geleisen     Sa    derselben  in Reserve gehalten wurden.

   Vom Kreislauf  punkt. 00 des     Gerbzyklus    aus werden diese  vorher für den     Gerbprozess    präparierten       Hautblössen.    10 durch die automatisch funk  tionierende Ketten- oder Raupentransport  bahn 8 am laufenden Band nacheinander in  den     Clerbkanal    6 eingeführt. Die Ultraschall  wellenanlage wird nunmehr wieder in Betrieb       gesetzt.     



  Mit. mässiger Fortbewegungsgeschwindig  keit, die genauestens der     -Wirkung    des Gerb  prozesse> angepasst sein muss und zumeist vier  Meter in der Stunde nicht überschreitet, tau  chen die Hautblössen 10 nacheinander in der         Gerbstoff-Flüssigkeit    13 des     Gerbkanalan-          fangss    6 so weit unter, bis die     Flüssigkeit    sie  um einen halben -Meter überflutet.  



  <I>1. Phase des</I>     Gerbzyklus:    Nun beginnt der       Gerbprozess    der Hautblössen 10. Eine Wisch  vorrichtung 15 verabfolgt diesen Hautblössen  eine beidseitige Bürstenmassage, die waag  recht hin und her verläuft, dadurch die Gerb  stoffsäure 13 in ständige Umwälzung verset  zend, alle Luft- und Gasbläschen an den  Hautflächen 10 beseitigt und einen innigen  Kontakt zwischen Haut 10 und Gerbsäure 13  herstellt. Diese erste Behandlung der Häute  10 mit einer     Gerbstoffsäure    13, die ihrer     Kom=     Position nach der bekannten Sauerbrühe (ent  standen durch die Gärung der in den Gerb  mitteln enthaltenen zuckerartigen Stoffe)  ähnlich ist, macht sie für die nachfolgende  Ultraschallbehandlung empfänglicher.

   Die  <B>T</B>       auer    dieser ersten     Gerbphase    beträgt     etwa     2 bis 3 .Stunden.  



  <I>2. Phase des</I>     Gerbzyklus:    Laufend ziehen  die Hautblössen 10 in den     Gerbkanalteil    6a  über, wo sie in gleicher Tiefe weiterhin im be  wegten     Gerbsäurebad    13 der Bürstenmassage  unterzogen und zugleich einer     intensiven    Be  schallung durch die Ultraschallgeber 4 aus  gesetzt werden.

   Die entgaste, lichtabge  schirmte, in ständiger Bewegung. sich befind  liche     Gerbstoff-Flüssigkeit,13    vermag     mit    Hilfe  des hydrostatischen Druckes von 0,05 bis  0,25 atü etwa., der auf den Blössen 10 lastet,  die vom Ultraschall erregten Hautzellen der  Blössen 10 in     beschleunigter        Art    zu durchwir  ken, da die Bürstenmassage jedes grössere  Hindernis in Form von Luft- bzw. gelösten  Gasbläschen und     Gerbstoffbestandteilen    an  den Hautoberflächen der Blössen 10 während  der Beschallung beseitigt.

   Diese     perkutane     Eintreibung der Gerbstoffe 13 und deren Ver  bindung mit den Leimstoffen der Zellgewebe  der Haut 10 ist der Gemeinschaftsarbeit des       hydrostatischen    Druckes, der     Gerbstoffbewe-          gung,    der     Bürstenmassage    und der erregen  den     Fällungskraft    der Ultraschallwellen zu  zuschreiben, wobei die Frequenz und die In  tensität und Dauer der angewandten Ultra  schallwellen, abgestimmt auf die Beschaffen-           heit    der     Gerbstoff-Flüssigkeit    13 von grösster  Wichtigkeit sind.

   Diesem beschleunigten       Durchdringungsverfahren    sind die Häute 10  mittels der     Gerbstoffsäure    13 während etwa  3 bis 5 Stunden ausgesetzt.  



  <I>3.</I>     Phase   <I>des</I>     Gerbzyklus:    Nach der     Ultra-          sehallwellenbehandliing    werden die Häute 10       sukzessive    durch das     Gerbbad    6 geführt, wo  sie wiederum der gleichen Behandlung und  den beinahe gleichen     Gerbbadverhältnissen     gegenüberstehen, wie dieselben während der  ersten Phase des     Gerbverfahrens    beschrieben  wurden, nur mit dem Unterschied, dass sie  nunmehr langsam aus der temperaturerhöhten       Gerbstoff-Flüssigkeit    13 herausgehoben wer  den.  



  <I>4.</I>     Phase   <I>des</I>     Gerbzyklus:    Dieser Behand  lungsvorgang der     vorgegerbten    Häute 10 stellt  an sich ein 3 bis 4 Stunden dauerndes     Luft-          und    Lichtbad dar, während welchem sich in  den Hautblössen 10 mittels Luft, Licht und  Wärme der innere     Fermentationsprozess    kon  solidieren und ausbreiten kann.  



  <I>5. Phase des</I>     Gerbz-yklus:    Damit die Zellen  der     vorgegerbten    Haut sich nicht frühzeitig  schliessen bzw. erstarren, werden die Häute  10 wieder langsam in die     Gerbstoff-Flüssie-          keit    13 der     zweiten    Teilhälfte der     Grerb-          behandlung    des     Gerbkanals    6 versenkt. Diese       Gerbstoff-Flüssigkeit    13 besteht.     aus    einer  andern Zusammenstellung wie diejenige, wel  che während dem     Gerbzyklus    1 bis 3 Verwen  dung fand.

   Abgesehen von dieser chemischen  und einer thermischen Veränderung, die dem       fortgeschrittenen        Gerbzustand    der Häute 10  angepasst ist, werden die Häute 10 genau  gleich behandelt wie während der     Gerbphase     1 und 3. Die     Behandlungsdauer    beträgt eben  falls etwa 2 bis 3 Stunden.  



  <I>6. Phase des</I>     Gei-bzyklus:    Die Häute 10  treten in den Kanalteil     6a    ein, wo eine ana  loge     Gerbbehandlung    und unter beinahe glei  chen Begleitumständen vollzogen wird wie  während der 2. Phase     des        Gerbprozesses.    Die  in den Hautzellen der Blössen 10 während  dem Luftbad der 4. Behandlungsphase ange  häuften Sauerstoffteilchen werden in dieser  entgasten     Gerbstoff-Flüssigkeit    13 durch die    Ultraschallwellen von neuem ausgetrieben       (Kavation)    und von der     Wischvorrichtung    15  umgehend von den Hautflächen entfernt.

   Die  Frequenz und Intensität der hierbei ange  wandten U     ltraschall\v        ellen    mittels der Schall  geber 4 sind jedoch, entsprechend der erhöht       temperierten    und verstärkten     Gerbstoffkom-          position    13 und dem fortgeschrittenen Sta  dium der     Hautgerbung,    verschieden gegen  über denjenigen, welche während der 2.     Be-          handhingsphase    Verwendung finden. Die  Dauer dieser     Gerbbehandlung    der Häute 10  mittels Ultraschall beträgt wiederum etwa 3  bis 5 Stunden.  



  <I>i. Phase des</I>     Gei-bzyklzcs:    Das laufende  Band der     Transportschwebebahn    8 führt die  Hautblössen 10 zur letzten     Gerbprozedur,     während welcher sie der gleichen     Behandlung     ausgesetzt. werden, wie in der 5. Phase des  G     erbzyklus.    Die Häute 10 werden aber dies  mal langsam aus dem.     Gerbkanal    6     leerausge-          hoben    und bevor sie denselben ganz verlas  sen mittels einer speziellen     Abspritz-    bzw.       Duschenvorrichtung    22 von möglicherweise  noch anhaftenden Öl- und     Gerbbestandteilen     befreit.

   Nach etwa 2 bis 4 Stunden     diesbe7üg-          licher    Behandlung haben die Häute 10 den  ganzen     Gerbzyklus    durchlaufen und befinden  sich, vollständig     ausgegerbt,    nach einer     Ge-          samtbehandlungszeit    von     qtwa    24 Stunden  wiederum am Ausgangspunkt 00 des ovalen       Gerbzy        klus,    von wo sie nacheinander zu den       Abstellabteilen    20 für fertig gegerbte Häute  geschoben werden.  



  Der nachfolgende     Troekenprozess    der auf  diese Art und Weise     beschleunigt    gegerbten  Häute erfolgt in einer Art, welche dem vor  handenen Zustand dieser Häute angepasst  ist.  



  Während des     Gerbprozesses    wird von Zeit  zu Zeit. die     Zusammensetzung    und Tempera  tur der     Gerbstoff-Flüssigkeit    untersucht und  letztere, wenn nötig, durch Zusätze auf ihre  ursprüngliche Zusammensetzung gebracht.  



  Wie bereits dargelegt, beträgt die Um  laufzeit in einer solchen, durch     Fig.    4 und 5       beispielsweise    dargestellten, erfindungsgemä  ssen     Gerbanlage    etwa.     2.1    Betriebsstunden,      wenn die     Uerbkanäle    bzw.

   der Behandlungs  ablauf der Häute nicht über 96 Meter Länge  beträgt und die     Gerbstärke    der angewandten       Gerbstoff-Flüssigkeiten    sowie die zur     Ver-          vendung    gelangenden Gesamtkräfte des     Ultra-          schallesq    eine     Fortbewegungsgeschwindigkeit     der Häute von etwa 4 Meter in der Stunde  zulassen.  



  Nach dem Ablauf dieser bedingten An  laufzeit vermag eine solche     Gerbanlage    in       eder    ? Stunde eine etwa 4,0     m2    grosse Tier  haut fertig gegerbt. dem     Trockenprozess    zu  übergeben.  



  Die     Fig.    4 in der Zeichnung stellt ausser  dem die Möglichkeit dar, wie .eine derartige,       erfindungsgemässe        Gerbanlage    ohne     Benöti-          nun-    zusätzlichen Raumes und bei Verwen  dung des grössten Teils der gleichen Trans  porteinrichtungen, Licht- und Heizungs  installationen     usw.    als auch des gleichen     Be-          c:ienungs-    und Überwachungspersonals     aus-          nebaut    werden kann, indem innerhalb einer  Behandlungsbahn eine zweite Behandlungs  bahn angeordnet. wird.

   Durch die Verkür  zung der Behandlungsbahn der innern     Gerb-          anlage    würde sieh dementsprechend auch die       Geschwindigkeit    der Fortbewegung des lau  fenden Bandes verringern. Die totale     Be-          :iandlungszeit    jedoch wäre die Bleiehe wie bei  der umfänglich grösseren Anlage mit der       iiussern        Gerbgrubenbahn.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur beschleunigten Gerbung von tierischen Häuten zu Leder, dadurch ge kennzeichnet., dass die Häute in einer beweg ten und entgasten, von Luft- und Lichtzu tritt abgeschlossenen angewärmten Gerbstoff Flüssigkeit unter einem vorbestimmten hy- drostat.ischen Druck einer fortdauernden beidseitigen Bürstenmassage unterzogen wer den und gleichzeitig der Einwirkung von Ultraschallwellen ausgesetzt werden.
    1I. Gerbanlage zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, gekenn zeichnet durch einen gemauerten Gerbkanal, an dessen Seitenwänden je eine Mehrzahl von Ultraschallquellen so angeordnet ist, dass jede derselben einen Ultraschallstreukegel gegen die parallel zu den Kanalwänden zwi schen denselben mit Hilfe von Spannvorrich tungen in gespanntem Zustand gehaltenen Häute richtet, sowie gekennzeichnet durch automatisch bewegte Bürsten,
    die die Häute einer dauernden beidseitigen Bürstenmassage aussetzen und gleichzeitig die Gerbstoff-Flüs- sigkeit in stetiger Umwälzbewegung halten. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Gerbflüssigkeit und die Häute einer Behandlung mit Ultra schallwellen ausgesetzt: und dabei auch ent gast werden. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Gerbflüssigkeit zwecks Verhinderung von Luft- und Lichtzu tritt mit einer gefärbten, obenauf schwimmen den ölschicht bedeckt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Häute in senk recht ausgespanntem Zustand zwischen in senkrechten Ebenen angeordneten Ultraschall quellen mechanisch durchgezogen werden. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das zu gerbende Gut einer wechselweise sich ablösenden Be handlung von temperierten Gerbstoffbädern mit Bürstenmassage ohne Licht- und Luft abschirmung und ohne Ultraschalleinwirkung und solchen mit Licht- und Luftabschirmung, Bürstenmassage und Ultraschalleinwirkung als auch mit Licht- und Lufttrockenbädern unter zogen wird. 5.
    Anlage nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass an den Wänden des Gerbkanals magnetostriktive Ultraschall geber unter dem Flüssigkeitsspiegel angeord net sind und gruppenweise von demselben Generator gespiesen werden. 6. Anlage nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass bürstenartige, me chanisch bewegte Wischvorrichtungen derart ausgebildet sind, dass sie gleichzeitig auf die zu behandelnden Häute und auf die Schall geber einwirken. 7.
    Anlage nach Patentanspruch 11, da durch gekennzeichnet, dass der Abschluss des Gerbkanals gegen Luft- und Lichtzutritt durch eine oben aufschwimmende, gefärbte ölschicht erzielt wird, wobei Mittel vorgesehen sind, um die Ausbreitung der ölschicht auf anschliessende Vor- und Nachbehandhings- kanäle zu verhindern. B.
    Anlage nach Patentanspruch 11, da durch gekennzeichnet, dass zwecks Erreichung eines genügenden hydrostatischen Druckes die Tiefe des Gerbkanals so gross ist, dass die Oberkanten der Häute mindestens 0,5 m unter dem Flüssigkeitsspiegel liegen. 9. Anlage nach Patentanspruch 11, ge kennzeichnet. durch eine Tra.nsporthängebahn, welche die Häute hintereinander durch Vor behandlungs-, Gerb- und Nachbehandlungs kanäle durchzieht. 10. Anlage nach L nteransprueh 9, ge kennzeichnet durch eine ellipsenförmig in sieh geschlossene Behandlungsbahn.
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